Donnerstag, 19. Mai 2022

[Lesung] Thomas Kundt in der Schauburg Dresden

Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zur ersten Lesung 2022,
wir waren am 21. April 2022 in der Schauburg in Dresden beim Vortrag von Thomas Kundt. 
Thomas Kundt ist ein echter Tatortreiniger und hat über seine Arbeit ein Buch geschrieben. 
Gleich zu Beginn des Beitrages, dieser Vortrag ist sicher nicht für jeden etwas und der Zugang ist auch erst ab 18 Jahren gestattet. 
Ich glaube, der Titel der Lesung sagt schon viel aus, weil es geht um echte Tatorte, also nicht um eine fiktive Sache sondern um wirkliche Kriminalfälle oder auch Beräumungen nach einer Straftat. 
Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich möchte hier niemanden schocken, der sowas nicht hören oder lesen kann, aber es ging schon recht blutig und manchmal auch makaber zu. 

Auf jeden Fall gibt Thomas Kundt einen sehr spannenden Einblick in seine Arbeit und in das, was nach der Polizei und der Spurensicherung kommt. 

Bei Signierien. :) 

Thomas Kundt und ich nach der Lesung. :) 

Beschreibung:
Thomas Kundt ist Tatortreiniger. Wie es dazu kam? Reiner Zufall! Podcaster und Autor Tarkan Bagci erzählt Thomas Kundts inspirierende Geschichte: Gerade noch mit Schlips und Kragen im 9-to-5-Job, findet er sich plötzlich mit Eimer und Lappen zwischen Blut und Leichenresten wieder. Er hatte sich schon länger ein aufregenderes Leben gewünscht …Aber das hier? Kundt ergreift die Chance und beginnt ein neues Kapitel. Hier erzählt er von Tatorten, an denen er noch Körperteile fand und Schicksalen, die man nie wieder vergisst. Eine tragikomische Geschichte über den Tod, das Leben und vor allem übers Menschsein.

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Die Signierung in meinem Buch. 

Autogrammkarte und Duftbaum

Schaut gerne bei Thomas Kundt auf seinen Seiten vorbei: 

Alles Liebe,
Katja

Mittwoch, 4. Mai 2022

[Rezension] Wiebke von Carolsfeld - Das Haus in der Claremont Street

Beschreibung:
Wie überlebt man das Undenkbare? Tom weigert sich zu sprechen, nachdem seine Eltern auf brutale Weise sterben. Seine unfreiwillig kinderlose Tante Sonya nimmt ihn auf, kommt aber nicht an den traumatisierten Jungen heran. Bald ist Tom gezwungen, erneut umzuziehen, diesmal in die Claremont Street in der Innenstadt von Toronto, in der ihm seine liebenswert-chaotische Tante Rose und sein Weltenbummler-Onkel Will ein Zuhause geben. Mit der Zeit wird Toms Schweigen zu einer mächtigen Präsenz, die es dieser zerrütteten Familie ermöglicht, einander zum ersten Mal wirklich zu hören. Ein Roman darüber, wie mit viel Humor und Liebe selbst aus den schlimmst möglichen Umständen etwas Positives erwachsen kann.

Details:
Herausgeber: ‎Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (10. September 2020)
Sprache: ‎Deutsch
Gebundene Ausgabe: ‎368 Seiten
ISBN-10: ‎3462054759
ISBN-13: ‎978-3462054750
Originaltitel: ‎Claremont
Abmessungen: ‎13.3 x 3 x 20.9 cm
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Eigene Meinung:
Das Cover ist recht schön gestaltet, der Junge könnte für Tom stehen, aber an sich ist es ein ruhiges Cover, was wirklich ansprechend ist, kein Coverhighlight zwar, aber trotzdem ein nettes Cover. 
Tom musste miterleben, wie seine Eltern umgebracht werden, was ihn hat verstummen lassen. Neben der Trauer, die der Verlust auslöst, muss Tom sich auch noch mit einem Wechsel der Umgebung anfreunden, der ihn zudem noch mehr verunsichert, weil seine Verwandten, die ihn aufnehmen, auch keine einfachen Charaktere sind. Nach einem erneuten Umzug scheint es aber so, dass sich die Familie im Kompletten mehr aufeinander einlassen kann...
Man merkt, wie zersplittert die Familie vor dem Unglücksfall war und wie schwer und auch sprachlos nicht nur Tom sondern auch alle anderen in der Familie sind, ein sehr bewegendes Thema. Wiebke von Carolsfeld versucht aber die grossen Emotionen sehr gut zu verpacken. Man merkt aber schon auf den ersten Seiten des Romans, dass es hier nicht um einen Wohlfühlroman geht. 
Wiebke von Carolsfeld schneidet in ihrem Roman viele grosse Themen an, natürlich geht es um Familie, Zusammenhalt, aber auch eben um Verlust und Trauer. Trotz des wirklichen Knall zu Beginn des Buches schafft es die Autorin leider nicht, eine echten Spannungsbogen zu kreieren, was manchmal im Buch zu einigen Längen führt, die man vielleicht hätte anders nutzen können. 
Wiebke von Carolsfeld hat einen sehr emotionalen Schreibstil, sie schildert das Geschehen auch aus verschiedenen Perspektiven, was dem Leser, der den Roman als Beobachter erlebt, viel Einblick in die Gefühlswelt von den Charakteren bekommt. Die Autorin zeichnet in dem Roman sehr individuelle, aber gleichzeitig auch authentische Figuren, die man in ihrem Handeln sehr gut nachvollziehen kann. 

Fazit:
"Das Haus in der Claremont Street" ist das Debüt von Wiebke von Carolsfeld und ist definitiv kein Buch, was man eben mal so weg liest, man sollte sich komplett auf das Buch einlassen und sich dann auch allen Emotionen gegenüber offen zeigen. Man begegnet einer sehr emotionalen Geschichte, die viel Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gibt, die aber sehr viele Themen anschneidet und es dann nicht schafft, sie komplett aufzulösen, was ein bisschen schade ist. 

Dafür gibt es 3 Rosen:
Danke an die ‎KIWI Buchverlag und Vorablesen für das Rezensionsexemplar.