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Samstag, 18. April 2026

Bücher-Haul: Zwischen Medienwirkungsforschung und Ostrock-Legenden

Der Fokus – Fachliteratur & Uni-Erfolg:

Die erste Woche hat Spuren hinterlassen – vor allem in meinem Warenkorb! 📚 Nachdem ich im letzten Semester so richtig im Thema war (und die 1,3 in der Tasche habe), geht es jetzt direkt weiter. Ganz oben auf der Liste steht die Fokus-Literatur meines Dozenten Hannes Ziegler:

  • 'Historische Streifzüge' (Hannes Ziegler): Ein Werk, auf das ich mich besonders freue, um die historischen Zusammenhänge in der Pfalz noch tiefer zu durchdringen. 

  • 'Wenn Texte töten' (Martin Andree): Harte Kost über Mediengewalt, die perfekt zu meinen aktuellen Vorlesungen passt. 

  • 'Das Kunden-Buch' (Michael Rauhut): Nach unserem persönlichen Austausch diese Woche ein absolutes Muss für mich. 

  • 'Digitale Demenz' (Manfred Spitzer): Ein Klassiker, den ich jetzt endlich mal im Kontext der Medienforschung durchleuchten will. 

Es ist dieses Gefühl von 'frischem Wissen', das mich am Semesteranfang immer so packt.





Die Herzensangelegenheit – Community-Tipp:

Ein ganz besonderer Fund stammt aus einem aktiven Austausch in einer meiner Ostrock-Gruppen. Dort wurde mir die Biografie von Klaus Renft: 'Zwischen Liebe und Zorn' empfohlen. Ich liebe es, solche Tipps direkt aus der Community zu bekommen! Es schließt den Kreis zwischen meiner Liebe zur Musikgeschichte und dem wissenschaftlichen Blick darauf. 

Das Vergnügen – Krimi-Zeit:

Und weil man den Kopf auch mal ausschalten muss, durfte das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Mit 'Lost Places', 'Crime im Heim' und 'Die Herde' ist mein Krimi-Nachschub für die Pausen gesichert. Wenn die Pakete ankommen, wird der Stapel ungelesener Bücher (Tsundoku!) zwar wieder wachsen, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

„Wie sieht eure Mischung aus? Erst die Pflicht, dann das Vergnügen, oder lest ihr alles querbeet? Schreibt es mir in die Kommentare!

 

Mehr erfahren & Mitstöbern 🏛️✨

🌐 Hier habe ich meine Schätze gefunden: Link zu Rebuy* 

📖 Norbert Horst - "Lost Places": Direktlink zum Krimi-Nachschub* 

📖 Manfred Spitzer - "Digitale Demenz": Direktlink zum Buch* 

📖 Thilo Winter - "Die Herde": Direktlink zum Buch * 

📖 Ida Tannert - "Crime im Heim": Direktlink zum Senioren-Krimi*

Unterstütze das Archiv: Die Rettung und Katalogisierung dieser Schätze sowie die Aufarbeitung für das Studium kosten viel Zeit und Herzblut. Wenn du meine Arbeit unterstützen magst, freue ich mich riesig über eine virtuelle Rose! 🌹

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📚 Quellen: Link zum Quellenverzeichnis-Post im Archiv

Mittwoch, 18. März 2026

[Kolumne] Nachdenken über Christa W. – Das Gedächtnis der ungesagten Worte

Es gibt Momente, in denen sich die Zeit nicht linear anfühlt, sondern wie eine Spirale. Heute, an ihrem 97. Geburtstag, stehe ich wieder an einem dieser Punkte. Für viele ist Christa Wolf ein Name in Literaturlexika, eine Ikone der DDR-Literatur, oft umstritten, immer gewichtig. Für mich begann die Begegnung viel persönlicher: in einem Hörsaal meines ersten Studienversuchs. Pflichtlektüre: „Der geteilte Himmel“.

Damals war Rita Seidel für mich nur eine Figur. Heute verstehe ich, dass Rita – und mit ihr Christa Wolf – eine Frage stellte, die mich bis heute begleitet: „Wie haben wir uns eigentlich gefühlt, damals?“

Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, verbrachte ihr Leben damit, die „Auskunft“ zu verweigern, die der Staat verlangte, und stattdessen eine viel schwierigere zu geben: die über sich selbst. Sie war die Stimme einer Generation, die aus den Trümmern von 1945 kam und an die Utopie eines besseren Staates glauben wollte – nur um schmerzhaft zu erfahren, wie eng die Grenzen des Sagbaren waren.

Ein Wendepunkt, der ihre Biografie für immer prägte, war das Jahr 1976. Als Wolf Biermann ausgebürgert wurde, gehörte sie zu den Ersten, die den mutigen Protestbrief unterzeichneten. Es war ein Bruch mit der Macht, der sie fortan zur Zielscheibe der Beobachtung machte, sie aber gleichzeitig als moralische Instanz festigte. 13 Jahre später, im geschichtsträchtigen Herbst 1989, stand sie auf dem Alexanderplatz. Ihre Rede am 4. November vor Hunderttausenden – die Forderung nach einer „Sprache, die nicht mehr vorgestanzt ist“ – hallt bis heute nach. Sie wollte die Erneuerung, nicht den bloßen Anschluss, und musste miterleben, wie ihre Visionen in den Wirren der Wendezeit zerrieben wurden.

Ich bin ihr nie persönlich begegnet. Dennoch gibt es in meinem Bücherregal diesen einen Moment der physischen Verbindung: Ein signiertes Exemplar, das ich durch einen dieser unwahrscheinlichen Zufälle online gebraucht entdeckte. Wenn ich über den Schwung ihres Namens auf dem vergilbten Vorsatzblatt fahre, ist das kein bloßer Besitz. Es ist die Rettung eines Stücks Zeitgeschichte. Es ist, als hätte das Buch mich gesucht, um in meinem Regal – zwischen all den anderen Stimmen – einen Platz zu finden.

Besonders in ihrem Spätwerk „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“ zeigt sich für mich ihre wahre Meisterschaft. Weit weg von der Berliner Luft, während eines Stipendiums in Los Angeles, setzt sie sich mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Es geht um die Beobachtung durch den Staat, ja, aber viel schmerzhafter noch um das eigene Vergessen und Verdrängen. Es ist ein Buch über die nackte Verletzlichkeit des Menschen, wenn die schützende Hülle der Ideologie wegbricht.

In einer Welt, die heute oft nur noch in 280 Zeichen schreit, lehrt uns Christa W. das Innehalten. Ihr Werk ist eine Einladung zum „subjektiven Authentizismus“. Es geht darum, die eigene Wahrheit zu finden, auch wenn sie unbequem ist.

Morgen fahre ich zur Leipziger Buchmesse. Ich nehme ihre Fragen mit im Gepäck. In meinen Gedanken wird sie heute gefeiert – nicht als Denkmal, sondern als lebendiges Gespräch.

Wann, wenn nicht jetzt?


Quellenverzeichnis:

  • Bildnachweis: Foto von Christa Wolf via Kino im Osten (Facebook).

  • Biografische Referenzen: Landsberg an der Warthe (Geburtsort), Biermann-Protest (1976), Rede auf dem Alexanderplatz (1989), Getty-Stipendium (Los Angeles).

  • Literatur: Der geteilte Himmel (1963), Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud (2010).

  • Zitate: „Wann, wenn nicht jetzt?“ (Christa Wolf).


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