
Hallo ihr Lieben,
in den letzten Tagen habt ihr ja schon viel über das Buch "Die Sterblichkeit der Seele" erfahren und ich habe heute die Ehre, euch die Autorin Michaela Kastel etwas genauer vorzustellen. Ich hoffe, ihr habt Spass an den Interview.
=== Zum Buch „Die Sterblichkeit der Seele“ ===
Wenn du an die Zeit des Schreibens zurückdenkst, wie empfandest du diese Zeit? Hast du dich teilweise komplett in dieser eigenen Geschichte verloren?
Für mich hat die Arbeit an einem Buch immer etwas Obsessives an sich. Ich kann dann an nichts anderes denken als zu schreiben – so war es natürlich auch bei „Die Sterblichkeit der Seele“. Das kann mitunter recht stressig und auch zermürbend sein, wenn man z.B. mitten in einer spannenden Szene steckt und dann gezwungen ist, urplötzlich abzubrechen, weil man in die „richtige“ Arbeit aufbrechen muss. Ich weiß noch, dass ich für „Die Sterblichkeit der Seele“ deshalb jeden Tag sehr früh aufgestanden bin, um ein geplantes Tagespensum und meinen Beruf unter einen Hut zu bringen. Und auch, wenn ich gerade nicht am Schreiben war, war mein Kopf bis zum Rand gefüllt mit der Geschichte, was mich zwang, bei der Stange zu bleiben. Doch das ist auch gut so, denn ein bisschen muss man sich verlieren, sonst kann man nicht tief genug schürfen, um die Geschichte richtig zu erzählen.
Für dein Buch war ja einiges an Recherchearbeit nötig, wie ich mir denken kann. Wie bist du auf die Idee zu dem Buch gekommen und war das für dich schwierig, dich so genau in die Rolle einer jungen Schauspielerin hineinzuversetzen? Gibt es für den Charakter von Anna vielleicht ein reales Vorbild?
Reales Vorbild gibt es keines, doch es war offen gestanden nicht schwer, sich in Annas Gedanken- und Gefühlswelt hineinzuversetzen. Ich denke, jede Art von Künstler funktioniert nach demselben Prinzip, und Neid und Ehrgeiz spielen dabei eine entscheidende Rolle. Auch ich kenne das Gefühl, von der Konkurrenz an den Rand gedrängt zu werden, und den unbeschreiblich starken Wunsch, sein Ziel zu erreichen, egal mit welchen Mitteln. So gesehen war Anna sogar die leichteste Figur, die ich je erschaffen habe, denn ihr Denken und Handeln folgen einer – für mich – völlig klaren, logischen Linie. Wobei sie aber in vielerlei Hinsicht zu weit geht.
Wie genau ich auf die Idee gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr so genau. Die Geschichte ist Anfang 2015 entstanden, sie hat also bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel. Doch sie gehörte definitiv zur Kategorie „langes und zielstrebiges Nachdenken“ – soll heißen, dass ich mir bewusst über Tage und Wochen den Kopf darüber zerbrochen habe, welche Art von Story ich als nächstes schreiben könnte, während andere Geschichten einem ja einfach spontan in den Sinn kommen. Anfangs wusste ich nur, dass ich etwas mit dem Faust-Stoff anstellen wollte. Der Rest kam nach und nach.
Hast du einen persönlichen Liebling in der „Die Sterblichkeit der Seele“?
Das ist immer eine schwierige Frage. Alle Figuren haben ja ihren Charme, sonst könnte man keine Geschichten mit ihnen erzählen. Zumindest keine guten. Doch wenn ich mir einen Charakter aussuchen müsste, wäre es wohl Viktor, Annas Regisseur. Er ist direkt, zielorientiert und manchmal auch kompromisslos, was eine fast schon beneidenswerte Kombination ist, wenn man gut in seinem Job sein will. Außerdem hat es irrsinnig viel Spaß gemacht, ihn zu schreiben. Seine Szenen erledigten sich wie von selbst.

=== Zur Autorin Michaela Kastel ===
Seit wann schreibst du? Gab es einen Moment, in dem du dich bewusst zum Schreiben entschlossen hast oder war das eher ein schleichender Prozess?
Auch wenn das abgedroschen klingt, aber: Eigentlich habe ich schon immer geschrieben. Noch bevor ich alle Buchstaben gelernt hatte, habe ich mir Geschichten ausgedacht und sie meiner Mutter diktiert, die das Ganze dann für mich auf Papier gebracht hat. Ich habe auch immer kleine Bücher aus Papierblättern und Kleber gebastelt – der Wunsch, etwas von mir Geschriebenes in gebundener Form zu sehen, war also schon immer da. Ernsthaft zu schreiben begonnen habe ich dann mit ungefähr 16. Ich weiß noch, dass ich von einer Freundin zum Geburtstag ein Buch von Wolfgang Hohlbein bekommen hatte, und dieses Buch hat mich so begeistert, dass zum ersten Mal der Gedanke da war: „So etwas will ich auch machen.“ Der Rest ist Geschichte.
Ist Autorin für dich der schönste Beruf der Welt? Und wenn ja, warum ist er das?
Für mich persönlich ist er das, ja. Ich denke, jede Form von Leidenschaft, die sich künstlerisch in die Tat umsetzen lässt, ist das unumstritten Schönste auf der Welt. Wer hat schon den Luxus, von etwas leben zu können, das man aus tiefstem Herzen liebt? Es ist ein langer Weg bis dahin, und wer weiß, ob ich ihn je beenden werde, aber allein die Tatsache, ein Ziel zu haben, wofür man nahezu alles geben würde, ist ein Gefühl, wie man es sonst nirgendwo findet.
Wie sieht dein „Schreiballtag“ aus?
Sehr unterschiedlich. Arbeite ich gerade an einem Projekt, stehe ich in der Regel jeden Tag sehr früh auf, schreibe mein Pensum und ärgere mich, dass der Tag nicht mehr Stunden hat und ich mich nicht zweiteilen kann. Das dauert dann ungefähr 5-8 Wochen. Während dieser Zeit bin ich nicht wirklich ansprechbar. Dann wird überarbeitet. Da bin ich meistens nicht so streng mit mir, arbeite, wann ich Zeit und Lust habe. Dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen ich überhaupt nichts schreibe. Einen richtigen Schreiballtag gibt es daher nicht, da das Schreiben ja noch lange nicht mein Hauptberuf ist. So muss ich schauen, dass ich es irgendwie in meinen Berufsalltag integriere, und das klappt mal besser, mal schlechter.
Wo schreibst du am liebsten und wo kommen dir die besten Ideen?
Ich schreibe immer zu Hause, am PC an meinem Schreibtisch. Fremde Umgebung blockiert mich. Außerdem muss es still und einsam sein – also weder Musik, noch Fernsehen oder andere Menschen. Ich brauche zum Schreiben wirklich absolut Ruhe, auch weil ich dazu neige, währenddessen laut mitzulesen, um im Vorfeld bereits abzuklären, wie der Text vorgelesen klingt. Stellt euch vor, ich würde das im Café nebenan tun! Die Leute würden mich für irre halten.

Wenn du mal eine Schreibblockade hast, wie versuchst du diese zu überwinden?
Für gewöhnlich jammere ich mal eine Runde. Das hilft nie, aber man greift trotzdem immer wieder darauf zurück. Ehrlich gesagt habe ich kein verlässliches Mittel gegen Schreibblockaden. Wenn es nicht läuft, kann das ja immer verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist, dass man sich keinen Stress macht. Es sind nur Phasen, und nachdem eine dieser Phasen bei mir fast drei Jahre dauerte und ich danach trotzdem wieder zu schreiben begonnen habe, bin ich mittlerweile ziemlich gechillt, was Schreibblockaden angeht.
Was rätst du Menschen, die selber gerne schreiben wollen und somit am Anfang ihre ersten schriftstellerischen Schritte stehen?
Schreiben, so viel es geht. Besser werden. Und schreiben. Auch wenn es das beste Projekt ist und niemand es will. Schreibt ein neues. Und wann dieses Projekt dann noch besser ist und erneut niemand es will – schreibt ein neues. Loslassen ist ganz wichtig. Ich habe geschätzte 25 Manuskripte auf meiner Festplatte, die niemals veröffentlich werden, obwohl ich so viel Mühe und Zeit und Herzblut in sie investiert habe. Man neigt leicht dazu, sich an ein Projekt zu klammern – mächtig großer Fehler.
=== Michaela mal privat ===
Was für Genre liest du am liebsten oder bist du da nicht so festgelegt?
Querdurch. Ich habe in fast jedem Genre meine Favoriten und lese alles, was mich inhaltlich anspricht. Ausgenommen Krimis, denn da kommen mir die Gefühle zu kurz.
Hast du einen oder mehrere Lieblingsautoren?
Lieblingsautoren habe ich eigentlich nicht, doch es gibt einige, deren Können ich bewundere: Cody Mcfadyen im Thriller-Bereich, Tabitha Suzuma und Antonia Michaelis in Young Adult und Kai Meyer in fast allem, was er tut.
Was war dein Traumberuf als Kind?
Zahnärztin. Doch ich glaube, ich wollte das nur, weil meine Mutter von dem Wunsch so begeistert war.
Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Mein Hund macht mir ziemlich viel Spaß. Und manchmal backe ich auch. Meistens dann, wenn ich eine Schreibblockade habe und das Gefühl brauche, etwas „vollbracht“ zu haben.
Was macht für dich einen „perfekten“ Tag aus? Muss er dann komplett „perfekt“ sein oder machen ihn kleine Sachen erst so richtig perfekt?
Ein perfekter Tag? Ich glaube, den gibt es nicht. Doch es gehört auf jeden Fall Kuchen dazu.
Was ist dein ganz persönlicher Traum für die Zukunft, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Ich würde gerne ein Instrument lernen. Klavier oder Gitarre. Aber ich glaube, das wird nichts mehr.
~ Das Gewinnspiel ~
Wie bei jeder Blogtour gibt es auch wieder etwas zu gewinnen und zwar
2 x ein Print und 3 x 1 eBooks
Es kann jeden Tag ein Los für den Lostopf gesammelt werden, indem ihr die individuelle Tagesfrage beantwortet.
Meine Frage für heute lautet:
Was würdet ihr Michaela gerne noch fragen?
Was würde euch noch interessieren?
Das Gewinnspiel endet am 16.04.2017 um 23:59 Uhr.
Es gelten folgende Teilnahmebedingungen.
~ Der Blogtourfahrplan ~
Mittwoch, 12. April 2017
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Freitag, 14. April 2017
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Interview mit der Autorin
bei mir auf Miss Rose's Bücherwelt
Montag, 17. April 2017
Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs
Alles Liebe,
Katja









