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Donnerstag, 28. Mai 2026

[Rezension] In einem Zug – Daniel Glattauers feinsinnige Reise durch das Leben

 Ein witziger, schlagfertiger und tiefgründiger Roman, den man am besten genau dort liest, wo er spielt: Im Zug.

Wer an Daniel Glattauer denkt, hat meist sofort die digitalen Wortgefechte aus „Gut gegen Nordwind“ im Kopf. Doch mit „In einem Zug“ schlägt der Autor leisere, klassischere, aber keineswegs weniger faszinierende Töne an. Ein Buch, das mich auf eine ganz unerwartete Weise berührt hat – und das, wie sich herausstellte, den absolut perfekten Leseort verlangt.

Lese-Tipp: Falls ihr meinen ersten Eindruck und meine Gedanken direkt während der Fahrt verpasst habt, hüpft unbedingt noch rüber zu meinem Zwischenpost: Gedanken beim Lesen – Weil Gefühle keine Noten brauchen ✨!

Worum geht es?

Wir begleiten den Autor Eduard Brünhofer auf einer vermeintlich ganz normalen Zugfahrt zu einem Verlagstermin nach München. Doch die Routine wird komplett auf den Kopf gestellt, als er auf Catrin Meyr trifft. Sie gestaltet die gemeinsame Reisezeit völlig anders, als Eduard es je hätte ahnen können. Aus einer flüchtigen Begegnung entwickelt sich ein tiefgehendes Gespräch, das weit über Smalltalk hinausreicht.

Mein Eindruck: Schlagfertig, feinsinnig und bittersüß

Ich habe dieses Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Minute genossen. Glattauers Schreibstil besitzt hier eine wunderschöne Leichtigkeit, die einen mühelos durch die Seiten trägt. Das absolute Herzstück des Romans sind die Dialoge zwischen Eduard und Catrin: Sie sind witzig, teilweise herrlich schlagfertig und einfach ein purer Genuss beim Lesen.

Gleichzeitig schafft es der Roman, neben all dem Wortwitz sehr leise und feinsinnig daherzukommen. Zwischen den Zeilen stecken kluge, nachhaltige Gedanken über die Liebe, das Altern, das Scheitern und das Leben an sich, die mir noch lange im Kopf herumgegangen sind. Man bekommt als Leser einen tiefen, ungeschönten Einblick in Eduards Leben, begreift seine Schwächen und versteht plötzlich, woher seine jahrelange, lähmende Schreibpause rührt.

Mein absoluter Pro-Tipp für euch: Schnappt euch dieses Buch für eure nächste längere Bahnfahrt! Ich habe es genau so gemacht und die Atmosphäre im Zug verschmilzt beim Lesen eins zu eins mit der Geschichte. Das macht das Ganze noch intensiver.

Mein Fazit

Ein wunderbares Buch zum Abschalten und gleichzeitig zum Nachdenken. Es kommt nicht laut oder spektakulär daher, sondern überzeugt durch seine psychologische Tiefe und geschliffene Dialogkunst. Ein echter Glattauer eben, nur im Gewand eines klassischen Romans.

Meine Bewertung: 

Feinsinnig, berührend und voller Wortwitz. 4,5 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹🌿 (eine halbe Rose für das ganz besondere Reisegefühl)


Hier kannst du „In einem Zug“ kaufen:

Du möchtest Eduard und Catrin auf ihrer Reise begleiten? Über diese Links kannst du das Buch direkt bestellen und gleichzeitig meine Arbeit am Blog unterstützen, ohne dass es für dich teurer wird (Affiliate-Links):

Vielen Dank für deine Unterstützung! 🌹

Transparenz-Hinweis: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich komplett unbeeinflusst – ich schreibe für euch immer ehrlich, direkt und aus tiefstem Leserherzen! 🌹

Ein kleines Dankeschön? Hat dir diese Rezension Lust auf die nächste Zugfahrt gemacht? Wenn du meine Arbeit am Blog unterstützen möchtest, freue ich mich riesig über eine virtuelle Rose oder einen Kaffee auf Ko-fi! Jede Unterstützung hilft mir, meinen Blog unabhängig und lebendig zu gestalten. Hier geht’s zu meinem Ko-fi Profil ☕✨

Den Quellennachweis findest du hier: LINK

Donnerstag, 9. April 2026

Gedanken beim Lesen – Weil Gefühle keine Noten brauchen ✨

 

Vielleicht kennt ihr das: Man schlägt ein Buch zu (oder liest gerade mittendrin) und hat dieses eine ganz bestimmte Gefühl im Bauch. Keine Analyse von Plot oder Spannungsbogen, sondern einfach nur ein Gedanke, der hängen bleibt.

Ich habe mich entschlossen, diesen Momenten auf meinem Buchblog ab sofort mehr Raum zu geben. Unter der neuen Rubrik „Gedanken beim Lesen“ teile ich mit euch ganz ungefiltert, was ein Buch mit mir macht, wo es mich hinführt oder welche Entdeckungen ich dabei am Wegesrand mache.

Den Anfang macht heute ein Buch, das mich im Zug nach Berlin begleitet hat... 📖🌹

Es gibt Lese-Momente, die passen so perfekt zusammen, dass man sie kaum planen kann. Auf meiner Fahrt nach Berlin hatte ich Daniel Glattauers „Im Zug“ im Gepäck. Wer Glattauer seit seinem großen Durchbruch mit dem E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ verfolgt, kennt sein Gespür für Dialoge und das Zwischenmenschliche. Doch dieses Buch hier ist noch einmal etwas ganz Eigenes.

Ein Blick hinter die Kulissen des Schreibens 

„Im Zug“ kommt locker-leicht daher, aber beim Lesen blitzt immer wieder ein wunderbar authentischer Kern durch. Besonders berührt – und zum Schmunzeln gebracht – hat mich die Art, wie er das Autorendasein spiegelt. Wenn er beschreibt, wie ein Autor immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird oder sich insgeheim nach etwas weniger Ruhm sehnt, wirkt das unglaublich ehrlich. Es ist, als würde man einem Autor über die Schulter schauen, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt, aber seine Beobachtungen dafür umso präziser setzt.

Das Abteil als analoge Insel 

Während ich mich in die Geschichte vertiefte, passierte etwas, das mein Herz als Buchliebhaberin richtig gefreut hat. Normalerweise erwartet man in einem ICE eine Wand aus leuchtenden Smartphone-Displays. Doch als ich den Blick vom Buch hob und mich im Abteil umsah, bot sich mir ein anderes Bild: Ich war nicht allein. Überraschend viele Menschen um mich herum waren in echte, gedruckte Bücher vertieft.

Es war eine dieser seltenen Momentaufnahmen, die zeigen, dass das gedruckte Wort noch lange nicht ausgedient hat. In einer Zeit, in der alles digital und schnelllebig ist, war diese gemeinsame, stille Konzentration im Waggon fast schon ein kleiner Akt der Rebellion. Passend dazu habe ich heute gelesen: Wer mehr liest, lebt länger. Wenn das stimmt, haben wir im Zug nach Berlin alle gemeinsam ein paar Jahre Lebenszeit gewonnen. 😉

Nachhaltig lesen – ein Herzensanliegen 

Da dieses Buch ein Rezensionsexemplar war, geht mein Dank an den Dumont Buchverlag. Aber mir ist noch ein anderer Punkt wichtig: Nachhaltigkeit beim Lesen. Ein Buch muss nicht immer fabrikneu sein, um eine neue Welt zu eröffnen. Gerade solche Schätze wie die von Glattauer lassen sich wunderbar gebraucht finden. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Ressourcen unserer Umwelt. Ein gelesenes Buch trägt die Reise eines anderen bereits in sich – und das passt doch perfekt zu einer Geschichte, die im Zug spielt, oder?


Quellen & Support:

  • Verlag: Dumont Buchverlag (Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!)

  • Nachhaltig kaufen: Daniel Glattauer gebraucht finden bei Medimops* / Rebuy*

  • Support: Wenn euch meine literarischen Ausflüge gefallen, freue ich mich über eine virtuelle Rose bei Ko-fi Page 🌹

Fotonachweis & Urheberrecht:

Bildnachweis:

  • Header-Bild ("Gedanken beim Lesen"): Dieses visuelle Kunstwerk wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz (Ideogram AI) nach meinen persönlichen Vorgaben und Prompts erstellt. © Katja Ertelt / Privatarchiv

  • Foto "Im Zug": Die Aufnahme des Buches im Waggon entstand privat während der Reise. © Katja Ertelt / Privatarchiv

Jegliche Nutzung, Vervielfältigung oder Verbreitung der Bilder bedarf der ausdrücklichen Zustimmung.

Samstag, 16. März 2013

Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer

 "Alle sieben Wellen" von Daniel Glattauer
=> Bildquelle: Privat

Beschreibung auf dem Buchrücken:
 »Wie es nun weitergehen soll, Leo? - Weiter wie bisher. Wohin? - Nirgendwohin. Einfach nur weiter. Du lebst dein Leben. Ich lese mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam.«

Pressestimmen:
 »Einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwart.«
Der Spiegel

»Glattauer gelingt ein Rausch, der an Intensität seinesgleichen sucht.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

 »Ein neues, wunderbares Lieblingsbuch von Daniel Glattauer.«
Cosmopolitan

 »Glattauer braucht so wenig Worte für sooo viel Gefühl.«
Bild am Sonntag

Details:
Taschenbuch: 222 Seiten
Verlag: Goldmann; Auflage: 1. (8. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344247244X
ISBN-13: 978-3442472444
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,2 cm

Eigene Meinung:
Der Roman liest sich ganz so wie "Gut gegen Nordwind", allerdings wirkt er irgendwie ernster.
Ich habe die Leichtigkeit des Lesens bei "Alle sieben Wellen" etwas vermisst, die Daniel Glattauer noch bei "Gut gegen Nordwind" in die Mails von Emmi und Leo gelegt hat.
Die Wortgefeuchte sind etwas schwerfällig und manchmal leider auch etwas vorhersehbar, aber nie zu kitschig oder klischeehaft, sind dabei aber trotzdem sehr unterhaltsam und an vielen Stellen im Roman kann man wirklich über Emmi und Leo schmunzeln.
Daniel Glattauer fängt dabei in "Alle sieben Wellen" dort an, wo "Gut gegen Nordwind" aufgehört hat und beginnt somit in der völligen Zerstörung der Beziehung von Emmi und Leo, wodurch sich die für die E-Mails typische Atmospähre von Emmi und Leo erst wieder einstellen muss. Er schafft es daber trotzdem auf den etwas mehr als 200 Seiten diese Beziehung auf eine höhere Ebene zu bringen als er es in "Gut gegen Nordwind" zugespitzt hat. Gerade das macht das Buch wahnsinnig interessant und auch spannend.
Deswegen liest sich der Roman sehr gut und ist leider viel zu schnell zu Ende.
Dennoch kann man sich mit dem Ende von Emmi und Leo´s Geschichte sehr gut anfreunden, weil man nach dem Zuschlagen des Buches das Gefühl hat, dass die Geschichte der beiden ein würdiges Ende gefunden hat.

Fazit:
Emmi und Leo finden in "Alle sieben Wellen" einen würdigen Abschluss und ist für alle zu empfehlen, die mit dem Ende von "Gut gegen Nordwind" nicht zufrieden waren und unbedingt das Ende lesen wollen.
Trotzdem kann man das Buch auch ohne Kenntnis von "Gut gegen Nordwind" sehr gut lesen, da eigentlich alles im Buch nochmal genannt wird und so eine Verbindung hergestllt werden kann.
Um es mit Emmis Worten zu sagen: Dieses Buch ist so, so, so wunderschön!

Dafür gibt es 5 Rosen: