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Donnerstag, 25. Mai 2017

[Kurz-Rezension] Jörg Nießen - Die Sauerei geht weiter ... ~ 20 neue wahre Geschichten vom Lebenretten

Beschreibung:
Der überwältigende Erfolg von Jörg Nießens erstem Buch »Schauen Sie sich mal diese Sauerei an« schrie förmlich nach einer Fortsetzung. Und inzwischen konnte der sympathische Rettungsassistent und Feuerwehrmann genügend Stoff für einen zweiten Band sammeln – und zwar von der Sorte Einsätze, die den Leser zum Schmunzeln und zum Lachen bringen, die kaum zu glauben, aber doch passiert sind. 
In Jörg Nießens neuem Buch ist natürlich auch wieder Hein, des Autors liebster Kollege, mit von der Partie und zusammen erwarten die beiden verunfallte Pianisten, brennende Vereinsheime, pädagogisch wertvolle Wasserschäden, schräge Psychosen, dramatische Kinderkrankheiten und vieles mehr. 
In »Die Sauerei geht weiter ...« zeigt Jörg Nießen erneut sehr eindrucksvoll, dass das Leben selbst die besten Geschichten schreibt und dass Humor ein wichtiger Verbündeter im Alltag eines Lebensretters ist. Witzige Illustrationen von Jana Moskito begleiten die Geschichten.

Details:
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (1. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386265060X
ISBN-13: 978-3862650606
Größe: 12,7 x 2,7 x 19,2 cm

Fazit:
Momentan sind ja Geschichten aus dem wahren Leben ein Trend - egal ob auf der Mattscheibe oder als Buch und eigentlich macht man ja solchen Trends eher unbewusst mit, aber dieses Mal muss man sagen, das was, Jörg Nießen da aufs Papier bringt, ist wirklich anschaulich gemacht. 
Nicht nur, dass die Illustrationen von Jana Moskito wirklich gut passen und das ganze Buch wirklich auflockern, sondern auch die Anschaulichkeit, mit er die Fälle beschreibt, gepaart mit einem gewissen Wortwitz machen aus einem eigentlich recht schockierenden Thema, was Rettungseinsätze ja im Allgemeinen sind, ein Buch, was eben nicht nur unterhält, sondern was auch zeigt, dass der Berufsstand der Rettungssanitäter nicht immer so wahnsinnig schockierend sein muss. Natürlich bemerkt man am Stil, dass da kein geborenen Autor sitzt, aber damit sollte man dann schon rechnen, wenn man sich ein Buch mit dem Titel kauft, den Jörg Nießen schreibt, wie er auch eben wahrscheinlich auch im Leben ist - ehrlich und gerade raus. 
Natürlich könnte man die Frage nach der Glaubhaftigkeit stellen, aber man sollte schon mit einem wachen Verstand durch das Buch gehen und wenn man dann selber schon mal Einsätze miterlebt hat, dann kann man wirklich sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Montag, 2. Juni 2014

Jan Weiler - Das Pubertier

 
Beschreibung auf dem Büchrücken: 
 Haben Sie auch ein Kind in der Pubertät? Dann brauchen Sie dieses Buch!

Sie waren süß. Sie waren niedlich. Jeden Milchzahn hat man als Meilenstein gefeiert. Doch irgendwann mutieren die Kinder in rasender Geschwindigkeit von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Mädchen und Jungen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren. Aus rosigen Kindergesichtern werden Pickelplantagen. Nasen, Beine und Hinterteile wachsen in beängstigendem Tempo. Stimmen klingen wie verstimmte Dudelsäcke, aber die Kommunikation scheint ohnehin phasenweise unmöglich, denn das Hirn ist wegen Umbaus vorübergehend geschlossen. Und doch ist da ein guter Kern. Irgendwo im Pubertier schlummert ein erwachsenes Wesen voller Güte und Vernunft. Man muss nur Geduld haben, bis es sich durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht gewühlt hat. Verdammt noch mal! 

Details: 
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 8 (7. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406551
ISBN-13: 978-3463406558
Größe: 17 x 11 x 1,2 cm 
Teil einer Reihe? - Nein
 
Eigene Meinung: 
Leider muss ich gleich mal mit einem Kritikpunkt ansetzen, obwohl ich das sonst nicht gleich an den Anfang einer Rezension setze. 
Eigentlich bin ja niemand, der sich über den Preis für ein Buch auslässt, weil ich mir immer denke, Schriftsteller müssen auch leben und der Verlag kann ja auch nicht umsonst arbeiten, aber bei manchen Bücher, da muss ich schon mal sagen, dass ich den Preis etwas ungerechtfetig finde. 
Ich meine, ja, es ist eine gebundene Ausgabe, aber man ganz ehrlich, 12 Euro für ein Buch im Format 17 x 11 cm? Also jetzt nichts gegen kleine Formate, aber bei nicht mal 130 Seiten finde ich das dann schon etwas fragwürdig, ob man das noch rechtfertigen kann. 
 
Trotz des etwas komisches Gefühls bei Kauf habe ich das Buch aber wirklich verschlungen, was bei dem Umfang auch nicht schwer war, aber auch weil es wirklich witzig ist und ich mich immer wieder an meine eigene Zeit als Pubertier erinnert habe. Manche Sachen verändern sich scheinbar auch im Laufe der Zeit nicht und das finde ich wirklich gut. 

Jan Weiler kannte ich als Autor schon von "Maria, ihm schmeckt´s nicht" und ich fand das Buch damals wirklich klasse. Den gleiche Humor legt Jan Weiler auch bei seinem "Pubertier" wieder an den Tag, auch wenn der Humor hier natürlich etwas anderes gelegt ist, weil es sich ja um Geschichten aus seinem eigenen Leben handelt. 

Trotzdem fühlt ich mich mit deinen "Leiden" als Vater von Clara gut unterhalten und das Buch lass sich auch wirklich gut weg. In 22 Geschichten berichtet Jan Weiler über sein Leben mit seiner Tochter Clara, die mitten in der Pubertät steckt und sich auch dementsprechend aufführt. 
Die farbigen Illustrationen von Till Hafenbrak untermalen die Geschichten sehr schön und zeigen auch den Witz, der sich durch das ganze Buch zieht.

Fazit: 
Ein wirklich nettes kleines Büchlein mit wirklich witzen Geschichten im Stil von Jan Weiler und schöne Illustrationen, aber leider in meinen Augen einfach vom Preis her etwas zu teuer, weshalb ich leider nur 4 von 5 Punkten vergeben kann.

Dafür gibt es 4 Rosen: 

Donnerstag, 28. Februar 2013

So fühlt sich Leben an von Hagen Stoll

"So fühlt sich Leben an" von Hagen Stoll
=> Bildquelle: Privat

Beschreibung auf dem Buchrücken:
 »Kuje«, sagte ich - es war schon Nacht, ein schöner Sommerabend mit ungewöhnlich vielen Sternen am Himmel - »Kuje, mal ganz ehrlich: Wie weit denkst du?«
 »Ich denke von hier bis zu den Sternen«, sagte mein Vater. »Ich glaube an das, was ich sehe. Für mich ist Wirklichkeit das, wo man mit den Finger drauf zeigen kann.«
»Siehste, Kuje, das ist der Unterschied. Für mich ist bei den Sternen nicht Schluss. Für mich geht´s dahinter noch weiter.«
»Ich bin ganz anders«, antwortet er. »Bei den Sternen hört´s für mich auf.«
War das also geklärt.

Video zum Buch: 

Details:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345364056X
ISBN-13: 978-3453640566
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,4 x 3,4 cm 
(Details nach Amazon)

Eigene Meinung:
Hagen Stoll - ein Name, viele Gesichter und Lebensstationen bis hin zur Geburtsstunde der Band "Haudegen", mit der er im Moment große Erfolge feiert. 
Ob als Türsteher, Rapper, Joe Rilla, Texter, Komponist, Vater, Sprüher, Ganove oder Putzfrau - Hagen Stoll beschreibt in seinem Buch viele Höhen und Tiefen in seinem Leben - ungeschön, authentisch und offen. Gedanken und Träume finden darin genau Platz wie auch die raue Wirklichkeit, in der sich der Mensch Hagen Stoll entwickelt.
Beim Lesen hatte ich auch die ganze Zeit über das Gefühl, dass beim Schreiben auch eine intensive Auseinandersetzung mit seiner eigenen Person bei Hagen Stoll vorgegangen ist, was das Buch widerum noch interessanter macht. 

Spannend und lesenswert ist das Buch allemal, wenn man nicht auf vorgefertigte Happy Ends wie in Hollywood steht. Hagen Stolls Buch steht für ein Stück Zeitgeschichte, für einen Lebensweg in einer Zeit von Umbrüchen und Veränderungen. Diese Veränderungen nimmt Hagen Stoll auch auf und passt sich den Gegebenheiten soweit an, dass er sich über Wasser halten kann.

Hagen Stoll lässt den Leser sehr tief in sein Leben und den Puls der Zeit  eintauchen - verliert ihn aber im gesamten Buch nie aus dem Augen, sondern nimmt ihn mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die aber nicht nur seine Vergangenheit ist, sondern auch die Vergangenheit von Berlin und in einer gewissen Zeit auch ein Zeitbild von Deutschland.
Besonders zu bemerken ist, dass man beim Lesen nie das Gefühl hat, das - egal, wie tief der Fall von Hagen war - eine Hoffnungslosigkeit in das Buch kommt. Immer wieder geht es weiter und das spiegelt eine Hoffnung und eine Ode an das Leben wider, die jeder für sich - egal, ob Haudegen-Fan oder nicht - aus dem Buch mitnehmen kann.

Der Schreibstil von Hagen Stoll ist genauso wie er selbst - sehr authentisch und manchmal auch etwas derb, aber nie bartsch oder unfreundlich. Es liegt eine Ruhe in dem Schreiben, was das Lesen des Buches wirklich sehr angenehm macht. Zudem hat man das Gefühl, als würde Hagen das Buch nicht für jeder schreiben, sondern ganz bewusst für den einzelnen Leser - als würde er ihm sein Leben erzählen.

Fazit:
Eine tolle Lektüre - authentisch, echt und zugleich eine Hommage an das Leben und daran, das alles möglich ist, wenn man nur fest daran glaubt.
Absolut lesenswert!!!

Dafür gibt es 5 Rosen:

Samstag, 26. Januar 2013

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau
(Übersetzt von Sophie Scherrer)
=> Bildquelle: http://www.weltbild.de

Beschreibung auf dem Buchrücken:
"Die junge Restaurantbesitzerin Aurélie hat Liebeskummer: Von einem Tag auf den anderen wurde sie von ihrem Freund verlassen. Unglücklich streift sie durch Paris und stößt in einer kleinen Buchhandlung auf einen Roman, der gleich in den ersten Sätzen nicht nur ihr Lokal, sondern auch sie selbst beschreibt. Begeistert von der Lektüre, möchte Aurélie den Autor des Buchs kennenlernen, doch der ist leider sehr menschenscheu, erfährt sie vom Lektor des französischen Verlags. Aber Aurélie gibt nicht auf …"

 Pressestimmen:
 »Wünschen Sie sich keine Blumen zum Valentinstag. Lassen Sie sich ›Das Lächeln der Frauen‹ schenken, einen Roman, der sich liest wie eine gelungene Mischung aus ›Cyrano de Bergerac‹, ›Chocolat‹ und ›Gut gegen Nordwind‹.« 
Brigitte

»Die Geschichte von Aurélie ist wie ein Soufflé. Raffiniert zubereitet, zart und locker, aber man weiß, wie heimtückisch Soufflés sein können. Sie fallen auch schon mal ganz gern ohne Vorwarnung in sich zusammen. Aber das passiert zum Glück nicht, und genau das macht das Buch zu einer großen Freude.« 
Christine Westermann, Westdeutscher Rundfunk 

 Details: 
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; 22. Auflage (Erscheinungstermin: 1. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492272851
ISBN-13: 978-3492272858
Größe: 18,6 x 11,8 x 2,8 cm
(Quelle zu den Details: http://www.amazon.de)

Eigene Meinung:
Ein kleiner Roman, der in  den Strassen von Paris spielt und genauso ist wie Paris - charmant, geheimnisvoll und unglaublich romantisch.

Ebenso wie die Aurélie habe ich das Buch auch durch Zufall entdeckt und habe mich von ihm fesseln lassen. Der Roman liest sich leicht und sehr amüsant. Neben der eigentlichen Handlung bekommt man auch ein kleinen Einblick in das Pariser Leben und die französische Küche. 
Aurélie, die Restaurantbesitzerin, der das Buch von Robert Miller, das sie durch Zufall in einer Buchhandlung entdeckt, das Leben rettet, ist eine Frau, die man - gerade wegen ihrer etwas naiven Art - sofort ins Herz schließt. Sie glaubt sich selber in den Roman von Robert Miller zu erkennen und will ihn deswegen unbedingt kennenlernen. Leider ist Robert Miller nur ein Psyeudonum von André Chabanais, dem Lektor des Verlags, in dem der kleine Roman veröffentlicht wurden ist und dem macht Aurélies Wunsch, den Autor persönlich zu treffen, ziemliche Probleme...

Nicolas Barreaus Roman ist eine Liebesgeschichte, die aber ohne Kitsch auskommt. Der Roman spielt in einer ruhigen, ja schon fast stillen Umgebung und könnte so überall auf der Welt spielen.
Besonders ist dabei zu erwähnen, dass man die Handlung des Romans aus zwei Sichten vermitteln bekommt, da der Autor immer wieder zwischen der weiblichen und der männlichen Hauptfigur André wechselt, wobei Aurélie (die weibliche Hauptperson) im Vordergrund steht. Dieser Wechsel macht aber das Verstehen des Romans aber einfach und lässt die Handlung auch in einem anderen Licht erscheinen. Der Leser hat praktisch die Möglichkeit die Zusammenhänge, die erst am Ende des Romans auch Aurélie erst bewusst werden, genau in ihre Entwicklung oder besser gesagt in ihren Verstrickungen zu verfolgen.
Allerdings ist der Roman etwas vorhersehbar, aber das macht die Pariser Umgebung mit ihrer Schönheit mehr als weg.
Der Schreibstil von Nicolas Barreau hat mir sehr gut gefallen, weil er sich durch seine Einfachheit (das ist jetzt keinesfalls negativ gemeint) auszeichnet. Die Mischung von französischen und englischen Redewendungen, die er immer wieder einstreut, gelingt ihm spielend und sie passen auch immer zur der Situation.
Allerdings wäre es gut, wenn man einige französische Grundvokabeln kenne würde, da einige Stellen im Buch im französischen Orginal belassen würde.
 
Fazit:
Nach der Lektüre meines ersten Romans von Nicolas Barreau kann ich sagen, dass ich die Begeisterung für dieses Buch absolut nachvollziehen kann.
Der Roman ist eine wundervolle leichte Lektüre mit viel Charme und Witz, die ich nur weiterempfehlen kann. 

Dafür gibt es 5 Rosen: