Mittwoch, 27. April 2022

[Rezension] Lea Rieck - Sag dem Abenteuer, ich komme: Wie ich mit dem Motorrad die Welt umrundete und was ich von ihr lernte

Beschreibung:
Eine Frau. Ein Motorrad. Eine Welt.
Deine Welt. Dein Job. Deine Freunde. Dein Leben, wie du es kennst. Stell dir vor, du lässt all das hinter dir – und fährst mit dem Motorrad einfach los. Achtzehn Monate, fünfzig Länder, sechs Kontinente und neunzigtausend Kilometer Abenteuer.
In ihrem Reisebericht erzählt Lea Rieck eine berührende Geschichte vom Fallen und Wiederaufstehen, von Mut und Gelassenheit, Glaube an sich selbst und andere, Empathie, Hoffnung und Entschlossenheit. Von einer, die auszog – die aber nicht das Fürchten lernte, sondern auf ihrem eigenen steinigen Weg Abenteuer, Freundschaft und die Liebe fand.Der Moment, der alles verändert, kann jederzeit kommen. Bei Lea Rieck ist es ein ganz normaler Montagmorgen im Büro, als sie sieht, wie eine Kollegin eine Zimmerpflanze mit Evian-Wasser gießt. Sie kündigt ihren Job, verlässt ihre Komfortzone und macht sich auf eine Reise um die Welt. – nur ihr Motorrad und sie, ganz allein. Aber was tut man, wenn vor dem Fenster ein Militärputsch stattfindet, die neue Bekanntschaft sich als russischer Scharfschütze entpuppt oder man sich die Augen in einer Hochwüste verbrennt? Seine Lektionen lernen und weitermachen. Die Reise führt sie vorbei an 8000 Meter hohen Bergen in Pakistan, durch Tempel und Paläste in Indien, an die sicheren Ufer von Australien, in die trockenste Wüste der Welt in Chile und Bolivien – und am Ende wieder zurück nach Deutschland. Atemlos lässt sie sich von ihrer Intuition und ihren Instinkten leiten, erlebt Hoch- und Tiefpunkte des Alleinreisens, beginnt die Welt mit neuen Augen zu sehen und entdeckt das Leben in seinen unterschiedlichen Facetten und Formen.

Details:
Herausgeber: ‎KiWi-Paperback; 2. Edition (7. März 2019)
Sprache: ‎Deutsch
Broschiert: ‎416 Seiten
ISBN-10: ‎3462052241
ISBN-13: ‎978-3462052244
Abmessungen: ‎13.5 x 2.98 x 21.5 cm
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Eigene Meinung:
Das Cover ist total spannend gemacht, man sieht Lea und ihr Motorrad vor einer riesigen Hand und es ist einfach ein sehr interessantes Cover, was sicher mal etwas anderes ist. 
Lea macht sich auf um das Abenteuer ihres Lebens zu erleben und legt 90.000 Kilometer in 516 Tagen auf dem Motorrad zurück, wobei sie nicht nur viel über die Welt sondern auch viel über sich selbst lernt. Unterlegt wird ihre Reise natürlich im Buch von sehr viele Bildern, die natürlich absolut zu den Stimmungen passen und die Emotionen reichen von Hochgefühl bis tiefer Fall. 
Das Buch ist sicher kein Buch für Menschen, die eher an der Tour an sich oder an Bikertouren im Allgemeinen interessiert sind, aber das Buch ist anders, es ist eben auf die Reise um die Welt und die Reise zu sich selbst ausgelegt. Lea legt den Fokus im Buch vor allem auf die "besonderen" Erlebnisse auf einer Reise. Man fühlt sich dann wie live dabei, so erzählt es Lea, weil sie eben auch immer wieder viel Hingabe und Emotionen mit einfliessen lässt. 
Lea Rieck erzählt von ihrer Reise in der Ich-Perspektive und kommt somit dem Leser sehr nah. Neben ihrer Reise und wirklich spannenden Momenten in verschiedenen Ländern, gibt es auch sehr viele Einblick in ihre eigene Stärkung von Lea, was sie sehr sympathisch macht. 
Ihr Schreibstil ist zu Beginn des Buches etwas holprig, aber er wird im Laufe des Buches besser zu lesen. Trotzdem schafft es das Buch, seine Leser nicht nur zu entführen sondern auch in den Bann zu ziehen. Man sollte aber eben nicht wie einen klassischen Reiseführer über Land und Leute in diesem Buch erwarten. 

Fazit:
Lea Rieck schreibt kleinen klassichen Reiseführer, aber auch keine Roman, sie beschreibt schöne Orte, die sie gesehen hat, sie strahlt dabei Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aus. Eine sehr spannende Reise, die Lea Rieck gemacht hat, aber eben dabei nicht nur um die Welt sondern auch zu sich selbst. Ein Buch, was sehr zum Nachdenken und auch zum Selbstreflektion einlädt und mehr als nur spannende Orte zu bieten hat. Ein Buch absolut für alle etwas, die mal Fernweh haben. 

Dafür gibt es 5 Rosen:
Danke an die ‎KIWI Buchverlag und Vorablesen für das Rezensionsexemplar. 

Samstag, 23. April 2022

[Rezension] Jan Seghers - Der Solist

 
Beschreibung:
Polizist wird man aus Überzeugung. Was, wenn es die falsche ist?

September 2017. Der Frankfurter Ermittler Neuhaus stößt zur neu gegründeten Berliner «Sondereinheit Terrorabwehr», die in einer Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof residiert. Die Bundestagswahlen stehen bevor, in der Hauptstadt hat sich die Gefährdungslage drastisch verschärft. Neuhaus ist ein erfahrener Ermittler, doch die Berliner Kollegen begegnen ihm mit Skepsis. Nur die junge Deutschtürkin Suna-Marie kooperiert mit ihm.
Da erschüttert eine Serie von Morden die Hauptstadt. Das erste Opfer: ein jüdischer Aktivist, das zweite eine muslimische Anwältin, weitere folgen.
Was verbindet die Fälle? Neuhaus, der Solist, macht sich auf die Suche. Und in dieser Stadt, in der einen überall die Vergangenheit anspringt und die Gegenwart bedrängt, kämpft er allein. Fast allein.

Details:
Herausgeber: ‎Rowohlt Buchverlag; 2. Edition (26. Januar 2021)
Sprache: ‎Deutsch
Gebundene Ausgabe: ‎240 Seiten
ISBN-10: ‎3498058487
ISBN-13: ‎978-3498058487
Abmessungen: 12.9 x 2.42 x 20.8 cm
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Eigene Meinung:
Das Cover ist echt ein echter Hingucker, der Fotoeffekt ist echt sehr schön gemacht. Es ist auf jeden Fall schon mal ein Hingucker.
Der Solist Neuhaus, den wir im Buch begleiten, ist nicht wie üblich Teil eines Ermittlerteams, eher ist er ein Einzelkämpfer, der sich kaum in die Karten schauen lässt. Es kommt zwar ein weiblicher Gegenpart in der Gestalt von Suna-Marie dazu, aber ihr Part geht sehr unter, sie bleibt eher oberflächlich beschrieben, weil Neuhaus auch im Grossteil alleine ermittelt. 
Neben dem neuen Team, das unseren Solisten in Berlin erwartet, haben wir auch noch viele politische Themen, die sich in der Hauptstadt Deutschlands abspielen, zu dem sind wir zum Zeitpunkt des Buches kurz vor den Bundestagswahlen und im politischen Berlin passiert ein Mord nach dem Anderen - eine Mordserien, in der nur die Mordwaffe immer die gleiche ist und somit die Mordserie kennzeichnet. 
Nun laufen im Buch mehrere Themen zusammen, den nicht nur Neuhaus möchte die Morde klären, auch ein Politiker möchte diese Mordserie für seinen Wahlkampf medienwirksam nutzen. So gestalten sich die eigentlich 2 Hauptplätze des Buches, was man zu Beginn des Buches nicht wirklich erwartet. 
Der Schreibstil von Jan Seghers ist an sich ganz nett zu lesen, zwar ein bisschen wie ein Bericht der Ereignisse, aber leider arbeitet er mit so viele Klischees (Gut-Böse-Schema, Islam ist gleich Terror etc.), dass es einem beim Lesen schon etwas stört. Auch die Gespräche, die sich ergeben, wirken teilweise zu "glatt" und zu unrealistisch. Man versteht, welche Intension hinter dem Buch steht, man wollte den Fall um Anis Amri aufnehmen, aber so wirklich gut überlegt war das nicht, zwar war die Recherche sicher umfangreich, aber ein realer Fall literarisch umzuarbeiten sollte mit ein bisschen mehr Abstand geschehen, also nicht im zeitlichen Sinne sondern eher in der literarischen Verarbeiten. 
Auch ist die Spannungskurve nicht wirklich gelungen, man merkt eben, dass man einfach mit zu vielen zufälligen Wendungen arbeitet, was dann auch den Ausgang eher unrealistisch werden lässt. Die Formulierung ist bewusst vage gehalten um nicht zu spoilern. 

Fazit:
Das Cover ist sehr ansprechend gemacht, auch die Grundidee ist, wenn auch in der Themenbreit zu breit aufgestellt, nicht schlecht. Leider muss man sagen, die Umsetzung ist wirklich nicht besonders, auch wenn der Schreibstil an sich nicht schlecht ist, aber es ergibt sich kein echter Spannungsbogen, am Ende des Buches hat an irgendwie die Findung des Täters sehr Knall auf Fall angelegt und so viele politische Themen werden angeschnitten, aber nicht wirklich weiterverfolgt. Da wäre viel Potenzial für mehr gewesen. 

Dafür gibt es 2 Rosen: 
Danke an die ‎Rowohlt Buchverlag und Vorablesen für das Rezensionsexemplar. 

Sonntag, 17. April 2022

[Frohe Ostern] Habt ein schönes Osterfest. :)

Hallo ihr Lieben, 

ich wünsche euch ein schönes Osterfest und ein paar schöne Tage im Kreis eurer Lieben. :) 

Osterspaziergang
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorten sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt"s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden;
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit" und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
"Hier bin ich Mensch, hier darf ich"s sein."

J.W. von Goethe


In diesem Sinne euch tolle Ostern,
Alles Liebe,
Katja