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Dienstag, 18. August 2026

Zwischen den Zeilen: Wenn Worte fehlen und Tränen übernehmen 🖤📖

 

Warum manche Bücher keine klassische Rezension bekommen können – Ein ungeschönter Blick auf „Legenden: Tamara Danz“ von Alexander Osang.

Eigentlich sitze ich regelmäßig an meinem Schreibtisch, strukturiere Gedanken, wäge Kritikpunkte ab und vergebe Rosen. Doch manchmal gerät dieses feste System komplett ins Wanken. Es gibt diese seltenen Bücher, die man nicht einfach mit einer rationalen Analyse greifen kann, weil sie einen auf einer Ebene treffen, die jede sachliche Distanz zerstört.

Der gescheiterte Versuch einer Rezension

Aktuell lese ich „Legenden: Tamara Danz“ von Alexander Osang ein weiteres Mal – ursprünglich als Quelle und Recherche im Rahmen meiner aktuellen Seminararbeit. Doch schon nach wenigen Seiten passierte genau das, was mir schon beim ersten Lesen widerfahren ist: Die wissenschaftliche Distanz löste sich vollständig auf. Genau deswegen gehe ich auch emotionalgeschichtlich an dieses Thema ran - weil ich so meine eigenen Emotionen für meine Arbeit nutzen kann. 

Ich habe dieses Buch auf meinem Blog bisher nie besprochen, und der Grund ist simpel wie schmerzhaft: Ich finde schlichtweg keine passenden Sätze für eine klassische Rezension.

Ein Buch, das man nicht in der Öffentlichkeit lesen kann

Dieses Buch ist für mich ein absoluter Ausnahmezustand. Ich kann es unmöglich in der Bahn, im Café oder in der Unibibliothek aufschlagen. Wer Alexander Osangs Biografie über Tamara Danz kennt, weiß, mit welcher Schonungslosigkeit und Nähe er ihr Leben und ihr Sterben nachzeichnet.

Gerade die Kapitel über ihre letzten Lebenswochen und die finalen Interviews ziehen bei mir emotional dermaßen den Boden unter den Füßen weg, dass ich beim Lesen durchgehend den Tränen nah bin – und oft genug fließen sie auch. Es nimmt mich jedes Mal aufs Neue unfassbar mit. Tamara Danz war eine Naturgewalt, eine Ikone mit unbändiger Energie, und ihren Verfall sowie ihren viel zu frühen Abschied schwarz auf weiß zu begleiten, tut weh. Richtig weh.

Wenn Emotionen den Rahmen sprengen

Wie packt man ein solches Leseerlebnis in ein starres Bewertungsschema? Wie beurteilt man Dramaturgie, Sprache oder Spannungsbogen, wenn man selbst so tief berührt und aufgewühlt ist, dass man die eigene Befangenheit kaum in Worte fassen kann?

Ich habe gemerkt: Ich kann und will dieses Buch nicht in ein Korsett aus Sternen oder Rosen pressen. Aber ich wollte es euch unbedingt zeigen. Dieser Zwischenpost ist mein ehrliches Geständnis, dass auch eine Bloggerin manchmal vor einem Buch kapituliert – nicht aus Mangel an Qualität, sondern aus Respekt vor einer Wucht, die einen sprachlos zurücklässt.

Kennt ihr das? Gibt es dieses eine Buch, das euch emotional so fertiggemacht hat, dass ihr niemandem sachlich davon erzählen konntet? 🌹

Hier kannst du das Buch finden:

Falls ihr euch selbst auf diese intensive Biografie einlassen möchtet:

Ein kleines Dankeschön? Solche offenen und ungeschönten Einblicke abseits des normalen Rezensionsalltags bedeuten mir viel. Wenn du meine persönliche Arbeit und die Unabhängigkeit meines Blogs unterstützen möchtest, freue ich mich riesig über eine virtuelle Rose oder einen Kaffee auf Ko-fi! 🌹 Hier geht’s zu meinem Ko-fi Profil

Hinweis: Das Header-Bild dieses Beitrags wurde mit Unterstützung von Ideogram erstellt.

Mittwoch, 12. Oktober 2022

[Rezension] Klaus Günzel - Die letzte Nacht des Dichters E.T.A. Hoffmann

 
Beschreibung:
Am 25. Juni 2022 begeht die literarische Welt den 200. Todestag des Dichters, Komponisten, Zeichners und Justizrats E. T. A. Hoffmann. Der lange Zeit nur als „Gespenster-Hoffmann“ bekannte Schriftsteller ist inzwischen längst als einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit anerkannt worden. Es darf wohl als besondere Fügung angesehen werden, dass zu diesem Jubiläum eine bisher unveröffentlichte kurze Erzählung „Die letzte Nacht des Dichters E. T. A. Hoffmann“ des einstigen Zittauer Bibliothekars und Schriftstellers Klaus Günzel (1936-2005) erscheint. Günzel hatte sich über viele Jahre hinweg mit dem Leben und Werk E. T. A. Hoffmanns beschäftigt und galt als profunder Kenner der Deutschen Romantik. Seine Erzählung ist eine besondere Entdeckung und ein wertvoller Beitrag zum Hoffmann-Jubiläum. Eigens für die Publikation wurden zahlreiche Illustrationen angefertigt. Ein umfassendes und mit Abbildungen versehenes Nachwort informiert über E. T. A. Hoffmann und Klaus Günzel.

Details:
   Herausgeber: Oberlausitzer Verlag; 1. Edition (25. Juni 2022)
Herausgeber: Uwe und Daniela Kahl
Illustrationen: Annett Wolf
    Sprache: ‎Deutsch
    Gebundene Ausgabe: ‎54 Seiten
    ISBN-10: ‎3946795641
    ISBN-13: ‎978-3946795643
    Abmessungen: ‎14 x 20.8 x 1 cm
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Eigene Meinung:
Das Cover ist sehr schön gemacht, es zeigt eigentlich schon gut, um was es geht. 
Beschrieben hat Klaus Günzel die letzte Nacht des Dichters E. T. A. Hoffmann, in dem ihn nochmal seine Muse besucht. Wie im Anhang zu der Geschichte geschrieben, hatte Klaus Günzel eine ganze Reihe zum Leben und Wirken von E. T. A. Hoffmann geplant, die aber nie erschienen ist und nur in skizzenhaften Schemen vorliegt, aber die Geschichte um die letzte Nacht des berühmten Dichters ist fertig gestellt wurden und liegt nun zusammen mit einem sehr umfangreichen Biografie zu E. T. A. Hoffmann vor. Zudem wird das Buch um die Biografie von Klaus Günzel erweitert, weil er sein Leben sehr auf das Wirken von E. T. A. Hoffmann ausgelegt hat, was der Kurzgeschichte einen guten Rahmen gibt. 

Fazit:
Ein sehr umfassendes Werk rund um die letzte Nacht von E. T. A. Hoffmann, wie sie sich Klaus Günzel vorstellt. Im Buch wurde zudem ein recht ausführlichen Biografieteil nicht nur zu E. T. A. Hoffmann sondern auch zum Autor Klaus Günzel, der sein Leben der Biografie von E. T. A. Hoffmann gewidmet hat, gespart und machen die Kurzgeschichte für den Leser zu einem sehr informativen Ausflug in zwei verschiedene Leben. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Samstag, 11. September 2021

[Rezension] Rich Cohen - Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones ~ Ein Leben im Schatten der größten Rockband der Welt

Beschreibung:
Als junger Journalist erhält Rich Cohen in den Neunzigern einen Auftrag, der alles verändert. Er bekommt die einmalige Chance, die Rolling Stones auf ihren US-Touren zu begleiten. Unterwegs mit der Band, verfällt er rasch ihrer einzigartigen Faszination. Wird Teil des Epos "Rolling Stones". Und schneller, als er sich umschauen kann, zum Insider, eingeweiht in die typischen Witze, die Kameradschaft, die bisweilen bissigen Umgangsformen, das harte Leben der größten Rockband aller Zeiten. Doch neben all den Drogen und Affären, den Auseinandersetzungen und zahllosen Wiedervereinigungen ist es die Musik, die bleibt. Dieses Buch ist inspiriert durch Cohens Bewunderung für die Songs der Stones, die an Besessenheit grenzt. Es ist der rigorose Blick eines Mannes, der ganz nah dran war und noch immer ist an der legendären Band, die Generationen prägte. Und zugleich eine bahnbrechende Kulturgeschichte, verfasst von einem preisgekrönten Autor zahlreicher New-York-Times-Sachbuchbestseller. Ein Buch, so gut, so frech, so elegant – so anders, dass es sich liest wie ein Roman.

Details: 
Herausgeber: ‎ btb Verlag (9. Januar 2018)
Sprache: ‎ Deutsch
Taschenbuch: ‎ 528 Seiten
ISBN-10: ‎ 9783442716050
ISBN-13: ‎ 978-3442716050
ASIN: ‎ 3442716055
Originaltitel: ‎ The Sun and the Moon and the Rolling Stones
Abmessungen: ‎ 11.8 x 3.5 x 18.8 cm
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Eigene Meinung:
Das Cover zeigt die berühmte Zunge, bei der man gleich an die Rolling Stones denkt, ein Symbol der Band, das sicher vielen Leuten ein Begriff sein sollte. Sonst ist das Cover eher schlicht gehalten, was aber auch schön aussieht. 
An dieser Stelle sei gesagt, niemand soll sich irritieren lassen, weil das Cover des E-Books sieht komplett anders aus. 
In den Buch geht es vor allem um die Band in den Anfängen bis in die 80er Jahre hinein, auch wenn das Cover etwas anderes vermittelt, weil das Logo der Band ist eher aus den 90er, also sich davon bitte nicht irritieren lassen.
Eigentlich würde mal ausgehend vom Klappentext einen wirklichen Insiderblick erwarten, aber der ist eher rar gesät. Natürlich kann man viele bekannte Geschichten nicht komplett aussen vor lassen, aber irgendwie wirkt das alles schon ein bisschen sehr lieblos zusammengestellt. Auch so wirklich nah dran ist der Autor nicht gewesen, was schade ist, denn eine Tour, die man begleiten darf, trägt immer eine gewisse Art von Tourgeheimnissen oder auch Traditionen mit sich, aber auch die kommen sehr kurz. 
Der Schreibstil von Rich Cohen ist sehr angenehm zu lesen, er hat viel Wissen über die Band, das merkt man auch immer wieder, aber man hat den Eindruck, seinen eigenen Erlebnisse und Momente mit der Band reichen einfach nicht für das Buch, weswegen er dann auch noch recht bekannte Geschichte und andere Fakten rund um die Band mit in das Buch gepackt hat. Sicher interessant für alle, die sich noch nicht mit der Band auseinander gesetzt haben, aber für echte Fans gibt es dann wenig neues zu entdecken, was sich dann so ein bisschen mit der Buchbeschreibung widerspricht. 
Leider muss man auch sagen, dass einige Fakten nicht wirklich genau recherchiert sind, so finden wirklich Fans schnell einige falsche Daten rund um die Band, was in einem Buch über die Band von einem echten Journalisten nicht passieren darf. 

Fazit: 
Rich Cohen hat an sich in seinem Klappentext viel versprochen, aber leider kann er nicht viel davon halten, viele Geschichten, die in dem Buch niedergeschrieben sind, sind aber bekannt und man kann nicht wirklich einen grossen Blick eines Insiders erhaschen, was aber schon im Klappentext versprochen wird. 
Das Buch ist ganz nett zu lesen und sicher für Menschen gut, die sich mit den Rolling Stones noch nicht so wirklich beschäftigt haben, aber für wirkliche Fans ist es leider nur eine Erzählung alter Geschichten im neuen Gewand, zwar gibt es ein paar kleine neue Details, aber wirklich eine grosse Überraschung ist das Buch nicht, aber sehr nett zu lesen. 

Dafür gibt es 3 Rosen: 
Danke an den btb Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Freitag, 23. Juli 2021

[Rezension] Alexander Osang - Legenden. Tamara Danz

Beschreibung: 
Tamara Danz, die früh verstorbene Rock-Sängerin der Gruppe "Silly", ist bis heute eine Legende. Zu ihrem zehnten Todestag 2006 wurde in Berlin eine Straße nach ihr benannt.
Alexander Osang, der das letzte Interview mit ihr führte, ist der Frage nachgegangen, wer Tamara Danz eigentlich war und was sie in den Köpfen ihrer Freunde und Feinde hinterlassen hat. Er sprach mit Liebhabern und Rivalinnen, mit Managern und Politikern, mit Kollegen und Ärzten. Entstanden ist ein facettenreiches Porträt, das zugleich Auskunft gibt über menschliches Verhalten in einer Zeit schwieriger Umbrüche.
Originaltexte von Tamara Danz, ein umfassender Lebenslauf und eine Discografie ihrer Band "Silly" komplettieren den Band.

Details:
Herausgeber: Ch. Links Verlag; 3., Edition (1. Januar 1999)
Sprache: ‎Deutsch
Broschiert: ‎224 Seiten
ISBN-10: ‎3861531240
ISBN-13: ‎978-3861531241
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Eigene Meinung: 
Das Cover zeigt ein sehr eindrucksvolles Bild von Tamara Danz, vor allem der Blick vom Cover auf den Leser ist beeindruckend. 
Tamara Danz, das ist ein Name, bei dem viele Menschen sofort die taffe Sängerin der Band Silly im Kopf habe, die immer eigensinnig war und in ihrem Leben immer wieder gegen die Obrigkeit der DDR rebelliert, Grenzen auslotet und deren klare Kante gegen die DDR nach dem Fall der Mauer 1989 in vielen politischen Aktionen ihren Höhepunkt fand. 
Aber neben dieser starken Frau gab es auch den Menschen Tamara Danz, eine Frau, deren Biografie sicher keine ist, die man so oft in der damaligen DDR findet, weshalb sie schon aus der Masse sticht, aber die auch durch ihre Art für viele ihre Weggefährten eine "Sonne" (Anmerkung, diese Formulieren stammt von Toni Krahl, Sänger der Band City) war. 
Alexander Osang steckt selber tief in der Materie drin, er führte das letzte Interview mit Tamara Danz und das merkt man auch, wenn man in das Buch eintaucht. Er arbeitet sehr nah am Geschehen und schafft es dadurch, ein sehr umfassendes Bild von Tamara Danz zu zeichnen, was eben nicht nur ihr Leben als Sängerin oder Künstlerin umfasst sondern auch als Mensch, der in seinem Leben viele Umbrüche mitmachen musst und sich immer wieder neu auf die aktuellen Lagen einstellen musste. 

 Fazit: 
Mit einer beeindruckenden Tiefe zeichnet Alexander Osang das Bild einer mutigen Sängerin, einer starken Frau und einer Kämpferin, die alle, die sie kannten, in lebendiger Erinnerung geblieben ist und er schafft es, diese Bild von ihr auch für den Leser zu zeichnen, was das Buch nicht nur für Fans der Band Silly oder ihrer charismatischen Frontfrau lesenswert macht sondern für alle Interessierten, die sich mehr mit der Musikszene in der DDR oder der Entwicklung einer grossen Künstlerin näher befassen wollen. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Wichtiger Hinweis: 
Der Beitrag erschien wortgleich auf dem Blog Zwischen Noten und Konzerten. 
Da es in beide Blogs passt, ist das so gewollt. 

Dienstag, 18. Mai 2021

[Rezension] Maria Bachmann - Panikrocker küsst man nicht ~ Wie mich die wilde Liebe zu Udo Lindenberg ins Leben katapultierte

 Beschreibung:
»Maria war damals schon ’ne Schlau-Frau, erst ’n bisschen schüchtern vom Kartoffelacker in die Großstadt, künstlerisch, immer neugierig auf die Wundertüte des Lebens. Heute gibt sie den Leuten viel Energy, Fraktion ›Durchblick und Unbescheidenheit‹. Coole Compagnera mit Seelen-Tieftaucher-Lizenz und Abenteuergeist. Das brauchen wir heute.« Udo Lindenberg

Mitte der Achtzigerjahre in der deutschen Provinz: Die junge Krankenschwester Maria sehnt sich nach einem Leben voller Freiheit und Erfüllung. Als sie auf einem Konzert Udo Lindenberg kennenlernt, landet sie erst im Tourbus der Band, dann in seinen Armen. Schnell erliegt sie dem rebellischen, wilden und kompromisslosen Charme des »Panikrockers«. Doch es knirscht zwischen ihnen, und während sie vom Ankommen träumt, will er radikale Unabhängigkeit. Maria braucht Jahre und viele schöne, aber auch schmerzliche Erfahrungen, bis sie sich von ihm löst und ihren eigenen Weg findet. In der aktualisierten Neuauflage dieses 1992 erstmalig erschienenen Buches erzählt die bekannte Schauspielerin und Autorin Maria Bachmann eindrucksvoll und inspirierend die leidenschaftliche Geschichte einer lebenshungrigen Frau, die ausbricht und erst Udo Lindenberg, dann die große weite Welt und schließlich ihr eigenes Leben erobert.

Details: 
Herausgeber: Goldmann Verlag; Neuveröffentlichung Edition (20. Januar 2020)
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN-10: 344214258X
ISBN-13: 978-3442142583
Abmessungen: 12.5 x 2.2 x 18.7 cm
Kaufen? 

Wichtiger Hinweis: 
Das Buch ist eine Neuauflage, das Buch ist bereits 1992 erschienen und ist nun aktualisiert wurden. 

Eigene Meinung: 
Das Cover hat schon so einen Hauch von der Hamburger Reeperbahn, man sieht die Lichter und den Titel im Neonlicht, das fällt schon auf, da geht der Untertitel und auch der Autorennamen fast schon etwas unter. 
Maria ist eine einfache Krankenschwester mit einem grossen Lebenshunger, aber sie weiss nicht, wie sie der Provinz entkommen soll, doch dann ist da dieses Konzert von Udo Lindenberg bei ihr in der Nähe und aus einem Abend voller Musik wird der Sprung in ein neues spannendes Leben... 
Das Buch katapultiert den Leser in die Mitte der 80er Jahre zurück, aber deswegen wirkt die Geschichte nicht altbacken oder irgendwie aus der Zeit gefallen, sie ist eher spannend und durch die Verstrickungen auch spannend und unterhaltsam. 
Maria Bachmann gibt dem Leser einen guten Einblick in die Welt um Udo Lindenberg herum und beschreibt sehr anschaulich, wie sie als damals noch junge Krankenschwester durch Zufall Udo Lindenberg kennenlernt und dabei sich selber findet, natürlich auch mit Hilfe des Panikrockers. 
Maria Bachmann schildert die Jahre mit Udo Lindenberg sehr eindringlich und voller Emotionen, sie gibt auch Einblicke in einige ihrer Tiefpunkte, aber auch in das Leben von Udo Lindenberg als Rocker der Nation und gerade das macht das Buch authentisch.
Abgerundet wird das Buch durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil von Maria Bachmann, der das Buch wirklich fesselnd macht, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. 

Fazit:
"Panikrocker küsst man nicht" ist ein Buch, was man wirklich in einem Rutsch lesen kann, es ist ein sehr emotionales und spannendes Buch, voller Verstrickungen und Träume, aber auch von einer aufregenden Zeit, die man nie vergisst. 
Ein Buch, was sicher nicht nur für die Fans des Panikrockers oder von Maria Bachmann interessant ist, weil es einfach ein paar Einblicke in das Leben des Rockers gewährt, aber gleichzeitig die Gefühlsachterbahn von Maria Bachmann widerspiegelt. 

Dafür gibt es 5 Rosen: 
Danke an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wichtiger Hinweis: 
Die wortgleiche Rezension findet sich im Musikblog Zwischen Noten und Konzerten, das ist so gewollt, weil das Buch in beide Blogs passt. 

Montag, 11. Juli 2016

[Rezension] Jessie Hartland - Steve Jobs - Das wahnsinnig geniale Leben der iPhone-Erfinders

Beschreibung des Buches:
Das Genie hinter dem iPhone – Steve Jobs, der Mann mit der Zukunftsvision.
Die Wetter-App auf unserem iPad sagt uns, was wir morgens anziehen sollen. Die Musik, die uns den Tag über begleitet, haben wir von iTunes. Und der Film, den wir abends schauen, ist von Pixar.
Hinter all diesen Produkten steht Steve Jobs. Der Mann mit dem schwarzen Pullover bestimmt unseren Alltag – auch noch Jahre nach seinem Tod. Selbst das Internet gäbe es ohne ihn vermutlich nicht. 
Guru, Visionär, Tyrann, Erfinder, Verkäufer, Apple-Gründer – es gibt viele Geschichten über Steve Jobs. Zusammen ergeben sie das wahnsinnig geniale Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit.
Umwerfend gezeichnet, locker erzählt und trotzdem mit Tiefgang: Diese Graphic Novel ist das iPhone unter den Biographien. Alle anderen sind bloß Telefone!

Details:
Broschiert: 240 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737340277
ISBN-13: 978-3737340274
Übersetzerin: Ulrike Schimming
Größe: 14,1 x 1,7 x 21,5 cm

Eigene Meinung:
"Steve Jobs - Das wahnsinnig geniale Leben der iPhone-Erfinders" von Jessie Hartland fand seinen Welt durch den Welttag des Buches 2016 zu mir, ich hatte es gewonnen. 
Das Cover an sich ist recht schlicht gehalten, man sieht eben Steve Jobs (oder besser die Zeichnung von ihm) und das Apple-Symbol, was weltweit bekannt ist. Der Apfel ist auch das Einzige, was auf dem Cover bunt gestaltet ist, was aber an sich nicht wirklich schlimm ist. 
Im Buch werden die verschiedenen Lebensabschnitte von Jobs aufgearbeitet, aber eben durch Comics und nicht mit ausschweifenden Beschreibungen. Es wird an sich auf der Nötigste reduziert und das macht das Buch an sich recht schlank, aber man darf natürlich keine Massstäbe einer Biografie anlegen, weil dazu eignet sich eine Comic-Biografie nicht. 
Die Zeichnungen im Buch sind komplett in schwarz-weiss gehalten, was an sich aber auch zu Steve Jobs passt, weil sein Markenzeichen auch immer der schwarze Rollkragenpullover ein. Die Zeichnungen sind jetzt keine grosse Kunst, aber sie sind so funktional, wie Steve Jobs auch immer an seine Technik gegangen ist und dann passt es auch wieder ins Gesamtbild. 
Das Buch kommt als broschierte Ausgabe daher, die wirklich schön aussieht, aber leider bekommt die Broschierung recht schnell Leserillen, was schade ist, weil es den Gesamteinddruck etwas stört. 
Die Art des Comics ist für eine Vermittlung gut gewählt, weil man bleibt an dem Buch ran, weil man einfach mehr wissen möchte, man bleibt einfach an dem Leben von Steve Jobs daran und im letzten Moment überkommt einen dann wirklich Traurigkeit, weil man die Comicfigur wirklich mag, aber natürlich kommt das unweigerliche Ende, das sollte einem klar sein. 

Fazit:
Man darf von einer Comic-Biografie jetzt nicht erwarten, dass man eine vollständige Wiedergabe des Lebens von Steve Jobs erhält, aber wer an sich noch nicht weiter vertraut mit ihm und seinem Schaffen ist, für den ist das Buch vielleicht ein guter Einstieg und man bekommt trotzdem alle relevanten Lebensstationen des Apple-Gründers vermittelt. 
Die Zeichnungen sind recht schlicht und in schwarz-weiss gehalten, passen aber zu der Figur von Jobs, der ja immer mit schwarzen Rollkragenpullovern durch Leben ging.
Ein tolle Buch, das nicht nur informativ sondern auch gut zu lesen ist, vielleicht auch durch die Art des Comics für jüngere Leser. 

Dafür gibt es 4 von 5 Rosen:

Dienstag, 29. Oktober 2013

Peter Maffay - Der 9. Ton ~ Gedanken eines Getriebenen

Beschreibung auf dem Buchrücken:
"Die Tonlieter hat acht Töne, der neunte Ton ist der gute Ton. Er steht für das Miteinander, für Respekt, für Begeisterungsfähigkeit und Slebstvertrauen. Wenn wir alle diesen Ton beherrschen wie Musiker im Orchester, können wir Perspektiven für eine Gesellschaft erzeugen, in der Vielfalt und Dialog selbstverstänlich sind. Der neunte TOn ist eine nie endende Herausforderung, eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen, und dazu gibt es keine Alternative."

Pressestimmen:
»Jetzt rechnet er ab – mit sich selbst. Musik-Gigant Peter Maffay schreibt in seinem neuen Buch „Der 9. Ton“ über persönliche Werte und Moralvorstellungen, kritisiert dabei auch sein eigenes Rocker-Leben.« (Mark Pittelkau in Bild)

»Es erzählt von seiner Kindheit, von seinem Vater – dem einzigen Helden in Maffays Leben und von der Arbeit seiner Stiftung für Kinder. Es ist ein Appell für eine kinderfreundlichere Gesellschaft.« (Der Tagesspiegel)

»Er zeichnet ein intimes Bild seiner Person und seiner Passionen und schildert prägende Begegnungen und Stationen. Der Initiator von Tabaluga, Kinderschutzhäusern, Stiftungen und internationalen Projekten ist vor allem ein Visionär. Ein Buch mit Mutmachfaktor.« (Marcus C. Leitschuh in das magazin) 

Details: 
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Kösel-Verlag; Auflage: 3 (3. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3466370590
ISBN-13: 978-3466370597
Größe: 19,2 x 13 x 1,6 cm 

Eigene Meinung:
Peter Maffay hat mir seinem 9. Ton ein sehr nachdenkliches Buch geschrieben, was nicht nur biografisch ist, sondern auch Spiegel unsere Gesellschaft, die immer komplexer und unübersichtlicher wird. Er gibt seine Gedanken im Bezug auf verschiedene Themen wieder und überlegt auch an Lösungsansätze für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme.

Die Nächstenliebe wird bei Peter Maffay sehr groß geschrieben und ist gleichzeitig sein höchstes Gebot. Er beschreibt die Probleme mit der Nächstenliebe treffend in einem Zitat: "Das eigentliche Problem ist, dass die Menschen in unserer Gesellschaft zunehmend egoistisch und selbstverliebt werden. Leider ist dies auch eine Folge der Globalisierung,... " (S.40).

Gleichzeitig gibt Peter Maffay aber auch zu, dass es für ihn sehr schwierig ist, seine innere Balance zu halten, wenn er das ganze Unrecht um ihn herum sieht und eben nicht überall helfen kann. 
Er macht sich auch Gedanken in Bezug auf seinen Sohn, der in dieser Welt aufwächst und auch darum, wie seine Sohn seine Umwelt erfährt und erlebt. Er sorgt dafür, dass sein Sohn ohne Vorureile gegenüber anderen aufwächst und auch versteht, dass es eben nicht allen so gut geht wie ihm selber.
Er macht sich natürlich auch Gedanken um sein eigenes Ableben und was er hinterlässt, wenn er diese Welt verlässt und sieht das aber keineswegs negativ sonder eher als einen natürlichen Lauf der Dinge an, den er auch für sich angenommen hat. 

Peter Maffay berichtet über seine Kindheit, die sich in Rumänien abspielte, aber auch über seine Eltern, die ihm ihre Werte vermittelten. Man erfährt viel von seinem Vater, der ein überzeugter Regimegegner war und auch nach dem Ende des Regimes erst sehr spät wieder nach Rumänien zurückgekehrt ist. Diese Rückkehr wurde aber auch von einem Projekt von Peter Maffay iniziert und es macht Peter Maffay sehr stolz, dass sein Vater seine Abneigung wegen seines Projektes in Radeln (Rumänien) überwunden hat und zu ihm gekommen ist. 

Besonders schön an diesem Buch sind auch die Bilder, die immer wieder zur Untermalung der Erinnerungen eingebetten wurden. Viele Bilder sind bekannt, aber man entdeckt auch unbekannte Momentaufnahmen. Gerade diese Momentaufnahmen machen dem Leser bewusst, wie tief ihn Peter Maffay in sein Leben und auch seine Gedanken schauen lässt.

Auch ein besondere Hingucker sind die Zitate, die unter jedem Kapitel handschriftlich festgehalten sind. So steht zum Beispiel unter dem Kapitel "Das verschenkte Glück" vermerkt: "Hand in hand with our love for the children of the world". (S. 30)

Der Schreibstil von Peter Maffay ist ruhig und teilweise sehr frequentierend. Man hat das Gefühl, man sitzt in seinem Kof und verfolgt seine Gedanken. Trotzdem ist jedes Kapitel in sich geschlossen und nachvollziehbar, was das Lesen sehr leicht macht. 

Leider ist das Buch etwas kurz, aber man bekommt für sich und sein eigenes Leben einige Anregungen, die überlegenswert oder vielleicht sogar am besten einfach umsetzenswert sind.

Fazit:
Ein tolles Buch von einem großartigen Künstler unserer Zeit, der sich eben nicht nur um sich selber, sondern auch um seine Mitmenschen Gedanken macht und den Leser gleichzeitig tief in sein Innerstes schauen lässt. Eine tolle Mischung aus Erinnerungen und Gegenwartsreflektion und deshalb absolut lesenswert.

Dafür gibt es 5 Rosen: 

Mittwoch, 10. April 2013

Hape - Auf den Spuren des lustigen Deutschen von Alexandra Reinwarth

Fotoquelle: privat

Beschreibung auf dem Buchrücken:
Weisste Bescheid, Schätzelein!
Seit über 20 Jahren ist Hape Kerkeling der Sympathieträger und Erfolgsgarant der deutschen Fernsehunterhaltung. Ihm verdanken wir unzählige Sternstunden: Hannilein, Königin Beatrix vor Schloss Bellevue, Hurz, Horst Schlämmer und viele mehr. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges zog er sich zurück und wanderte viele Kilometer auf dem Jakobsweg, womit er einen ungeahnten Boom des Pilgers auslöste. Über diese Erfahrung schrieb er einen Bestseller wie ihn Deutschland selten erlebt hat. Und trotz seines riesigen Erfolgs ist er immer bescheiden, freundlich und irgendwie einer von uns. 
Diese Biografie geht dem Phänomen Hape auf den Grund und bringt Seiten ans Licht, die noch niemand ahnte. Oder wussten Sie etwa,  dass sich Hape als 12-Jähriger auf die Rolle des Dicki Hoppenstedt im Loriot-Sketch Weihnachten bei Hoppenstedt bewarb....?

Details:
Gebundene Ausgabe: 255 Seiten
Verlag: Riva (19. Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868831398
ISBN-13: 978-3868831399
Größe: 21,4 x 14,2 x 2,4 cm

Eigene Meinung:
 Alexandra Reinwarth zeichnet in ihrem Buch ein liebevolles Bild von Hape Kerkeling. Man spürt beim Lesen, dass sie selber begeisterte Fan von Hape ist. Ihr eigene - leider nur partizell durchscheindenen - Begeisterung für bestimmte Sketche zeigt dies auf. 

Sie beginnt in ihrem Buch chronologisch mit dem Wertegang von Hape, beginnten mit seiner Kindheit und seinen ersten Schritten im Showbuisness bis hin zu Jahr 2010, sie vermittelt also ein Gesamtbild, lässt aber auch für nette kleine Geschichten Platz, was dem ganzen Buch eine ganz eigenen Note gibt. 

Sie arbeite sehr genau und stellt auch die Sendungen / Filme und Sketche sehr gut da, so dass man sie sich, falls man sie nicht kennen sollte, auch sehr gut vorstellen kann. Wenn man sie aber kennt, wirken sie eher etwas starr und nicht mehr so lustig wie die eigentliche Umsetzung.

Etwas negativ fiel mir auch die Auflistungen der Darsteller und Produktionsdaten auf. Diese Informationen wären besser im Anhang aufgehoben gewesen, weil das doch das Lesen etwas stört. 
Zu bemerken ist aber an dieser Stelle, dass das Anhang, so wie er in der Ausgabe vorliegt, schon sehr umfangreich ist und alles auflistet, was rund um Hape wichtig ist.Zudem geht sie im letzten Kapitel auf die Figuren von Hape ein und beschreibt ihren besonderen "Zauber".

Der Schreibstil von Alexandra Reinwarth ist aber sehr angenehm zu lesen und das Buch lässt sich sehr gut in einem Rutsch durchlesen.

Trotz ein paar Abstriche empfehlenswert, besonders für Fans von Hape und auch für Menschen, die einfach mal mehr über den Menschen hinter den Figuren und dessen Leben erfahren wollen.

Fazit:
 Ein nettes Fanbuch, dass Hape als Gesamtbild erscheinen lässt und auch auf Perlen hinweist, die vielleicht sonst in Vergessenheit geraten würden. Das sympathische Bild, dass Alexandra Reinwarth  vermittelt, ist es aber eigentlich schon wert, das Buch zu lesen.

Besonderen Dank an:
Besonderen Dank an den RIVA-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

Dafür gibt es 4 Rosen:
 

Meine Oma, Marx & Jesus Christus von Uwe Steimle

(Fotoqulle: privat)
Beschreibung auf dem Buchrücken:
"Aus dem Osten kommt das Licht!" - Uwe Steimle

Pressestimme:
 "Mit einem gewissen Herkunftsstolz singt Steimle ein Loblied auf die Provinz. Denn nicht als „global Player" versteht er sich, „sondern als Lokalakteur, Provinzknaller, Dialekt liebender Eigenbrötler, der die Fantasie zum Atmen braucht"."  
Leipziger Volkszeitung

Details:
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 5 (27. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357906648X
ISBN-13: 978-3579066486
Größe: 21,8 x 14,2 x 2,2 cm 

Eigene Meinung:
Uwe Steimle erzählt mit viel Witz aus seinem Leben. Er berichtet von Erlebnissen aus seiner Kindheit, verliert sich aber auch immer wieder in Ausschweifungen, was das Buch sehr sympathisch macht, aber leider auch etwas anstrengend zu lesen. Trotz diese kleine Mankos ist das Buch lesenswert für alle Fans von Uwe Steimle, für alle Menschen, die die sächische Sprache lieben und auch gerne etwas Anspruch in den Bücher haben möchten. 

Das Buch ist zudem ein schöner Einblick in das Leben von Uwe Steimle, so kann man auch besser verstehen, wie er auf seine Kabarettprogramme und seine Themen kommt. Dadurch versteht man den Menschen Uwe Steimle viel besser als vorher und in manchen Momenten erkennt man sich selber auch in den kleinen Episoden.

Das Buch lässt sich sehr flüssig und leicht lesen - obwohl man sich immer wieder in die eigentliche Handlung etwas zurückfunden muss, da Uwe Steimle immer wieder gedanklich von seinen Geschichten abschweift. Zudem sollte man vor dem Lesen wissen, dass Uwe Steimle ein Verfechter der deutschen Sprache ist und sich gerne mal über ausländische Spracheinflüsse auslässt. Zudem ist ein Teil des Buches in Sächisch geschrieben ist,was vielleicht auf manche Leser etwas befremdlich wirkt. Uwe Steimle setzt das aber gezielt ein um auf die Schönheit Sachsens hinzuweisen.

Fazit:
Ein nettes Buch mit vielen autobiografischen Zügen, dass aber etwas verwirrend auf den Leser wirkt. Durch die gedanklichen Abschweifungen ist es leider etwas anstrengend zu lesen, aber dennoch für Menschen zu empfehlen, die sich gerne mit Querdenkern und Lebenswegen auseinandersetzen. Ausserdem ist es eigentlich für alle Menschen zu empfehlen, denen etwas an Sachsen liegt.

Besonderen Dank an Uwe Steimel für die Lesung am 1.9.12, bei der ich das Buch erworben habe und mich auch sofort in seinen Schreibstil verliebt habe. :-)

Dafür gibt es 4,5 Rosen:
 

Donnerstag, 28. Februar 2013

So fühlt sich Leben an von Hagen Stoll

"So fühlt sich Leben an" von Hagen Stoll
=> Bildquelle: Privat

Beschreibung auf dem Buchrücken:
 »Kuje«, sagte ich - es war schon Nacht, ein schöner Sommerabend mit ungewöhnlich vielen Sternen am Himmel - »Kuje, mal ganz ehrlich: Wie weit denkst du?«
 »Ich denke von hier bis zu den Sternen«, sagte mein Vater. »Ich glaube an das, was ich sehe. Für mich ist Wirklichkeit das, wo man mit den Finger drauf zeigen kann.«
»Siehste, Kuje, das ist der Unterschied. Für mich ist bei den Sternen nicht Schluss. Für mich geht´s dahinter noch weiter.«
»Ich bin ganz anders«, antwortet er. »Bei den Sternen hört´s für mich auf.«
War das also geklärt.

Video zum Buch: 

Details:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345364056X
ISBN-13: 978-3453640566
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,4 x 3,4 cm 
(Details nach Amazon)

Eigene Meinung:
Hagen Stoll - ein Name, viele Gesichter und Lebensstationen bis hin zur Geburtsstunde der Band "Haudegen", mit der er im Moment große Erfolge feiert. 
Ob als Türsteher, Rapper, Joe Rilla, Texter, Komponist, Vater, Sprüher, Ganove oder Putzfrau - Hagen Stoll beschreibt in seinem Buch viele Höhen und Tiefen in seinem Leben - ungeschön, authentisch und offen. Gedanken und Träume finden darin genau Platz wie auch die raue Wirklichkeit, in der sich der Mensch Hagen Stoll entwickelt.
Beim Lesen hatte ich auch die ganze Zeit über das Gefühl, dass beim Schreiben auch eine intensive Auseinandersetzung mit seiner eigenen Person bei Hagen Stoll vorgegangen ist, was das Buch widerum noch interessanter macht. 

Spannend und lesenswert ist das Buch allemal, wenn man nicht auf vorgefertigte Happy Ends wie in Hollywood steht. Hagen Stolls Buch steht für ein Stück Zeitgeschichte, für einen Lebensweg in einer Zeit von Umbrüchen und Veränderungen. Diese Veränderungen nimmt Hagen Stoll auch auf und passt sich den Gegebenheiten soweit an, dass er sich über Wasser halten kann.

Hagen Stoll lässt den Leser sehr tief in sein Leben und den Puls der Zeit  eintauchen - verliert ihn aber im gesamten Buch nie aus dem Augen, sondern nimmt ihn mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die aber nicht nur seine Vergangenheit ist, sondern auch die Vergangenheit von Berlin und in einer gewissen Zeit auch ein Zeitbild von Deutschland.
Besonders zu bemerken ist, dass man beim Lesen nie das Gefühl hat, das - egal, wie tief der Fall von Hagen war - eine Hoffnungslosigkeit in das Buch kommt. Immer wieder geht es weiter und das spiegelt eine Hoffnung und eine Ode an das Leben wider, die jeder für sich - egal, ob Haudegen-Fan oder nicht - aus dem Buch mitnehmen kann.

Der Schreibstil von Hagen Stoll ist genauso wie er selbst - sehr authentisch und manchmal auch etwas derb, aber nie bartsch oder unfreundlich. Es liegt eine Ruhe in dem Schreiben, was das Lesen des Buches wirklich sehr angenehm macht. Zudem hat man das Gefühl, als würde Hagen das Buch nicht für jeder schreiben, sondern ganz bewusst für den einzelnen Leser - als würde er ihm sein Leben erzählen.

Fazit:
Eine tolle Lektüre - authentisch, echt und zugleich eine Hommage an das Leben und daran, das alles möglich ist, wenn man nur fest daran glaubt.
Absolut lesenswert!!!

Dafür gibt es 5 Rosen: