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Donnerstag, 17. September 2026

Wie der Black Metal in den Osten kam: Abo Alsleben liest in der Chemiefabrik Dresden

 

Am Dienstagabend hieß es für mich erneut: Auf in die Chemiefabrik Dresden! Die „Chemo“ feiert aktuell ihr 25-jähriges Bestehen, und nach der intensiven Lesung von Gerald Pochop stand diesmal ein ganz anderes, aber nicht minder geschichtsträchtiges Subkultur-Kapitel auf dem Programm. Zu Gast war Abo Alsleben aus Leipzig mit seinem Buch „MAYHEM live in Leipzig: Wie ich den Black Metal nach Ostdeutschland brachte“.

Wer sich ein wenig mit extremer Musikgeschichte auskennt, weiß: Der Auftritt der norwegischen Kultband Mayhem im Leipziger „Eiskeller“ (heute UT Connewitz) im November 1990 ist legendär. Wie es überhaupt dazu kam, dass diese damals völlig weltfremd wirkende Truppe kurz nach dem Mauerfall im Osten aufschlug, erzählte Abo mit einer mitreißenden Mischung aus Charme, Witz und erstaunlicher Leichtigkeit.

Von der Brieffreundschaft zum Kultkonzert

Besonders faszinierend war der persönliche Einblick in die Verbindung zwischen Abo und Mayhem-Gründer Øystein Aarseth alias Euronymous. Aus einer anfänglichen Brieffreundschaft über Ländergrenzen hinweg entwickelte sich Schritt für Schritt die Idee, diese Band nach Ostdeutschland zu holen.

Abo verstand sich sichtlich gut mit Euronymous, und es war herrlich zu hören, wie aus getippten Zeilen auf Papier eine handfeste Tourorganisation wurde – inklusive all der unvorhersehbaren Überraschungen, die ein solcher Roadtrip im Nachwende-Chaos eben mit sich brachte. Bemerkenswert fand ich vor allem, wie locker und unaufgeregt Abo über die mitunter doch sehr speziellen Vorlieben und Eigenheiten der Musiker sprach. Bei Figuren wie Dead und Euronymous, um die sich bis heute finstere Mythen und Abgründe ranken, tat diese geerdete, fast augenzwinkernde Perspektive aus erster Hand unglaublich gut.

Ein positives Vorab-Fazit (trotz Buch-Kaufstopp)

Ich mache kein Geheimnis daraus: Black Metal ist musikalisch nicht mein Heimat-Genre. Doch die Dynamik dieser Tour, die Absurditäten der Zeit und die intimen Einblicke in eine Subkultur im Umbruch haben mich absolut gepackt.

Eine ausführliche Rezension des Buches muss sich allerdings noch ein klein wenig gedulden: Ich kann mir als Studentin nicht pausenlos Bücher über Nischenthemen kaufen – und nachdem im selben Monat bereits das Buch von Gerald Pochop in meine Tasche gewandert war, war das Monatsbudget schlicht erschöpft.

Auf meiner Wunschliste steht das Werk aber felsenfest ganz oben. Allein auf Grundlage dieser Lesung gebe ich dem Buch schon jetzt ein klares, positives Vorab-Fazit. Ich bin wahnsinnig neugierig darauf, mir die vielen Details, Anekdoten und Hintergründe demnächst selbst in Ruhe zu erlesen.

Jetzt seid ihr gefragt: Wart ihr damals bei legendären Nachwende-Konzerten im Osten dabei, oder habt ihr Mayhems Spuren in Leipzig verfolgt? Wie steht ihr zum Phänomen Black Metal? Schreibt es mir gern in die Kommentare!

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📚 Veranstaltungs- & Buchdaten

  • Buch: Abo Alsleben: MAYHEM live in Leipzig: Wie ich den Black Metal nach Ostdeutschland brachte - Kaufen bei Amazon*

  • Ort: Chemiefabrik Dresden (Chemo), Jubiläumsreihe „25 Tage – 25 Jahre Chemiefabrik“

  • Datum der Veranstaltung: Dienstagabend, 15. September 2026

  • Fotos: Eigene Aufnahmen vor Ort