Dienstag, 30. Mai 2017

[Montagsfrage #17/2017] Welche Bücherwelten magst du am liebsten und wieso?

Hallo ihr Lieben,

heute kommt auch noch die Montagsfrage von Buchfresserchen. :) Es ist die Nummer 17 in 2017, also geht es wieder richtig los mit den schönen Fragen zum Montag, auch wenn sie heute erst zum Dienstag kommt. 
Ich hoffe, ihr habt wieder Spass daran. :)

Die Frage heute lautet:
Welche Bücherwelten magst du am liebsten und wieso?

Puh, das ist eine schwierige Frage.
An sich reise ich ja in Bücher immer gerne, das muss dann auch nicht immer in einer reale Welt sein, das kann auch durchaus ein Schauplatz aus der Fantasy sein. Aber ich freue mich einfach immer, wenn ich mal fremde Orte entdecken kann. :) 

Aber eine liebste Bücherwelt - also ich finde ja die Welt um Harry Potter recht spannend, aber das hänge vielleicht eher damit zusammen, dass ich auch nicht nur ein Muggel sein will. (Wer nicht weiss, was ein Muggel ist, hat Harry Potter eindeutig nicht gelesen.)

Die realen Buchorte, die ich besuche, verzeichne ich ja immer auf einer Karte, daher sind diese mir schon auch wichtig, aber es muss eben nicht immer alles real sein, weil real ist das Leben schon genug, finde ich. 

Wie ist es bei euch? Reale Buchwelt oder doch immer etwas Fantasy oder SciFi?

Alles Liebe,
Katja


Donnerstag, 25. Mai 2017

[Kurz-Rezension] Jörg Nießen - Die Sauerei geht weiter ... ~ 20 neue wahre Geschichten vom Lebenretten

Beschreibung:
Der überwältigende Erfolg von Jörg Nießens erstem Buch »Schauen Sie sich mal diese Sauerei an« schrie förmlich nach einer Fortsetzung. Und inzwischen konnte der sympathische Rettungsassistent und Feuerwehrmann genügend Stoff für einen zweiten Band sammeln – und zwar von der Sorte Einsätze, die den Leser zum Schmunzeln und zum Lachen bringen, die kaum zu glauben, aber doch passiert sind. 
In Jörg Nießens neuem Buch ist natürlich auch wieder Hein, des Autors liebster Kollege, mit von der Partie und zusammen erwarten die beiden verunfallte Pianisten, brennende Vereinsheime, pädagogisch wertvolle Wasserschäden, schräge Psychosen, dramatische Kinderkrankheiten und vieles mehr. 
In »Die Sauerei geht weiter ...« zeigt Jörg Nießen erneut sehr eindrucksvoll, dass das Leben selbst die besten Geschichten schreibt und dass Humor ein wichtiger Verbündeter im Alltag eines Lebensretters ist. Witzige Illustrationen von Jana Moskito begleiten die Geschichten.

Details:
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386265060X
ISBN-13: 978-3862650606
Größe: 12,7 x 2,7 x 19,2 cm

Fazit:
Momentan sind ja Geschichten aus dem wahren Leben ein Trend - egal ob auf der Mattscheibe oder als Buch und eigentlich macht man ja solchen Trends eher unbewusst mit, aber dieses Mal muss man sagen, das was, Jörg Nießen da aufs Papier bringt, ist wirklich anschaulich gemacht. 
Nicht nur, dass die Illustrationen von Jana Moskito wirklich gut passen und das ganze Buch wirklich auflockern, sondern auch die Anschaulichkeit, mit er die Fälle beschreibt, gepaart mit einem gewissen Wortwitz machen aus einem eigentlich recht schockierenden Thema, was Rettungseinsätze ja im Allgemeinen sind, ein Buch, was eben nicht nur unterhält, sondern was auch zeigt, dass der Berufsstand der Rettungssanitäter nicht immer so wahnsinnig schockierend sein muss. Natürlich bemerkt man am Stil, dass da kein geborenen Autor sitzt, aber damit sollte man dann schon rechnen, wenn man sich ein Buch mit dem Titel kauft, den Jörg Nießen schreibt, wie er auch eben wahrscheinlich auch im Leben ist - ehrlich und gerade raus. 
Natürlich könnte man die Frage nach der Glaubhaftigkeit stellen, aber man sollte schon mit einem wachen Verstand durch das Buch gehen und wenn man dann selber schon mal Einsätze miterlebt hat, dann kann man wirklich sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Montag, 22. Mai 2017

[Buchvorstellung + Rezension] Mela Wagner - Restart ~ Heute wie damals - Romancewoche Tag 1

Hallo ihr Lieben, 
auch ich darf euch heute zur Romancewoche begrüssen und zwar mit der Buchvorstellung zu dem tollen Buch "Restart - Heute wie damals" von grossartigen Mela Wagner. 
Ich habe beide Bände gelesen, daher könnt ihr hier vorbeiklicken, da kommt ihr zur Rezension von Band 1: ~*~ Klick ~*~

Nun aber zu "Restart - Heute wie damals":

Beschreibung des Buches: 
Die Geschichte von Leni und Paul geht weiter ... Trotz der alles verändernden Nachricht entscheidet sich Leni, in Paris zu leben. Die eigenen Fehler werden ihr jedoch immer mehr bewusst und die Sehnsucht, nach Hause zurückzukehren, steigt. Kurz nach ihrer Rückkehr trifft sie auf Paul. Doch er hat sich verändert und weist sie kalt und emotionslos von sich. Beide wollen ein Leben ohne einander versuchen – kommen aber dennoch nicht voneinander los. Aufs Neue geraten sie in eine Achterbahn der Gefühle. Warum hat sich Paul so verändert? Welches Geheimnis hütet er? Doch er ist nicht der Einzige, der ein Geheimnis verbirgt ...

Details:
Format: Kindle Edition / Print
Dateigröße: 2561 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 414 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1477822860
Verlag: Montlake Romance (28. Februar 2017)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch

Buchtrailer:

Leseprobe: 
"Prolog
»Leni, Leni meine süße Leni, komm zu mir.« Paul streckt die Arme nach mir aus, während er etwas angeheitert auf einem Klappstuhl am Dach seiner Eltern sitzt und dabei versucht sein Gleichgewicht zu halten. Er unterstreicht sein lässiges Outfit mit einer tief in die Stirn gezogene Baseballkappe. Seine blonden Haare blitzen dabei leicht hervor.
»Sei nicht so laut, du wirst noch deine Eltern aufwecken und ich kann mir vorstellen, was dir blüht, wenn sie dich in diesem Zustand sehen«, kichere ich, setze mich auf seinen Schoß und wehre seine Hände, die sofort versuchen den Weg unter mein T-Shirt zu finden, ab. Grinsend schiebe ich ihn bei jedem Ansatz, mir an die Wäsche zu gehen, weg.
»Leni, du bist so süß, so zuckersüß wie Honig«, raunt Paul in mein Ohr, als er mich vorsichtig an sich zieht und meinen Hals zu liebkosen beginnt. »Komm, du willst es doch auch.« Für einen kurzen Moment gebe ich mich der Sehnsucht hin, ihm endlich nahe zu sein und kuschle mich an seine Schulter. Er sieht es als Bestätigung seiner eindeutigen Avancen. Sein Duft dringt mir in die Nase und automatisch - als hätte er einen Hebel umgelegt - schließe ich meine Augen. Ich genieße den Augenblick, spüre seine Berührungen, sehne mich nach so viel mehr und spreche mir selbst Mut zu. Ich setze mich rittlings auf ihn. Er stöhnt begeistert auf, greift nach meinem Gesäß und zieht es noch etwas näher an sich, sodass ich unter mir seine spürbare Begeisterung wahrnehme. Erschrocken und beschämt senke ich den Kopf. Es fühlt sich so fremd an, dass es mir die Röte ins Gesicht treibt. Er beginnt verwegen zu lachen, als er meine Reaktion bemerkt.
»Du bist so süß, so unerfahren und mädchenhaft. Leni, du weißt gar nicht, wie sehr ich dich begehre.«. Die Farbe seiner Augen wird eins mit dem dunklen Nachthimmel der uns umgibt. Mein in der Brust hämmerndes Herz gibt mir die Gewissheit, nicht schon in Ohnmacht gefallen zu sein. Nervosität vermischt mit Euphorie lösen in meinem Körper unzählige Feuerwerke an Gefühlen aus. Das Kribbeln in meinem Bauch war in seiner Nähe schon immer intensiv, doch das was ich jetzt gerade empfinde, stellt alles in den Schatten. Seine Hände gleiten über meine Haut, wandern an mir hinunter und ertasten Stellen an meinem Körper, die bislang noch unberührt waren. Gänsehaut läuft meinen Rücken hinab. Fordernd zieht er mich an meiner Bluse zu sich, hält dabei stetig meinen Blick fest. Ein verruchtes Lächeln umspielt seinen Mund. Uns trennt nur noch ein Hauch, bevor ich am Ziel meiner Wunschvorstellungen angekommen bin. Ich nehme den Geruch von Alkohol, vermischt mit Zigaretten und Pfefferminze wahr, als unsere Lippen die letzten Millimeter noch trennen. Die Luft zwischen uns beginnt zu vibrieren. Schnelle und heftige Atemzüge dringen aus meiner Kehle.Ich entdecke an seiner rechten Wange ein leichtes Grübchen, das immer sichtbar wird, wenn er lächelt und sofort meine Aufmerksamkeit an sich zieht. Wie oft habe ich mich nach diesem Moment gesehnt. Wie sehr waren meine Träume genau von so einer perfekten Situation geprägt. Nächtelang habe ich fantasiert, ihm endlich auf diese Art und Weise nahe sein zu können. Ich habe sogar ein eigenes Paul-Tagebuch begonnen, das nur ihm und meiner Liebe zu ihm gewidmet ist.
»Du bist so anders als alle anderen Mädchen...« Ich lächle verschämt. »...keine war bis jetzt so wie du!« Will ich das in diesem Moment wissen? Will ich wissen, wieviele er vor mir hatte? Seine Worte verwirren mich.
»Lass endlich los. Sei nicht so verkrampft. Ich werde dich auf eine Reise mitnehmen.« Schützend um einen gewissen Abstand zu wahren, lege ich meine Hände auf seine Brust, versteife mich und bin ernüchtert von seinen Worten. Die romantische Stimmung ist dahin. So, als wäre ich mit voller Wucht gegen ein dickes fettes Stoppschild gerannt, überkommt mich Ärger, Wut, Angst. Instinktiv fühle ich, dass ich mich vor Pauls trügerischem Charme schützen muss. Mach dir doch nichts vor! Warum sollte es bei mir anders sein. Ich bin eine von vielen. Sobald er sein Ziel erreicht hat, wird er mich ebenso abservieren wie alle meine Vorgängerinnen.
»Nein...!«, kommt es leise aus meiner Kehle. Nicht wirklich überzeugend. Paul hört nicht auf seine Küsse auf meinem Körper zu verteilen.
»NEIN!«, widerwillig drücke ich ihn von mir weg, sehe wie er erschrocken von meinem Hals ablässt, an dem er sich spürbar verewigt hat und springe wie von der Tarantel gestochen auf.
»Ich will das nicht. Nicht so.«, stoße ich ihn empört von mir.Amüsiert beginnt er zu lächeln. Anscheinend ist diese Situation für ihn neu. Zurückweisung. Er zieht eine blaue Zigarettenschachtel aus seiner Hose, greift nach einer Zigarette, deutet mir an, auch eine zu nehmen, - was ich natürlich verneine -, grinst und zündet sich den Glimmstängel an. Verrucht wie James Dean zieht er den Rauch ein, atmet hörbar aus und bläst eine Tabakwolke in meine Richtung. Er stützt seine Ellbogen auf die Knie und zieht seine Stirn in Falten, als er zu mir aufblickt.
»Süße, erst rennst du mir wie ein kleines Mädchen wochenlang hinterher und dann willst du mich nicht ranlassen? Was soll der Mist?«, meint er pikiert.
»Ich renne dir nicht hinterher!«, versuche ich mich kläglich zu verteidigen und merke wie mein Gesicht knallrot anläuft. Jeder Vollidiot wäre sich in diesem Moment meiner Lüge bewusst.
»Ich werde aus dir nicht schlau...!«, genüsslich zieht er an seiner Zigarette, steht vom Stuhl auf, beginnt, sein durch den Alkohol fehlendes Gleichgewicht wieder zu finden und geht einen Schritt auf mich zu. Ein paar Zentimeter bleibt er vor mir stehen. Ich fühle mich neben ihm so klein. Sein muskulöser Körper baut sich vor mir auf. Wie gerne möchte ich meine Hand heben, um sie auf seine Brust zu legen. Musternd, als wäre ich von einem anderen Stern, legt er seinen Kopf schief und beginnt dabei herablassend zu lachen. Sofort schwenkt meine Sehnsucht in Ärger um. Ich könnte ihm in diesem Moment an den Hals springen, doch stattdessen stehe ich vor ihm und merke, wie meine Augen feucht werden. Ich hoffe, dass er meinen verräterischen Anflug an Emotion nicht gesehen hat.
»Schon gut Süße, du hattest deine Chance.« Wie bitte?
»Du bist der größte Mistkerl den ich kenne!«, ungestüm drehe ich mich um und fauche ihn zornig an. Ich hole wutentbrannt aus und knalle ihm meine flache Hand gegen seine Wange. Erschrocken über mich selbst, reiße ich die Augen auf. Verblüfft reibt er sich die Stelle an seiner Wange. Die Luft ist explosionsartig geladen. Trotz meiner Enttäuschung spüre ich noch immer wie er mich anzieht. Er lacht höhnisch auf und legt den Kopf dabei in den Nacken.
»Was hast du dir vorgestellt? Den Ritter in der eisernen Rüstung? Ich weiß nicht, welche Erwartungen und Wünsche du hegst, doch ich kann dir gleich sagen, dass diese ganze Rederei über Liebe absoluter Schwachsinn ist. Finde dich lieber schnell damit ab, sonst wird einmal das böse Erwachen nicht mehr zu verhindern sein.«, sichtlich belustigt, jedoch mit einem Anflug von Sarkasmus, klingen seine Worte herausfordernd und gehässig. Es wirkt auf mich als nötigt ihn sein Ego zur schnellen Rechtfertigung.
»Du tust mir leid...«, antworte ich traurig. Er lacht geringschätzig. »...aber irgendwann wirst du an den Punkt, an dem du mit deiner Macho Tour nicht mehr punktest. An dem du das erste Mal Gefühle in dir spüren wirst, die deine ganzen fraglichen Wertvorstellungen in ein anderes Licht rücken. Ich weiß nicht was dich so oberflächlich und herzlos gemacht und dir den Glauben an die Liebe geraubt hat, aber ich hoffe, dass du irgendwann selbst spürst, wie sich diese Worte anfühlen, wenn sie dir an den Kopf geworfen werden...«, ich blicke auf und schaue in seine wunderschönen grünblauen Augen, möchte noch einmal diesen Moment auskosten, bevor ich fortsetze und bewusst all meine Träume augenblicklich vernichten werde. »...nicht weil ich dir etwas Schlechtes wünsche, sondern weil du dann trotz deines verschlossenen Herzens vielleicht etwas zu spüren beginnst.«
Sekunden verstreichen in denen er mich wortlos anblickt und mit keiner Geste verraten würde, was er sich gerade denkt. Momente des Schweigens, eine Verbindung zweier Herzen die anscheinend immer nur ich wahrgenommen habe. In dem Bewusstsein nun alles zwischen uns zu zerstören, wende ich meinen Blick von ihm ab. Paul Franke ist weder ein Gefühlsmensch noch jemand der sich auf eine feste Beziehung einlassen würde, doch für einen Wimpernschlag fühle ich, dass ihn meine Worte vielleicht doch berühren. Er wirkt etwas verunsichert und die übliche Schlagfertigkeit lässt auf sich warten. Er ist ein Sunnyboy, Macho, Frauenheld, ein Herzensbrecher, doch alles andere als einfühlsam.
»Bist du jetzt fertig mit deiner Gefühlsduselei?«, erwidert er herablassend und völlig emotionslos. Ich beobachte ihn, wie er lange an seiner Zigarette zieht und den Rauch in die Luft bläst.
»Das ist alles was ich dir zu sagen habe.« Mit den ruhig gesetzten Worten verabschiede ich mich, drehe ihm meinen Rücken zu und verschwinde. Ich bin enttäuscht, zutiefst gekränkt und ärgere mich über meine Naivität. Paul Franke hat die letzten Monate mein Leben komplett auf den Kopf gestellt und nun ist es Zeit ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Ohne ihn.

Kapitel 1

»Meine Damen und Herren, in wenigen Minuten beginnen wir mit dem Landeanflug. Wir bitten Sie nun, wieder Platz zu nehmen und sich anzuschnallen. Bitte schalten Sie alle elektronischen Geräte aus. Vielen Dank. Ladies and gentlemen, in just a few...«
Ich beobachte die Flugbegleiterin, deren Lippen sich synchron zu dem Gesprochenen aus den Lautsprechern bewegen. Ihre Arbeitsuniform leuchtet in roter, warnender Signalfarbe. Der Rock, die Weste und die dazu passenden Strumpfhosen sind farblich abgestimmt. Freundlich strahlt sie die Passagiere an. Ihre Wörter klingen auswendig gelernt – monoton und mit wenig Emotion. Ich starre sie unentwegt an und nehme ihre Stimme nur noch im Unterbewusstsein wahr. Fest drücke ich die Schachtel an meinen Körper und merke, wie sich mein Puls erhöht. Meine Hände sind feucht und ich beginne zu frieren.
»Bitte stellen sie Ihre Rückenlehnen in eine senkrechte Position...«, höre ich sie wieder. Vorsichtig streiche ich ein paar Mal über die kunstvoll bemalte indische Box aus Palisanderholz. Feine Miniaturmalereien, die Elefanten und Kamele zeigen, zieren den Deckel. Die Schachtel wurde ein paar Mal mit einem bunten Band umwickelt, darunter steckt der Brief meiner Mutter. Langsam und Wort für Wort lese ich mir ihre Zeilen durch. Immer wieder bekomme ich einen Kloß im Hals, sobald der Sinn ihres Geschriebenen auch mein Herz erreicht. Ich bin mir nicht sicher ob es richtig war in das Flugzeug zu steigen, doch wie unter Zwang habe ich die wichtigsten Dinge zusammengepackt, ein Taxi gerufen und sitze nun wenige Stunden später hier im Flugzeug. Behutsam streiche ich den Brief meiner Mutter glatt, der durch meine Tränen schon etwas wellig geworden ist. Ich bemühe mich, ihre Nachricht nochmals zu lesen, doch die Tränen in den Augen trüben meinen Blick. Das kleine Mädchen neben mir zupft an meiner Bluse. Ihre Augen strahlen mich an.
»Was ist in dieser Box?«, fragt sie mit kindlicher Neugier.Ich wische die Tränen aus meinem Gesicht und versuche ihr zuzulächeln. Ich habe eine Vorahnung, die ich nicht aussprechen will. Die Gewissheit werde ich erst bekommen, wenn ich wage, sie zu öffnen. Ich zucke mit den Schultern.
»Ich vermute, das ist eine Überraschung«, meine ich gedankenverloren.
»Vielleicht ein Schatz?«, neugierig mustert sie das Kunstwerk in meinen Händen. Ich beginne zu schmunzeln und nicke ihr zu. »Ja, darin ist ein Schatz«, flüstere ich.Ich blicke erneut auf das abgenützte Papier in meinen Händen.

Meine liebe Leni,
in dieser Schachtel findest du die Antwort auf viele offene Fragen. Bitte entschuldige, dass ich sie dir nicht schon viel früher gegeben habe. Dies geschah nur aus Sorge um dich. Längst verheilte Wunden sollten nicht wieder aufgerissen werden. Öffne die Schatulle deiner Vergangenheit, öffne dein Herz und beginne dich selbst wieder zu spüren. Finde zurück zu dir und zu dem Menschen, der du einmal warst und eigentlich sein willst.
In tiefer Verbundenheit,
Deine Mami

»Entschuldigen Sie?« Ich blicke erschrocken auf. Eine warme Hand liegt auf meiner Schulter. Die Flugbegleiterin, die gerade noch in das Mikrofon gesprochen hat, lächelt mich freundlich an. »Sie müssen sich anschnallen.«, meint sie ruhig, doch bestimmt. Ich nicke ihr geistesabwesend zu und schließe den Gurt um meinen Bauch. Unentwegt halte ich dabei die Schachtel in meinen Händen. Das kleine Mädchen blickt aus dem Fenster und beobachtet wie die Maschine langsam mit dem Sinkflug beginnt und die ersten Häuser am Boden sichtbar werden. Aufgeregt deutet sie ihrer Mutter hinzuschauen. Sie versucht sie zu beruhigen und ihre Nervosität zu stillen. Ich kann ihr Gefühl so gut nachempfinden. Als ich das Flugzeug verlasse, verstaue ich alles in meinem kleinen Trolley und verabschiede mich im Vorbeigehen bei der netten Flugbegleiterin.
»Ziehen sie sich warm an, es hat geschneit...«, ruft sie mir noch zu, bevor ich die Maschine verlasse. Hüpfend geht das kleine Mädchen an der Hand ihrer Mutter vor mir. Ich winke ihr zum Abschied nochmal zu und sehe, wie beide beim Ausgang von einem Mann abgeholt werden, dem das Mädchen freudestrahlend entgegen läuft und ihn laut mit „Papi, Papi“ begrüßt. Gedankenversunken halte ich inne und beobachte die wiedervereinte Familie.Als ich das Gebäude verlasse, merke ich erst wie recht die Flugbegleiterin hatte. Eine dicke weiße Schneedecke überzieht die Straßen und erschwert den Autos voranzukommen. Hier herrscht das pure Chaos. Schneegestöber, fluchende Menschen und ein eiskalter Wind, der mir hunderte Schneeflocken ins Gesicht bläst, erschweren das Vorankommen. Es ist schon dunkel. Viele Leute drängen durch den überfüllten Ausgangsbereich.
Bepackt mit großen Taschen und Geschenken hetzen sie zu ihren Familien um das Fest der Liebe zu feiern. Keiner erwartet mich, denn ich habe niemanden von meinem Kommen erzählt. Es ist genau noch eine Woche bis Weihnachten. Je näher dieser Tag rückt, desto genervter und ungeduldiger werden alle. Zu keiner anderen Jahreszeit streitet man so viel mit seinen Liebsten.
Erwartungshaltungen werden nochmals in die Höhe geschraubt und oft nicht erfüllt. Für eine perfekte Grundstimmung ist somit gesorgt. Energisch streife ich meinen dicken Mantel über, ziehe den Gürtel fest und marschiere schnellen Schrittes zu den Taxis, die leider recht spärlich vorhanden sind. Ich habe Glück und erwische ein freies. Es ist, als ob es auf mich gewartet hätte. Ich atme tief durch und lasse mich in die weiche Polsterung des Taxis fallen. Im Radio läuft „Last Christmas“ von Wham.

Die verschneite Landschaft und die Lichterketten, die von den weißen Bäumen hervorblitzen, verzaubern die Landschaft und erwecken Kindheitserinnerungen.Als wir in die Straße meines Elternhauses einbiegen, ist diese kaum zu erkennen, weil dicke Schneehauben die Straßenlaternen verhüllen. Hierher verirrt sich nur selten ein Schneepflug. Der hohe Schnee verhindert das Weiterkommen. Der Taxifahrer lässt mich am Anfang der Straße aussteigen. Ich kann mich glücklich schätzen, diesmal mit gemütlichen Schuhen unterwegs zu sein. Die Lichter des Taxis verschwinden schneller als mir lieb ist und so stehe ich einsam und verlassen in der dunklen Nacht. Mühsam ziehe ich den Trolley durch den hohen Schnee. Meine Schuhe werden mit jedem Schritt kälter, da der Stoff diesen Witterungsverhältnissen nicht Stand hält. Was bleibt mir anderes übrig als einfach weiter zu gehen. Das Geräusch des frischen weichen Pulvers unter mir hört sich wunderbar an. Schneeflocken fallen vom Himmel und behindern meine Sicht. Als ich vor dem Haus meiner Eltern ankomme, ist alles finster. Kein Licht scheint aus den Fenstern. Ich ziehe den Schlüssel aus meiner Tasche, sperre die Tür auf und taste nach dem Schalter, der sofort den Eingangsbereich erhellt. Der Duft von frischen Tannenzweigen und Vanille kommt mir entgegen. Mit viel Liebe hat meine Mutter das Haus in einen Ort verwandelt, der weihnachtliche Stimmung aufkommen lässt. Ich schlüpfe aus meinen nassen Schuhen, stelle mein Gepäck ab und schleiche vorsichtig wie ein Dieb durch mein eigenes Elternhaus. Irgendwie fühlt es sich seltsam an. Schon lange Zeit war ich hier nicht mehr alleine. Zögernd betrete ich mein altes Kinderzimmer. Der Flug hat mich geschlaucht und ich sinke müde auf die kindliche Tagesdecke meines Betts. Zärtlich streife ich ein paar Mal über den ausgeblichenen Stoff. Ich krame die Schachtel aus meiner Tasche hervor, positioniere sie auf meiner Kommode so, dass ich sie vom Bett aus gut sehen kann und starre sie gefühlte Stunden an. Vorsichtig nehme ich die Box in die Hand und überlege sie zu öffnen.
Sie zieht mich magisch in den Bann, möchte geöffnet werden, fordert mich auf, endlich zu handeln. Zugleich habe ich große Angst, damit den Geist der Vergangenheit herauf zu beschwören. Langsam entferne ich das Band. Mein Herz klopft bis zum Hals. Ich öffne behutsam den Knoten. Mein Atem stockt, als ich den Inhalt sehe.
Automatisch schießen die Tränen ein. Ganz oben liegt das Tagebuch, das ich seit dem Tag der Abtreibung nie wieder in meinen Händen gehalten habe. Darunter liegen unzählige Briefe mit Pauls Handschrift. Paul!
Ich ziehe die Briefe an meine Nase, versuche ihm auf diese Art näher zu sein und beginne tief aus meinem Herzen zu schluchzen.Zaghaft öffne ich die ersten Seiten meines Tagebuchs und lese die Zeilen. Dann öffne ich den obersten Brief. Mein Herz verkrampft sich als ich Pauls Worte zu lesen beginne.

HoneyBee,

nach vier ernüchternden Tagen des Wartens auf dein Zurückkommen beginne ich mir wirklich Sorgen zu machen. Keiner will mir sagen wo du bist. Wie kannst du mir das antun? Nachdem wir all das gemeinsam durchgemacht haben! Warum? Warum bist du einfach verschwunden, ohne ein Wort zu sagen? Ich verstehe es nicht. Warum bist so verdammt egoistisch? Ich kann ohne dich nicht leben. Ich kann ohne dich nicht lieben!Du gehst, verabschiedest dich von allem was wir hatten und lässt mich mit gebrochenem Herzen zurück?Ich weiß vergangene Woche war nicht einfach und ich habe das Gefühl, einen großen Fehler gemacht zu haben.Ich kann dir versichern, mag jeder Berg noch so steil und jedes Gewitter noch so angsteinflößend sein, ich werde immer an deiner Seite gehen. Ich halte keinen weiteren Tag ohne dich aus. Bitte schreib mir wo du bist. Ich werde mich sofort auf den Weg zu dir machen.Ich kann es kaum erwarten dich wieder in meinen Armen zu halten, um dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe. Ich verstehe, dass du nach der ganzen Geschichte Abstand brauchst. Doch lass dir nicht so viel Zeit, denn ich zerbreche an deiner Abwesenheit. Manchmal wünschte ich, ich hätte dich niemals kennen gelernt, doch im gleichen Moment verfluche ich mich für diesen Gedanken, denn ich würde niemals wissen, was Liebe bedeutet. Leni, bitte komm zurück.
Zurück zu mir.
Ich liebe dich – bis zu den Sternen

Paul

Zehn Jahre nachdem diese Zeilen geschrieben wurden, sitze ich auf dem Bett meiner Kindheit und lese seine verzweifelten Worte das erste Mal. Was es bei mir auslöst? Den Wunsch ihm ganz schnell nahe zu sein. Doch was sind schon Wünsche? Spiegelbilder einer Realität die manchmal schwer in Erfüllung gehen. War es richtig hier herzukommen? Warum bin ich Hals über Kopf in dieses Flugzeug gestiegen? Warum sitze ich nun hier? Was wollte ich damit bezwecken? Mit jedem Brief den ich öffne, wird die Sehnsucht meines Herzens nur noch größer. Ein unsichtbares Band zog mich ohne nachzudenken in dieses Zimmer und ich spüre, es ist endlich an der
Zeit mein Leben in den Griff zu bekommen.


Die letzten Monate in Paris haben aufgezeigt, dass ich so nicht mehr weiterleben kann.
Ich bin körperlich erschöpft und bekomme kaum noch Schlaf, da mich meine Vergangenheit ständig in meinen Träumen quält. Keine Nacht vergeht, in der ich nicht schweißgebadet und mit schlimmer Atemnot aufwache. Ich habe es eingesehen. Ich brauche Hilfe. Doch nicht Hilfe, die ich von einem Therapeuten bekomme. Ich brauche meine Familie. Ich sehne mich nach einem zu Hause, das ich selbst nach Monaten in meiner kleinen Wohnung im Herzen von Paris nicht finden konnte. Tagtäglich meinem Beruf mit der gleichen Konsequenz und Härte, wie in Wien nachzugehen, schaffe ich nicht mehr. Dies ist auch meinem neuen Chef nicht entgangen.

Nun bin ich auf der Suche nach Geborgenheit. Ob ich sie hier finden werde, weiß ich nicht. Die Verzweiflung führt einen gewöhnlich dort hin, wo man das Gesuchte verloren hat.
In ein paar Wochen steht mir der Rechtsstreit mit meinem Mann bevor. Die Einladung zum Scheidungstermin habe ich von seiner Anwaltskanzlei in einem unpersönlichen Schreiben bekommen. Ich erwarte mir nichts mehr von Christian, zumindest aber eine friedliche und respektvolle Trennung nach fünf Jahren Ehe. Nach unzähligen unschönen Berichten in den Zeitungen und Drohungen weiß ich es heute besser. Manchmal verstehe ich ihn, denn er hat sich in eine Frau verliebt, die so nicht mehr existiert. Verständlicher Weise lässt er nun seine ganze Wut an mir aus. Ich habe seine perfekte Welt zerstört.

Ein Urlaub war absolut notwendig. Die Einsamkeit konnte selbst mein stressiger Job nicht kompensieren. In Wien scharten sich wenige Freunde um mich. In Paris so gut wie keine. Am Abend sitze ich einsam in meiner Wohnung und habe viel Zeit nachzudenken. Meist schweifen meine Gedanken zu Paul. Selbst wenn ich es wollte, bringe ich ihn nicht mehr aus meinem Kopf. Seitdem ich Wien verlassen habe, herrschte Funkstille. Kein einziges Mal habe ich mich bei ihm gemeldet. Selbstvergessen streiche ich über Pauls Briefe. Die Sehnsucht ihn wieder zu sehen wird immer größer."
So, nun habt ihr erstmal den ersten Eindruck des Buches bekommen, ich hoffe, dass er euch gefallen hat. :) Danke an Mela Wagner, dass ich die Leseprobe übernehmen durfte. 


Hier dann noch der Artikel der liebe Jasmin, sie stellt das Buch ebenfalls vor, schaut bei ihr auch vorbei: http://buch-leben.blogspot.com


Dann habe ich für euch noch die Webseiten zu Veranstaltung:
Romancewoche: http://romancewoche.de/


Dann gibt es natürlich noch die tollen Seiten von Mela Wagner:


Dann habe ich noch meine Rezension für euch, damit ich euch auch noch meinen Eindruck zum Buch dalassen kann: 

Eigene Meinung:
Das Cover ist wirklich schön, ich glaube, es sollen Paul und Leni auf dem Cover sein, die sich wiederbegegnen, was wirklich schon viel über das Buch aussagt, aber auch wirklich ein interessantes Cover ergibt. 
Leni und Paul, das ist vielleicht eine Never-Ending-Story, weil sie begegnen sich in ihrem Leben immer wieder und leider führt das nicht immer wirklich zu etwas gutem, wenn beide sich treffen. Eigentlich sind sie für einander geschaffen, aber das Leben macht ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung...
Die Geschichte spinnt sich aber immer wieder neu um die Beiden, als Leni dann schwanger wird, verschwindet Paul, doch kurz vor der Geburt kommt er wieder und dann passiert das Leben wieder von vorn, aber vielleicht dieses Mal mit einem anderen Ende?!
Lena ist eine wirklich starke Persönlichkeit, sie wirkt auf den ersten Blick wie eine karrierebesessene Frau, die an sich nur ihren Aufstieg im Kopf hat, doch wenn man die Geschichte hinter der Fassade kennt, ist Lena eine sehr sensible und eigentlich zu tiefst enttäuschte Frau, der im Leben nicht wirklich viel gutes passiert ist. Lenas Leben ist wie eine Achterbahn und das merkt man ihr auch an, ihre Art sagt das einfach aus und das bemerkt man beim Lesen sofort, aber vielleicht gerade wegen ihre Ecken und Kanten schliesst man sie ins Herz, sie ist eben nicht die charakterlose Karrierefrau, die sie gerne wäre und das macht sie als Protagonistin wahnsinnig interessant. 
Paul ist ein Herzchen, das kann man wirklich so sagen und nun erfährt man auch mehr über das Leben von Paul, was ich wahnsinnig spannend fand, weil das wird im Band 1 etwas vernachlässigt, was aber auch erst beim Lesen von Band 2 und der Erkenntnis auffällt, dass man das so gar nicht im Fokus hatte. Da sich Band 2 auf die Leben von Paul und Leni besser aufteilt, kann man auch beide noch mal anders erleben, was spannend ist, da sich beide verändert oder besser, sie das Leben verändert und gerade diese Entwicklung kann man in dem Band wahnsinnig gut beobachten. 
Der Stil von Mela Wagner ist wirklich klasse, die 414 Seiten fliegen dann einfach nur so weg und man merkt gar nicht, was man schon sich schon wieder dem Ende nähert. Sie schafft es, den Leser so in die Handlung hineinzuziehen, dass 
Mela Wagner löst das Problem mit Band 2 eigentlich sehr geschickt, weil man kann beide Bücher schon unabhängig voneinander lesen, weil sie in Band 2 immer wieder Rückblenden einsetzt, die den Leser die Geschichte, die in Band 1 gelaufen ist, in groben Zügen wider gibt und daher wäre es möglich, aber wenn man sich die volle Dosis Leni und Paul geben möchte, sollte man schon beide Bände nacheinander lesen. 

Fazit:
Mela Wagner schafft mit Leni und Paul zwei Menschen, die einfach durch das Leben immer wieder neu lernen müssen, sich auf den anderen Einzulassen und trotzdem nie das Ideal an dem anderen verlieren. Eine Geschichte als für Menschen, die an die große Liebe glauben und auch für die Romantiker, die sich immer und immer wieder neu in Leni und Paul verlieben möchten. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Alles Liebe,
Katja

[Rezension] Mela Wagner - Restart ~ Die Begegnung

Beschreibung:
Die erste Liebe ist überwältigend, intensiv und stürmisch.
So ergeht es auch Leni und Paul. Bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem eine unerwartete Nachricht alles verändert. Sie treffen eine folgenschwere Entscheidung, die das junge Glück zerstört und den Kontakt abbrechen lässt.
Bei ihrem zehnjährigen Klassentreffen sehen sie sich wieder. Die Erinnerungen und Gefühle der Vergangenheit lassen sich nicht mehr ausblenden und drängen sich unaufhaltsam in ihr Leben. Was ist damals wirklich passiert? Was ist aus dem Mädchen geworden, in das sich Paul Hals über Kopf verliebt hat?
Leni versteckt sich hinter der Fassade der erfolgreichen Chefredakteurin eines internationalen Modemagazins. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln und die Geschichte beginnt von neuem …

Details:
Format: Kindle Edition oder Print
Dateigröße: 2285 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 418 Seiten
Verlag: Montlake Romance (20. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B01LCDO1YY

Eigene Meinung:
Das Cover ist wirklich schön gestaltet, es soll sicher Leni und Paul zeigen, wie sie sich eben im Buch manchmal gegenüber stehen und das gibt schon ein interessantes Coverbild.
Leni und Paul waren schon mal als Teenager ein Paar, doch das hat nicht geklappt und Leni hat diese Trennung bis heute nicht wirklich verarbeitet. Doch dann gibt es da dieses Klassentreffen nach 10 Jahren und sie begegnen sich wieder und das Gefühlskarussel beginnt sich von neuem zu drehen, was Leni nicht so wirklich gefallen mag, da sie die alten Wunden noch nicht verwunden hat...
Leni ist eine wirklich spannende Protagonistin, zu Beginn des Buches wirkt sie kühl und abwehrend, da sich das ganze Buch sich im Vordergrund mit ihr und ihren Gefühlen befasst, lernt man sich sehr gut kennen und versteht auch immer besser, was sie so verletzt hat und kann auch ihre Reaktionen viel besser nachvollziehen. Auch die Entwicklung von Leni innerhalb des Buches macht das Lesen wirklich spannend.
Paul ist ein wirklich verständnisvoller und sehr liebevoller Mensch, der dann immer zeigt, dass er Leni wirklich lieb und versucht, Leni aus ihrem Panzer zu holen.
Die Geschichte zwischen Leni und Paul ist eine Achterbahnfahrt zwischen Liebe und Hass und das zieht den Leser wahnsinnig in den Bann, weil man einfach spürt, dass die Geschichte einfach mit viel Liebe und Sorgfalt geschrieben wurden ist.
Mela Wagner hat einen wirklich tollen Stil, sie schreibt flüssig und zieht den Leser einfach in den Bann der Geschichte, dass man dann das Buch kaum aus der Hand legen kann. Mela Wagner schreibt authentisch und sehr nachvollziehbar und das macht die Geschichte auch für den Leser nachvollziehbar. 

Fazit:
Mela Wagner hat mit der Liebe zwischen Leni und Paul ein Buch geschaffen, das einen als Leser einfach mitreist und das immer wieder zeigt, dass sich eine Liebe immer wieder verändert und trotzdem die Gefühle gleich bleiben können. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

[Montagsfrage #16/2017] Wurdest du schonmal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Hallo ihr Lieben,

heute kommt auch noch die Montagsfrage von Buchfresserchen. :) Es ist die Nummer 15 in 2017, also geht es wieder richtig los mit den schönen Fragen zum Montag. 
Ich hoffe, ihr habt wieder Spass daran. :)

Die Frage heute lautet:
Wurdest du schonmal gespoilert? Hast du wegen eines Spoilers ein Buch mal nicht zu Ende gelesen?

Also ich halte es immer so, dass ich dann schaut, das ich eben nicht spoilere, wenn ich das selber immer blöd finde, wenn ich dann schon das Ende kenne und das macht mich dann selber traurig. Das nimmt dann einfach etwas die Lust, das Buch zu entdecken, finde ich. 

Ich meine, es ist jetzt nicht so, dass ich dann deswegen ein Buch abbreche, aber ich finde es einfach blöd, wenn man dann schon weiss, wie es ausgeht, weil man kann sich ja dann schon einiges vorstellen. Daher bin ich eher nicht so der Fan von Spiolern, da bin ich ehrlich. :) 

Wie ist es bei euch? Spoiler ja oder nein?

Alles Liebe,
Katja

Dienstag, 16. Mai 2017

[Rezension] Heidi Rehn - Tanz des Vergessens

Beschreibung:
Frühling 1919: Die junge Lou will nach dem tragischen Tod ihres Verlobten in den Wirren der Münchner Räterepublik nur noch eines: vergessen! Um ihren Schmerz zu betäuben, stürzt sie sich in das Bohème-Leben der frühen Zwanzigerjahre. Doch wie ein schwarzer Schatten hängt die Vorstellung über ihr, allen Menschen, die ihr nahestehen, Unglück zu bringen. Als sich dieser Glaube ein weiteres Mal zu bewahrheiten scheint, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg ...

Details:
Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426515911
ISBN-13: 978-3426515914
Größe: 12,5 x 4,2 x 19,3 cm

Eigene Meinung:
Das Cover zeigt eine hübsche junge Frau, die sicher Lou sein soll und die den Betrachter mit einen wirklich anziehenden Blick anschaut. Durch diesen Blick zieht das Cover auch einfach die Blicke auf sich. 
Lou erlebt das, was niemand im Leben erleben will, sie verliert tragisch ihren Verlobten und als würde das nicht schon reichen, hat sie das Gefühl, dass sie allen Menschen, die in ihre Umgebung sind, einfach nur Unglück bringt. Sie versucht sich im Tanzen und im Rausch des Lebensgefühl der 20er Jahre ihr bösen Vorahnungen zu vergessen, aber da diese Gefühl sich immer und immer wieder auch in Fakten zeigt, sieht Lou nur noch einen Ausweg für sich...
Lou ist als Charakter an sich eine starke Frau, aber durch die Unruhen, die auf den Strassen toben und die Schicksalsschläge, die sie ereilen, immer wieder sehr stark in ihrem Wesen erschüttert wird. Sie verliert immer wieder Freunde und das macht sie selber fertig und auch ihre Anstellung als Täschnerin macht es nicht besser, weil sie das Tanzen einfach nicht vergessen lässt, was in ihrem Leben alles schief läuft. Gerade diese Zerbrechlichkeit macht aber Lou für den Leser wirklich gut greifbar, sie ist eben nicht die perfekte Frau, aber gerade das macht sie zu etwas Besonderem. 
Heidi Rehn setzt die Handlungsorte München und Berlin wirklich gut nach dem 1. Weltkrieg um, sie versetzt den Leser in eine aufregende Zeit, die man immer schlechthin als die Goldenen Zwanziger bezeichnet und diese Lebensgefühl setzt Heidi Rehn auch in ihrem Buch um. Aber sie zeigt eben auch die Schattenseiten dieser Jahre, den aufstrebenden jungen Hitler, die Wirtschaftskrise, die politischen Unruhen in der Weimarer Republik, die Inflation, die Hungersnöte und alles, was dann eben in den Jahren prägend waren, was wirklich gut, weil so golden wie der Name vermuten lässt, waren die Jahre Anfang der 1920er gar nicht. 
Der flüssige und wunderbar leichte Schreibstil von Heidi Rehn lassen die Seiten einfach so wegfliegen und die 560 Seiten sind so schnell weg, dass man es gar nicht merkt, weil man so in der Handlung der Geschichte ist, dass man gar nicht merkt, dass das Buch immer und immer weniger von den Seiten her wird. Natürlich gibt es immer mal wieder Länge im Buch, was aber durch die gründliche Recherche bedingt ist, aber das macht das Buch sehr authentisch. Das kann man dann zwar als etwas negativ ansehen, aber wenn man sich in der Zeit nicht so wirklich auskennt, sind gerade die Erklärungen und Hintergründe wichtig für die Entwicklung der Personen im Buch. 

Fazit:
"Tanz des Vergessens" führt den Leser in das Deutschland nach dem ersten Weltkrieg, zeigt aber, dass die Goldenen Zwanziger nicht immer golden war, die Recherche zeigt sich immer wieder in dem Buch und das macht das Buch sehr authentisch. Durch den wirklich guten Stil von Heidi Rehn fühlen sich die 560 Seiten auch nicht so an, sie lässt den Leser einfach so durch die Seiten fliegen.

Dafür gibt es 5 Rosen:

Montag, 15. Mai 2017

[Montagsfrage #15/2017] Gibt es ein Buch, dass du früher richtig gern mochtest, aber inzwischen nicht mehr?

Hallo ihr Lieben,

heute kommt auch noch die Montagsfrage von Buchfresserchen. :) Es ist die Nummer 15 in 2017, also geht es wieder richtig los mit den schönen Fragen zum Montag. 
Ich hoffe, ihr habt wieder Spass daran. :)

Die Frage heute lautet:
Gibt es ein Buch, dass du früher richtig gern mochtest, aber inzwischen nicht mehr?

Puh, die Frage ist echt gut, muss ich sagen. Ich habe ja in den letzten Jahren sehr viel gelesen, eigentlich immer auch recht gute Bücher (von kleineren Ausreisser sehen wir mal ab) und bisher und so spontan fällt mir da keins ein, was ich mal geliebt habe und nun nicht mehr mag. 

Da ich die Frage schon heute in der Nacht gelesen habe, konnte ich mir aber darüber etwas Gedanken machen und ich kann das auch nicht auf ein bestimmes Buch eingrenzen, ich bin eher der Mensch, dessen Lesegeschmack sich etwas gewandelt hat. 

Früher habe ich beispielsweise keine Thiller gelesen, jetzt lese ich gerne mal einen zwischendurch, einfach weil ich die Spannung immer klasse finde. 

Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich ein Genre gar nicht mehr lese, aber so kann man das nicht sagen, ich lese vielleicht weniger Jugendbücher, das kann man dann vielleicht sagen, aber wirklich nicht mehr leiden ist das auch nicht. 

Wie ist das denn bei euch? :) 

Alles Liebe,
Katja

[Blogtour] „Bring mich ans Licht“ von Kim Rylee ~ Die Gewinner

Hallo ihr Lieben, 

heute ist die Blogtour leider schon wieder vorbei, daher habe ich heute die Ehre, euch die Gewinner zu verkünden. 

So, kommen wir nun ohne Umschweife dazu. :)

Gewonnen haben:
1. Preis - 1 signiertes Print
- Buchliebhaber / Horrorfan

2. Preis - 1 Kerze
- Anja Druckbuchstaben

Bitte schickt eine E-Mail mit Eurer Anschrift und dem Betreff: Bring mich ans Licht 

Alles Liebe,
Katja

Freitag, 12. Mai 2017

[Blogtour] „Bring mich ans Licht“ von Kim Rylee

Hallo ihr Lieben, 

heute habe ich die Ehre, dass ich euch zu einem neuen Blogtourtag zu „Bring mich ans Licht“ von Kim Rylee begrüssen darf und heute das Thema "Geheimnisse unter Kollegen" etwas genauer beleuchten darf. 

Ihr habt sicher in den letzten Tagen der Tour schon die Spannungen zwischen Polizeihauptkommissar Francis Held und Psychologin Dr. Vera Simms mitbekommen und genau deswegen darf ich euch heute das Thema Geheimnisse etwas genauer vorstellen. 

~ Geheimnisse unter Kollegen ~

"Wer im Büro nicht hinter die Fassade der Kollegen blickt, der arbeitet gefährlich. Denn hinter einem Choleriker kann ein verborgener Komplex stecken, den man durch unbedachtes Verhalten immer wieder anstacheln kann. Und wer nicht weiß, wer mit wem auch privat gut „zusammenarbeitet“, für den kann ein kleiner Tratsch auf dem Flur böse Konsequenzen haben. Hier die gängigsten Geheimnisse, die leicht zum Fettnäpfchen werden können.


Scheinbar Harmlose

Nicht ungefährlich sind die allseits Freundlichen. So wie der Kollege der bayrischen Behörde. Er ist höflich, zuvorkommend, freundlich bis zur Unauffälligkeit und immer ein bisschen gesichtslos. Als aber für alle überraschend der Rücktritt des Behördenchefs durchsickert, wirkt der stille Mann als Einziger nicht überrascht. Er kommt mit Knallern um die Ecke. Denn die Bescheidenheit und Zurückhaltung ist seine Strategie.

Irgendwann bei einem dritten Glas Wein nach Feierabend gibt er sein Berufsgeheimnis preis: Ich pflege mein Image, blasser Durchschnitt zu sein. Ich mag es, unterschätzt zu werden. Mir wird viel anvertraut. Ich habe einen Informationsvorsprung. Dass seine Tarnung auf manch anderen wie eine Täuschung wirkt, will ihm nicht in den Kopf. Entscheidend ist, diese dezenten Menschen nicht zu unterschätzen.

Verborgene Komplexe

Ungern erinnert sich der ehemalige Bankkaufmann an sein erstes Lehrjahr im Westfälischen. Vier Wochen arbeitete er damals in der viel frequentierten Schalterhalle der Filiale. Da unterläuft ihm ein kleiner Anfängerfehler, was sein Ausbilder M. zum Anlass nimmt, vor den Kunden loszupoltern und den jungen Mann cholerisch herunterzuputzen: „Sagen Sie, Sie haben doch auch Abitur. Leute wie Sie sind der beste Beweis, dass das nichts heißt! Wie konnten Sie diese Fehlbuchung übersehen . . .“ Immer wieder ereilen den angehenden Bankkaufmann unkontrollierte Wutausbrüche, M.’s hasserfülltes Leitmotiv ist das Abkanzeln der Abiturienten.

Der unglückliche Azubi fühlt sich regelrecht gemobbt. Nach einem leidvollen Monat wird dem Lehrling gesteckt: Nehmen Sie das nicht so tragisch. Wussten Sie denn nicht, dass der M. zwar tüchtig ist, aber selbst kein Abitur hat und damit nicht klarkommt? Die Wut auf bessere Ausbildungen sind unter den Komplexbehafteten ein Klassiker: Wer kennt ihn nicht, den erfolgreichen Nichtakademiker, der grundsätzlich allen frisch Examinierten betont kritisch gegenübertritt und damit vorführt, dass er sein fehlendes Studium als Mangel erlebt - bis hin zum ausgewachsenen Minderwertigkeitskomplex. Was hilft: gelassen bleiben, je emotionaler der Aggressor, umso sachlicher bleibt man selbst.

Überehrgeizige Praktikanten

Praktikanten sind willkommen, die meisten von ihnen sind ebenso einsatz- wie diskussionsfreudig. Außerdem übernehmen sie gern Aufträge. Routinearbeiten gibt es für sie nicht, denn sie haben noch keine Routine. Nur eins befremdet: ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein. In Diskussionen ergreifen sie gern das Wort, vertreten kesse Thesen, völlig ungeachtet, dass damit die Arbeit des verdienten Seniorchefs scharf kritisiert wird. Trauen Sie sich den Auftrag zu? „Natürlich, kein Problem!“ Zackig erfolgt die Zusage, nicht mal der Hauch eines leisen Zweifels ist spürbar, wohl aber die „Was kostet-Berlin-mit-Beleuchtung-Haltung“. Cool wirken sie und zuweilen unterkühlt. Warum ist das so? Was verbindet all diese jungen Uni-Absolventen, die im Übrigen doch ganz sympathisch sind?
Eine ebenfalls junge Kollegin klärt auf: „Forsch aufzutreten, das wird uns in den Hochschul-Instituten so eingebimst. Das haben die Dozenten auch mir so eingebleut, immer verbunden mit der Warnung: Wenn ihr zurückhaltend auftretet, traut euch keiner etwas zu. Und die Konkurrenz schläft nicht.“ Das also ist das Geheimnis: Die jungen Kollegen spielen eine Rolle, weil man ihnen immer wieder gesagt hat, dass sie sonst keine Chance auf Übernahme haben. Das Phänomen taucht in allen möglichen beruflichen Kontexten auf. Eine Abteilungsleiterin eines großen Medienhauses in München klagt: „Mir graut es vor all den übercoachten Praktikanten.“ Hilfreich ist, freundlich klarzumachen, dass es um die Sache, nicht um die Selbstdarstellung geht. Meist kommt die Botschaft an und wird sogar erleichtert vernommen.


Heimliche Liebschaften

Das ist der Stoff für sechstklassige Komödien: Wer ist mit wem verschwistert, verschwägert, liiert oder war einmal aufs engste miteinander verbandelt? Theoretisch weiß jeder, dass ein Büro auch eine Partnerschaftsbörse sein kann, praktisch blenden das viele aus und treten in Fettnäpfchen. Dass Eheleute nicht denselben Nachnamen haben, macht die Sache nicht transparenter. Da wird abfällig über die neue Kollegin gelästert und nicht registriert, dass der Vorgesetzte kritisch die Augenbrauen hebt und plötzlich wortkarg wird. Tja, er hat die Dame bereits näher kontaktiert. Gut für alle, wenn einer aus dem heimlichen Paar dann die Abteilung, am besten den Arbeitgeber wechselt. Manch enge Kontakte erschließen sich erst auf den dritten Blick. So verwundert es, dass der neue Kollege eingestellt worden ist, obwohl er nicht über die in der Stellenausschreibung geforderte Qualifikation verfügt. Und tatsächlich kapituliert er vor schwierigen Aufgaben.

Dennoch hat das bei den Chefs keine nennenswerten Konsequenzen. Während andere längst eine Abmahnung bekommen hätten, wird der als „Low-Performer“ Geschmähte zwar vor versammelter Mannschaft kritisiert, das aber war’s. Per Zufall stellt sich dann heraus, dass das der Sprössling eines Verbindungsbruders von Vorstand A ist. Man kennt sich, man hilft sich und stellt den Nachwuchs ein. Was bei diesen unprofessionellen Netzwerken - im Rheinland heißt das Klüngel - so heikel ist, in vielen Unternehmen waltet die unausgesprochene Regel: Die gestandenen Kollegen wissen das zwar, aber die neu Hinzukommenden werden nicht eingeweiht. Wer mag schon solchen Tratsch weitertragen? Was in solchen Fällen hilft: anfangs eine gewisse Zurückhaltung, später eine freundliche Nachfrage, um Transparenz herzustellen. Das mag mitunter indiskret sein, schafft aber Klarheit auf allen Seiten.

Polarisierende Weltanschauungen

Heutzutage laden traditionsbewusste Geldinstitute zu schwulen Filialleitertreffen, und die Schulfreundin erklärt selbstbewusst, dass sie sich von ihrem Mann getrennt habe und jetzt mit „ihrer Frau“ zusammenlebe. Die Welt dreht sich rasant, wer da einen verächtlichen Kommentar über andere Lebensformen zum Besten gibt, der kann Kollegen verletzen und sich mit einem Halbsatz Todfeinde machen. Manchmal sind die oberflächlichen Bemerkungen gar nicht so böse gemeint, wie sie wirken. Aber weniger ist hier mehr. Zurückhaltung ist auch in Fragen der Religion geboten. Soll jeder nach seiner Fasson selig werden, solange er andere damit nicht stört.

So wie die hilfsbereite Kollegin, die zuverlässig zuarbeitet und ein wenig bieder wirkt, halt der Typ, der in der Kantine konsequent vor der Tupperdose sitzt. Nach fünf Jahren freundlicher Zusammenarbeit bittet man sie zum kurzweiligen Geburtstagsumtrunk. Die Einladung wird mit Verlegenheit quittiert und dem kryptischen Satz: „Tut mir leid, ich kann nicht gratulieren. Wir Zeugen Jehovas feiern keine Geburtstage“. Warum sie das flüstert? Zu tief sitzen abwertende Bemerkungen über ihre religiöse Orientierung.


Private Tragödien

Wer beruflich vorankommen möchte, nach Bewährungsproben möglicherweise den Abteilungsleiter beerben und Chef seiner einstigen Kollegen sein möchte, der sollte sich mit privaten Äußerungen zurückhalten. Wer allzu viel von sich preisgibt, macht sich verletzbar, das ist das A und O der Kommunikationstrainer und sagt einem der normale Menschenverstand. Ist es wirklich ratsam, von der Krebsdiagnose der Frau und der autistischen Störung des Sohns zu berichten? Nicht wenige Arbeitnehmer beantworten diese Frage mit einem klaren Nein. Möglicherweise weihen sie den Vorgesetzten ein, um eine gewisse zeitliche Kulanz zu erreichen.

Aber sie möchten nicht, dass ihre privaten Tragödien Teeküchengespräch werden, sich auch noch in der Arbeitszeit - einer manchmal wohltuenden Auszeit von privaten Problemen - mit gut gemeinten, aber lähmenden Erklärgesprächen belasten. Also schweigen sie. Wer privat welche Last zu tragen hat, das ist nicht transparent. Was daraus folgt: polemische Äußerungen über Krankheiten gar nicht erst tun, nicht penetrant über das eigene Söhnlein brillant referieren. Für die kinderlose Frau nicht die Schublade „egostische Doppelverdienerin“ öffnen, sondern mal darüber nachdenken, ob sie womöglich seit Jahren Kinderwunschsprechstunden aufsucht. Das bleibt ihr Geheimnis. Und wir rechnen damit."
Quelle: FAZ


~ Das Gewinnspiel ~

Natürlich gibt es auch wieder etwas zu gewinnen und zwar: 
1. Preis - 1 signiertes Print

2. Preis - 1 Kerze

Um eine Chance auf den Gewinn zu haben, beantwortet einfach folgende Frage in den Kommentaren: 
Würdet ihr über Kollegen lästern?

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf. Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert. Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook. Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. Das Gewinnspiel endet am 14.5.2017 um 23:59 Uhr.


~ Blogtourdaten ~

Montag, 08. Mai 2017
Kim Rylee und ihr Buch „Bring mich ans Licht“
bei Barbara von Mein Leben

Dienstag, 09. Mai 2017
Entführung
bei Nadja von Bookwormdreamers

Mittwoch, 10. Mai 2017
Introvertiert vs Extrovertiert
bei Stefanie von Tausend Leben

Donnerstag, 11. Mai 2017
Rumänische Clans / rumänische Unterwelt
bei Steffy von Leseschnecken

Freitag, 12. Mai 2017
Geheimnisse innerhalb von Kollegen

Samstag, 13. Mai 2017
Militär und Naturschutz
bei Barbara von Mein Leben

Sonntag, 14. Mai 2017
Europol im Vergleich zu Interpol
bei Nadja von Bookwormdreamers

Montag, 15. Mai 2017
Gewinnspielauslosung auf allen Blogs


Alles Liebe,
Katja

Dienstag, 9. Mai 2017

[Rezension] Fiona Blum - Liebe auf drei Pfoten

Beschreibung:
Das ideale Geschenk für alle Büchernarren, Rom-Liebhaber und Katzenfreunde.

Eine schüchterne junge Frau, die versucht, sich hinter Büchern und Geschichten zu verstecken und dem Leben aus dem Weg zu gehen. Ein herrenloser Kater, der das letzte seiner sieben Leben schon aufgegeben hatte, als ihn ein Geruch unversehens in die Welt zurückholt. Zwei Kinder, deren Mutter ihre Tage unter einem Tisch zubringt, um der Angst zu entfliehen, und eine verrückte alte Frau, die ein großes Geheimnis hütet. Sie alle treffen während eines glühend heißen Sommers aufeinander, in Rom, dieser lauten, staubigen Stadt, deren unvergleichliche Schönheit sich nur demjenigen erschließt, der morgens um vier den Steinen zuhört und nicht an Zufälle glaubt.

Details:
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Page & Turner (23. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344220447X
ISBN-13: 978-3442204472
Größe: 13,4 x 2,4 x 20,8 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist wirklich süss gemacht, man erkennt im Hintergrund die Silhouette von Rom und ganz im Vordergrund schaut einem keck der Kater entdecken, der mit seinem Blick sagen zu scheint, lest mich. Leider ist die Katze auf dem Buch nicht wirklich Bruno, der dann im Buch beschrieben wird, was etwas komisch anmutet.
Federica Mazzanti ist eine junge Frau von 27 Jahren, die ihren Sommer in Rom, der ewigen Stadt, zwischen drei Jobs verlebt, aber sie lebt sehr zurückgezogen, sie hat kaum soziale Kontakte, aber dann begegnet sie dem Kater, der nur noch drei Beine hat und kümmert sich um ihn. Ein Kümmern zeigt ihr aber auch, dass etwas in ihrem Leben fehlt, aber auch, dass sie ihr Leben durchaus bereichen kann...
Federica hat zu Beginn des Buches ein nicht wirklich einfaches Leben, drei Arbeiten halten sie über Wasser, aber der Traum einer Bibliothek lässt sie immer wieder alles schaffen, aber erst mit dem Auffinden des Katers Bruno, der mehr tot als lebendig zu ihr kommt, schafft sie es, ihr Leben wirklich zu ändern.
Fiona Blum hat einen wirklich flüssigen und sehr lebendigen Schreibstil, sie zieht den Leser nach Rom mitten in das Leben und beschreibt dabei Charaktere, die einfach nur authentisch und liebenswert sind. Fiona Blum gestaltet ihre Charaktere auch sehr detailiert, was beim Lesen wirklich gut Bilder im Kopf entstehen lässt. 
Die Verstrickungen zwischen den Charakteren und auch die  Entwicklung der Protagonisten sind gut durchdacht und wirken sehr authentisch. Zudem ist ihre Beschreibung des Charakters von Bruno wirkt sehr glaubhaft und gefällt deswegen wirklich gut, weil er nicht ein zu zahmer Kater ist und eben auch mal die Krallen zeigen kann.
Leider bleibt der Erzähler, der durch das Geschehen führt, an manchen Stellen etwas zu nüchtern, aber wenn man sich richtig in die Geschichte fallen lässt, dann kann man das mal so stehen lassen, aber es fällt etwas beim Lesen auf. 

Fazit:
Ein Kater, viele sympathische Charaktere und eine Geschichte, die einfach nach Rom mitten in den Sommer passt, "Liebe auf drei Pfoten" bietet das alles und zeigt, dass man nicht immer die großen Geschichten braucht um ein paar tolle Lesestunden zu verleben.

Dafür gibt es 5 Rosen:

Danke an Page & Turner für das Rezensionsexemplar. 

Montag, 8. Mai 2017

[Montagsfrage #14/2017] Besitzt du eine (oder mehrere) Schmuckausgabe/n von bestimmten Büchern?

Hallo ihr Lieben,

heute kommt auch noch die Montagsfrage von Buchfresserchen. :) Es ist die erste in 2017, also ght es wieder los mit den schönen Fragen zum Montag. 
Ich hoffe, ihr habt wieder Spass daran. :)

Die Frage heute lautet:
Besitzt du eine (oder mehrere) Schmuckausgabe/n von bestimmten Büchern?

Also leider habe ich keine davon, ich würde gerne welche haben, es sind auch welche auf der Wunschliste, aber aktuell besitzen tue ich leider keine. 

Ich kaufe Bücher ja oft nach den Aussehen und da würde mich dann so eine Schmuckausgabe schon mal freuen, wenn ich ehrlich bin. 

Wie ist das denn bei euch? :) 

Alles Liebe,
Katja

Sonntag, 7. Mai 2017

[Kurz - Rezension] Frank Schäfer - Der Couchrebell ~ Streifzüge durchs wahre Leben

Beschreibung:
Frank Schäfer hat es geschafft. Frau, Kind und Haus und vielleicht auch noch der eigens gepflanzte Baum. Und selbst beruflich läuft es ganz passabel. Kein Grund zu klagen also, oder? Aber war da nicht noch was? Während Attac, Occupy, Piraten und Wutbürger sich empören, erinnert sich der einstige Heavy-Metal-Musiker Frank Schäfer an sein Rebellentum, damals, in den Achtzigern und Neunzigern. Frank Schäfer erzählt Geschichten davon, wie er sein Rebellentum herüberzuretten versucht in seinen ganz normalen Alltag, irgendwo zwischen Malle und Wacken.

Details:
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Verlag Herder; Auflage: 1 (9. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3451313022
ISBN-13: 978-3451313028
Größe: 12,3 x 2,2 x 20,3 cm

Fazit:
Das Cover ist wirklich etwas besonders, die Hand zum Teufelsgruss, die beschrieben mit den Worten ist, die Frank Schäfer wichtig sind und die Rebellion, die durch das Geweih verdeutlicht werden soll. Ein sehr interessantes und anderes angelegtes Cover wie man sagen muss.
Frank Schäfer ist Musiker mit Leib und Seele, aber leider ist seine aktive Zeit schon lange vorbei und nun bleiben ihm nur noch seine Erinnerung an die Zeiten als wilder Rocker, die er immer wieder in seinen Geschichten aufleben lässt.
Den Stil des Buches erkennt man eigentlich schon an den tollen Kapitelnamen, den Ttielnamen wie "Der Rebell möchte eine neue Welt gründen", "In jeder Rebellion ist ein Problem verborgen" oder "Der Rebell will nicht erwachsen werden" sagen schon viel aus.
Frank Schäfer schreibt sehr authentisch, an keiner Stelle in dem Buch wird es langweilig oder man hat das Gefühl, dass er sich nun etwas aus den Fingern saugt, einfach weil er genau an dem bleibt, was ihm wichtig ist und das ist eben nicht nur die Musik, die ihn immer und immer wieder zum Träumen bringt und die seine Leben, aber besonders seine Jugend geprägt hat.  Er zeichnet in dem Buch seine Leben und seine Wandlung auf, weil der Rebell von früher ist zahm geworden, weil der das echte Leben entdecken musst und da ist der Rebell nicht mehr das, was passt.
Das Buch ist eigentlich für jeden Musikliebhaber etwas, denn es erzählt eben nicht nicht das Rebellentum und seine Hintergründe, sondern es erzählt auch viel über die Liebe zur Musik und das Leben nach der Musik, aber eben nicht, ohne einen gewissen Unterton wegzulassen.

Dafür gibt es 4 Rosen:

Danke an den Herder Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Donnerstag, 4. Mai 2017

[Filmreview] 7 Minuten nach Mitternacht

Inhalt:
Der kleine Conor (gespielt von Lewis MacDougall) lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (gespielt von Felicity Jones) und fühlt sich in der Schule alles andere als wohl – einige Kinder hänseln Conor, andere behandeln ihn wegen der Krankheit seiner Mama wie ein rohes Ei. Und auch zu Hause scheint sich alles nur noch weiter zu verschlimmern, vor allem wenn Conor bei seiner strengen Großmutter (gespielt von Sigourney Weaver) sein muss. Als wäre dies alles nicht schon aufwühlend genug, hat Conor obendrein immer wieder Alpträume, in denen er an den drohenden Tod seiner Mutter erinnert und die alte Eibe vor dem Fenster lebendig wird, sich plötzlich in ein knorriges Monster (Stimme im Original: Liam Neeson) verwandelt. Das unheimliche Wesen zerstört die Umgebung – und erzählt Conor, worin der Unterschied besteht zwischen Realität und Märchen…

Filmdaten:
Deutscher Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht
Originaltitel: A Monster Calls
Produktionsland; USA, Spanien, Vereinigtes Königreich
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2016
Länge: 109 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12

Trailer:

Zum Film: 
Sieben Minuten nach Mitternacht (Originaltitel lautet: A Monster Calls) ist ein Fantasyfilm von Juan Antonio Bayona, der am 9. September 2016 im Rahmen des Toronto International Film Festivals seine Premiere feierte. 
Am 23. Dezember 2016 kam der Film in einige ausgewählte US-amerikanische Kinos und seit ab 4. Mai 2017 ist er in den deutschen Kinos zu sehen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch des amerikanischen Schriftstellers Patrick Ness, welches aus dem Jahr 2011 stammt und im cbj Verlag erschienen ist.

Eigene Meinung:
Ich hatte das Glück, dass ich den Film schon Ende letzten Jahres in einer Pressevorführung sehen durfte, leider wurde dann der Start in den deutschen Kinos immer wieder verschoben, aber seit heute kann man ihn in den deutschen Kinos sehen. 
Das Buch hatte mich vorher schon beeindruckt, aber der Film übertraf meine Vorstellungen noch, vor allem mit der Bildgewalt, mit der im Film gearbeitet wird, hätte ich nicht gerechnet. 
Das Buch an sich hat einen recht ernsten Unterton, denn die Krankheit der Mutter überschattet den ganzen Film, aber Coner kann einfach sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass sein Leben immer von anderen Sachen bestimmt wird. Da ist die Schule, die Krankheit der Mutter, die böse Großmutter oder der Vater, der nur zeitweise da ist, immer muss Coner selber sehen, wie er mit allem fertig wird. 
Besonders imponiert dem Zuschauer sind die Illustrationen, die man auch im Trailer schon erkennen kann, der Film lebt praktisch von der Vorstellung und den Geschichten, die die Eibe erzählt. Die Eibe an sich ist schon ein gewaltiges Monument in dem Film, aber viel mehr beeindruckt, wie Conner mit allem umgeht und was die Vorstellungskraft in ihm für Kräfte freiwerden lässt. 
Die Emotionen, die der Film an den Zuschauer weitergibt, müssen sich erstmal setzen, dazu brauche ich auch Zeit, aber er zeigt, dass man einfach mit viel Bildern wirklich etwas erreichen kann. 
Der Film ist absolut keine leichte Kost, sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene nicht, aber er zeigt, dass man mit einem Thema wie Krebs durchaus sehr fantasievoll umgehen kann und was die Vorstellungskraft aus einen für Geschichten herausziehen kann. 

Dafür gebe ich volle und verdiente 5 Rosen:

Alles Liebe,
Katja