Donnerstag, 28. Februar 2013

So fühlt sich Leben an von Hagen Stoll

"So fühlt sich Leben an" von Hagen Stoll
=> Bildquelle: Privat

Beschreibung auf dem Buchrücken:
 »Kuje«, sagte ich - es war schon Nacht, ein schöner Sommerabend mit ungewöhnlich vielen Sternen am Himmel - »Kuje, mal ganz ehrlich: Wie weit denkst du?«
 »Ich denke von hier bis zu den Sternen«, sagte mein Vater. »Ich glaube an das, was ich sehe. Für mich ist Wirklichkeit das, wo man mit den Finger drauf zeigen kann.«
»Siehste, Kuje, das ist der Unterschied. Für mich ist bei den Sternen nicht Schluss. Für mich geht´s dahinter noch weiter.«
»Ich bin ganz anders«, antwortet er. »Bei den Sternen hört´s für mich auf.«
War das also geklärt.

Video zum Buch: 

Details:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345364056X
ISBN-13: 978-3453640566
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,4 x 3,4 cm 
(Details nach Amazon)

Eigene Meinung:
Hagen Stoll - ein Name, viele Gesichter und Lebensstationen bis hin zur Geburtsstunde der Band "Haudegen", mit der er im Moment große Erfolge feiert. 
Ob als Türsteher, Rapper, Joe Rilla, Texter, Komponist, Vater, Sprüher, Ganove oder Putzfrau - Hagen Stoll beschreibt in seinem Buch viele Höhen und Tiefen in seinem Leben - ungeschön, authentisch und offen. Gedanken und Träume finden darin genau Platz wie auch die raue Wirklichkeit, in der sich der Mensch Hagen Stoll entwickelt.
Beim Lesen hatte ich auch die ganze Zeit über das Gefühl, dass beim Schreiben auch eine intensive Auseinandersetzung mit seiner eigenen Person bei Hagen Stoll vorgegangen ist, was das Buch widerum noch interessanter macht. 

Spannend und lesenswert ist das Buch allemal, wenn man nicht auf vorgefertigte Happy Ends wie in Hollywood steht. Hagen Stolls Buch steht für ein Stück Zeitgeschichte, für einen Lebensweg in einer Zeit von Umbrüchen und Veränderungen. Diese Veränderungen nimmt Hagen Stoll auch auf und passt sich den Gegebenheiten soweit an, dass er sich über Wasser halten kann.

Hagen Stoll lässt den Leser sehr tief in sein Leben und den Puls der Zeit  eintauchen - verliert ihn aber im gesamten Buch nie aus dem Augen, sondern nimmt ihn mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die aber nicht nur seine Vergangenheit ist, sondern auch die Vergangenheit von Berlin und in einer gewissen Zeit auch ein Zeitbild von Deutschland.
Besonders zu bemerken ist, dass man beim Lesen nie das Gefühl hat, das - egal, wie tief der Fall von Hagen war - eine Hoffnungslosigkeit in das Buch kommt. Immer wieder geht es weiter und das spiegelt eine Hoffnung und eine Ode an das Leben wider, die jeder für sich - egal, ob Haudegen-Fan oder nicht - aus dem Buch mitnehmen kann.

Der Schreibstil von Hagen Stoll ist genauso wie er selbst - sehr authentisch und manchmal auch etwas derb, aber nie bartsch oder unfreundlich. Es liegt eine Ruhe in dem Schreiben, was das Lesen des Buches wirklich sehr angenehm macht. Zudem hat man das Gefühl, als würde Hagen das Buch nicht für jeder schreiben, sondern ganz bewusst für den einzelnen Leser - als würde er ihm sein Leben erzählen.

Fazit:
Eine tolle Lektüre - authentisch, echt und zugleich eine Hommage an das Leben und daran, das alles möglich ist, wenn man nur fest daran glaubt.
Absolut lesenswert!!!

Dafür gibt es 5 Rosen:

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