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Montag, 31. Oktober 2022

[Rezension] Anna Maria Scarfò mit Cristina Zagaria ~ Sommer des Schweigens: Ich war in der Gewalt dreier Männer. Und ein ganzes Dorf sah zu

Beschreibung: 
Sie ist dreizehn und noch ein Kind. Ihre Welt besteht aus der Familie, Freunden und der Schule. Es ist Frühling in San Martino di Tauranova in Kalabrien, als Anna Maria sich zum ersten Mal verliebt, in einen älteren Jungen. Sie nimmt die Einladung des Jungen zu einem Ausflug in seinem Wagen an. Sie träumt von der großen Liebe. Aber dieser Ausflug endet in einem Albtraum, der drei Jahre andauern sollte. Bis Anna den Mut findet, aufzubegehren: gegen die Gewalt, gegen das Gesetz des Schweigens und gegen das ganze Dorf.

Details:
    Herausgeber:‎ Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); 1. Aufl. 2012 Edition (17. August 2012)
    Sprache: ‎Deutsch
Übersetzung: Barbara Neeb, Katharina Schmidt 
    Taschenbuch: ‎208 Seiten
    ISBN-10: ‎3404606868
    ISBN-13: ‎978-3404606863
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Eigene Meinung: 
Das Cover schaut recht ruhig und an sich nicht aussagekräftig aus, passt aber an sich zu der Geschichte. 
Wir sind in einer Dorfgemeinschaft in San Martino di Tauranova in Kalabrien, in der schnell fest steht, wer hier welche Rollen einnimmt und auch die Rolle der Kirche ist bedenklich, weil man die "Täter" in dem Dorf als ehrenhaft ansieht und sich dann verschwört, so kommt es zumindest rüber. 
Die Geschichte ist irgendwie an sich nicht schlüssig, so gibt sie selber ihre Nummer raus, dann geht sie immer wieder zu den Treffen, das ist alles recht seltsam und auch nicht nachvollziehbar. 
Man spürt die Angst, den Kummer und alles, aber im gleichen Moment muss man sagen, stilistisch ist das Buch einfach nicht so gut umgesetzt. 
Geschrieben wird das Buch von Anna Maria Scarfò zusammen mit Cristina Zagaria, eine Kombination, die sich negativ auf den Lesefluss auswirkt. Weil man hat immer zwischen den Kapiteln nicht nur immer den Abschnitt mit der Überschrift "Das Dorf", was manchmal nicht so ganz so in das Buch zu passen mag. Teilweise gewinnt man auch den Eindruck, dass man die Kapitel mit den Beschreibungen des Dorfes teilweise nicht wirklich zum vorherigen Kapitel passen. Dieser Einschub stört echt den Lesefluss. Zudem muss man sagen, teilweise ist das Buch unlogisch, weil in einem Kapitel hat man die Überschrift Drei Männer, aber dann wird im Teil von vier Männer gesprochen. Für den Leser sehr verwirrend. Die Kombination aus beiden Autorinnen ist wirklich nicht ideal. 

Fazit:
Ein Dorf in San Martino di Tauranova in Kalabrien, ein Verbrechen und ein Dorf, was sich schnell auf eine Seite stellt und damit einen Erdrutsch auslöst, weil die Geschichte ist an sich leider nicht schlüssig. Irgendwie fehlt einfach ein roter Faden in dem Buch. 
Leider ist die Umsetzung im Buch nicht so gut gemacht, weil einfach dieser Nachsatz zu dem Verhalten des Dorfes echt beim Lesen stört und auch der stilistische Wechsel ist irgendwie nicht so leserfreundlich. 

Dafür gibt es 2 Rosen:

Mittwoch, 27. Januar 2021

[Rezension] Vera Käflein - Ihr wart ein Lich an dunklen Tagen ~ Meine drei Kinder, der Krebs und ich

Beschreibung:
Vera ist 27, als man bei ihr Krebs entdeckt. Kurz zuvor hat sie ihr drittes Kind entbunden. Statt unbeschwertem Familiensommer bedeutet das: abstillen, Klinikaufenthalte, OPs, Strahlentherapie. Mehr als um sich selbst sorgt sie sich in dieser Zeit um ihre kleinen Kinder, die ihr gleichzeitig eine wichtige Kraftquelle sind und ihr immer wieder neue Hoffnung geben. Zwei Jahre später ist der Krebs gebannt. Gerade denkt Vera, endlich sei alles wieder gut, da entdeckt sie bei ihrem vierjährigen Sohn eine Beule am Hals. An der gleichen Stelle und erschreckend ähnlich wie bei ihr damals. Der Albtraum scheint von Neuem zu beginnen ...

Details:
Herausgeber: Lübbe; 1. Aufl. 2020 Edition (28. August 2020)
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 288 Seiten
ISBN-10: 3404617002
ISBN-13: 978-3404617005
Reihe: Erfahrungen aus dem Lübbe Verlag
Lesealter: 16 Jahre und älter
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*Triggerwahrnung*
Der Inhalt des Buches kann bei sensibel veranlagten Menschen zu heftig sein. 
Es geht sehr emotional zu und das sollte man vorher wissen.

Eigene Meinung: 
Vera steht vollkommen im Leben, ihr drittes Kind ist gerade da, aber dann schlägt das Schicksal zu und sie bekommt die Diagnose Krebs und nun stellt sich das ganze Leben auf dem Kopf und statt glücklichen Familienleben heisst es nun Krankenhaus, Therapien und versuchen, das Leben noch weiter aufrecht zu erhalten, auch wenn es schwer fällt. Aber Vera kämpft und schafft es, den Krebs zu besiegen, nichts ahnend, dass das Schicksal schon wieder um die nächste Ecke wartet...
Das Buch schildert sehr gut, wie man mit der Diagnose umgehen kann ohne dabei den Kopf zu verlieren und zu versuchen, alles zu schaffen und vor allem zu kämpfen. 
Vera Käflein hat einen sehr flüssigen, aber gleichzeitig fesselnden Schreibstil, man möchte die Geschichte nicht aus der Hand legen, weil man so gut durch die Geschichte kommt, gleichzeitig schafft sie es aber auch, die Emotionen wirklich gut zu transportieren. Trotzdem mangelt es dem Buch nicht an Leichtigkeit, das Buch rührt einen als Leser und das sicher nicht nur, wenn man selber von der Krankheit betroffen ist, sondern einfach, weil man sich durch die Erzählung von Vera Käflein sehr gut in die ganz entscheidenden Momente zu versetzen und dabei trotzdem die Emotionen transportiert. 

Fazit: 
Vera Käflein schreibt über ihr Leben, ihr Leben mit ihren Kindern, aber auch über ihr Leben mit dem Krebs, eine sehr emotionale Geschichte, die einen als Leser wirklich mitnimmt und mitleiden lässt. Das Buch ist sicher nicht für jeden etwas, aber es erzählt von einer starken Familie, die sich nicht so eben unterbekommen lässt. 

Dafür gibt es 5 Rosen:
Danke an Vera Käflein für das Vertrauen und das Rezensionsexemplar. 

Freitag, 17. Januar 2020

[Rezension] Amelie Sander - Als hätte der Himmel mich vergessen: Verwahrlost und misshandelt im eigenen Elternhaus

Beschreibung:
Von ihrer frühesten Kindheit an ist Amelie dem Hass der Frau ausgeliefert, die sie "Mama" nennen muss. Nach außen hin sind die Sanders die perfekte Familie. Doch Amelie bekommt kaum zu essen und zu trinken, wird eingesperrt, gequält und erniedrigt. Wenig, das ihr nicht bei Strafe verboten ist. Erst spät findet Amelie heraus, was mit ihrer leiblichen Mutter geschehen ist. Als sie schon fast alle Hoffnung verloren hat, gelingt ihr mit 21 Jahren endlich die Flucht ...

Details:
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Lübbe; Auflage: 6. Aufl. 2017 (13. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783404609253
ISBN-13: 978-3404609253
ASIN: 3404609255
Größe: 12,6 x 2,7 x 18,9 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist irgendwie bedrückend, es zeigt ein Mädchen, das die Augen geschlossen hat und man ist sich nicht so wirklich sicher, wie man das deuten soll. Die dunklen Farben, die das Cover bestimmen, zeichnen schon ein Bild, was im Buch für eine Grundstimmung herrschen wird. 
Amelie Sander schildert in ihrem Buch das Drama ihrer Kindheit, nicht nur, dass ihr das Selbstvertrauen schon in sehr frühen Jahren genommen wurden ist, auch die Liebe, in der jedes Kind aufwachsen sollte, gab es für Amelie nicht. 
Die Stiefmutter von Amelie war eindeutig krank, es war die tiefe Eifersucht auf das Kind aus einer früheren Beziehung, die sie nicht verarbeiten konnte und in ungefilterter Form an Amelie weitergegeben hat. Amelie war das Spiegelbild einer andere Frau, einer früheren Beziehung ihres Mann und das konnte sie einfach nicht verarbeiten. 
Auf der anderen Seite muss man natürlich sehen, dass gerade Menschen wie Amelies Stiefmutter es gut verstehen, nach aussen hin den Schein zu waren und für viele die treusorgende Mutter und Ehefrau zu spielen. Trotzdem merkt man auch dem Umfeld immer wieder an, dass der Schein nach aussen Risse hat, denn sonst würde es keine Menschen geben, die die Not von Amelie erkennen. 
Das Buch ist definitiv nicht für jeden etwas, es zeigt, wie grausam die Menschen sein können und man entwickelt wirklich einen Hass, aber nicht nur auf die Stiefmutter, die an sich hier die Hauptakteurin ist, sondern auch auf den Vater und die Menschen im nahen Umfeld, weil man einfach die Ignoranz der Menschen merkt. Zwischenzeitlich fragt man sich, was die Menschen nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten, was aber scheinbar schon offensichtlich war. 
Amelie Sander hat grossen Respekt für ihr Buch und auch ihre Geschichte verdient, weil sie teilt sie mit dem Leser, obwohl ihr das sicher nicht leicht gefallen ist, sich in die schlimmsten Momente ihres Leben zu versetzen. 

Fazit:
Amelie Sander hat ein sehr mutiges Buch geschaffen, das zeigt, dass man im Leben leider auf viele schlechte, aber auch wenige gute Menschen treffen kann. Die Offenheit mit der sie ihre Geschichte erzählt, berührt emotional und deswegen kann ich das Buch nicht jedem Leser empfehlen, weil es wirklich ein stellenweise sehr schockierendes Buch ist und deshalb sollte niemand das Buch lesen, der solche harten Lebenswege nicht verarbeiten kann. 

Dafür gibt es 5 Rosen: 
Danke an die liebe Amelie Sander, die mir ihr Buch zur Rezension anvertraut hat. 

Dienstag, 3. September 2019

[Rezension] Ksenia Konrad - Alles ausser fern. Wie ich mich (fast unfallfrei) integriert habe - und die anderen auch

Beschreibung:
Eine Russin als Deutschtrainerin in den Bergen: der inspirierend-heitere Erfahrungsbericht einer engagierten Frau.
Raus aus der pulsierenden Metropole Moskau, hinein in die beschauliche Tiroler Provinz
Diesen Schritt wagte die russische Germanistin Ksenia Konrad. Wie es ist, sich an einem fremden Ort zurechtzufinden, exotisch anmutende Gepflogenheiten richtig deuten zu lernen und den anfangs unverständlichen Dialekt zu enträtseln davon kann Ksenia Konrad ein Lied mit vielen Höhen und Tiefen singen. Hinter jeder Ecke lauert eine neue Ausnahme von der Regel. Und heißt es jetzt eigentlich Plusquamperfekt oder Minusquamperfekt? Alles halb so schlimm, beweist Ksenia Konrad: Heute arbeitet sie selbst als Deutschtrainerin für MigrantInnen und hilft anderen dabei, Sprache als Schlüssel für die Tür zur neuen Heimat zu entdecken.
Ein Buch über das Ankommen: mit einer neuen Sprache in ein neues Leben finden
Unkonventionell und ermutigend: Ksenia Konrad ist eine tatkräftige Frau, die etwas zu erzählen hat schließlich kennt sie die Gefühlsskala beim Transfer in eine neue Kultur selbst nur zu gut. Mit viel Herz und Humor entlockt sie selbst aussichtslos scheinenden Situationen eine Portion heitere und motivierende Lebensphilosophie. In ihrem inspirierenden Buch berichtet sie schwungvoll und erhellend von ihrer eigenen Lebensgeschichte und von ihrer Arbeit mit MigrantInnen.

Details:
Gebundene Ausgabe: 204 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1. (27. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709934826
ISBN-13: 978-3709934821
Größe: 13,1 x 2,2 x 21,1 cm

Eigene Meinung:
Das Cover ist sehr schön bunt gestaltet und zeigt Menschen verschiedener Herkunftsländer und Hautfarben, ein sehr fröhliches und buntes Cover, was auch auffällt.
Ksenia Konrad ist als junge Frau einen weiten Weg gegangen und von Russland nach Österreich gezogen, heute ist sie Deutschtrainerin für Menschen mit Migrationshintergrund und hilft damit Menschen, sich über Sprache besser in ihrer neuen Heimat zurecht zu finden.
Natürlich beginnt Ksenia Konrad dabei mit ihrer eigenen Geschichte vom Ankommen bevor sie dann auf die Lebenswegen andere Menschen übergeht, sie macht das mit viel Menschlichkeit und Humor, so das man das Buch wirklich gerne liest.
Man merkt auch immer wieder beim Lesen, wie bemüht Ksenia Konrad auch neben ihrer Arbeit ist, dass es den Menschen, die neu ankommen, gut geht, so klärt sie Missverständnisse auch und schafft es auch immer wieder, ihre Schüler neu zu motivieren, weiterzulernen, auch wenn Deutsch noch so schwer zu sein scheint. Auch ihre Methoden im Unterricht sind manchmal etwas eigen, aber führen zum Erfolg und das zählt.
Bei den Infos für Muttersprachler, die immer wieder im Text als kleine grammatische Hilfe eingeschoben werden, musste ich auch manchmal zweimal lesen. Man macht es aus Gewohnheit richtig, aber für Menschen, die Deutsch als Sprache lernen, muss das wahnsinnig kompliziert sein. Dabei setzt Ksenia Konrad sehr auf Beispiele, weil man kennt ja auch selber die vielen Ausnahmen, die es in der deutschen Sprache gibt. Leider stört die eingeschobene Hilfe etwas den Lesefluss, weil diese Infos wirklich als Absatz mit in den Text gepackt sind.
Natürlich hat das Buch auch einen sehr aktuellen Bezug, man kann sich dann viel besser in Menschen hineinversetzen, die gewollt oder ungewollt ihr neues Leben in einer anderen Umgebung aufbauen, wie schwer es schon durch die Sprache sein kann und wie man trotzdem eine Integration schaffen kann.

Fazit:
Ksenia Konrad schafft mit ihrer und anderen Geschichten ein schönes kleines Buch über das Ankommen und den Neubeginn in einer anderen Kultur, setzt dafür auf Sprache als Indikator und hat mit viel Humor und Menschlichkeit sehr viel Erfolg damit. Beeindruckend ist, dass sie selber keine Muttersprachlerin ist, sie aber trotzdem versucht, alle deutschen Regeln zu vermitteln, das beeindruckt schon. Leider ist gerade die Konkretheit das, was etwas den Lesefluss stört, weil die eingeschobenen Infos für Muttersprachler stören den Lesefluss wirklich, weswegen es nur 4 von 5 Rosen gibt.

Dafür gibt es 4 Rosen:
Danke für das Rezensionsexemplar an Vorablesen. :)

Sonntag, 25. September 2016

[Rezension] Merel van Groningen - Und plötzlich gehörst du ihm... ~ Gefangen im Netz eines Loverboys - eine wahre Geschichte

Beschreibung:
Merel ist fünfzehn, als sie Mike kennen lernt. Sie verliebt sich - ist doch egal, dass er so viel älter ist, eine kriminelle Vergangenheit hat und komische Freunde. Zu Hause gibt es eh nur noch Stress, und Mike fängt sie auf. Blind vor Liebe merkt Merel nicht, was Mike plant. Als das Geld mal wieder alle ist, glaubt sie sogar selbst, dass es keinen Ausweg gibt als den, dass Merel sich verkauft ... »In den Medien herrscht oft Unverständnis für die Opfer: Man lässt sich doch nicht so einfach auf den Strich stellen, hab ich dort so oft gehört. Sie wissen nicht, was Angst und Scham aus dir machen können.« Merel v. Groningen

Details:
Taschenbuch: 253 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: Aufl. 2011 (18. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404600061
ISBN-13: 978-3404600069
Originaltitel: Misleid
Größe: 12,7 x 2,4 x 18,8 cm

Eigene Meinung:
Das Cover soll sicher Merel zeigen, die ausserhalb der Szenerie im Hintergrund steht. Ihr Gesicht wirkt traurig und verlassen. An sich passt das Cover recht gut zum Rest der Geschichte. 
Merel lernt Mike kennen und verliebt sich nicht auf den ersten Blick in ihn, es ist eher ein schleichender Prozess, der sich zieht. Mike scheint an sich auch schon kein Traummann zu sein, wie sich im Laufe der Geschichte immer und immer wieder zeigt. 
Merel empfinde man im Buch immer wieder als sehr naiv und kurzsichtig, was sich auch an ihrem Alter liegt. Sie zeigt einfach, dass sie die Folgen ihrer Handlungen gar nicht überdenkt. 
Mike ist ein Mann, der eigentlich immer nur versucht, möglichst leicht durchs Leben zu kommen. Aber er weiss genau, wie er Merel immer und immer wieder um den Finger wickeln kann. 
Richtig in Fahrt kommt die Geschichte aber erst im letzten Drittel des Buches, der erste Sex kommt erst auf Seite 121 kurz zur Sprache, aber mehr als spannend erfährt man darüber nicht. 
Danach plätschert die Geschichte so weiter vor sich hin, bevor es am Ende des Buches nochmal etwas heftiger wird, allerdings nur in dem Sinne, dass Merle zum Sex mit Freiern gezwungen werden soll, aber es kommt dazu nicht. Erst jetzt, zum Ende des Buches kommen Menschen ins Spiel, die Merle wirklich helfen wollen, aber das sind alles Massnahmen, die man hätte schon 100 Seiten eher im Buch hätte haben wollen, nur liegt der Höhepunkt und das Ende des Buches fast gleich auf und somit ist die Spannungskurve nicht wirklich gegeben. An sich kann man die Geschichte als sehr langatmig beschreiben und man hat nicht wirklich immer wieder gefragt, warum gerade die Mütter oder die Ämter nicht eingreifen, immerhin ist Merle erst 15 Jahre alt. 
An sich liest sich das Buch regt unspektakulär und wirklich teilweise unglaubwürdig, aber es kann auch sein, dass Merle in dem Fall einfach ein Fall ist, der durchrutscht ist, aber spätestens in dem Moment, als die Mitarbeiterin vom Jugendamt mit Merle spricht und merkt, dass sie aus der Situation hinaus will, sollte etwas passiert, tut es aber auch nicht wirklich und das macht stutzig. 

Fazit:
Ein interessanter Plot, der leider recht schwach umgesetzt wird. Das Ansinnen versteht man, dass man die Öffentlichkeit vor dem Phänomen der Loverboys warnen will, aber mit diesem Buch ist das sicher schwer möglich, da die Geschichte sich eher zieht und man immer das Gefühl hat, dass man hätte eingreifen müssen, aber keiner scheint etwas zu tun oder sich Sorgen zu machen. Die Geschichte zieht sich zu sehr und wirklich ein Spannungsbogen ist leider nicht vorhanden. 

Dafür gibt es 2 Rosen:

Dienstag, 24. Mai 2016

[Bloggerleben] Selfpublisher ~ oder wie man mit Bloggern umgehen oder eben auch nicht....

Bildquelle: https://pixabay.com
Hallo ihr Lieben, 

heute muss ich mal etwas los werden, ich möchte jetzt nicht sagen, dass ich jetzt eine Lanze oder sowas breche, aber in den letzten Tagen stolpere ich immer wieder in meinem Blogroll oder auch auf Sozial Media Plattformen über Artikeln und Posts über Selfpublisher. 
Und leider sind das nicht immer wirklich freundliche Artikel, was mir gerade etwas sauer aufstösst, weil es teilweise "Autoren aus der betreffenen Brance" schaffen, einfach mal die Bloghinweise zu überlesen und dann einfach Massenmails rauszuschicken, dass es dann auch bei Blogger / innen ankommt, die ich selber sehr gerne lese und denen jetzt gerade einfach mal in diesem Bezug der Kragen platzt. 
So gesehen und gelesen bei Papiergeflüster und beim lieben Bröselchen von Brösels Bücherregal. (Die Artikel habe ich euch mal verlinkt, einfach für die Leute, die nicht wissen, über was ich hier gerade schreibe oder die eben die Thematik noch nicht weiter kennen.)

Auf der anderen Seite erlebe ich aber auch Autoren, mit denen ich befreundet bin, die sich darüber aufregen, dass ihre Arbeit gerade von vielen Seiten her schlecht gemacht wird oder eben als qualitätslos / unspannend oder sowas dargestellt wird und sie sich unter der Masse der schwarzen Schafe einfach untergehen sehen, weil die Masse der schwarzen Schafe gerade überhand nimmt.

Stein des Anstosses und auch der ganzen Diskussion ist ein Thema und zwar Selfpublisher. 
Machen wir uns mal nichts vor, in der jetzigen Zeit kann es jeder Hans und Franz schaffen, ein Buch bei Amazon / Neobooks etc. hochzuladen und sich dann als Autor auszugeben. Der Begriff Autor lässt sich dabei leider sehr strecken und das fällt in der letzen Zeit immer und immer wieder auf, weil eben nicht nur gute und lesenwerte Sachen den Markt erreichen, sondern eben auch Plagiate (auf den aktuellen Fall rund um Katja P. gehe ich nun nicht mehr weiter ein) und - ich beschreibe sie mal als - Möchtegernwerke den Markt regelrecht überfluten.

Wenn ihr schon etwas länger Leser oder Follower meines Blogs seid, dass wisst ihr, dass ich recht oft Bücher von Selfpublisher rezensiere oder Blogtouren in der Richtung mit einem Beitrag versorge. 
Generell bin ich für jede Art von Anfragen offen, auch wenn die Autoren noch jung oder eben recht unerfahren sind. Und natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und natürlich gibt es auch die Autoren, die dann einfach Massenmails rausschicken, weil sie denken, ich werde schon ein paar Blogger damit finden. 

Ich habe es persönlich auch lieber, wenn man mal über meinen Blog geschaut hat und mich dann mit "Hallo Katja" oder "Hallo MissRose" anschreibt, weil das einfach zeigt, dass sich da jemand die Mühe gemacht hat und mal über den Blog geschaut hat, was ich so lese und was eben nicht. 
Und ja, ich bin offen für viele Genre, ich lese auch Sachen, die jetzt auf andere Blogs gar nicht besprochen werden, aber mein Blog ist mein Baby und da entscheide ich, was auf den Blog kommt und was eben nicht. 

Meine Erfahrungen sind aber bisher immer recht positiv gewesen. Wenn ich eine Anfrage bekomme, die mir gefällt, dann antworte ich darauf. Natürlich weisse ich auch immer darauf hin, dass das Blog eben mein Hobby ist und ich ihn neben der Uni und meiner Arbeit betreibe und es deswegen dauern kann, bis die Rezension erscheint. Ich finde, so fair sollte man dann auch sein. 
Auch haben sich aus den anfänglich losen Kontakten recht gute Freundschaften entwickelt habe und man sich dann gegenseitig recht gut in der Entwicklung verfolgt. Das finde ich sehr schön, weil eben eben nicht nur den Leserkreis erweitert, sondern eben auch Raum für neue Projekte oder Kooperationen bietet. 

Ich antworte auch, wenn ich das Buch nicht annehme, weil ich finde einfach, dass sich das so gehört. 
Natürlich hatte ich auch schon E-Mails, an denen gleich das E-Book dran hing, was ich auch nicht wirklich ansprechend finde, trotzdem habe ich dann eine nette Antwort geschrieben und eben abgesagt, dass ich das Buch nicht auf meinem Blog vorstellen möchte (ich gesteht, es gab auch mal nicht so wirklich nette Antworten, aber ihr kennt das ja, wie man in den Wald hineinruft, so kommt es auch zurück). Ich finde, wenn ich mein Buch gerne an den Blogger / die Bloggerin bringen möchte, dann sollte ich vorher ohne Buch einfach nett anfragen und sehen, was passiert. 

Klar hatte ich auch schon die Möchtegernbestsellerautoren dabei, die dann meinten, sie müssten nichts weiter mit mir als Blogger zu tun haben, aber ehrlich, das ist eine recht kleine Zahl, die mir bisher dabei untergekommen sind. Diese blitzen dann auch bei mir ab, auch wenn ich sonst ein recht harmonisch denkend und lebender Mensch bin.

Worauf sich aber jeder Autor (egal ob im Verlag oder eben in Eigenregie) einlassen muss, wenn er bei mir anfragt, ist meine ehrliche Meinung. Ich habe auch schon Autoren, die ich persönlich kannte, konstruktive Kritik gegeben, dabei aber den Autor nicht angegriffen und damit muss dann eben jeder leben. So ist das eben, wenn man bei einem Blogger anfragt.

Was ich mir wünsche, ist einfach, dass man die Arbeit der Autoren (egal, wie er veröffentlicht) anerkennt und dann eben nicht sich anhören muss, nur weil so und so veröffentlicht, kannst du nicht viel zu bieten haben. 
Auch Verlagsbücher sind nicht immer die besten Bücher, habe auch Fehler, weil da eben auch nur Mensche dahinter sitzen, damit muss man dann eben leben. 
Lasst euch mal auf das Abenteuer ein und gebt auch mal eine Buch eine Chance, bei dem kein grosser Verlag dahinter steht und entdeckt, welche Perlen man dabei findet. Da ich selber schon auf Perlen gestossen bin, weiss ich, wie einfach das sein kann.

Lasst mir gerne eure Meinungen und Erfahrungen da, ich freue mich darauf. :)

Alles Liebe,
Katja 

Montag, 31. März 2014

Jana Frey - Sackgasse Freiheit: Aus dem Leben eines Straßenkindes

 
Beschreibung auf dem Büchrücken:
  Sofia ist 14 Jahre alt und lebt auf der Straße. Schnell muss sie begreifen, dass sich auch hier die Hoffnung auf Freiheit für sie nicht erfüllt. Stattdessen wird ihr Alltag ein einziger Kampf gegen Hunger, Sucht, Einsamkeit und purer Verzweiflung. Immer tiefer gerät Sofia in einen Teufelskreis, aus dem sie sich aus eigener Kraft nicht befreien kann. Doch dann lernt sie Ätze kennen ...

Einfühlsam erzählt Jana Frey die Geschichte eines deutschen Straßenkindes. So schafft sie Einblicke in eine Wirklichkeit die bewegt, schockiert und aufrüttelt!

Details:
Broschiert: 189 Seiten
Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1., Aufl. (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785564678
ISBN-13: 978-3785564677
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 1,8 cm 
Teil einer Reihe? - Nein

Eigene Meinung:
Es gibt Bücher, die man einfach lesen muss, weil man dann sich dann einem andere Sichten auf Dinge eröffnen, die einem sonst verburgen bleiben. So ging es mir mit diesem Buch von Jana Frey.
Jana Frey hat die "echte" Sofia getroffen und ihrer Geschichte in ihrem Buch verarbeitet.

Sofia ist eins der Kinder, die in Deutschland auf der Straße leben. Sie hatte es in ihrem Leben nicht leicht. Ihr Leiden beginnt eigentlich schon vor ihrer Geburt, weil sie das Ergebnis einer Vergewaltigung ist. So beginnt Sofias Leben schon unter keinem guten Stern und leider soll sich das auch in ihrem Leben ernstmal nicht ändern. Die "Egal"-Haltung ihrer Mutter hat mich schon tief geschockt, besonders in dem Moment, als Sofia ihr erzählt, dass der Freund ihres Mann versucht, sie anzugrapschen. Ihr war es egal, oder besser gesagt, sie hat Sofia nicht geglaubt.

Solche kleinen Schockmomenten gab es in diesem Buch wirklich einige, aber wenn man ein paar kleine Abstriche machen muss, gerade was die Details angeht. Komischerweise fallen mir solche Sachen immer am meisten auf und ich kann gar nicht so richtig erklären, warum das eigentlich so ist. So bettelt Sofia breits im Jahr 1996 nach Euros, aber na ja, das sind - so denke ich - vielleicht kleine Unachtsamkeiten, die sich vielleicht schon in den Interwievs mit Sofia so eingeschlichen haben.

Sonst aber gefällt mir der Stil von Jana Frey sehr gut, sie hat einen klaren und ungeschönten Ausdruck, der aber nicht dazu neigt, zu detailsreich zu werden. Trotzdem kann man sich ein sehr gutes Bild von Sofias Leben machen, wenn man sich komplett auf die Geschichte einlässt.

Durch die verwendetet Ich-Perspektive hat man als Leser die Chance, sich sehr gut in Sofia hineinzuversetzt und zu erleben, was in ihr vorgeht und was sie denkt und fühlt. Dadurch lassen sie dann auch ihre Handlungen besser erklären, weil man eben nicht nur den "äußerlichen" Schein kennt.

Ich glaube, diese Buch wäre auch gut für den Deutsch-Unterricht an einer Schule, weil es nicht so lang ist und sich auch gut lesen lässt. Solche Schullektüre hätte ich mir zu meiner Schulzeit gewünscht. 

Fazit: 
Ein Buch, das zeigt, dass in Deutschland schon viel falsch laufen kann, wenn einige Faktoren zusammenkommen und es scheinbar niemanden auffällt, dass in einer Familie etwas schief läuft.. Zugleich eröffnet es einen Blick in ein Milieu, in das man sonst nicht so einfach reinschauen kann. :)

Dafür gibt es 5 Rosen:

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Lisa Müller - Nimm mich, bezahl mich, zerstör mich! ~ Mein Leben als minderjährige Prostituierte in Deutschland

Beschreibung auf dem Buchrücken:
Warum entscheidet sich eine junge Frau im Alter von 14 Jahren freiwillig und ohne jeden Zwang dazu, Sex für Geld anzubieten und sich zahlende Freier zu suchen?

Sie tut es nie unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, und auch nicht, um Geld für Drogen zu verdienen. Sie verdient viel Geld, und sie tut es selbstbestimmt und ohne einen Zuhälter. Doch was geschieht mit ihr und ihrer Psyche in den kommenden Jahren, und wie schafft sie es, mit 18 Jahren auszusteigen - gerade noch rechtzeitig, wie sie später sagt?

Lisa Müller, eine ganz normale junge Frau aus Deutschland, hat dieses Leben gelebt. Sie sagt, dass ihr Werdegang gar nicht so unnormal ist, auch wenn nicht viele schon mit 14 beginnen: "Sie können mir glauben, dass es mehr von meiner Sorte gibt, als Sie sich denken wollen. Sex für Geld ist normal geworden, aber ich bin froh, dass ich den Ausstieg geschafft habe."

Buchtrailer vom Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag:

Pressestimmen zu dem Buch:
Mit 14 ging Lisa das erste Mal auf den Strich freiwillig, weil das schnelle Geld lockte. Beim ersten Kunden war Lisa noch nervös, stumpfte aber ab. Ihre Erlebnisse als junge Prostituierte hat Lisa in dem gerade erschienenen Buch Nimm mich, bezahl mich, zerstör mich! niedergeschrieben. Als eindringliche Warnung versteht Lisa ihr Buch. Die mittlerweile 20-Jährige hofft, so vielen jungen Mädchen helfen zu können, nicht den gleichen Fehler zu machen wie sie. (RTL Explosiv)

Lisa Müller arbeitete freiwillig als minderjährige Hure und zerbrach fast. Lisa hat ein Buch geschrieben: Nimm mich, bezahl mich, zerstör mich. Es ist die autobiografische Geschichte eines Teenagers aus dem 7200-Seelen-Ort Illingen im Schwäbischen, die Geschichte eines Mädchens, das sich mit 14 Jahren freiwillig für die Prostitution entscheidet und mit 18 beschließt, wieder auszusteigen. Hilfe für ihren Aussteig nimmt sie nicht in Anspruch: Ihr Buch wird zur Selbsttherapie. Nach Wochen der Lähmung, nur unterbrochen vom Schreiben einzelner Kapitel, fängt sie wieder an zu arbeiten in einer Bäckerei. Heute ist sie in einem Büro angestellt. Im Sommer möchte sie auf der Abendschule ihren Realschulabschluss und das Abitur nachholen. Ihr Traum: ein Psychologiestudium. (TZ-München)

Als Schülerin bot sie ihren Körper an. Sie verdiente ein Vermögen und zerbrach fast. Mit 14 Jahren bot sie sich als Lolita-Hure Xenia auf Erotik-Portalen im Internet an. Ehemänner und Familienväter überhäuften die Schülerin aus der schwäbischen Provinz mit Anfragen. Mit 18 Jahren stieg Lisa Müller (20) aus und schrieb ein Buch über ihre Zeit als Teenager-Prostituierte. (Berliner Kurier)

Details:
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (12. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862652386
ISBN-13: 978-3862652389
Größe: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm 

Eigene Meinung:
Zuerst stach mir das Cover des Buches ins Auge. Lisa Müller, eine hübsche junge Frau, die modeln könnte und gleichzeitig die Autorin des Buches, blickt einem entgegen und man wird neugierig, was einem ihr Blick sagen will. Mich hat das Cover irgendwie angesprochen, weswegen ich auch das Buch gekauft habe.

Der Titel fasst das Buch eigentlich sehr gut zusammen, genau das verwirrt mich etwas. Irgendwie konnte ich dem Buch die gesamte Story nicht so richtig abnehmen, aber ich kann nicht genau sagen, warum nicht. Auf mich wirkt die Geschichte irgendwie zu emotionslos, was aber auch daran liegen kann, dass Lisa Müller für sich selber immer noch nicht ganz mit ihrer Jugend abgeschlossen hat und es deswegen so emtionallos auf den Leser wirkt.

Die Geschichte von Lisa ist schon sehr tragisch und auch - sofern alles wahr ist - eine große seelische Last, aber es gibt an vielen Punkten Momente, in denen ich mir dachte, das kann jetzt nicht wahr sein. Ich möchte jetzt nicht zu viel aus dem Buch vorwegnehmen, aber ich möchte es an einem Beispiel veranschaulichen:
Lisa spielt den Lockvogel bei einem schweren Raubüberfall. Doch es taucht danach nicht etwa ein Jugendamt auf - immerhin hatte sie deswegen eine Anzeige am Hals, aber irgendwie kommt von behördlicher Seite nie irgendetwas. Auch bleibt diese Anzeige später unerwähnt, man kann also nicht sagen, was daraus geworden ist.
Aber nicht nur in solchen Momenten habe ich gezweifelt, da gab es noch einige andere, die mich ins Grübeln brachten und die dadurch unglaubwürdig auf mich wirkten.

Gleicheitig gibt es aber auch wieder Momente, in dene ich wahnsinnig mit Lisa mitgefühlt habe. So zum Beispiel, als ihr Vater starb und sie sich nicht mehr aussöhnen konnte. Da war ihr Schreiben auch ganz anders - irgendwie sehr nah an einem Selber.

Der Schreibstil von Lisa Müller ist zwar flüssig, aber manchmal springt sie etwas innerhalb der kurzen Teilabschnitte hin und her und das verwirrt manchmal etwas. Stilistisch kann man nicht von der hohen Kunst reden, aber es isthalbwegs lesbar.
Sie schreibt aus der Ich-Perspektive, was für sie vielleicht einfach für die Umsetzung war und dem Leser auch eine besseren Eindruck in das Seelenleben von ihr verschafft. Dadurch kann man auch ihre Brüche und Gedanken viel besser verfolgen.

Mich spricht auch die Gestaltung des Buches nicht besonders an, weil der Lesefluss immer wieder durch einseitige oder doppelseitige Bilder von Lisa Müller mit Zitaten von der vorhergehenden Seiten, unterbrochen wird. Leider sind die Brüche auch teilweise so unglücklich gelegt, dass Sätze, die auf die nächste Seite übergehen, unterbrochen werden. 
Diese Fotos wirken auch sehr professionell, dass ich den Eindruck bekam, dass sich Lisa Müller dadurch etwas mehr in Szene setzen will. Mich sprach diese Art der Gestaltung leider überhaupt nicht an, auch wenn es teilweise wirklich sehr schöne Fotos waren. 

Fazit:
 Das Buch lässt mich ziemlich zerrissen zurück. Ich kann nicht sagen, ob es Wahrheit oder Fiktion ist oder ob es einfach dazwischen irgendwo liegt. Nur hätte ich etwas anderes erwartet und die Momente, in denen es unglaubwürdig wird, verstärken meine Zweifel nur noch mehr. 
Sehr schade, weil die Thematik in Deutschland mehr aufgegriffen werden müsste, nur ich glaube, da gibt es bessere Wege als dieses Buch.

Dafür gibt es 3 Rosen: