Donnerstag, 26. März 2026

Verschwinden und Wiederfinden: Ein Sonntags-Finale voller Intensität

 

1. Cornelia Franz – „Dreizehn Tage im Herbst“ 📚🌲

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ich die erste Lesung am Sonntag schaffe – 10:30 Uhr ist nach den vorangegangenen Messetagen eine echte Ansage. Aber ich bin froh, dass ich da war, denn der Auftakt mit Cornelia Franz war wunderschön.

Sie las aus ihrem Buch 'Dreizehn Tage im Herbst' und die Szene hat mich sofort gepackt: Ein Parkplatz im Tessin, der 14-jährige Martin steigt aus dem Auto, grinst schief, sagt noch 'Danke sehr, Mama' – und verschwindet. Einfach so. Was folgt, ist die unerträgliche Stille und das Warten in einem Ferienhaus, während die Welt um einen herum zerbricht. Cornelia Franz hat das so toll gelesen und eine so angenehme, entspannte Art gehabt, dass das Buch sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist. Ein absolut lohnenswerter Start in den Finaltag!

2. Florentine Joop – „Sommer im Heckenrosental“ 🌹☀️

Manchmal sind die ungeplanten Momente die besten. In die Lesung von Florentine Joop bin ich eher zufällig reingestolpert – und was soll ich sagen? Das Buch hat mich wirklich mitgenommen. Es geht um einen heißen Brandenburger Sommer, um düstere Teiche und Erinnerungen, die nach warmem Sand und geschmolzenem Teer duften.

Florentine Joop erzählt von einer wilden Kindheit zwischen zwei Heimaten, getrennt durch eine innerdeutsche Grenze, aber verbunden durch eine gemeinsame Freundschaft und die Musik von ABBA. Es ist einer dieser Romane über die Tage vor, während und nach der Wende, von denen es meiner Meinung nach immer noch viel zu wenige gibt. Dass dieses Thema genau im Herzen meines Fachgebiets liegt, war die Krönung dieses Zufallsfunds. Ein echtes Highlight, das zeigt, warum man auf der Messe auch mal ohne Plan durch die Hallen treiben sollte.

3. Marcus Bensmann & Anna Kassin – „Akten des Missbrauchs“ 📂⚖️

Mein ganz persönliches Highlight am Sonntag war gleichzeitig die intensivste Kost der gesamten Messe. Ich besuchte die Lesung zur CORRECTIV-Recherche 'Akten des Missbrauchs'. Was als lokale Recherche begann, entpuppte sich als weltweite Jagd nach einem Netzwerk der Vertuschung im Herzen der katholischen Kirche.

Als Archivarin hat mich besonders ein Detail fassungslos gemacht: Die Existenz einer geheimen Registratur im Vatikan, die Informationen über Missbrauchstäter weltweit sammelt – nicht um aufzuklären, sondern um Täter zu schützen und Macht zu erhalten. Ein System, das Akten als Waffe gegen die Opfer einsetzt. Marcus Bensmann und Anna Kassin haben diesen journalistischen Krimi so eindringlich geschildert, dass man die Schwere der Verantwortung fast im Raum spüren konnte. Ein unfassbares Enthüllungsbuch über Schuld, Macht und das dunkle Erbe von Joseph Ratzinger. Ein harter, aber unglaublich wichtiger Abschluss meiner diesjährigen LBM-Lesungen.

Fazit eines intensiven Sonntags 

Drei Lesungen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: Ein Kind, das im Tessin spurlos verschwindet, die Suche nach der eigenen Identität zwischen zwei Heimaten und ein investigativer Blick in die dunklen Geheimarchive des Vatikans. Der Sonntag auf der LBM 26 hat mich emotional gefordert, aber auch unendlich bereichert.

Mit diesen Eindrücken im Gepäck verlasse ich das Messegelände – müde, aber mit dem sicheren Gefühl, dass diese Geschichten es wert sind, bewahrt und weitergetragen zu werden. Mein Archiv wächst, und ich freue mich darauf, diese Schätze in den nächsten Wochen medial für euch aufzubereiten.


📚 Quellennachweis & Literaturliste

  • Franz, Cornelia: Dreizehn Tage im Herbst. Gerstenberg Verlag, 2024.

  • Joop, Florentine: Sommer im Heckenrosental. Rowohlt Kindler, 2024.

  • Bensmann, Marcus / Kassin, Anna: Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan. CORRECTIV, 2026. 


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Dienstag, 24. März 2026

Der Messe-Blues kommt und deswegen hier meine Lesungen vom Donnerstag auf der LBM

Während die Beine langsam aufhören zu glühen, schleicht er sich an: der Messe-Blues. 🌧️✨ Um dem ein bisschen entgegenzuwirken, tauche ich direkt wieder in meine Notizen ein. Mein Donnerstag in Leipzig war ein absoluter Fach-Marathon – genau so, wie ich es liebe. Hier sind meine persönlichen Highlights aus den Lesungen:

1. Anke Engelmann – „Blender“ 📚🤔

Beschreibung: In „Blender“ geht es um Fragen von Identität, Schein und Sein und die subtilen Täuschungen im menschlichen Miteinander. Die Autorin beleuchtet, wie Fassaden aufgebaut werden und was passiert, wenn diese Risse bekommen.

Mein Eindruck: Ich muss ehrlich sagen: Die Lesung hat mich etwas verwirrt zurückgelassen. Normalerweise lasse ich mich schnell von Geschichten einfangen, aber hier wollte der Funke nicht recht überspringen. Ich fand einfach keinen richtigen Zugang zum Erzählstil – kennt ihr das, wenn ein Thema eigentlich spannend klingt, man aber in der Präsentation den Faden verliert?

2. Sebastian Lindner – „Hoheneck: Die Geschichte des zentralen Frauengefängnisses der DDR“ 🏛️⚖️

Beschreibung: Hoheneck war eines der berüchtigtsten Gefängnisse in der DDR. Zwischen 1950 und 1989 waren hier 24.000 Frauen inhaftiert – 8.000 von ihnen aus politischen Gründen. Das Buch enthüllt beklemmende Einblicke in das Zusammenspiel von Wachpersonal, Anstaltsleitung und Staatssicherheit.

Mein Eindruck: Ganz anders sah es bei der Vorstellung von Sebastian Lindner aus. Wer mich kennt, weiß, dass mich die Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht nur privat, sondern vor allem auf fachlicher Ebene brennend interessiert. Und diese Buchvorstellung war schlichtweg der Hammer! Zu hören, wie viel akribische Arbeit in diesem Werk steckt – die Unmengen an gesichteten Akten, die unzähligen Gespräche mit Zeitzeuginnen –, war tief beeindruckend. Für jemanden, der sich täglich mit der Archivierung von Geschichte befasst, ist es faszinierend zu sehen, wie aus trockenen Dokumenten eine so lebendige und wichtige Dokumentation entsteht. Ein absolutes Muss für mein Archiv und mein Fachgebiet!


Ein Blick über den Tellerrand: Der Krimi-Talk

Beschreibung: Ein moderiertes Gespräch über die Kunst des Spannungsaufbaus. Margarete von Schwarzkopf (Journalistin und Expertin) im Dialog mit Bestseller-Autorin Romy Fölck über deren atmosphärische Krimis und die Psychologie hinter den Verbrechen.

Mein Eindruck: Ein toller Blick über den Tellerrand! Es war zwar keine klassische Lesung, aber gerade der Dialog war unglaublich fesselnd. Margarete von Schwarzkopf versteht es einfach meisterhaft, die richtigen Fragen zu stellen, und Romy Fölck gab spannende Einblicke in ihre Arbeit. Professionell, unterhaltsam und inspirierend – auch wenn mein Archiv-Fokus meist woanders liegt.

4. Jörg Pfeifer – „SOKO Brücke: Der Frauenmörder von Leipzig“ 🚔🏙️

Beschreibung: Ein True-Crime-Fall mit direktem Regionalbezug. Jörg Pfeifer rekonstruiert die Ermittlungen zu einem spektakulären Kriminalfall in Leipzig und gibt Einblicke in die Arbeit der Sonderkommission.

Mein Eindruck: Das war für mich eine der fesselndsten Lesungen des Tages. Da der Fall einen direkten Bezug zu Leipzig hat, war die Atmosphäre im Publikum fast greifbar. Die Details wurden so spannend vorgetragen, dass man gar nicht anders konnte, als gebannt zuzuhören. Für Fans von authentischer Kriminalgeschichte ein absolutes Muss.

5. Geralf Pochop & Alexandra Schlagowski – „Tanz auf dem Vulkan: Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ 🎸🔥

Beschreibung: Dieses Buch rückt eine oft übersehene Gruppe der DDR-Subkultur ins Rampenlicht: die Frauen in der Punk-Szene. Es dokumentiert ihren Mut, ihren Eigensinn und den täglichen Kampf gegen die Konformität und die Überwachung durch den Staat.

Mein Eindruck: Mein absolutes Highlight des Tages! Es war fast schon bezeichnend, dass sich der rote Faden der DDR-Geschichte durch meinen gesamten Donnerstag zog. Diese Subkultur ist für mich wahnsinnig spannend – und die Lesung war etwas ganz Besonderes, weil zwei der Frauen selbst dabei waren. Zu hören, wie sie sich damals als Punkerinnen gefühlt haben und wie sie ihren Alltag in der DDR gestalteten, war unglaublich bewegend. Solche persönlichen Einblicke sind für mein Archiv Gold wert und machen Geschichte erst wirklich greifbar. Ein tief beeindruckender Abschluss!

6. Audible-Vorstellung: Sebastian Fitzek, Annika Strauss & Dennenesch Zoudé 🎧🎙️

Beschreibung: Deutschlands Psychothriller-König Sebastian Fitzek und die Autorin Annika Strauss gaben Einblicke in ihre neuesten Projekte, allen voran das immersive Hörbuch-Erlebnis „REM“. Flankiert wurde die Präsentation von Einblicken in weitere aktuelle Audible-Original-Produktionen. Die gesamte Veranstaltung wurde charmant und hochprofessionell von der Schauspielerin Dennenesch Zoudé moderiert.

Mein Eindruck: Ich bin ehrlich: Privat höre ich eher wenig Hörbücher, da für mich das haptische Lesen im Vordergrund steht. Aber dieser Termin war ein extrem spannender Blick hinter die Kulissen der Audioproduktion. Zu sehen, wie viel Technik und stimmliche Präzision in Projekten wie „REM“ steckt, war faszinierend. Besonders die Moderation von Dennenesch Zoudé hat der Vorstellung einen tollen Rahmen gegeben. Auch wenn ich kein klassischer Hörbuch-Fan bin, war es toll, die Profis einmal live über ihr Handwerk und die Zukunft des Erzählens sprechen zu hören.

Fazit: Ein Donnerstag voller Kontraste und Erkenntnisse 📚✨

Was für ein Auftakt! Wenn ich auf diesen ersten Messetag zurückblicke, bin ich selbst überrascht, wie breit gefächert mein Programm war. Von der fast schon schmerzhaften, akribischen Aufarbeitung der DDR-Geschichte in Hoheneck bis hin zur glitzernden, hochmodernen Welt der Audible-Produktionen mit Sebastian Fitzek und Dennenesch Zoudé – die LBM 2026 hat mal wieder bewiesen, dass sie weit mehr ist als nur eine Bücherschau.

Besonders hängengeblieben ist bei mir die Erkenntnis, dass Geschichte dann am stärksten ist, wenn sie ein Gesicht bekommt. Die Punk-Frauen aus „Tanz auf dem Vulkan“ leibhaftig zu erleben, hat mir gezeigt, warum ich meine Archiv-Arbeit so liebe. Es geht nicht nur um Papier und Daten, sondern um das Bewahren von Lebensgefühlen und Widerstand. Auch wenn mich nicht jede Lesung (hallo, „Blender“...) sofort abgeholt hat, war gerade diese Vielfalt der Motor für meinen Messe-Donnerstag. Ich nehme unglaublich viel fachlichen Input für mein Studium und mein Projekt mit nach Hause – und der Messe-Blues? Der muss bei so viel Inspiration erst mal noch ein bisschen warten. 😉


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Mittwoch, 18. März 2026

[Kolumne] Nachdenken über Christa W. – Das Gedächtnis der ungesagten Worte

Es gibt Momente, in denen sich die Zeit nicht linear anfühlt, sondern wie eine Spirale. Heute, an ihrem 97. Geburtstag, stehe ich wieder an einem dieser Punkte. Für viele ist Christa Wolf ein Name in Literaturlexika, eine Ikone der DDR-Literatur, oft umstritten, immer gewichtig. Für mich begann die Begegnung viel persönlicher: in einem Hörsaal meines ersten Studienversuchs. Pflichtlektüre: „Der geteilte Himmel“.

Damals war Rita Seidel für mich nur eine Figur. Heute verstehe ich, dass Rita – und mit ihr Christa Wolf – eine Frage stellte, die mich bis heute begleitet: „Wie haben wir uns eigentlich gefühlt, damals?“

Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, verbrachte ihr Leben damit, die „Auskunft“ zu verweigern, die der Staat verlangte, und stattdessen eine viel schwierigere zu geben: die über sich selbst. Sie war die Stimme einer Generation, die aus den Trümmern von 1945 kam und an die Utopie eines besseren Staates glauben wollte – nur um schmerzhaft zu erfahren, wie eng die Grenzen des Sagbaren waren.

Ein Wendepunkt, der ihre Biografie für immer prägte, war das Jahr 1976. Als Wolf Biermann ausgebürgert wurde, gehörte sie zu den Ersten, die den mutigen Protestbrief unterzeichneten. Es war ein Bruch mit der Macht, der sie fortan zur Zielscheibe der Beobachtung machte, sie aber gleichzeitig als moralische Instanz festigte. 13 Jahre später, im geschichtsträchtigen Herbst 1989, stand sie auf dem Alexanderplatz. Ihre Rede am 4. November vor Hunderttausenden – die Forderung nach einer „Sprache, die nicht mehr vorgestanzt ist“ – hallt bis heute nach. Sie wollte die Erneuerung, nicht den bloßen Anschluss, und musste miterleben, wie ihre Visionen in den Wirren der Wendezeit zerrieben wurden.

Ich bin ihr nie persönlich begegnet. Dennoch gibt es in meinem Bücherregal diesen einen Moment der physischen Verbindung: Ein signiertes Exemplar, das ich durch einen dieser unwahrscheinlichen Zufälle online gebraucht entdeckte. Wenn ich über den Schwung ihres Namens auf dem vergilbten Vorsatzblatt fahre, ist das kein bloßer Besitz. Es ist die Rettung eines Stücks Zeitgeschichte. Es ist, als hätte das Buch mich gesucht, um in meinem Regal – zwischen all den anderen Stimmen – einen Platz zu finden.

Besonders in ihrem Spätwerk „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“ zeigt sich für mich ihre wahre Meisterschaft. Weit weg von der Berliner Luft, während eines Stipendiums in Los Angeles, setzt sie sich mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Es geht um die Beobachtung durch den Staat, ja, aber viel schmerzhafter noch um das eigene Vergessen und Verdrängen. Es ist ein Buch über die nackte Verletzlichkeit des Menschen, wenn die schützende Hülle der Ideologie wegbricht.

In einer Welt, die heute oft nur noch in 280 Zeichen schreit, lehrt uns Christa W. das Innehalten. Ihr Werk ist eine Einladung zum „subjektiven Authentizismus“. Es geht darum, die eigene Wahrheit zu finden, auch wenn sie unbequem ist.

Morgen fahre ich zur Leipziger Buchmesse. Ich nehme ihre Fragen mit im Gepäck. In meinen Gedanken wird sie heute gefeiert – nicht als Denkmal, sondern als lebendiges Gespräch.

Wann, wenn nicht jetzt?


Quellenverzeichnis:

  • Bildnachweis: Foto von Christa Wolf via Kino im Osten (Facebook).

  • Biografische Referenzen: Landsberg an der Warthe (Geburtsort), Biermann-Protest (1976), Rede auf dem Alexanderplatz (1989), Getty-Stipendium (Los Angeles).

  • Literatur: Der geteilte Himmel (1963), Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud (2010).

  • Zitate: „Wann, wenn nicht jetzt?“ (Christa Wolf).


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Dienstag, 17. März 2026

Wenn das Schicksal zuschlägt: Mein Dark Romance Gewinn!

Manchmal meint es das Schicksal – oder in diesem Fall die liebe Maja's Bücherliebe – besonders gut mit einem. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich eine Schwäche für Geschichten habe, die an die Grenzen gehen und die dunkleren Seiten der Romantik beleuchten.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als mein Name im Lostopf für zwei absolute Genre-Highlights fiel. Ein riesiges Dankeschön geht an Maja! In unserer Community ist es nicht selbstverständlich, so viel Herzblut in Gewinnspiele zu stecken. Danke, dass diese Schätze nun mein Regal bereichern!


Die Neuzugänge & Trigger-Warnungen


Die Post hat mir zwei Bücher gebracht, auf die ich schon lange ein Auge geworfen habe:

  • "My Filthy Valentine" von Isabella Russo: Isabellas Schreibstil ist bekannt für seine Intensität. Ich bin extrem gespannt, wie düster und sinnlich dieser "Valentine" wirklich ist.

  • "Observed: Jedes Stück ist unser" von Kristin Glimmer: Stalker-Tropes und die verschwimmenden Grenzen zwischen Besessenheit und Verlangen – genau das Richtige für nervenaufreibende Lesestunden.

⚠️ Wichtiger Hinweis (Trigger-Warnung): Beide Titel gehören zum Genre Dark Romance. Bitte beachtet, dass diese Geschichten explizite Szenen, moralisch graue Charaktere sowie Themen wie Besessenheit und Machtverhältnisse behandeln. Lest bitte verantwortungsbewusst und prüft vorab die detaillierten Warnungen der Autorinnen in den Büchern.


Ausblick & Eure Meinung

Beide Bücher wandern direkt auf meinen aktuellen Lesestapel (SuB, wer kennt ihn nicht?). In den nächsten Wochen werde ich euch hier meine detaillierten Rezensionen präsentieren. Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig auf beide Bücher. 

Schaut bitte auch bei der lieben Maja vorbei. 


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Hintergrund & Quellen zu diesem Post: Link zum Archiv 

Montag, 16. März 2026

[Rezension] Leanne Hall - Die Nacht von Shyness

Beschreibung:
Am Stadtrand von Shyness, wo ewige Dunkelheit herrscht und die Grenzen vor merkwürdiger Energie knistern, trifft Wolfboy im Diabetic Hotel ein seltsames Mädchen. Sein Name ist Wildgirl und es erklärt Wolfboy zum Fremdenführer für eine Nacht. Auf ihrer Tour durch Shyness kommen sie den Gangs der zuckerabhängigen Kids in die Quere. Ein waghalsiges Abenteuer beginnt, in dem Wolfboy und Wildgirl nicht nur verrückten Affen, ewigen Träumern, Döner verkaufenden Wahrsagerinnen und teuflischen Psychiatern begegnen, sondern auch der ganz, ganz großen Liebe – denn eine Nacht ist lang genug, um zwei Leben für immer zu verändern.

Details:
Herausgeber: ‎Aufbau Verlag
Erscheinungstermin: ‎12. März 2012
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Übersetzerin: Anna-Christin Kramer
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎289 Seiten
ISBN-10: ‎3351041543
ISBN-13: ‎978-3351041540
Lesealter: ‎12–15 Jahre
Originaltitel: ‎This is Shyness
Kaufen? 

Eigene Meinung:

Ein besonderes Cover und eine ungewöhnliche Welt: Warum mich dieses Abenteuer trotzdem ratlos und mit vielen Fragen zurücklässt.

Manchmal ist es ein einziges Bild, das unsere Neugier weckt. Bei „Die Nacht von Shyness“ von Leanne Hall war es das Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Es ist außergewöhnlich, ästhetisch und verspricht eine Geschichte, die „anders“ ist. Da ich Bücher liebe, die aus der Reihe tanzen, war meine Vorfreude groß – doch leider folgte auf den optischen Hochgenuss eine literarische Ernüchterung.

Worum geht es?

Das Buch ist für Jugendliche ab etwa 11 Jahren geschrieben und dementsprechend ist der Schreibstil recht einfach und zugänglich gehalten. Die Geschichte lebt von der abwechselnden Erzählweise der beiden Protagonisten: der 17-jährigen Wildgirl und dem 19-jährigen Wolfboy.

Die beiden treffen unter höchst ungewöhnlichen Umständen aufeinander und gemeinsam begeben wir uns mit ihnen auf ein nächtliches Abenteuer in einer Welt, die mit einem feinen Hauch von Fantasy überzogen ist. Auch eine zarte Liebesgeschichte bahnt sich zwischen den beiden an, doch diese kommt nur sehr schwer in Gang und kann das Ruder leider nicht herumreißen.

Ein Abenteuer ohne Kompass und Spannungsbogen

Doch hier liegt das Problem: Während wir mit den beiden durch die Nacht streifen, stellte sich bei mir immer mehr ein Gefühl der Orientierungslosigkeit ein. Die Handlung wirkt leider sehr zusammenhanglos und zusammengewürfelt. Anstatt einer fließenden Geschichte glich das Lesen eher dem Versuch, wahllos hingeworfene Fragmente zu einem Bild zusammenzufügen.

Besonders kritisch empfand ich den Spannungsbogen, der sich leider nicht über das komplette Buch ziehen kann. Zur Mitte hin flacht die Geschichte merklich ab, und auch der Stil wirkt zum Ende hin immer dünner. Was mich jedoch am meisten enttäuscht hat, ist das Finale: Ich blieb mit so vielen offenen Fragen im Kopf zurück, dass das gesamte Leseerlebnis im Nachhinein noch schlechter wegkommt. Ich hatte mich für dieses Buch entschieden, weil es so anders wirkte – am Ende fühlte es sich leider weniger nach Magie und mehr nach einem anstrengenden „Wortwirrwarr“ an.

Mein Fazit

Ein optisches Schmuckstück mit einem spannenden Erzählansatz, dem es aber massiv an Struktur, einem roten Faden und vor allem an Antworten fehlt. Wer eine durchdachte Fantasy-Welt sucht, wird hier leider mit zu vielen Fragezeichen allein gelassen.

Meine Bewertung: 

Schöne Hülle, verwirrender Kern und ein Ende, das zu viele Fragen offen lässt. 

2 von 5 Rosen 🌹🌹


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Hintergrund & Quellen zu diesem Post: Link zum Archiv