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Mittwoch, 26. Februar 2025

(Nachlese) "Wappne dich, mein Herz" - Lesung über Graf James von Moltke und seiner Frau Freya

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich eine besondere Nachlese für euch, den ich war bei einer Lesung in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden gewesen, die im Rahmen der Aktion Gegen das Vergessen veranstaltet wurde und zwar wurden Briefe zwischen Graf James von Molkte und seiner Frau Freya - beide Mitglieder des Kreisauer Kreises - von Regula Grauwiller (Schauspielerin) und Bernhard Bettermann (Schauspieler) vorgelesen. 

Hier die Ankündigung auf der Webseite der Frauenkirche: 

Was war der Kreisauer Kreis?
"Der Kreisauer Kreis war eine zivile Widerstandsgruppe, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus mit Plänen zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung nach dem angenommenen Zusammenbruch der Hitler-Diktatur befasste

Der Kreis, dessen Führungspersönlichkeiten Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg waren, bildete sich im Jahr 1940. Freya von Moltke organisierte mit Gleichgesinnten drei Zusammenkünfte im Mai 1942, Oktober 1942 und Juni 1943 mit dem Ziel, Gesellschaftsentwürfe für eine Nachkriegszeit zu erstellen. Nach der Verhaftung Moltkes Anfang 1944 löste sich der Kreisauer Kreis de facto auf, einige Kreisauer schlossen sich der Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg an."
 - Zitat aus Wikipedia zum Kreisauer Kreis - 

Der Briefwechsel, der im Mittelpunkt der Lesung stand, entstand in den letzten Lebensmonaten von Helmuth James Graf von Molkte und beschreibt eine grosse Liebe, die zwischen den Leben und Tod immer wieder hin und her gleitet, gleichzeitig aber auch von den Umständen der  Zeit berichtet. 

Eine sehr gut gewählte Auswahl aus den Briefen wurde von beiden Schauspielern vorgetragen, der Briefwechsel war sehr intensiv, gleichzeitig auch immer wieder unterbrochen von den Reisen, die Freya in die Heimat Kreisau unternahm, um bei den Söhnen zu sein (Strecke ca. 360 km Berlin - Kreisau, immer per Zug). 

Hier ein Bild der Lesung, die wirklich sehr schön war. Nicht nur, weil die Unterkirche der Frauenkirche einfach ein besondere Ort für eine Lesung ist. 

Ich bin sehr froh, dass ich zu der Lesung gegangen bin, auch wenn der Kreisauer Kreis bei weitem nicht so bekannt ist wie die Weisse Rose, die wenige Wochen nach der Hinrichtung von Graf James von Molkte ebenfalls von Roland Freisler abgeurteilt wurde. 

Sollte ihr weitere Informationen zu dem Briefwechsel haben wollen, schaut euch gerne das Buch an: 
Briefe an Freya 1933–1945. C. H. Beck, München ³2005, ISBN 3-406-35279-0.

Alles Liebe,
Katja 

Mittwoch, 12. Juni 2019

[Gegen das Vergessen] Anne Frank wäre heute 90 Jahre alt geworden...

Anne Frank - Bildquelle: FAZ
Heute - am 12. Juni 2019 - wäre Annelies Marie „Anne“ Frank 90 Jahre alt geworden. Mit ihrem Ziel, Journalistin oder Schriftstellerin zu werden, hat sie Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen, denn ihre fiktive Freundin "Kitty", ihr Tagebuch, was sie im Versteck, welches in der Prinsengracht 263 in Amsterdam war, geführt hat, bewegt seit seiner Veröffentlichung Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Es ist nicht nur Pflichtlektüre in der Schule und UNESCO Weltkulturerbe, es ist vor allem ein Zeitdokument von einem Schicksal, was Millionen andere Menschen in der Zeit des Holocaust auch ereilt hat, aber es steht stellvertretend für alle diese jungen Menschen, die ihr Leben für eine perfide Idee lassen mussten. 
Ich habe heute lange überlegt, wie ich diese kleinen Beitrag im Gedenken an dieses mutige Mädchen beginne und habe ihn auch immer wieder geändert, aber ich glaube, dass ich euch einfach erzähle, wie ich zu Anne Frank und ihrem Tagebuch gekommen bin. 
Meine erste Begegnung mit dem Tagebuch der Anne Frank hatte ich schon früh, mit etwa 9 Jahren, mein Opa - der selber sehr geschichtsbegeistert war - schenke es mir zu Ostern und ich kann mich noch an den empörten Blick meiner Oma erinnern, weil sie meinte, ich wäre zu jung für dieses Buch. 
Aber jeder kennt das sicher selber, gerade dann will man wissen, was hinter dem Buch steckt und weil es scheinbar verboten scheint, so war es bei mir natürlich auch und ich kann mich erinnern, dass es mich schlaflos gemacht hat, weil ich nicht verstehen konnte, dass Menschen andere Menschen in Konzentrationslager sperren, nur weil sie einen anderen Glauben haben, die wirklichen Zusammenhänge zu dem Buch habe ich erst nach Jahren begriffen und auch, warum Menschen scheinbar gegen den Verstand handeln. 
Die Ausgabe, die ich damals geschenkt bekam, gibt es heute immer noch, aber inzwischen habe ich auch wissenschaftliche Ausgaben zu dem Buch, die ich vor allem in meinem Studium gebraucht habe. 
Bildquelle: Fischer Verlage
Da ich den Tag über immer wieder Artikel über Anne Franks Tagebuch gelesen habe, auch, dass die zwei bisher verklebten Seiten entschlüsselt werden konnte und neue wissenschaftliche Auflagen erscheinen sollen, lassen den Wirbel um Anne Frank nicht abklingeln, aber das ist auch wichtig, weil sie einfach eine junge Frau war, die ihre Träume leben wollte, sie aber durch die Umstände aus dem Leben gerissen hat und trotzdem ist ihr Tagebuch heute wichtiger und aktueller denn je. 

Gegen das Vergessen - für Vielfalt,
Alles Liebe,
Katja