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Mittwoch, 11. Dezember 2019

[Kurz-Rezension] John Green - Margos Spuren

Beschreibung:
Eine große Liebesgeschichte und eine brillante Road-Novel.
Solange Quentin denken kann, ist Margo für ihn das begehrenswerteste Mädchen überhaupt – und unerreichbar. Doch dann steht Margo eines Nachts plötzlich vor seinem Fenster und bittet ihn um Hilfe: Er soll sie auf ihrem persönlichen Rachefeldzug begleiten und Freunden, die sie enttäuscht haben, einen Denkzettel verpassen. Quentin macht mit. Für eine Nacht wirft er alle Ängste über Bord. Doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden. Quentin sucht sie verzweifelt und findet Spuren, die ganz bewusst gestreut wurden. Es beginnt eine Reise zu einer Frau, die viel mehr ist, als er sich je erträumt hat, und zugleich ganz anders, als er je hat wahrhaben wollen.

Das Buch zum Film: Nach ›Das Schicksal ist ein mieser Verräter‹ kommt mit ›Margos Spuren‹ das zweite Jugendbuch von John Green in die Kinos. Regie führt Jake Schreier, die Hauptrollen spielen Cara Delevingne und Nat Wolff.

Details:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (19. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423086440
ISBN-13: 978-3423086448
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Paper Towns
Größe: 12,1 x 2,7 x 19,3 cm

Fazit:
Das Cover ist sehr schön gemacht und natürlich ist das Cover an den Film angelehnt, man sieht also die Darsteller von Margo und Quentin, die dann auch beide im Film besetzt sind.
Margo ist nicht so wie andere Mädchen, sie ist wild und frei und sie will Rache und genau dabei soll ihr Quentin helfen, der sie schon immer bewundert. Doch dann verschwindet Margo, aber nicht ohne Spuren für Quentin...
Der Anfang des Buches ist wirklich schnell weggelesen, aber im Mittelteil zieht es sich etwas und genau deswegen ist das Buch etwas zäh geworden, was schade ist, weil der Schreibstil von John Green ist wirklich gut, er fängt auch die Charaktere sehr gut ein und schafft es, dass man sich in sie hineinversetzt. Margo ist an sich nicht die perfekte Heldin und auch Quentin ist da einfach ein Charakter, den man erst erforschen muss. Auch die Wahrnehmung der Figuren mit sich selber und mit Anderen nimmt John Green mit als Thema auf und das ist für ein Jugendbuch schon besonders. Nur leider hält er Quentin etwas sehr lange mit dem Suchen der Spuren auf und das macht die Idee des Buches etwas nieder, weil die Schnitzeljagd, die es ja im Endeffekt ist, wird dadurch zu einer kleine Zerreissprobe für den Leser. Danach nimmt das Buch auch erst wieder Fahrt auf und dann ist aber schon etwas die Luft raus.
Auch wenn einen das Buch dann wieder fängt, ist man doch über das Ende etwas überrascht, weil die Wende geschied doch etwas unerwartet.

Dafür gibt es 4 Rosen:

Montag, 13. Mai 2019

[Rezension] Maureen Daly - Siebzehnter Sommer

Beschreibung:
Es ist der Sommer nach dem Highschool-Abschluss, der Sommer der ersten großen Liebe, der Sommer, der alles verändert: Angies siebzehnter Sommer. Gleich zu Beginn der Ferien bittet Jack Duluth, Basketballstar der Highschool, Angie um ein Date. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Angie möchte sich ihre Unabhängigkeit bewahren. Schließlich steht ihr die Welt offen, und am Ende des Sommers möchte sie eigentlich ihre Heimatstadt verlassen und ans College gehen. Doch was passiert dann mit Jack? 

Ein Buch für alle, die sich gerne an die lauen Sommerabende ihrer Jugend und an die weltöffnende Kraft des ersten Verliebtseins erinnern. 

Details:
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Kein & Aber; Auflage: 1. Auflage, neue (15. April 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3036959904
ISBN-13: 978-3036959900
Größe: 11,6 x 2,5 x 18,5 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist schön gestaltet, es soll sicher Angie zeigen, die wir im Buch als Leser in ihrem letzten Sommer begleiten dürfen. Im Hintergrund kann man den See und einen Baum erkennen, verbunden durch eine bisschen Land, an sich ein nicht spektakuläres Cover, aber besonders die blauen Augen von Angie stechen hervor. Der orange Buchschnitt fällt da auch erst auf den 2. Blick auf. 
Angie ist 17, hat gerade ihre Schule beendet und freut sich eigentlich auf ihr Studium weit weg von Zuhause, doch dann bittet sie Jack, der Schwarm von allen Mädchen um ein Date und sie weiss, dass sie am Ende des Sommer entscheiden muss. 
Aufs College zu gehen ist 1942 noch etwas besonderes für ein Mädchen, daher fällt es ihr noch schwerer sich zwischen ihrer ersten Liebe und ihre Chance auf ein besseres Leben zu entscheiden. 
Zu Beginn des Buches erfahren wir, wie behütet Angie aufgewachsen ist, man hat sie wirklich fast in Watte gepackt, aber durch Jack erfährt sie viel über das Leben und natürlich auch die Liebe. Die Beziehung der Beiden baut sich langsam auf, sie basiert auch sehr viel Unschuld, was etwas besonderes ist, weil man das heute nicht mehr so kennt. Daran merkt man eben auch den Geist der Zeit, aber das Verlieben ändert sich nicht. 
Der Einstieg in die Geschichte fällt sehr leicht, Maureen Daly hat einen lockeren und leichten Stil zu Schreiben und so kann man das Buch sehr flüssig lesen, sie hat einen sehr lockeren Ton, spart aber auch nicht an Beschreibungen der Umgebung oder einzelner Momente. 
Die Liebesgeschichte zwischen Angie und Jack ist voller Unschuld, Angie ist auch eine wirkliche Alltagsheldin, sie bleibt natürlich und authentisch und macht ihr ersten Erfahrungen mit Jungs. Jack ist dagegen etwas blass, was schade ist, weil er für die Geschichte auch wichtig ist.
Neben der Liebesgeschichte biete das Buch auch Einblick in das beschauliche Alltagsleben einer amerikanischen Kleinstadt Anfang der 40er Jahre, was wirklich interessant ist, wenn man sich für Alltagsgeschichte interessiert.
In den USA ist "Siebzehnter Sommer" ein echter Klassiker und das kann man auch nachvollziehen, wenn man das Buch mal gelesen hat, es hat etwas zeitloses. 

Fazit: 
"Siebzehnter Sommer" ist ein Buch, was ein besonderen Sommer für Angie einfängt, sich schön lesen lässt und man merkt auch, dass die Jugend von 1942 bis heute sich im Bezug auf das Verlieben nicht geändert hat, aber leider fehlt so ein bisschen das Fesselnde des Buches, es bleibt spannungsmäßig recht gleich, man erwartet einen Höhepunkt, aber er lässt sich vermissen, aber ein schönes Buch mit einem tollen Plot, man erfährt auch viel über das Alltagsleben in einer amerikanischen Kleinstadt mitten der 40er Jahre, was auch interessant ist, aber trotzdem fehlt so der letzte Schliff, damit es ein Highlight wird.

Dafür gibt es 4 Rosen:
Danke an Vorablesen für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 9. Mai 2019

[Rezension] Angela Gilges - Ich gehöre ihm

Beschreibung:
Aber er liebt mich doch!
Caro ist eine 15-Jährige mit den klassischen Unsicherheiten der Pubertät. Und die weiß einer auszunutzen: Nick. Erst trägt er seine »Prinzessin« auf Händen, dann mitten in den Teufelskreis aus Manipulation und Abhängigkeit. Man möchte »Stop!« schreien, wenn Ich-Erzählerin Caro morgens zur Schule, nachmittags auf den Straßenstrich und abends zu den ahnungslosen Eltern geht. Wenn »Loverboy« Nick sie immer wieder um den Finger wickelt. Findet sie einen Ausweg aus dieser Situation?
„Ich gehöre ihm“ ist ein sehr eindringliches, wichtiges Buch über sexuelle Gewalt, Manipulation und Abhängigkeit, entstanden in Zusammenarbeit mit Ex-Polizistin und Schulreferentin Bärbel Kannemann (www.no-loverboys.de).

Details:
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch (1. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841505716
ISBN-13: 978-3841505712
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Größe: 12,3 x 2,7 x 18,8 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist das Erste,was bei dem Buch auffällt, es sieht so aus, als hätte man darauf herumgekritzelt, als sollte das nicht so sein, aber genauso soll das Cover sein, es soll zeigen, wie schlimm aus einer Liebe das Leben einer Familie werden kann, wenn die Liebe sich als Loverboy entpuppt.
Caro ist eigentlich ein normales Mädchen, sie ist fröhlich und unbeschwert, aber sie fühlt sich hässlich und hält ihren Busen für zu gross. Doch dann kommt da Nick, Nick, der Traumtyp, der immer für sie da ist, er möchte, dass es ihr gut geht, er sie zu seiner Prinzessin macht. Doch Nick hat auch noch einen andere Seite, die weitaus dunkler ist als das, was sich Caro hätte vorstellen können.
Denn Nick ist ein Loverboy, der Caro nicht nur für sich haben will, sondern sie auch auf den Strich schicken wird, damit es ihm besser geht und sie Geld für ihn reinbringt. 
Der Teufelkreis, der um Caro entsteht, breitet sich immer weiter auf, nicht nur auf ihre Freunde und ihre Familie, sondern auch auf ihre Hobbys und ihre schulischen Leistungen, aber das ist genau das, was Loverboys bezwecken, sie wollen ihr Opfer isolieren und damit komplett abhängig machen und das schafft Nick sehr gut, weil der Caro da packt, wo sie sich nicht mehr losreisen kann...
Die meiste Zeit des Buches begleiten wir Caro, die ihre Geschichte mit uns teilt, aber kurz vor Ende gibt es 5 Kapitel, die beschäftgen sich mit Jonas, das ist Caros Bruder und das zeigt, wie sehr es ihn und auch seine Familie mitnimmt, was Caro da macht. 
Angela Gilges schreibt sehr flüssig, aber ihr Stil lässt einen nicht mehr los, weil die Geschichte einem so an die Nieren geht, sie lässt einen nicht mehr los, man leidet sehr mit Caro und ihrem Umfeld.
Das Buch gibt tiefe Einblicke in sexuelle Gewalt, Loverboys, Baby-Strich und Prostitution, Selbstverletzung, Selbsthass, Familienprobleme, Liebesbetrug und Drogen und es ist nichts für schwache Nerven.

Fazit:
Angela Gilges ist mit "Ich gehöre ihm" ein wirklich wichtiges Buch gelungen, was sich sehr gut mit der Thematik Loverboys auseinander setzt und dabei sehr realistisch bleibt und nicht nur Caro sondern auch das Umfeld um Caro beleuchtet und aufzeigt, dass das Leben sich von einem Moment auf den Anderen ändern kann. 

Dafür gibt es 5 Rosen:
Danke an Angela Gilges für die Leserunde auf Lovelybooks.

Freitag, 25. Januar 2019

[Hörbuch-Rezension] Antje Babendererde - Der Kuss des Raben

Beschreibung:
Mila ist schön und anders – ein Romamädchen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Sie kann die Geister Verstorbener sehen und noch vieles mehr. Doch die Wahrheit über ihre Herkunft vertraut sie niemandem an. Das Schulaustauschjahr in Thüringen ist ein Glücksfall für sie, denn hier findet Mila ihre große Liebe: Tristan, eigentlich unerreichbar, erwählt ausgerechnet sie! Doch Tristan hat ebenfalls ein Geheimnis. Als im Dorf der mysteriöse Lucas auftaucht und das Haus der Rabenfrau in Besitz nimmt, erwachen die Schatten der Vergangenheit zum Leben. Lucas und Tristan scheinen sich zu kennen – und zu hassen. Mila gerät zwischen die beiden und in ihr wächst ein furchtbarer Zweifel. Antje Babendererdes Thriller über menschliche Abgründe, ethnische Wurzeln und die Kraft der Liebe fesselt bis zum letzten Wort.

Details:
Audio CD (Box mit 5 CDs)
Verlag: Jumbo; Auflage: 1 (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833735848
ISBN-13: 978-3833735844
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Größe: 12,4 x 2,7 x 14,1 cm

Eigene Meinung:
Das Cover der CD-Box ist wie das Buchcover gestaltet, man sieht die Feder und den Raben und es sind schöne intensive Farben, die einfach ansprechend zusammengestellt sind. So ähnlich wie man in die Geschichte gezogen wird, zieht es einen auch hier durch das Cover in das Hörbuch.
Antje Babendererde schreibt mit Kuss des Raben eine fantastische Geschichte rund um Mila, die eine besondere Gabe hat, die sie aber vor allen verheimlichen möchte. Als sie als Austauschschülerin nach Thüringen kommt, glaubt sie, dass sie ein normales Leben führen kann und sie verliebt sich in den geheimnisvollen Tristian. Doch nicht nur Tristian erregt Milas Aufmerksamkeit, weil Lucas taucht plötzlich auf und Lucas und Tristian scheinen sich zu kennen, aber keiner weiss, wieso sie sich hassen...
Die Geschichte entwickelt sich wirklich sehr spannend und mythisch, die Charakter sind auch sehr interessant gestaltet und man lernt die drei Hauptcharaktere gestaltet Antje Babendererde sehr vielseitig und man hat das Gefühl, dass man sich nicht wirklich kennt, wenn man mit den 5 CD´s aus der Box durch ist.
Leonie Landa als Vorleserin ist sehr angenehm zu hören, man lässt sich vollkommen in die Geschichte fallen und sie schafft es auch, die Stimmung im Buch wirklich sehr künstlerisch umzusetzen. Die Geschichte wird durch das Vorlesen lebendig, es entstehen Bilder im Kopf und genau das ist das, was das Hörbuch einfach besonders angenehm zu hören macht.
Der Einstieg in das Höbuch und auch in die Geschichte fällt leicht und Kapitel haben eine angenehme Länge zum Hören.
Die Altersvorgabe des Verlages passt super, aber man kann das Hörbuch auch noch sehr gut über 17 Jahre hören, so ist es nicht.

Fazit:
Der Kuss des Raben ist eine spannende und zugleich romantische Jugendgeschichte, die voller Geheimnisse und Liebe steckt und durch die schöne Stimme von Leonie Landa, die die Geschichte so voller Leidenschaft und Hingabe vorliest, lässt einen sehr schön durch die Geschichte gleiten und das macht immer viel Spass, weil man sich einfach hinlegt und sich in die Geschichte ziehen lässt.

Dafür gibt es 5 Rosen:

Danke an Blogg dein Buch und JUMBO für das Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 2. Januar 2019

[Rezension] Deborah Ellis - Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich

Beschreibung:
Eine gefährliche Liebe ...
Die 15-jährige Farrin hat eine Menge Geheimnisse. Unter anderem, dass ihre Mutter auch nach der islamischen Revolution noch eine glühende Schah-Anhängerin ist, und so ist es besser, möglichst nicht aufzufallen. Aber dann begegnet sie Sadira und mit dieser Freundschaft ändert sich alles. Als aus ihrer Freundschaft mehr wird, wissen beide, dass sie einen gefährlichen Weg einschlagen, denn Homosexualität steht im Iran unter Todesstrafe.

Details:
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: cbj (11. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570403564
ISBN-13: 978-3570403563
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Größe: 12,3 x 2,7 x 18,3 cm

Eigene Meinung: 
Farrin ist 15 und ihr Leben bestimmt vor allem ihr Umfeld, ihre Familie zählt zu den besser betuchten Familien im Iran und sie besucht eine Schule für bessere Mädchen. Ihre Eltern reden immer wieder auf sie ein, dass sie nur nicht auffallen soll, weil sie Anhänger des Schahs sind und das kann im Iran ein Todesurteil sein, auch andere Sachen in ihrem Leben muss sie vor Andere verbergen. 
Doch dann begegnet Farrin Sadira, die sie sofort in ihren Bann zieht und Farrin beginnt ihr Leben zu ändern, aber ihre Freundschaft wird mehr und auch das kann im Iran tödlich sein...
Mit "Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich" schafft Deborah Ellis ein Buch, was wirklich schwere Kost ist. Das Buch schafft es bereits in den ersten Seiten, den Leser emotional mit in die Geschichte zu ziehen. 

An der Stelle nehme ich einfach mal die Widmung des Buches, die schon vieles aussagt: 
,,Für alle, die vernichtet wurden, weil sie geliebt haben, und alle, die noch lieben und der Unterdrückung tanzend und lachend entgegentreten.“ 
- Aus,,Wenn der Mond am Himmel steht, denke ich an dich“ von Ellis, Deborah, cbj-Verlag

Nicht nur, dass sich das Lebensumfeld schon durch die Revolution durchgeschüttelt ist, auch der Zwiespalt zwischen der Loyalität zur Familie und der eigene Entfaltung macht Farrin sehr zu schaffen. Doch Sadira verändert alles und genau das ist es, was Farrin und sie in grosse Gefahr bringen wird...
Die Widmung im Buch lässt schon darauf schliessen, dass das Buch eine schwierige Geschichte enthält und auch die Altersangabe ist mit 13 Jahre ist etwas tief gegriffen, weil das Buch schon viele Fragen aufwirft und auch die Liebe zwischen den Beiden, die so nicht erblühen darf, weil es illegal im Iran ist, lässt den Leser einfach mitfühlen, weil man emotional tief in die Geschichte geführt wird. 
Das Buch zeigt, dass das Leben von Farrin in vielen Facetten sehr komplex ist und gerade die Macht der Familie und des Staats ist allgegenwärtig und das macht es für Farrin sehr schwierig. 
Der Stil von Deborah Ellis ist fesselnd, aber auch eindringend, man legt das Buch nicht wirklich gerne aus der Hand und die Geschichte ist einfach so gut durchdacht, auch wenn das Ende etwas offen bleibt, was aber vielleicht auch im Leben so ist. Das Buch steckt so voller Tragik und ist auch traurig, aber das passt auch in die ganze Geschichte. 
Man mag vielleicht meinen, bei nicht mal 250 Seiten, die zu lesen sind, wäre die Geschichte nicht ausreichend betrachtet, aber genau das täuscht, weil das Buch einfach über die Seiten hinaus zum Nachdenken anregt und auch das Lebensbild verändern kann, weil der Unterschied zwischen unsere Einstellung in Deutschland und der im Iran ist schon immens. Man behält die Geschichte im Kopf und denkt immer wieder an Farrin und Sadira, die einfach zwei sehr authentische und tiefgehende Protagonisten sind. 

Fazit:
"Wenn der Mond am Himmel steht, denk ich an dich" ist ein Buch, was keine leichte Kost ist, es scheidet viele Themen an, über die man sonst nicht offen im Iran anspricht und auch die beiden Protagonisten hinterlassen ein tiefes Gefühl und man leidet sehr mit den Beiden, einfach weil sie zeigen, wie schwer es sein kann, wenn das Umfeld gegen die Liebe ist und auch das Gesetz das als "schlecht" oder "unrein" empfindet und auch, wie gefährlich lieben in anderen Länder der Erde sein kann. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

 Danke an den cbj - Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Montag, 5. März 2018

[Rezension] Kat Rupin - Eonvár - Zwischen den Welten

Beschreibung:
Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.

Details:
E-Book oder Taschenbuch: 330 Seiten 
Verlag: Zeilengold Verlag; Auflage: 1 (31. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946955045
ISBN-13: 978-3946955047
Größe: 14,9 x 2,8 x 21 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist wahnsinnig spannend gestaltet, man sieht zersplitterndes Glas und im Hintergrund eine Landschaft mit einer Sonne, das wirkt schon etwas mystisch und ansprechend. Auch die Farbkombination des Covers ist interessant gemacht.
Elisa hat es in ihrem Leben nicht leicht, ihr Art kommt nicht immer überall gut an und eigentlich ist sie in ihre Welt verwurzelt, doch dann kommt ihr Jugendfreund Gabriel wieder in ihr Leben und zeigt ihr Eonvár - eine andere Welt, eine Art Zwillingswelt zur Erde, die weit weg von ihrem Leben und allem, was sie liebt, liegt. Aber auch hier ist es für Elisa nicht leicht und sie kann sich nicht entscheiden, ob sie lieber hier oder lieber da leben möchte und beginnt ein Spiel mit dem Feuer zwischen den beiden Welten...
Der Plot ist wirklich gut gemacht, er zeigt auf der einen Seite, wie hart das Leben sein kann, aber auch, dass es immer eine Chance auf Besserung gibt und auch das Seting des Buches ist wirklich interessant gestaltet. 
Mit Elisa Schwarzberg schafft Kat Rupin eine ungewöhnliche Protagonistin, sie ist stur, wirklich toughe und kann auch ihr Mundwerk kaum zügeln. Genau das ist aber auch ihr Problem - sie sagt manchmal zu viel und das macht immer wieder Probleme. Auch wirklich sie manchmal etwas unglaubwürdig, gerade was ihre Gefühle angeht, das passt dann einfach nicht zu der taffen Elisa, die man von Beginn des Buches an kennt. 
Leider leidet darunter auch die Liebesgeschichte zwischen Elisa und Gabriel, weil Gabriel immer wieder etwas den Kampfgeist für die Liebe vermissen lässt. So wirklich kommt die Liebesgeschichte nicht beim Leser an, was schade ist, weil an sich ist die süss ausgedacht. 
Das ganze Buch wird aus der Sicht von Elisa erzählt, was natürlich Elisa als Protagonist für den Leser viel greifbarer macht. Die Erzählweise ist an sich schön, auch wenn man manchmal auch Gabriels Sicht kennen würde, weil so ist das Buch schon in der Hinsicht manchmal einseitig. 
Das Buch zieht sich bis etwas zur Mitte ziemlich hin, man muss sich da etwas durchbeissen, weil man hat kaum Spannung und vieles wird etwas in die Länge gezogen. Erst ab der Hälfte geht das Buch wirklich flüssig durch und auch die Spannung wird nach oben gehoben. 
Etwas verwirrend sind auch die Zeitsprünge, die im Buch immer wieder gemacht werden, manchmal auch etwas unvorbereitet, da fehlt einfach manchmal etwas der Faden in der Geschichte. 
Kat Rupin schreibt flüssig und in einer einfachen Sprache, aber sie legt viel Wert auf Details, was die Vorstellung der magische Wesen und Orte wirklich einfach macht, das Buch aber auch etwas in die Länge zieht. Trotzdem hat sie einen schönen Stil, der schon etwas von einer Malerin oder Künstlerin hat. Sie schafft mit Eonvár eine wirklich fantastische Welt, die aber auch ihre Gefahren in sich birgt. 

Fazit:
Kat Rupin schafft mit Eonvár eine wirklich interessante Welt, die für Elisa zur Gradwanderung zwischen den Welten wird, aber leider kommt das Buch erst ab der Mitte wirklich in Fahrt und auch die Erzählweise aus Elisas Sicht ist manchmal einfach etwas zu wenig. Ein wirklich guter Plot, aber leider etwas zu oberflächlich in der Umsetzung, gerade durch die Zeitsprünge, die manchmal den roten Faden vermissen lassen und auch durch die Liebesgeschichte, die nicht wirklich beim Leser ankommt. 

Dafür gibt es 3 Rosen:

Danke an den Zeilengold Verlag und die Spread and Read für die Vermittlung. :)

Montag, 6. März 2017

[Rezension] Rusalka Reh - back to blue

Beschreibung: 
Eine glückliche Familie – so etwas hat Kid nie gekannt. Sie hat gelernt zu verstecken, wer sie ist, was sie sich wünscht, wofür sie sich begeistert. Denn da, wo ihre Eltern sind, ist kein Raum für sie. 
Als sie Maxim kennenlernt, wendet sich ihr Leben: Zum ersten Mal weiß sie, was es heißt, glücklich zu sein. Doch ihre Eltern gönnen ihr dieses Glück nicht. Erst nach und nach begreift Kid, dass Träume nur wahr werden, wenn man um sie kämpft.

Details:
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Magellan (20. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373485606X
ISBN-13: 978-3734856068
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 15 - 17 Jahre
Größe: 14,1 x 2,5 x 22,1 cm

Eigene Meinung: 
Das Cover von back to blue ist an sich jetzt nicht so der Hingucker, es ist eben eine einfache Tunikabluse, die man nicht gleich als Cover sieht, was aber vielleicht auch den Reiz des Covers ausmacht. Auch der Titel des Buches und der Autorenname ist nur unscheinbar wie ein Einnäher ins Kleid und darüber geschrieben, was dann einfach gar nicht auffällt.
Kid ist an sich ein normales Mädchen, aber sie hat ein Zuhause, was man wirklich aus kalt und herzlos bezeichnen kann. Ihre Eltern, die sie immer nur abwertend "Das Duo" nennt, sehen sie eher als Last und das spürt Kid auch immer wieder deutlich. Doch dann lernt sie Maxim kennen und das gibt Kid Kraft, auch wenn sie nicht weiss, ob sie die Fesseln, die sich über die Jahre um sie gelegt haben, abstreifen und zu sich selber finden kann...
Kid und Maxim sind wirklich zwei Protagonisten, die man lieben muss, Kid kommt dem Leser aber dabei näher und auch die Liebe zur Literatur, die beide teilen, teilen sie auch mit dem Leser. 
Der Stil des Buches ist ähnlich wie das Cover auch etwas besonderes, denn es sind Tagebucheinträge, die Kid macht und die alles, was in dem Buch passiert, dokumentieren. Kid ist dabei sehr offen, gerade was ihre Gedanken und Gefühle angeht und man merkt, dass sie die Situation, die im Elternhaus vorliegt, wirklich bedrückt. Es gibt also nie eine wörtliche Rede, es wird alles in der Rückschau durch Kids Augen erzählt, was die Geschichte manchmal etwas eindimensional erscheinen lässt. 
Unterbrochen werden die Tagebucheinträge immer wieder mit kleinen Gedichten, die Kid oder Maxim schreiben oder manchmal lässt Kid einfach nur Sätze oder Satzteile am Ende des Eintrages stehen, was dann wieder zeigt, dass sie immer noch auf der Suche nach sich selbst ist. 
Der Schreibstil ist der jugendlichen Kid natürlich angepasst und auch das Lesealter, was der Verlag mit 15 - 17 Jahre angibt, passt, auch wenn man sagen kann, dass man das Buch auch noch als Erwachsener lesen kann, weil es einfach emotional berührtet. 

Fazit:
Back to blue ist eine wirklich berührende Geschichte, die einfach die zarte Annäherung der ersten Verliebtheit und das Finden von sich sicher miteinander verbindet. Kid ist eine Protagonistin, die kein einfaches Leben hat, aber aus dem, was sie hat, versucht das Beste zu machen. Das Buch, was so unscheinbar daher kommt, zeichnet sich aber durch einen tollen Stil und eine bewegende Geschichte, die als Tagebucheinträge daher kommt, wirklich aus und fällt wie das Cover aus dem Rahmen. 

Dafür gibt es 4 Rosen: 

Hier noch als kleines Extra: 
Das Buch schaut auch ohne Umschlag echt super aus: 

Sonntag, 6. November 2016

[Rezension] Ruth Olshan - All die schönen Dinge

Beschreibung:
Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiss, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Das hat es sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie. "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan ist die ideale Mädchenlektüre für alle, die John Green & Co lieben.

Details:
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3789103713
ISBN-13: 978-3789103711
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Größe: 13,9 x 3,2 x 20,8 cm

Eigene Meinung:
Das Cover von "All die schönen Dinge" ist ein echter Hingucker, das Eis und auch die Notizzettel finden sich im Buch wieder und auch der Farbverlauf von dem hellen Blau zu Weiss ist etwas, was dem Cover eine Tiefe verleiht, die auch zu der Geschichte passt. 
Tammi ist 16 und neben Pistazieneis liebt sie Sprüche - Grabsteinsprüche und das hat leider einen recht traurigen Hintergrund, den Tammi weiss seit 6 Jahren, dass sie eine tickende Zeitbombe ist, weil sie hat ein ein Aneurysma im Kopf, der zwischen den Synapsen sitzt und leider jederzeit platzen kann, einfach so, ohne Vorwarnung. Mit dieser Gewissheit müssen sie, ihre Eltern und ihr Bruder Ben leben und so sucht sich Tammi schon mal den Spruch für ihren Grabstein, weil sie möchte nicht irgendetwas belangloses auf ihrem Grabstein stehen haben. 
Genau auf einem dieser Streifzüge lernt sie Fynn kennen, der auf dem Friedhof arbeitet und diese Begegnung stellt die Liste der Dinge, die Tammi noch in ihrem Leben erreichen wollte, gewaltig auf den Kopf...
Tammi und auch die anderen Charaktere, die Ruth Olshan in ihrem Buch schafft, sind wirklich fast alle sympathisch und der Leser sympathisiert einfach mit ihnen. Die Ausnahme stellt hier nur Ben, Tammis Bruder dar, der einfach immer launisch ist und leider sich auch als echter Griesgram erweist. 
Die Eltern von Tammi gehen mit ihr recht locker um, manchmal etwas zu locker, was vielleicht an der Krankheit von Tammi liegt, aber vielleicht auch Teil der recht idealen Welt der Autorin ist.
Tammis Krankheit lässt den Leser wirklich mit ihr mitleiden, sie freuen sich aber auch mit ihr, als sie mit Fynn ihre Liebe erlebt, die einfach in sehr schöne Worte gekleidet wird und dann auch ihre Leben verändert, weil nun wartet sie eben nicht mehr nur auf den Tod, weil sie merkt, dass das Leben auch wirklich lebenswert und sehr schön sein kann. 
Ruth Olshans Debütroman ist wirklich gelungen, ihre Art des Schreibens spricht den Leser an, sie schreibt flüssig und auch ohne grossen Brüche im Text zu hinterlassen. Ihr Art des Schreibens ist sehr locker, verliert dabei aber nie den Leser und verpackt ein sehr ernstes Thema in eine Geschichte, die auch mit einer locker-witzigen Art erzählt wird.
Das vom Verlag vorgeschlagene Lesealter ist gut gewählt, aber auch Leser über 16 Jahren werden das Buch wirklich verschlingen, weil die Art des Schreibens den Leser einfach in den Bahn zieht und das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Fazit:
Ruth Olshan schafft mit "All die schönen Dinge" ein Buch, was sich wirklich zwischen John Green und anderen Autoren dieser dramatischen Geschichten behaupten kann, Tammi ist eine ungewöhnliche Protagonistin, die den Leser in ihre Welt einlädt und wirklich eine Geschichte zu erzählen hat, die den Leser bewegt und ihn zum nachdenken anregt, auch wenn die Welt rund um Tammi an manchen Stellen etwas zu perfekt erscheint. 

Dafür gibt es 4 Rosen:
Danke an Katja von Netzwerk Agentur Bookmark und den Oetinger Verlag.

Samstag, 5. November 2016

[Rezension] Gernot Gricksch - Ghetto Bitch

Beschreibung:
Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 17-jährige Skater Rick auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren.

"Ghetto Bitch" stammt von Wortwitz-Genie Gernot Gricksch, der auch schon Drehbuchautor von "Tatort Münster" und "Das Leben ist nichts für Feiglinge" war.

Details:
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Dressler (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791500066
ISBN-13: 978-3791500065
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Größe: 14,1 x 3,2 x 21,1 cm

Eigene Meinung:
Nele hat eigentlich alles, was sie in ihrem Leben haben will - einen Freund, eine intakte Familie, Geld und Ansehen, aber das alles verändert sich über Nacht als Neles Vater Selbstmord begeht und so die Familie im Stich lässt. Neles Familie ist nicht nur in dem Moment geschockt, sondern es zerstört auch den schönen Schein der Neles Welt bis dahin aufrecht erhalten hat, den durch den Tod des Vaters kommen die gesamten Schulden ans Licht und für Nele und ihre Familie beginnt der Abstieg von Hamburg-Poppelbüttel in das Armenviertel Hamburg-Steilshoop...
Neles Bruder Timo kommt aber mit der Welt aus Glanz und Glamour nie so wirklich klar, weil er gemobbt wird und ist deswegen eher froh über die Veränderungen, die nun anstehen.
Nele und auch ihr Bruder Timo kommen nicht so wirklich mit der neuen Situation klar, die neue Umgebung, neue Schule, neue Freunde - genau das wird für sie zu einem grossen Problem, das sich auch leider nicht so einfach klären lässt...
Gernot Gricksch schafft mit Nele eine Protagonistin, die in die Generation von Teenager der heutigen Zeit passt und eben das erlebt, was kein Teenager erleben will, sie erlebt einen gesellschaftlichen Abstieg, der so Knall auf Fall kommt und dann einfach erstmal mit einer neuen Situation konfiniert wird, die zunächt nicht einfach erscheint, erst mit der Zeit findet sie auch in Steilshoop Anerkennung...
Die Handlung an sich ist gut aufgebaut und auch die Umgebung schafft Gricksch recht gut, aber leider ist die Handlung etwas vorhersehbar, weil es immer wieder etwas das Entdecken der Wendungen vorweg nimmt, aber darüber kann man hinweglesen.
Gernot Gricksch hat einen sehr ehrlichen und lebensnahen Stil ein Buch geschaffen, was in die Zeit passt, wird dabei aber nicht oberlehrerhaft oder belehrend, er zeigt nur die sehr realitätsnah wie das Leben sein kann und was es für Unterschiede zwischen einer Stadt herrschen können. Er schafft es aber mit der lockere Art zu Schreiben, den Leser ab der 1. Zeile mitzunehmen und immer wieder zu zeigen, dass ein Abstieg immer nur dann einer ist, wenn man ihn wirklich als solchen begreift.

Fazit:
Ghetto Bitch lässt für den Leser zwei verschiedene Welten aufeinander prallen - das Luxusleben in Hamburg-Poppelbüttel und das Leben in der arme Stadtgegend Hamburg-Steilshoop. Nele, die wir im Buch kennenlernen, ist ein Charakter, der in die Zeit passt und eben auch etwas vorhersehbar ist, was aber der Geschichte nicht die Sogwirkung raubt.

Dafür gibt es 4 Rosen:

Danke an Katja von Netzwerk Agentur Bookmark und den Dressler Verlag.

Freitag, 4. November 2016

[Rezension] Jason Segel / Kirsten Miller - Nightmares! Die Schrecken der Nacht (Band 1)

Beschreibung:
Schlafe, Charlie, schlaf ruhig ein, im Traum wird es noch schlimmer sein à Kalter Kaffee, Unmengen Wasser, Klebeband zum Augenaufhalten: Der zwölfjährige Charlie versucht alles, um bloß nicht einzuschlafen. Seit er in der Villa seiner neuen Stiefmutter lebt, wird er Nacht für Nacht von absolut gruseligen Albträumen heimgesucht. Aber warum wirken die Monster und Ungeheuer soviel echter als andere Träume? Charlie muss sich etwas einfallen lassen, wenn er jemals wieder ruhig schlafen will.

Das erste Buch von Hollywood-Liebling und Muppets-Autor Jason Segel - bekannt aus How I Met Your Mother - als Auftakt einer Trilogie voller subtilem Grusel und viel Spaß.
Perfekt für alle ab 10 Jahren: witzig, fantastisch und doch aus dem Kinderleben gegriffen.

Details:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Dressler (13. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791519085
ISBN-13: 978-3791519081
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
Teil einer Reihe: Ja, Band 1 der Nightmares! - Reihe

Eigene Meinung:
Nightmares! Die Schrecken der Nacht ist alleine schon durch das Cover ein Hingucker, man findet viele kleine Bildelemente, die den Blick immer wieder ablenken. Das Cover passt auch gut zu der Geschichte um Charlie, weil auch Charlie immer wieder durch Details und Momente abgelenkt wird. 
Besonders an den Cover ist, dass es im Dunkeln leuchtet, was man bei Cover ja nicht wirklich oft hat. 
Charlie ist an sich ein normaler Junge, nur ist in seinem Leben vieles anders als in den Leben von anderen 12 Jährigen. Charlie ist aber durch den Tot seiner Mutter und der Trauerverarbeitung sehr in sich gekehrt, gleichzeitig trägt er aber eine riesengrosse Wut in sich, weil er einfach nicht verstehen kann, warum gerade seine Mutter so früh gehen musst. Gleichzeitig muss sich Charlie immer in den Nächten seinen größten Ängsten stellen, weswegen er versucht, nie zu schlafen, was natürlich nicht geht, weil ihn der Schlaf immer wieder einholt.
Da Charlie den Schlaf nicht umgehen kann, versucht er mit Hilfe seiner Freunde, diese Albträume zu besiegen, was dann eine wirklich spannende Geschichte ins Rollen bringt...
384 Seiten erscheinen am Anfang für das vom Verlag vorgeschlagene Lesealter wirklich viel, aber die Seiten fliegen nur so dahin, weil man immer und immer wieder wirklich gruselige Momente hat, aber auf der anderen Seite gibt es die Momente, wo man nur schmunzeln kann, weil dann die Spannung immer wieder etwas abflacht. 
Der Schreibstil von Jason Segel und Kirsten Miller ist wirklich schön, er liest sich sehr gut und ist auch zu keinem Moment langweilig, auch wenn man dann sagen muss, dass es für ein Kinderbuch ab 10 Jahren schon etwas komplex ist, was aber nicht zuletzt an dem komplexen Umfeld der Geschichten liegt.

Fazit:
Nightmares! Die Schrecken der Nacht ist ein Gruselspass für Jung und Alt, auch wenn das Alter des Verlages von 10 - 12 Jahren reicht, kann man das auch auch eindeutig in älteren Jahren lesen, weil der Nervenkitzel bleibt immer gleich, weil man Charlie wirklich ins Herz schliesst und gleichzeitig nicht wirklich versteht, was immer mit ihm passiert und wie er in den Strudel aus Ereignissen gekommen ist. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Danke an Katja von Netzwerk Agentur Bookmark und den Dressler Verlag.

Sonntag, 25. September 2016

[Kurz-Rezension] Hortense Ullrich & Joachim Friedrich - PinkMuffin @ BerryBlue 1 ~ Betreff: IrrLäufer

Beschreibung:
BerryBlue schreibt Mathilda Antonia Xenia, genannt MAX, per E-Mail, dass im Café seines Vaters zwei Trickbetrügerinnen aufgetaucht seien, um ihn zu erpressen. MAX kennt diesen BerryBlue nicht einmal, aber als sich herausstellt, dass seine Geschichte wahr ist, engagiert sie kurzerhand Detektiv Kuhlhardt. MAX und BerryBlue schlittern in ein kurioses Abenteuer - bei dem es zwischen ihnen ganz schön funkt.

Details:
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Carlsen; Auflage: 1., Auflage (27. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551359814
ISBN-13: 978-3551359810
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Größe: 12 x 2 x 19,1 cm
Reihe: Band 1 der PinkMuffin @ BerryBlue - Reihe

Fazit:
Vorweg erstmal ein Wort, ich bin eigentlich schon aus dem Alter heraus, dass der Carlsen Verlag für das Lesealter ausgibt, aber trotzdem wollte ich das Buch gerne lesen, weil ich das Cover wirklich schön fand. 
Das Cover ist man etwas anderes, es ist jetzt nicht das wahnsinnig auffällige Cover, aber es ist ein Cover, was auf den zweiten Blick erst interessant wird. Die Farbkombination aus hellblau und pink ist schon mal etwas gutes und auch die weissen Elemente sagen etwas aus. Zudem passt das @-Zeichen super ins Cover, weil es sich im Roman ja um E-Mails dreht. 
MAX und Berry leben eigentlich in völlig unterschiedlichen Welten, MAX ist die Tochter aus reichem Haus, die nie wirkliche Probleme im Leben sieht, aber gerne mal in ihren Augen normal wäre und Berry ist Sohn eines Konditors, der mit seiner Arbeit versucht, die Familie über Wasser zu halten. Trotz der Unterschiede freuden sich beide an, auch wenn es eine Freundschaft ist, die beide immer und immer wieder in Schwierigkeiten bringt...
Der Schreibstil von Hortense Ullrich und Joachim Friedrich ist sehr locker und leicht und lässt sich sehr gut lesen. Sie schreiben mit einer Art von Humor, die einfach ankommt und leicht verständlich ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es ein Jugendbuch ist, dass der Humor eben nicht versteckt ist, sondern sehr offen ausgelegt wird, was aber sehr angenehm zu lesen ist. 
Das Buch ist für jeden etwas, der gerne E-Mail-Romane oder Briefromane liest und sich gerne mal leichte Unterhaltung haben möchte. Das Alter, was der Carlsen Verlag vorgibt, muss man nicht unbedingt bedenken, weil das Buch nicht kindlich geschrieben ist. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Samstag, 24. September 2016

[Rezension] Heidrun Wagner - Wenn du vergisst

Klappentext:
Band 1 der Mystery Romance mit Thrill für Mädchen

Stell dir vor, du wachst auf und weißt nicht mehr, wer du bist. 
Stell dir vor, deine Zeichnungen zeigen Erinnerungssplitter voller Schmerz und Dunkelheit. 
Stell dir vor, du hast ein Geheimnis, das dein ganzes Leben zerstört hat. 
Stell dir vor, du könntest mit jemandem noch einmal neu anfangen. 
Würdest du dich erinnern wollen?

Revolutionär neu und anders:In "Wenn du vergisst" erzählen Text und Bild die
Geschichte von Zoe, die sich von einem Tag auf den anderen an nichts mehr erinnern kann, gemeinsam.

Details:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Oetinger 34 ein Imprint von Verlag Friedrich Oetinger; Auflage: 1 (22. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395882028X
ISBN-13: 978-3958820289
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Größe: 13,6 x 2,5 x 20,5 cm

Reihe:
Band 1: Wenn du vergisst
Band 2: Brennt die Schuld
Band 3: In deinem Herz

Eigene Meinung:
Das Cover des Buches ist wirklich etwas anderes und man erkennt gleich den Wert der Zeichnungen, die auch im Buch immer und immer wieder eine grosse Rolle spielen. 
Stell dir vor, du wachst auf und weiss nicht, wer du bist oder was du da machst, du weisst nicht mehr, was gestern oder letzte Woche passiert ist und es scheint auch niemanden zu geben, der dich vermisst, weil dich niemand zu kennen scheint. Das Mädchen, was diesen Albtraum durchlebt, stellt sich später als Zoe heraus, aber trotzdem weiss sie nicht mehr, was in der Zeit vor ihrer Amnesie geschehen ist.
Als dann ihre Eltern gefunden werden, sie ihren Namen erfährt, aber trotzdem nicht das Gefühl von zu Hause bekommt, zweifelt Zoe an sich selber. Sie spürt, dass da etwas nicht in Ordnung ist, vertraut ihrem Gefühl, kann es aber nicht weiter beschreiben...
Neben den Gefühlen in ihrer Familie lernt Zoe noch Elias und Niklas kennen und hat bei beiden erst das Gefühl, dass sie ihnen vertrauen kann, aber auch diese Gefühle werden immer und immer wieder durcheinander gewirbelt...
Zoe ist als Charakter für den Leser lange recht fremd, was aber daher kommt, dass sich Zoe selber fremd ist und sich selber nicht kennt, aber trotzdem ist Zoe eine interessant 
Der Schreibstil von Heidrun Wagner ist flüssig zu lesen, wird aber immer wieder von den wirren Gedanken von Zoe unterbrochen. Diese Unterbrechungen sind aber passend zu der Geschichte, daher kann man das nicht als Negativpunkt für den Stil auslegen. Der Einstieg in die Geschichte verwirrt zu Beginn etwas, was aber auch an der Situation von Zoe liegt. 
Die Spannung bleibt über die gesamte Buchlänge wirklich hoch, auch wenn es immer mal wieder etwas kleine Erholungsphasen gibt, in denen man glaubt, dass sich nun alles aufklärt, aber das passiert dann immer nicht und wird dann immer wieder durch äußere Einflüsse verhindert.
Miri D'Oro, die Illustratorin für das Buch ist, schafft mit ihren Zeichnungen wirklich eine Durchzeichnung des Buches und man sieht das, was auch Zoe in ihrem Kopf hat. Durch die Zeichnungen erlebt man die Geschichte wahnsinnig intensiv und taucht völlig ins Zoes Kopf und Gedanken ab. 
Das Buch wird für Mädchen von 14 - 16 Jahren empfohlen, aber man kann es auch als älteres Mädchen oder junge Frau noch lesen, allerdings sollte man sich auf die Geschichte einlassen können, weil sonst langweilt man sich in der Geschichte. 

Fazit:
Mit Wenn du vergisst schafft Heidrun Wagner einen spannenden Auftakt zu einer neuen interessanten Mystery-Romance-Thrill-Serie für Mädchen, die aber auch Mädchen über 16 Jahre anspricht. Miri D'Oro zeichnet wirklich das Buch so wahnsinnig gut, dass man immer und immer wieder aufs neue von den Zeichnungen begeistert ist. Die Geschichte um Zoe entspinnt sich erst langsam, aber gerade das biete den Raum, in Zoes Gedanken reinzuschauen und als Leser zu erleben, was alles passieren kann, wenn man sein Gedächtnis verliert. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

Besonderen Dank an Oetinger 34 und Katja von Netzwerk Agentur Bookmark.

Sonntag, 7. August 2016

[Kurz-Rezension] Sabine Bartsch - A Song about Love

Beschreibung:
Urlaub, blauer Sommerhimmel - und dann auch noch frisch verliebt in eine schöne Musikerin. 
Für Jonas könnte das Leben nicht besser laufen. 
Bis er einen verhängnisvollen Fehler begeht und alles aufs Spiel setzt. 
Seine Liebe, seine Zukunft, seine Existenz.
Und irgendwann zählt nur noch eines: Er muss seine große Liebe retten!

Details:
Taschenbuch: 204 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (1. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373861835X
ISBN-13: 978-3738618358
Größe: 12,7 x 1,2 x 20,3 cm

Fazit:
Ich habe das Buch als Wanderbuch bekommen und hatte so die Möglichkeit gehabt, es zu lesen. 
Das Cover ist wirklich schön, ich tippe mal, dass das Mädchen auf dem Cover Mona ist. Das Thema Musik kommt auch gleich im Cover vor, was schon ein guter Blickfang auf dem Cover ist.
Jonas hat Sommerferien und darf mit seiner Band auf einem Bandcontest spielen. Und dabei geschied etwas schönes, den Jonas verliebt sich Hals über Kopf in Mona, die schöne Musikerin und Mona verliebt sich auch in ihn. Doch dann passiert etwas, was Jonas komplett aus der Bahn wirft und er muss zusehen, dass er alles retten kann, was ihm wichtig ist...
Sabine Bartsch schafft mit Jonas und Mona zwei wirklich interessante Protagonisten, die sich innerhalb des Buches noch gut entwickeln. Doch gibt es in einige Stellen im Buch, die nicht so wirklich perfekt umgesetzt sind, manchmal ist es einfach holprig oder einfach auch unglaubwürdig. So wirklich eine Lösung für den Konflikt gibt es leider nicht, auch bietet das Buch keine wirkliche Handlungsmöglichkeit, weil die Protagonisten in Selbstjustiz verfallen, was an sich gesehen ja nie eine Lösung ist. 
Sabine Bartsch schreibt in der Ich-Perspektive und aus der Sicht von Jonas, wodurch Mona etwas im Hintergrund bleibt, was aber sicher an der Perspektive liegt. Trotzdem sind Jonas und Mona sehr sympathische Charaktere, die gut in die Geschichte passen. 
Der Schreibstil von Sabine Bartsch ist wirklich schön flüssig zu lesen und mit 204 Seiten ist das Buch auch nicht übermäßig lang, es gibt auch keine übermässigen Längen. Sie schneidet in dem Buch aber nicht nur locker-leichte Themen an, sondern wird auch sehr ernst in den Themen, die mit Stalking und sozialen Medien auch wirklich aktuell sind. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Dienstag, 19. Juli 2016

[Rezension] Heiko Grießbach - Lea & Leon

Beschreibung: 
Als ein neuer Schüler in Leas Klasse kommt, wird ihr übel und sie stürzt zur Toilette. Kein guter Start, aber sie und der Junge sind auch zu verschieden. Arm trifft auf Reich und dann ist da noch etwas, das sie nicht nur voneinander, sondern ebenso von allen anderen unterscheidet ... 
Der Roman berührt das Hexeninternat-Universum, ist aber ein völlig eigenständiges Buch. 
Urban Fantasy für Jugendliche 

Als Taschenbuch mit 142 Seiten erhätlich 

„Meine Hose, mein Shirt!“, rief sie laut und wusste nicht, wie sie das Tier abwehren sollte. Hilflos sah sie zu Antonia, dann suchten ihre Augen die Besitzerin des Hundes. 
„Aus! Aus! Weg! Zurück!“ 
Die Worte kamen von unten, vom Wasser, und sie klangen energisch, befehlend. Lea merkte auf. Die Stimme kannte sie doch? 

Leon lächelte. „Hab ich gern gemacht.“ Er saß auf der Bettkante und sah aus, als wollte er noch mehr sagen und vor allem, als wollte er noch mehr tun, als die Hände nur auf seinen Oberschenkeln ruhen zu lassen, aber er traute sich nicht. 

„Meine Güte, da bin ich aber froh!“ Lea atmete auf und entspannte sich. Sie hatte die Finger ineinander verkrampft und die Schultern hochgezogen gehabt und machte jetzt Lockerungsübungen. „Ich dachte schon, ihr schleppt Leons Mutter gefesselt und geknebelt aus dem Haus ..." 

Details:
Format: Kindle Edition / Print
Dateigröße: 4092 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 142 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Sprache: Deutsch
ASIN: B01CVNB6SS

Eigene Meinung:
Das Cover von Lea & Leon ist wirklich schön gestaltet, die Farben sind wirklich passend und auch die beiden Protagonisten (die Vermutung, dass es Lea und Leon sind, wird im Buch dann noch verstärkt) bilden schon auf den ersten Blick ein süsses Paar. Die Ballons und die Schiftarten runden das Cover ab, es ist aber erst auf den 2. Blick ein Blickfang.
In der Beschreibung des Buches liest man dann etwas von dem Hexeninternat, was ein anderes Buch von Heiko Grießbach ist, aber man kann Lea & Leon auch ohne Vorkenntnis von Hexeninternat lesen. 
Lea und Leon sind zwei Jugendliche, die nicht so wirklich passen wollen. Leon kommt neu in die Klasse von Lea und der Start der beiden ist denkbar schlecht. Also Leon sich auf den Platz neben Lea setzt, muss sie sich erstmal übergeben gehen. Schlechter geht es eigentlich nicht. 
Trotzdem stellen beide recht schnell fest, dass da mehr ist als nur eine Beziehung zwischen Bankachbarn...
Die Idee, die dem Buch zu Grunde liegt, ist wirklich gut, kommt aber irgendwie nicht so wirklich komplett auf die wenigen Seiten, was dann schon etwas schade ist. Vielleicht sollte das aber auch Raum für eine Fortsetzung lassen. 
Im Verlauf des Buches lernt man beide sehr gut kennen, beide haben so ihre Macken, aber das sind alles recht liebeswerte Macken, die schon eher jugendtypisch sind. 
Etwas schwierig ist der plötzliche Wechsel der Perspektive zwischen Lea und Leon, das verwirrt manchmal etwas, weil es nicht angekündigt wird, das sollte man vielleicht anders lösen. 
Das Buch ist eher etwas für Jugendliche, es ist nicht so besonders lang und teilweise kommen die Gefühle einfach zu schnell auf. Vielleicht liegt es auch daran, dass Heiko Grießbach nur knapp 145 Seiten genutzt hat, der Verlauf geht einfach etwas schnell und das ist dann schon etwas schade.
Sollte es eine Fortsetzung geben, wäre es aber interessant zu wissen,wie es mit Lea und Leon weitergeht. 

Fazit:
Mit Lea & Leon schafft Heiko Grießbach ein wirklich süsses Paar, das auf den ersten Blick so gar nicht passen will, man aber trotzdem feststellt, dass sich beide ähnlicher sind als sie zuerst denken. 
Auf nicht mal 145 Seiten zaubert Heiko Grießbach eine wirklich süsse und gleichzeitig spannende Liebesgeschichte, die sich wirklich gut lesen lässt, die nur etwas verwirrend ist, weil der Autor immer mal wieder plötzlich die Perspektive wechselt, die aber trotzdem mit Lea und Leon zwei Charakter hat, die man einfach gerne haben muss, auch wenn sie etwas besonders sind.
Das Buch kann man unabhängig von seinem anderen Buch Hexeninternat lesen, es macht aber Lust auf mehr, weil der Schreibstil wirklich sehr angenehm zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. 

Dafür gibt es 4 Rosen:

Danke an Heiko Grießbach für das Rezensionsexemplar. :)

Mittwoch, 25. Mai 2016

[Rezension] Anne Eliot - Almost

Beschreibung auf dem Buchrücken:
Viel mehr als eine Liebesgeschichte

Drei Jahre ist die Nacht her, die das Leben der heute siebzehnjährigen Jess für immer veränderte. Nun will Jess nichts mehr, als wieder ein normales Leben führen – und dazu braucht sie 1. das Sommerpraktikum bei der Firma geekstuff.com, 2. ein soziales Leben und 3. einen Freund. Denn nur, wenn sie all das hat, werden ihre Eltern ihr glauben, dass alles wieder okay ist bei ihr, und sie endlich wieder ein normales Leben führen lassen. Als ausgerechnet ihr Mitschüler Gray sich als Mitkonkurrent für das Praktikum entpuppt, bietet sich für Jess die perfekte Lösung für alle drei Punkte: Sie teilen sich den Job, Gray bekommt das ganze Geld und tut dafür so, als wäre er ihr Freund. Was Jess aber nicht weiß: dass Gray seine ganz eigenen Gründe hat, sich auf den Deal einzulassen.

Details:
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423716711
ISBN-13: 978-3423716710
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Almost
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,5 x 19,1 cm

Eigene Meinung:
Das Buch habe ich bei Lovelybooks als Buch für eine Leserunde bekommen.
Jess hat es in ihrem Leben nicht leicht, weil ihr Leben nicht so ist, wie sie es sich wünscht. Durch einen Deal mit Gray schafft sie es, nach aussen hin ein recht normales Leben zu führen, aber Gray hat doch mehr mit ihrem aus den Fügen geraten Leben zu tun als Jess ahnen kann und schlittert dadurch noch weiter in ihre Fügenlosigkeit...
Die Idee mit dem Fake-Freund-Vertrag ist irgendwie witzig, das ist mal etwas, was man nicht so oft in Bücher antrifft und auch dessen Umsetzung, die teilweise ja wirklich gut gelingt, ist echt gut von der Autorin in Szene gesetzt wurden. 
Das Cover ist wirklich schön und ein Blickfang. Der Blick von Jess (also ich vermute mal, dass es Jess darstellen soll) ist leicht verträumt und romantisch und das passt auch sehr gut zum Buch und dessen Inhalt. 
Der Schreibstil von Anne Eliot liest sich wirklich gut und die Geschichte, die sie dem Leser eröffnet, ist zwar etwas komplex, weil sich die Geschichte ja auch immer wieder um das Geschehen vor 3 Jahre dreht, aber trotzdem verliert man als Leser nicht den Faden der Geschichte. Anne Eliot schafft es auch immer wieder, die Liebenden schön in Szene zu setzen und schreibt recht blumig über Schmetterlinge im Bauch und verwendet viele recht romantische Metaphern. 
Jess ist eher der unterkühlte Typ Mensch, der zu Beginn dann eher recht kratzbürstig. Erst im Laufe der Geschichte taut sie auf, was auf den Leser dann aber auch ihre anfängliche Kühle erklärt. Jess ist besonders ihre Familie wichtig, vor allem Kika, ihre kleine Schwester, die ihr immer mit Listen helfen will, was wirklich süss wirkt.
Gray ist eher ein Mensch, der weiss, was er will und trotzdem immer abwägt, was er will und was eben nicht. Durch sein Geheimnis wirkt er manchmal etwas unbeholfen, was sich dann aber trotzdem recht niedlich lesen lässt. Er versucht auch immer wieder, Jess aufzuklären, scheitert daran aber immer wieder. 
Die Kombination zwischen Jess und Gray ist schon eine recht explosive, aber auch eine sehr spannende. Die Geschichte entspinnt sich immer wieder etwas neu und durch den Wechsel in der Perspektive zwischen Jess und Gray bekommt der Leser sehr viel von den beiden Charaktern mit und ehrlich, beide wachsen einem ans Herz, auch wenn es bei beiden etwas dauert.

Fazit:
Die Liebesgeschichte rund um Jess und Gray ist eine wirklich zuckersüsse Liebesgeschichte, die durch ihren Perspektivenwechsel besticht und dadurch eben die Charaktere sehr nah an den Leser bringt. Der Leser taucht in das Leben von Jess ein, was eben nicht so wirklich einfach ist, aber auch Gray ist nicht so ganz ohne und diese Kombination macht das Lesen interessant. Durch den wunderbar lockere und blumigen Schreibstil, der aber trotzdem nicht an Tiefe verliert, fliegt man durch die Seiten des Buches.

Dafür gibt es 5 Rosen:

Extras:
Zu dem Buch gibt es einen Post zur Leserunde, den findet ihr hier: ~*~ Klick ~*~
Danke an Lovelybooks und den dtv-Verlag. :)

Mittwoch, 27. April 2016

[Rezension] Elena Losian - Eisprinz und Herzbube

Beschreibung: 
Es gibt drei Dinge, von denen Emilio überzeugt ist. Erstens: Der Lebensgefährte seines Vaters ist ein Sadist und Meister darin, ihn zum Explodieren zu bringen. Zweitens: Die Schule und ganz besonders seine Mitschüler sind einfach mal total für den Arsch. Und drittens: Der schwule Schulsprecher Nicholas ist der arroganteste Kerl unter der Sonne. Emilios ohnehin nicht allzu langer Geduldsfaden wird ein bisschen zu heftig strapaziert, als er durch ein Missverständnis mit Nicholas aneinandergerät – und ein ungewollter Kuss alles verändert ... 

Die Polygon Noir Edition startete 2014 im MAIN Verlag und bietet in Zukunft ein kleines, aber erlesenes Programm, das von Casandra Krammer betreut wird. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und ist auf Veröffentlichungen im Gay-Genre mit Schwerpunkt auf Romanzen und Erotik spezialisiert. Unsere Bücher haben es zum Ziel, zu unterhalten und im Herzen zu berühren. 

Achtung: Nichts für Homophobiker, ebensowenig ungeeignet für alle, die mit Themen wie Coming-Out und erste Liebe nichts anzufangen wissen. Vorsicht: Dieses Buch hat ein Happy-End!

Details:
Format: Kindle Edition / Broschiert
Dateigröße: 4084 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 410 Seiten
Verlag: MAIN Verlag (15. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch

Eigene Meinung:
"Eisprinz und Herzbube" konnte ich im Rahmen einer Blogtour lesen, die über meinen Blog ging und ich natürlich auch das Buch gelesen habe, über das ich berichtet habe. 

Ich finde das Cover echt ansprechen, die Augen der beiden Jungs sind echt super interessant und auch der Blick zieht einen als Leser an. Auch das Spiel mit den Farben ist echt gut gemacht und rundet das Cover echt sehr schön ab. 

Emilio, der Milo als Spitzname schöner findet, hat es in seinem Leben wirklich nicht leicht, nicht nur, dass er zu Hause von seinen Väter immer wieder gemobbt und gestichelt wird, er ist auch in der Schule der Aussenseiter, weil er anders ist als die Anderen. Anders sein ist im Alter von 15 Jahren immer eine schwierige Sache und dann trifft Emilio auf Nicholas, der ihn sofort anspricht, aber die beiden raten erstmal aneinander. Ob ein Kuss das alles ändern kann?

Emilio und auch alle anderen Charakter in dem Buch beschreibt Elena Losian sehr interessant und lebensnah, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Das sind einfach Charaktere, die man einfach ins Herz schliesst und einfach nicht mehr gehen lassen möchte. Eingerahmt werden die schönen Charaktere von einem wunderbar fliessende Schreibstil, der den Leser einfach sehr in die Geschichte zieht und ihn einfach nicht mehr los lässt. 

Elena Losian beschreibt wirklich lebensnahe Emotionen, was das Buch sehr in die Realität setzt, bleibt aber trotzdem immer wieder überraschend, was den Leser immer wieder ein "Ah!" entlockt, bleibt aber innerhalb der Geschichte immer dem Erzähltempo treu. 
Was besonders auffällt ist der feinsinnige Humor, den sie mit in die Geschichte einbaut und so auch etwas schwierige Momente aufgelockert bekommt. 

Das Buch ist nicht nur ein Buch für Jugendliche, auch als Erwachsener kann man sich dem Zauber der Geschichte schlecht entziehen, weil das Thema ja in der Gesellschaft schon alle angeht und eben auch eine wirklich schöne Geschichte ergeben kann. 

Fazit:
Ein tolles Jugendbuch, das sich aber auch für Erwachsene durchaus eignet und lesenswert ist, über ein Thema, was leider immer noch und immer wieder tabuisiert wird, was eigentlich schon lange nicht mehr so sein sollte, aber eben immer noch wird. 
Gerade die Konstellation um Emilio herum macht das Lesen echt interessant und zu einem wahren Vergnügen und man wird von dem Buch wirklich gefesselt, dass man es kaum noch aus der Hand legen kann, weil man immer wissen will, wie es weitergeht und was zwischen Emilio und Nicholas noch alles passieren wird...

Dafür gibt es 5 Rosen:

Sonntag, 2. August 2015

Kathleen Weise - Blutrote Lilien

 
Beschreibung auf dem Buchrücken:
Paris 1609. Die junge Charlotte de Montmorency verlässt ihren ländlichen Heimatort, um am Hof von Versailles eingeführt zu werden. Allzu schnell gerät sie in den Strudel ausschweifender Feste, schmeichelhafter Freundschaften und gefährlicher Intrigen. Bald muss sie erkennen, dass sie niemandem vertrauen kann, nicht einmal ihrem Verlobten, dem attraktiven Marquis de Bassompierre. Und dann gibt es da noch den geheimnisvollen Fremden, der nicht mehr zu sein scheint als ein Schatten und doch so oft in ihrer Nähe ist …

Details:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Carlsen (20. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551311633
ISBN-13: 978-3551311634
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Größe: 12,1 x 3 x 18,8 cm 
 
Eigene Meinung:
Charlotte de Montmorency hat es in ihrem Leben nicht leicht, erst muss sie ihr geliebte Heimnat verlassen und dann soll sie nicht nur einen fast fremden Mann heiraten, sondern sich auch gleich noch an das Leben am Hof von Versailles gewöhnen, das zukünftig ihr Zuhause sein soll. Aber nicht nur die Ereignisse prasseln auf sie ein, sondern sie muss auch innerhalb von kurzer Zeit lernen, was Stellung, Familie und Verbindungen in der Welt der Macht bedeuten...
 
Der Leser begleitet die ganze Zeit Charlotte, die sich erst von einer sehr schüchternen Maus entwicklen muss, aber es auch schafft, sich in ihrem Leben zurecht zufinden. 
 Man begleitet Charlotte praktisch wie ein unsichtbarer Dritter und kann so ihr Gedanken und Gefühle besser verstehen und kann auch die Handlung aus ihrer Sicht erleben. 

Etwas schade war, dass man neben Charlotte die anderen Personen nicht so wirklich kennenlernen konnte, weil sie sehr im Hintergrund waren und sie in der Handlung immer nur gestreift wurden, weil der Fokus eben auf Charlotte liegt.
 
 Kathleen Weise hat für ihren historischen Jugendroman einen grossen Rechercheaufwand betrieben, das merkt man nicht zuletzt in den teilweise sehr detailierten Beschreibungen, die einem Leser die Vorstellung von dem Versailler Hof recht einfach machen, sondern auch an der Nutzung von realen historischen Vorbildern, die nicht nur sehr facettenreich und tiefgründing sind, sondern auch sehr nah an den Überlieferungen über die Personen bleiben. 

Der Schreibstil von Kathleen Weise ist einfach gehalten, was aber auch angepasst an das Alter der Leser ist, so kann man das Buch wirklich ab 12 Jahre empfehlen, weil es keine wirklich schlimmes Gewaltszenen oder sowas in der Art gibt.

Das Cover des Buches ist von der Gestaltung her mal etwas anderes und man kann sehen, dass man sich mal dabei etwas gedacht hat, weil es ein recht schlichtes Cover ist, aber trotzdem sehr kunstvoll ist.
 
Fazit:
Ein sehr gut recherierter historischer Jugendroman voller Spannung und Abenteuer, in dem sich die junge Charlotte de Montmorency nicht nur in das Leben am Hof von Versailles einfügen muss, sondern auch lernen muss, dass das Leben eben nicht immer nur auf einfachen Zeiten besteht und das man den Menschen immer nur vor den Kopf sehen kann. 

Dafür gibt es 4 Rosen: