
Hand aufs Herz: Überall in den sozialen Medien sehe ich sie – die perfekt kuratierten Leselisten für den Monat. „10 Bücher, die ich im April lesen will“. Schön fotografiert, thematisch sortiert und mit festen Zielen versehen. Und wisst ihr was? Bei mir funktioniert das nicht. Gar nicht.
Lesen ist keine Hausaufgabe
Früher habe ich es tatsächlich versucht. Ich habe mir Listen geschrieben, Stapel bereitgelegt und mir vorgenommen, „diszipliniert“ zu lesen. Aber wisst ihr, was passiert ist? Die Lust blieb auf der Strecke. Eine Leseliste fühlt sich für mich an wie eine Hausaufgabe, die man abarbeiten muss. Und Lesen soll für mich alles sein, nur keine Pflicht.
Mein Regal ist kein Terminkalender und mein Nachttisch kein Aktenstapel. Wenn ich mich heute schon festlege, was ich in drei Wochen lesen muss, raube ich mir selbst die Vorfreude auf die spontane Entdeckung.
Die Magie der Intuition
Ich entscheide nach Bauchgefühl. Manchmal ist es das Wetter, manchmal ein Satz, den ich im Radio aufgeschnappt habe, oder einfach das ganz spezielle Gefühl im Zug, das mich zu einem bestimmten Buch greifen lässt. Mein Lese-Ich ist impulsiv. Wenn mich heute Daniel Glattauer im ICE mit seiner Leichtigkeit packt, dann ist das genau das richtige Buch für diesen Moment. Wenn ich morgen Lust auf einen schweren Klassiker oder ein trockenes Statistik-Lehrbuch habe, dann ist das eben so.
Diese Freiheit ist es, die mir die Freude am Lesen bewahrt. Ein Buch ist für mich eine Begegnung – und Begegnungen lassen sich nun mal schlecht im Voraus planen. Wer weiß schon heute, wen er in zwei Wochen gerne treffen möchte?
Wer mehr liest, lebt länger – aber nur mit Freude
Es ist sogar wissenschaftlich untermauert: Wer liest, lebt länger – Die Yale-Studie zum Lesegenuss auf Geo Wissen. Aber ich bin fest davon überzeugt: Das gilt nur, wenn das Lesen die Seele füttert und nicht den Stresspegel hebt. Ein Buch zu lesen, nur um einen Haken auf einer Liste zu machen, gibt mir keine Lebensenergie.
Wenn ich mich also treiben lasse, finde ich oft die besten Schätze völlig ungeplant. Meistens stöbere ich dann ganz ohne festes Ziel bei Medimops* oder Rebuy* nach Inspirationen, die genau zu meiner aktuellen Stimmung passen.
Wer also auf die „MissRose Leseliste Mai“ wartet: Die wird es bei mir nicht geben. Dafür gibt es immer echte Überraschungen, ehrliche Abbrüche (wenn ein Buch mal gar nicht passt) und genau die Themen, die mich in diesem Moment wirklich bewegen. ✨



