Freitag, 23. Juli 2021

[Rezension] Wolfgang Martin - Paradiesvögel fängt man nicht ein ~ Hommage an Tamara Danz

Beschreibung:
Als am 22. Juli 1996 die Nachrichtenagenturen und Radiosender den Tod der Rocksängerin Tamara Danz vermeldeten, wurde zur traurigen Gewissheit, dass nicht eintreten wird, was sie sich in einem der schönsten Silly-Lieder so poetisch von der Seele geschrieben hatte: »Bye-bye, my Love« »Ich komme wieder, wenn die Wiesen blüh n« Eine der wichtigsten Stimmen deutscher Rockmusik war für immer verstummt. Und sie fehlte fortan, ihrer Band, den vielen Fans, der Musikszene. Kein Livekonzert mehr, in dem Tamara Danz mit ihrer unvergleichlichen Rockröhre einem Vulkanausbruch gleich »Die wilde Mathilde« oder den »Panther im Sprung« gab, gleich danach die Emotionen der Zuhörer*innen mit Balladen rührte, die im Repertoire der Rock-Ikone und ihrer Band Silly immer etwas Besonderes waren. 1978 gründete Tamara mit gleichgesinnten Musikern zunächst Familie Silly, die ab 1982 nur noch Silly hieß. Von nun an stürmten sie unaufhaltsam den deutschsprachigen Rock-Olymp, mit Songs und LPs, heute als »Kult« und »Klassiker« bezeichnet, Tamara Danz mit Silly zur »Rock-Legende« stilisiert. Sämtliche ihrer Platten der 1980er Jahre wurden von den Jugendmedien der DDR als »Rock-Album des Jahres« gefeiert: Mont Klamott, Liebeswalzer, Bataillon d Amour, Februar. Tamara liebte Blumen, zumal Sonnenblumen, die von Freunden und Fans immer frisch auf ihr Grab in Münchehofe bei Berlin gelegt werden. Zum 25. Todestag von Tamara Danz erscheint dieses Buch als Hommage an eine einzigartige Künstlerin.

Details:
Herausgeber: ‎Bild und Heimat Verlag; 1. Edition (27. April 2021)
Sprache: ‎Deutsch
Gebundene Ausgabe: ‎208 Seiten
ISBN-10: ‎3959582838
ISBN-13: ‎978-3959582834
Abmessungen: ‎16.9 x 1.9 x 21.7 cm
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Eigene Meinung: 
Das Cover zeigt eins der vielen Auftrittsbilder, die Tamara Danz und im Hintergrund den Keyboarder Ritchie Barton zeigt, es schaut etwas nach einer Fernsehaufzeichnung aus, wenn man sich den Hintergrund betrachtet. 
Erstmal sollte man sagen, dass es sich bei dem Buch um eine Hommage handelt, Wolfgang Martin hat sich also die beiden wichtigen Männer im Leben von Tamara Danz - Uwe Hassbecker und Ritchie Barton - gegriffen und ist zusammen mit ihnen und vielen Weggefährten von Tamara Danz einmal durch ihr Leben gestreift, wobei er die Interviews immer wieder mit passenden Bildern unterlegt und damit dem Leser eine Einblick in das Leben einer grossen Künstlerin gibt. 
Tamara Danz hat sicher keine typische Ostbiografie, aber ihr Leben wurde immer wieder durch neue Menschen oder politische Umbrüche umsortiert und so versucht Wolfgang Martin ihr Leben nachzuzeichnen und sich an den entscheidenden Stellen immer wieder einen neuen Interviewpartner zu holen, der etwas über diese Zeit erzählen kann. 
Besonders schön sind die Aufnahmen, die sich dann durch das gesamte Buch ziehen, manche sind vorher noch nie veröffentlich wurden und stammen aus den privaten Archiven von Uwe Hassbecker und Ritchie Barton.  

Fazit: 
Wolfgang Martin kann das Rad natürlich nicht neu erfinden, aber er schafft mit seinem Buch eine wirklich schön zu lesende Hommage an eine grosse Sängerin der DDR, in der er viele Freunde von ihr zu Wort kommen lässt, bisher unveröffentlichte Bilder einbindet und fängt auch etwas die Zeit nach ihrem Tod ein, besonders die Hilfe durch die befreundeten Bands um die Band nicht komplett in der Luft hängen zu lassen. Sicher kein Buch für jeden Leser, aber für alle Fans von Tamara Danz und Silly und auch für jeden Leser, der einfach mal in einer besondere Biografie abtauchen möchte. 

Dafür gibt es 5 Rosen: 

Wichtiger Hinweis: 
Der Beitrag erschien wortgleich auf dem Blog Zwischen Noten und Konzerten
Da es in beide Blogs passt, ist das so gewollt. 

[Rezension] Alexander Osang - Legenden. Tamara Danz

Beschreibung: 
Tamara Danz, die früh verstorbene Rock-Sängerin der Gruppe "Silly", ist bis heute eine Legende. Zu ihrem zehnten Todestag 2006 wurde in Berlin eine Straße nach ihr benannt.
Alexander Osang, der das letzte Interview mit ihr führte, ist der Frage nachgegangen, wer Tamara Danz eigentlich war und was sie in den Köpfen ihrer Freunde und Feinde hinterlassen hat. Er sprach mit Liebhabern und Rivalinnen, mit Managern und Politikern, mit Kollegen und Ärzten. Entstanden ist ein facettenreiches Porträt, das zugleich Auskunft gibt über menschliches Verhalten in einer Zeit schwieriger Umbrüche.
Originaltexte von Tamara Danz, ein umfassender Lebenslauf und eine Discografie ihrer Band "Silly" komplettieren den Band.

Details:
Herausgeber: Ch. Links Verlag; 3., Edition (1. Januar 1999)
Sprache: ‎Deutsch
Broschiert: ‎224 Seiten
ISBN-10: ‎3861531240
ISBN-13: ‎978-3861531241
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Eigene Meinung: 
Das Cover zeigt ein sehr eindrucksvolles Bild von Tamara Danz, vor allem der Blick vom Cover auf den Leser ist beeindruckend. 
Tamara Danz, das ist ein Name, bei dem viele Menschen sofort die taffe Sängerin der Band Silly im Kopf habe, die immer eigensinnig war und in ihrem Leben immer wieder gegen die Obrigkeit der DDR rebelliert, Grenzen auslotet und deren klare Kante gegen die DDR nach dem Fall der Mauer 1989 in vielen politischen Aktionen ihren Höhepunkt fand. 
Aber neben dieser starken Frau gab es auch den Menschen Tamara Danz, eine Frau, deren Biografie sicher keine ist, die man so oft in der damaligen DDR findet, weshalb sie schon aus der Masse sticht, aber die auch durch ihre Art für viele ihre Weggefährten eine "Sonne" (Anmerkung, diese Formulieren stammt von Toni Krahl, Sänger der Band City) war. 
Alexander Osang steckt selber tief in der Materie drin, er führte das letzte Interview mit Tamara Danz und das merkt man auch, wenn man in das Buch eintaucht. Er arbeitet sehr nah am Geschehen und schafft es dadurch, ein sehr umfassendes Bild von Tamara Danz zu zeichnen, was eben nicht nur ihr Leben als Sängerin oder Künstlerin umfasst sondern auch als Mensch, der in seinem Leben viele Umbrüche mitmachen musst und sich immer wieder neu auf die aktuellen Lagen einstellen musste. 

 Fazit: 
Mit einer beeindruckenden Tiefe zeichnet Alexander Osang das Bild einer mutigen Sängerin, einer starken Frau und einer Kämpferin, die alle, die sie kannten, in lebendiger Erinnerung geblieben ist und er schafft es, diese Bild von ihr auch für den Leser zu zeichnen, was das Buch nicht nur für Fans der Band Silly oder ihrer charismatischen Frontfrau lesenswert macht sondern für alle Interessierten, die sich mehr mit der Musikszene in der DDR oder der Entwicklung einer grossen Künstlerin näher befassen wollen. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Wichtiger Hinweis: 
Der Beitrag erschien wortgleich auf dem Blog Zwischen Noten und Konzerten
Da es in beide Blogs passt, ist das so gewollt. 

Mittwoch, 14. Juli 2021

[Rezension] Alexandra Cedrino - Die Galerie am Potsdamer Platz

Beschreibung: 
Berlin, 1930: Zwischen zwei Kriegen kämpft eine Frau um ihr neu gewonnenes Leben

Die junge Kunststudentin Alice zieht nach dem Tod ihrer Mutter in die Hauptstadt. Sie sucht Anschluss an ihre Familie, einstmals angesehene Kunsthändler, die sie nie kennengelernt hat, trifft aber zunächst nur auf kalte Ablehnung. In der pulsierenden Kunstszene Berlins fühlt sie sich dennoch sofort zu Hause und entdeckt bald ihr Talent als Fotografin. Und sie verliebt sich in den Deutsch-Iren John. Trotz der Widerstände ihrer Großmutter plant sie gemeinsam mit ihren Onkeln, die einst legendäre Galerie der Familie am Potsdamer Platz wiederzueröffnen. Dabei begegnet sie dem Kunstkenner Erik, Erbe einer spektakulären Kunstsammlung. Doch ist er wirklich daran interessiert, ihr zu helfen? Es sind unruhige Zeiten, und der Aufstieg der Nationalsozialisten droht bald ihre Liebe, die Galerie und ihre gesamte Familie in den Abgrund zu reißen ...

Details:
Herausgeber: HarperCollins; 1. Edition (18. Februar 2020)
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN-10: 3959674090
ISBN-13: 978-3959674096
Abmessungen: 13.6 x 3.8 x 21.4 cm
Teile einer Reihe: Die Galeristinnen-Trilogie, Band 1
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Eigene Meinung: 
Das Cover ist total ansprechend, die verschiedenen Blautöne passen sehr gut zusammen und auch die Frau auf dem Cover passt in die 30er Jahre und damit auch perfekt zum Inhalt des Buches. 
Die Kunststudentin Alice Waldmann kommt von Wien nach Berlin, eigentlich um in Erfahrung zu bringen, warum ihre Mutter von ihrer Familie verstoßen wurde, sie kennt ihre Berliner Verwandtschaft gar nicht, auch ihre Großmutter Helena zeigt sich ihr gegenüber nicht hilfreich, nur ihre Tante Rosa und deren Mann Johann sind freundlich und nehmen Alice bei sich auf. Bald entwickelt Alice einen Faible für Fotografie und die Idee, die ehemalige Galerie in Familienhand wiederzueröffnen findet bei Ihrem Onkel Johann schnell Unterstützung. Doch schon in dieser Zeit geht nichts ohne den Einfluss der Nationalsozialisten, dieser wird in Gestalt des Erik Wolffert dargestellt, der Alice auch schnell schöne Augen macht, aber sie findet den deutsch-irischen Assistenten ihres Onkels John Stevens spannender als Erik Wolfferts... 
Die Galerie am Potsdamer Platz ist Band 1 der Die Galeristinnen-Trilogie und ist zeitgleich auch das Debüt von Alexandra Cedrino. 
Alice und auch alle andere Protagonisten in dem Buch bleiben eher fad, die Autorin schafft es leider nicht, ihnen wirklich Leben einzuhauchen, auch wirkt die Handlung nicht so ganz passend für die Zeit und den historischen Hintergrund. 
Alexandra Cedrino hat einen etwas unsteten Schreibstil, manchmal schafft sie es, den Leser komplett mitzureisen, aber dann kann sie auch mit einigen sprachlichen ungeschickten Formulierungen den Leser wirklich zurückzuwerfen. Auch werden die Beschreibung im Buch sehr in die Länge gezogen, da wäre eine kleine Raffung durch das Lektorat gut gewesen. 
Thematisch wagt sie sich an die Kunstszene der 1930er Jahre in Berlin an, in der die Nationalsozialisten auch immer mehr an Einfluss gewinnen, was auch im Buch eingebaut ist, man merkt, dass die Autorin von der Szene damals sehr viel Ahnung hat, das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre Charakter wirklich farblos sind und die Handlung nicht wirklich für den Leser greifbar wird. Sehr schade, weil die Leidenschaft, mit der sie die Kunstszene schildert, hätte sicher auch den Charakteren und der Handlung gut getan. 

Fazit: 
Die Idee des Buches, das Coverdesign und auch der Plot ist wirklich gut, aber leider wurde viel Potenzial verschenkt, weil die Zeit 1930 - 1933, in der das Buch spielt, ist so viel in Deutschland passiert, was aber im Buch nicht wirklich den Niederschlag findest und das hätte man wirklich einbinden können. Natürlich wird die Kunstszene der damaligen Zeit gut eingefangen, aber die Begeisterung über die Kunstszene der Zeit findet sich weder in den Charakteren noch in der Handlung wider.
 Stattdessen findet man den Konflikt, den man vom Klappentext her vermuten könnte, nicht wirklich im Buch vor, es gibt keinen wirklichen Spannungsbogen sondern es ist eher wie eine Nacherzählung oder ein Monolog, den man liest, aber keine wirklich packende Geschichte mit historischen Hintergrund. 

Dafür gibt es 2 Rosen: 

Danke an Harper Collins und Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Dienstag, 13. Juli 2021

[Rezension] Gerhard Loibelsberger - Morphium, Mokka, Mördergeschichten: Wien zur Zeit Joseph Maria Nechybas (Inspector Nechyba)

Beschreibung:
Joseph Maria Nechyba, der Kult-Ermittler aus dem alten Wien, ganz persönlich: Als 13-jähriger Knabe, der einem Gespenst in den Maurer Weinbergen nachspürt und später als junger Polizeiagent bei der Eröffnung des Wiener Burgtheaters, wo er dem Prinzen von Wales als Leibwächter dient. Nechyba trifft einen genervten Sigmund Freud und verhaftet Wilhelm Kerl, den Betreiber des Café Landtmann. Begleiten Sie Joseph Maria Nechyba durch das alte Wien sowie bei Ausflügen zur Basilika in Maria Taferl oder ins oststeirische Schloss Kapfenstein.

Details:
Herausgeber: ‎Gmeiner-Verlag; 2020. Edition (14. August 2019)
Sprache: ‎Deutsch
Taschenbuch: ‎279 Seiten
ISBN-10: ‎3839225027
ISBN-13: ‎978-3839225028
Abmessungen: ‎12.6 x 2.7 x 20 cm
Teil einer Reihe? Nechyba-Saga Bd. 7
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Eigene Meinung: 
Das Cover des Buches ist etwas speziell, es gefällt sich nicht jedem, passt sich aber vom Aussehen her sehr gut in die anderen Bände der Nechyba-Saga mit ein. Es ist eben kein klassisches Buchcover. 
Gerhard Loibelsberger präsentiert in diesem Buch 13 Kriminalkurzgeschichten, die im Alten Wien um 1900 angelegt sind. Die Charaktere sind vor allem sehr gut in die Zeit eingepasst, auch das Wien in der Zeit sind gut widergespiegelt. 
Jede der 13 Geschichten hat einen anderen Handlungsort und so erleben wir viel von Wien, aber erleben auch immer wieder neue handelnde Charaktere, nur Joseph Maria Nechyba ist immer der Ermittler und bietet damit den Drehpunkt in den Geschichten. Ein weiterer elementarer Punkt in jeder Geschichte ist das Essen, das ist in jeder Geschichte mit eingebaut und teilweise sind es wirklich spannende Gerichte.  
Die Geschichten setzen sich zusammen aus realen und fiktiven Personen und so werden auch die Geschichten im Zeitraum zwischen 1873 bis 1917 zusammengetragen. 
 Gerhard Loibelsberger hat einen schönen flüssigen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt, auch fliessen immer wieder typisch wienerische Begriffe in seine Geschichten mit ein. Für alle, die damit nicht so vertraut sind, findet sich am Ende des Buches ein Glossar. 
Da wir in den 13 Geschichten immer wieder historischen Persönlichkeiten begegnen, ist deren Auflistung zu Beginn des Buches wirklich gut, so kann man nachlesen, wenn einem ein Erzbischof oder ein Name in der Geschichte nichts sagt, kann man da schnell nachschlagen. 

Fazit:
Gerhard Loibelsberger hat eine kleine Sammlung von 13 kurzen Kriminalgeschichten geschrieben, die man sehr gut lesen kann und die sich stilistisch sehr gut in die Zeit einpassen und bei der man viel vom Wien um 1900 lernen kann. Der wienerischer Charme kommt auch in der Sprache zu tragen und auch davor muss man sich nicht fürchten, weil das Glossar hinten im Buch ist sehr aufschlussreich. 

Dafür gibt es 4 Rosen: 

Danke an Lovelybooks und den Gmeiner-Verlag für die Leserunde. 

Freitag, 9. Juli 2021

[Rezension] Kerstin McNichol - Allegras Fluch

Beschreibung:
Beeinflusst die Vergangenheit die Zukunft oder die Zukunft die Vergangenheit? Über eine derartige Frage müssen sich Allegra und Jasmin den Kopf zerbrechen, als es sie durch einen missglückten Zauber von Allegra in die Vergangenheit verschlägt. Jasmin ahnt von den Hintergründen der Zeitreise zunächst nichts und versucht das Beste aus der Situation zu machen, in dem sie sich mit Allegra zusammenrauft. Damit sie in ihre Zeit zurückkehren können sind sie auf die Hilfe von Leuten angewiesen, die ebenfalls untereinander so zerstritten wie sie selbst sind. Allegra lässt nichts unversucht, um ihren Vater vor einer Toruheit zu bewahren. Die verzweifelte Tochter schreckt noch nicht einmal vor Hexerei zurück, damit die Verlobte aus ihrem Leben verschwindet. Allerdings läuft der Zauber schief und beide verschlägt es in eine andere Zeit. Um eine Chance auf Rückkehr zu haben müssen die beiden zusammenarbeiten und sich Verbündete suchen. Doch was tun, wenn auch die Helfer untereinander zerstritten sind? Allegra (15) lässt nichts unversucht, um ihren Vater (49) vor einer Torheit zu bewahren. Die verzweifelte Tochter schreckt noch nicht einmal vor Hexerei zurück, damit Jasmin (24) und ebenso die Verlobte ihres Vaters, aus ihrem Leben verschwindet. Allerdings läuft der Zauber schief und Jasmin und sie verschlägt es in eine andere Zeit. Nicht nur um eine Chance auf die Rückkehr, sondern auch ums Überleben müssen die beiden nun zusammenarbeiten und sich auch Verbündete suchen. Dies ist schon schwierig genug, doch was tun, wenn auch die Helfer untereinander zerstritten sind?Bei diesem spannenden Buch kommt auch der Humor nicht zu kurz. Historische Fakten werden mit Fiktion gemischt und hilft dem Leser dadurch, die schwierige Situation der beiden Zeitreisenden nachzuvollziehen. Ad hoc müssen sich Allegra und Jasmin auf ihr geschichtliches Halbwissen verlassen, um sich aus Schwierigkeiten herauszumanövieren. - Spielen Sie den Gedanken einmal selbst durch und fragen sie sich, wie Sie sich in so einer stressigen Situation verhielten? - Trotz allem Spaß greift das Buch auch Themen wie Vorurteile und zwischenmenschliche Beziehungen auf, ohne dabei mit dem Zeigefinger zu wackeln.

Details:
ASIN: ‎ B08BWFKZYY
Herausgeber: ‎Independently published (28. Juni 2020)
Sprache: ‎Deutsch
Taschenbuch: ‎209 Seiten
ISBN-13: ‎979-8649130394
Abmessungen: ‎12.7 x 1.35 x 20.32 cm
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Eigene Meinung: 
Das Cover des Buches ist nicht wirklich ein Knaller, es fällt nicht so wirklich auf, wenn man es sieht, was eigentlich etwas schade ist. Irgendwie fehlt dem Cover der Pepp. 
Allegra ist mit der Verlobung ihres Vater mit Jasmin nicht einverstanden, deswegen versucht sie, diese etwas zu manipulieren, aber durch einen verunglückten Zauber landen Jasmin und sie durch eine Zeitreise im Jahr 1889 und damit beginnt das Abenteuer erst. An sich ist das eine turbulente Reise, die beiden bevorsteht...
Der Einstieg in das Buch war recht schwierig, der Leser ist zeitweise etwas verloren, weil man nicht wirklich weiss, wo es hingehen soll. Das Buch startet daher etwas langatmig, auch im Nachfolgenden möchte sich der Zauber des Buches nicht so ganz entfalten. 
Mit Allegra schafft Kerstin McNichol eine wirklich starke Persönlichkeit, die für das, was sie möchte, immer kämpft und das Beste aus Allem macht. Mit ihr als Charakter kommt man wirklich sehr gut hin.
Die Beziehung zwischen Jasmin und Allegra ist an sich schwierig und auch die Situation mit der Zeitreise macht es nicht besser. Leider wirkt die Darstellung der Beziehung etwas an den Haare herbeigezogen. 
 Leider hat man beim Lesen manchmal das Gefühl, dass man die Charaktere nicht komplett dargestellt werden, es fehlt da einfach manchmal etwas die Empathie für die Charaktere. Sehr schade, weil da hätte man mehr herausholen können. 
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, man schafft auch den Einstieg in das Buch sehr gut. Aber leider schafft es Kerstin McNichol nicht wirklich, dem Buch Tiefgang zu verleihen. 

Fazit:
Kerstin McNichol hatte eine gute Idee für ein spannendes Buch, hat aber dann in der Umsetzung sehr viel Potenzial verschenkt, sei es an den Charakteren oder auch an der Geschichte selber, die Idee verspricht an sich mehr als das Buch hält. Manchmal wirkt das Buch etwas sehr gestellt und nicht wirklich gut überlegt. 

Dafür gibt es 3 Rosen:
Danke an Vorablesen und Kerstin McNichol für das Rezensionsexemplar. 

Freitag, 2. Juli 2021

[Review] Frank Goldammer liest im Rudolf-Harbig-Station am 1. Juli 2021

Hallo ihr Lieben und ich habe heute mal wieder einen Post zu einer Live-Lesung für euch und zwar
Frank Goldammer am 01. Juli 2021 im Rudolf-Harbig-Station in Dresden gelesen.
Der Veranstaltungsflyer
Dresden, der 01. Juli 2021. 
Die Lesung von Frank Goldammer habe ich eher durch Zufall mitbekommen, der Autor und ich sind schon einige Zeit befreundet und so postet er auf Facebook auch, dass er da die Veranstaltung hat und so sind wir an dem Abend eben ins Stadion. 
Über der Bühne war ein Bildschirm, damit man überall gut sehen konnte. 
Die Veranstaltung fand mit Blick von der Tribüne ins Stadion statt, mal etwas anderes, das nennt sich bei uns "Kultur - Lesung im Stadion" und in der Reihe finden immer mal wieder Lesungen statt. 
Also Moderator war die Stadionstimme Peter Hauskeller dabei. 
Neben Frank Goldammer gab sich an dem Abend auch Peter Hauskeller die Ehre und führte als Moderator durch den Abend. Er ist in Dresden als die Stationstimme bekannt. 
Buch mit Autor oder Autor mit Buch
An dem Abend ging es um den 6. Band der Max Heller Reihe, ich habe bisher jeden Band dieser Reihe in einer Lesung erlebt und die Reihe hat einfach etwas, finde ich. Sie spielt in Dresden und man merkt immer wieder, wie gut sich Frank Goldammer mit dem Dresden in der Zeit auseinander gesetzt hat. 
Frank Goldammer beim Lesen
Dann habe ich euch mal ein Bild gemacht, damit ihr mal einen Eindruck bekommt, wie das so im Gesamten aussieht, der Bildschirm ist eigentlich nur eine Ergänzung, aber es ist trotzdem gut, wenn man doch mal weiter weg sitzt. Ich setze mich ja gerne mal nach oben, weil ich lieber den Blick in den Raum habe. 
Zwischendurch gab es immer wieder mal ein bisschen Gespräch. 
Nach der Lesung gab dann Frank Goldammer noch eine kurzen Einblick in seine neue Reihe, die es ab Frühjahr 2022 zu lesen geben wird, dann bewegen wir uns thematisch nicht mehr um den 2. Weltkrieg, aber wir bleiben in der DDR, aber es geht dann in die brisante Zeit um die Wende. Mehr wird aber nicht verraten. 
Noch ein Lesungsbild. ^^
Ich habe natürlich auch ein Buch des 6. Bandes von Max Heller mit dem Titel "Verlorene Engel" gekauft und den stelle ich euch nun vor: 
Der 6. Band der Max-Heller-Reihe mit dem Titel "Verlorene Engel".

Darum geht es in Band 6: 
Wie ein Schatten in der Nacht

An dunklen Herbstabenden 1956 werden in Dresden wiederholt Frauen brutal vergewaltigt. Als auch noch eine tote Frau an der Elbe gefunden wird, werden in der verunsicherten Bevölkerung die Rufe nach Selbstjustiz laut. Kommissar Max Heller und sein Team ermitteln unter Hochdruck. Mithilfe eines weiblichen Lockvogels gelingt es ihnen, einen Verdächtigen festzunehmen. Der von Narben entstellte Mann gesteht zwar die Vergewaltigungen, leugnet aber den Mord. Sind vielleicht doch die von allen gefürchteten, desertierten russischen Soldaten die Täter? Die Lage eskaliert, als Hellers Familie in den Fall hineingezogen wird.

Details: 

Meine signierte Ausgabe

Autogrammkarte von Frank Goldammer
Dieses Mal habe ich auch mal ein Bild mit Frank Goldammer machen lassen, das wurde schon einige Mal gefragt, warum es das nicht gut und nun habe ich für euch mal eins gemacht und zeige euch das auch, ich habe es auch schon auf meiner Instagram-Seite gezeigt. 

Frank Goldammer und ich
Ich kann die Reihe um Max Heller nur empfehlen, in den nächsten Wochen werde ich euch auch die Reihe um Max Heller genauer vorstellen und rezensieren. 

Alles Liebe, 
Katja

Samstag, 19. Juni 2021

[Rezension] Constanze Dennig - Verkauft: Alma Liebekind ermittelt

 
Beschreibung:
Während eines Krankenhausaufenthalts beobachtet Alma Liebekind, von Beruf Psychiaterin, dass ein Todesfall in der Klinik anscheinend vertuscht wird. Sie kann es nicht lassen, sie muss das Geheimnis dieses ominösen Todesfalles lüften. Ihre neugierige Mutter steht ihr dabei tatkräftig zur Seite. Wieder einmal kommen die beiden Almas Freundin Erika, der Chefinspektorin, in die Quere.

Details:
Herausgeber: Ueberreuter, C.; 1. Edition (13. März 2020)
Sprache : Deutsch
Broschiert: 256 Seiten
ISBN-10: 380008001X
ISBN-13: 978-3800080014
Reihe: Buch 4 von 4 in der Alma Liebekind Serie
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Eigene Meinung: 
Das Cover des Buches passt sehr gut zum Inhalt, die erste Beobachtung zu dem Fall macht Alma Liebekind auch in einer Klink und auch die Stimmung des Bildes passt sehr gut zu der Handlung, die dann folgt. 
Als Alma Liebekind eine seltsame Beobachtung in einem Wiener Sanatorium macht, in dem sie wegen einer Fehlgeburt behandelt wird, fragt sie sich, ob man hier ein Verbrechen verschleiern möchte und beginnt sich zusammen mit ihre Mutter auf eine nicht ganz ungefährliche Spurensuche...
Constanze Dennig streift im Buch das sehr aktuelle Thema der Flüchtlingspolitik, aber das auch nur am Rande und das ist etwas schade, weil das hätte man etwas mehr einbinden können. Es fehlt hier einfach etwas der Fokus auf die Herkunft der Frau, die nachts ins Sanatorium eingeliefert wird. 
Alma ist als Hauptprotagonistin etwas schwierig, sie ist irgendwie keine Figur, die man ins Herz schliesst, aber so ergeht es dem Leser mit allen Figuren, sie bleiben etwas blass, man kann sie nicht wirklich greifen. 
Constanze Dennig beginnt nicht gleich mit dem wirklichen Fall, sie legt die Geschichte so an, dass man erstmal etwas die Charaktere und deren Einbettung in ihr Leben, so das es zu Beginn nicht wirklich wie ein Krimi anmutet, leider wird das auch im Verlauf des Buches nicht besser, weil der Spannungsbogen nicht wirklich vorhanden ist. 
Constanze Dennig hat einen sehr interessanten Schreibstil, man kommt sehr gut in die Geschichte rein und durch ein paar kleine wienerische Feinheit kommt auch etwas der österreichische Charme des Buches durch. Sie hat eine sehr auffallende Sprachwahl, so dass man immer wieder Begriffe aus dem lateinischen oder dem Dialekt als Fussnote erklärt werden muss. Gewollt spannend legt sie kleine Spuren, die sie dann später im Buch wieder aufnimmt und deren Bedeutung erst dann klar wird, aber die auch nicht wirklich zur Spannung beitragen. 
Dieser Band ist bereits der 4. Band der Reihe, an sich ist der Fall abgeschlossen, wer sich aber für die Figuren an sich interessiert und gerne mehr als den Steckbrief zu Beginn des Buches haben möchte, sollte mit Band 1 der Reihe starten. Wenn man erst mit Band 4 einsteigt, ist es etwas schwierig, die Personen immer klar zuzuordnen und sich die Beziehungen der Charaktere zu erschliessen. 

Fazit: 
Die Idee des Krimis ist wirklich gut, aber in der Umsetzung ist es eher ein spannender Roman als ein Krimi. Irgendwie steht der Fall eher so neben den Beziehungen zwischen den Charakteren und gewinnt nicht wirklich die Oberhand. 
Constanze Dennig hat einen etwas spezielle Art zu schreiben, an die man sich gewöhnen muss und die sicher nicht jeder so gut findet, weil man manchmal eben erstmal die Fussnoten lesen muss und das schon im Lesefluss etwas stört. 
Alles im allem kann man sagen, der Plot ist gut, das Cover auch, aber der Schreibstil, die Charaktere und auch der Fortgang der Handlung überzeugt nicht. Man muss sich sehr auf das Buch einstellen, weil der Humor und auch das Ermittlerduo aus Mutter und Tochter nicht wirklich zu der Krimiidee passen wollen. 

Dafür gibt es 2 Rosen: 
Danke an Vorablesen und den Ueberreuter Verlag für das Rezensionsexemplar.