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Sonntag, 25. Oktober 2026

Goldener Oktober, zwei Städte & eine Band: Mit Michael Rauhut in Chemnitz und Dresden 🍂🏛️🎸

 Hallöchen ihr Lieben!

Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag aus dem April? Ein Nachmittag in Leipzig, der schon ein wenig nach Sommer roch (Eintrag: Klick) und mich mitten hinein in die wissenschaftliche Aufarbeitung der Band katapultierte, die mich schon mein halbes Leben begleitet: Silly. Nun hat der Herbst Einzug gehalten – goldene Blätter, frische Luft und der perfekte Anlass für einen kleinen sächsischen Kultur-Doppelpack.

Diesmal hieß es für mich: Koffer bzw. Rucksack packen, Kamera griffbereit halten und Michael Rauhut bei seinen Lesungen zu „Raus aus der Spur. Silly und die DDR“ gleich an zwei geschichtsträchtigen Orten begleiten. Da der inhaltliche Kern der Abende eine runde Einheit bildete, nehme ich euch heute auf eine Reise durch zwei ganz unterschiedliche Häuser mit!

Station 1: Zwischen versteinerter Geschichte und Moderne – Das TIETZ in Chemnitz 🌿🏛️

📸 Foto: Katja Ertelt / MissRose1989 (Alle Rechte vorbehalten / © Miss Roses Media)

Erster Halt: Chemnitz. Wer das Kulturkaufhaus TIETZ betritt, spürt sofort diesen ganz besonderen Mix aus geschichtsträchtiger Industriestadt-Architektur und moderner Offenheit. Schon der Lichthof mit dem berühmten Versteinerten Wald zieht einen in seinen Bann – ein faszinierender Ort, um über Zeitgeschichte, Zensur und künstlerische Freiräume nachzudenken.

📸 Foto: Katja Ertelt / MissRose1989 (Alle Rechte vorbehalten / © Miss Roses Media)

Der Raum war gut gefüllt, die Atmosphäre konzentriert und fast andächtig. Wenn Michael am Pult steht, merkt man einfach in jeder Sekunde: Hier spricht kein distanzierter Theoretiker, sondern jemand, der die Grautöne des DDR-Alltags aus eigener Anschauung und jahrelanger Archivarbeit kennt. Auch wenn das Chemnitzer Publikum an diesem Abend eher leise zuhörte und das Gehörte sichtlich erst einmal für sich sacken lassen musste, lag genau in dieser Stille eine enorme Aufmerksamkeit. Die Filmausschnitte und die eingespielten Musikbeispiele entfalten in so einem Raum einfach eine ganz eigene Wucht.

Station 2: Heimspiel im Herzen der Stadt – Der Kulturpalast Dresden 🎻✨

📸 Foto: Katja Ertelt / MissRose1989 (Alle Rechte vorbehalten / © Miss Roses Media)

Nur kurz darauf ging es quasi vor meiner eigenen Haustür weiter: Heimspiel im Kulturpalast Dresden. Monumental, lichtdurchflutet, ein Herzstück der Dresdner Nachkriegsmoderne und heute ein lebendiger Treffpunkt für Musik und Literatur. Der Kontrast zum intimeren Rahmen in Chemnitz hätte kaum größer sein können – die weiten Foyers und die klare, gläserne Ästhetik des Kulti gaben der Lesung noch einmal einen ganz anderen, fast feierlichen Rahmen.

📸 Foto: Katja Ertelt / MissRose1989 (Alle Rechte vorbehalten / © Miss Roses Media)

Auch hier zeigte sich wieder: Silly ist für die Menschen im Osten eben kein beliebiges Pop-Phänomen, sondern gelebte Biografie. Man blickte in Gesichter, die bei bestimmten Textzeilen von Werner Karma oder Tamara Danz leise mitnickten. Wo das Publikum wenig Zwischenfragen stellte, sprach die spürbare Resonanz im Saal für sich – man kam, um zuzuhören, sich erinnern zu lassen und die eigenen Erlebnisse mit der wissenschaftlichen Einordnung abzugleichen.

Ein ganz besonderes Mitbringsel: Silly goes Global ist gelandet! 🌍📖

Im April hatte ich euch ja ganz begeistert von einem internationalen Leckerbissen berichtet: Michaels englischsprachigem Buch über das legendäre Album „Februar“, das in der renommierten Reihe 33 1/3 bei Bloomsbury erscheinen sollte.

Nun kann ich vermelden: Das gute Stück ist tatsächlich da! Michael hat es mir zu den Terminen persönlich mitgebracht – worüber ich mich natürlich riesig gefreut habe. Es ist schon ein ziemlich erhabenes Gefühl, ein Werk über DDR-Rockgeschichte aus einem internationalen Wissenschaftsverlag endlich druckfrisch in Händen zu halten. Die ausführliche wissenschaftliche Auseinandersetzung dazu tippe ich euch demnächst ganz in Ruhe für mein Format Archivgeflüster zusammen – dort, wo alle fachwissenschaftlichen Analysen ihr Zuhause haben. Seid gespannt!

📸 Foto: Katja Ertelt / MissRose1989 (Alle Rechte vorbehalten / © Miss Roses Media)


Mehr von Michael Rauhut & Lesestoff für den Herbst 🏛️📚

Wer tiefer in die Grautöne, die Zensurmechanismen und die Soundlandschaften der DDR eintauchen möchte, findet hier die wichtigsten Werke von Michael:

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Die Recherche, die Pflege des Archivs und das Festhalten dieser musikhistorischen Spuren kosten viel Herzblut, Kaffee und Zeit. Wenn du meine Arbeit unterstützen magst, freue ich mich riesig über eine kleine Stärkung für die nächsten Schreibschichten:

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📚 Quellen: Link zum Quellenverzeichnis-Post im Archiv

War von euch schon mal jemand bei einer Veranstaltung im TIETZ oder im Dresdner Kulturpalast? Und welche Rolle spielt die Musik von Silly heute noch in eurem Alltag? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!

Eure Katja

Bildnachweis & Copyright-Hinweis 📷🔒

Sämtliche in diesem Beitrag verwendeten Fotografien (Dokumentation Das TIETZ Chemnitz, Kulturpalast Dresden sowie Buchaufnahmen) wurden von mir persönlich angefertigt. Das Urheberrecht und Copyright liegen vollständig bei Katja Ertelt (MissRose1989 / Miss Roses Media). Eine Nutzung, Vervielfältigung oder Weitergabe – auch auszugsweise – ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht gestattet.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Zwischen Zeitgeschichte, Sound und Wissenschaft: Warum ihr die Lesungen von Prof. Michael Rauhut in Chemnitz und Dresden nicht verpassen solltet

Wer meine Texte und Notizen der letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, weiß, wie tief ich derzeit in die DDR-Musikgeschichte eingetaucht bin. Meine jüngsten Semesterarbeiten rund um die Band Silly, die Zäsur des Albums Februar und die Ausnahmeerscheinung Tamara Danz haben mir einmal mehr gezeigt: Musikgeschichte ist niemals nur eine Aneinanderreihung nostalgischer Melodien. Sie ist hochpolitische Kultur- und Mediengeschichte, Oral History im besten Sinne und ein Brennglas für gesellschaftliche Umbrüche.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen akribischer Forschung und lebendiger Zeitzeugenschaft bewegt sich die Arbeit von Prof. Michael Rauhut. Kaum jemand versteht es wie er, fundierte wissenschaftliche Analyse mit der unverfälschten Faszination für den Sound und die Lebensrealitäten jener Zeit zu verbinden.

Mitte Oktober kommt Michael für zwei Termine nach Sachsen – und ich möchte euch diese Abende nicht nur als Musikbegeisterte, sondern ganz ausdrücklich auch aus meiner forschenden Perspektive ans Herz legen. Lasst uns die Säle füllen!

1. Termin: Chemnitz – 12. Oktober 2026

  • Ort: Kultur- und Bildungszentrum TIETZ, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

  • Wann: Montag, 12.10.2026

  • Eintritt: Kostenfrei!

  • Wichtig: Eine vorherige Platzreservierung ist erforderlich, damit ihr sicher im Saal seid.

  • Alle Details & Reservierung:


2. Termin: Dresden – 14. Oktober 2026

  • Ort: Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden, Schloßstraße 2, 01067 Dresden

  • Wann: Mittwoch, 14.10.2026

  • Eintritt:

  • Tickets & Reservierung: Um Wartezeiten am Einlass zu umgehen, nutzt gern den Vorverkauf. Tipp für alle, die vorher nicht mehr persönlich im Kulturpalast vorbeikommen: Ihr könnt Karten auch vorab für die Abendkasse reservieren lassen (telefonisch oder per Mail über die Zentralbibliothek), um euch die Online-Gebühr zu sparen und trotzdem einen sicheren Platz zu haben!

(Bild aus der Veranstaltung in Leipzig im April 2026) 

Vorab einlesen: Rezension & Einblicke

Wenn ihr vorab tiefer in die Materie einsteigen wollt: Auf dem Blog findet ihr bereits meine ausführliche Rezension zum Buch sowie meinen Rückblick auf die Lesung im vergangenen April:

Beide Texte zeigen gut, warum der Abend weit über eine klassische Autorenlesung hinausgeht – es ist ein echter Dialog mit der Geschichte.

Lasst uns vor Ort ins Gespräch kommen!

Ich werde an beiden Abenden selbst vor Ort sein. Nach den vielen intensiven Schreib- und Recherchewochen am Schreibtisch freue ich mich riesig darauf, den Austausch aus dem digitalen Raum direkt ins echte Leben zu holen. Wenn ihr da seid – egal ob wir uns schon ewig lesen, ihr über meine Silly-Texte gestolpert seid oder ihr euch für Kultur- und Mediengeschichte interessiert: Sprecht mich ungeniert an!

Kommt ihr eher nach Chemnitz oder nach Dresden? Wer von euch ist dabei? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare – und teilt diesen Beitrag gern in euren Netzwerken!

Alles Liebe,

Katja

Bildnachweis: Sämtliche im Beitrag verwendeten Fotografien (Aufnahme der Band Silly aus den späten 1970er-Jahren, Buchcover) stammen aus dem privaten Archiv von Katja Ertelt.

Hinweis: Alle verlinkten Angaben und Buchungsoptionen beziehen sich auf den Stand der Lesungen im Oktober 2026.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Mehr als nur Musik: Warum die Geschichte der Band Silly „politische Bildung“ ist

Liebe Bücherwelt-Gemeinde,

wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, weiß, dass mich die Kultur- und Musikgeschichte der DDR nicht loslässt. Erst kürzlich habe ich mich in meinem Format „Archivgeflüster“ intensiv und von der wissenschaftlichen Seite her mit der Rockband Silly auseinandergesetzt (meine ausführliche Blogrezension dazu findet ihr übrigens genau hier verlinkt).

Wie aktuell und gesellschaftlich relevant dieses Thema nach wie vor ist, zeigt ein großartiges Interview von Ralf Krämer mit dem Musikwissenschaftler Professor Michael Rauhut, das am 19. Mai 2026 im Freitag erschienen ist. Der Titel bringt es auf den Punkt: „Dieses Buch über die Rockband Silly gilt ganz offiziell als „politische Bildung““.

Das Interview ist in der Online-Ausgabe erschienen und liegt dort leider hinter einer Paywall. Ein riesiges Dankeschön geht an dieser Stelle an Michael Rauhut selbst: Er war so lieb, mir einen Freilink zur Verfügung zu stellen, sodass ich das Gespräch für meine Recherche ganz exklusiv und in voller Länge lesen konnte. Und diese spannenden Einblicke möchte ich heute unbedingt mit euch teilen!


Die Band als Linse der Gesellschaft

Im Interview schlägt Michael Rauhut selbst die Brücke zu seiner wissenschaftlichen Methodik und erklärt seinen ansatz mit einem wunderbaren Bild:

„Ich habe die Geschichte von Silly als Linse genutzt, um den Blick auf die DDR-Verhältnisse zu schärfen.“

Genau das ist der Kern, den ich auch in meinem Archivgeflüster so spannend fand. Musik in der DDR war nie nur Unterhaltung – sie war Reibungsfläche, Seismograph und oft ein hochpolitisches Ventil. Wenn wir heute über diese Bands sprechen, dürfen wir sie nicht von ihrer Umwelt trennen.


Ein Plädoyer für die Kunst

Gleichzeitig legt Rauhut im Gespräch den Finger in eine Wunde der aktuellen Erinnerungskultur:

„Die Kunst selbst wird ja in den DDR-Reflexionen immer zugunsten der politischen und sozialen Kontexte vernachlässigt.“

Ein harter, aber extrem wahrer Nebeneffekt der heutigen Geschichtsschreibung: Oft wird nur noch analysiert, was die Zensur verboten hat oder wer mit wem aneinandergeraten ist. Dabei wird übersehen, wie handwerklich brillant, lyrisch tiefgründig und künstlerisch eigenständig Bands wie Silly agiert haben. Sie waren nicht nur „DDR-Bürger“, sie waren schlichtweg großartige Künstler.


Die Zeitlosigkeit der Texte: Von der DDR zur Ökologie

Ein Punkt, der mich beim Lesen besonders fasziniert hat, ist die absolute Zeitlosigkeit, die Rauhut den Werken attestiert – völlig egal, ob die Zeilen aus der Feder von Werner Karma oder Gerhard Gundermann stammten:

„Ab Mont Klamott haben Silly und Tamara Danz Alben produziert, die bis heute Maßstäbe setzen. Musikalisch, aber auch textlich.“

Wie recht er damit hat, macht er im Interview an einem genialen Beispiel fest: dem Song S.O.S.. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Sichtweise auf diesen Text komplett gewandelt. Liest und hört man ihn mit dem Blick von damals, spiegelt er den spürbaren Untergang der DDR wider. Hört man ihn heute, funktioniert er ohne Reibungsverlust als flammender Appell gegen die Zerstörung unserer Ökologie.

Diese Vielschichtigkeit lässt sich an so vielen Silly-Texten festmachen. Sie überdauern ihre eigene Entstehungszeit, weil sie universelle menschliche und gesellschaftliche Wahrheiten ansprechen. Sie altern nicht, sie gewinnen neue Ebenen hinzu.


Blick über den Tellerrand: Die englische Ausgabe

Wer sich für die internationale Wahrnehmung dieses Ausnahmealbums interessiert, für den gibt es übrigens noch eine spannende Randnotiz: Die wissenschaftliche Arbeit zu Sillys „Februar“ hat es nämlich sogar auf den internationalen Buchmarkt geschafft! Sie ist in der renommierten Reihe 33 1/3 Europe auf Englisch erschienen. Ich habe euch diesen besonderen Veröffentlichungstag ja bereits hier auf dem Blog vorgestellt [Link zur damaligen Vorstellung] – es zeigt einfach ein weiteres Mal, welchen Stellenwert diese Forschung einnimmt.


Mein Fazit

Ralf Krämers Interview im Freitag ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, Pop- und Rockgeschichte als integralen Bestandteil unserer politischen Bildung zu begreifen. Es ergänzt die Debatte um eine wichtige, wissenschaftliche Facette, die wunderbar zeigt, warum wir diese Bücher lesen und diese Archive öffnen müssen. Falls ihr selbst ein Abo beim Freitag habt, solltet ihr euch dieses Gespräch auf der Website unbedingt genauer ansehen!

Wie seht ihr das: Welcher Silly-Text hat für euch im Laufe der Jahre eine ganz neue Bedeutung bekommen? Und wird die Kunst der DDR-Bands heute zu oft nur durch die rein historische Brille betrachtet? Lasst uns in den Kommentaren darüber diskutieren!

Transparenz- und Bild-Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags: Dieser Artikel basiert auf der intensiven Lektüre des deutschen Buchs, den persönlichen Eindrücken von der Lesung sowie der Auswertung des aktuellen Online-Interviews im „Freitag“. Das Header-Bild dieses Beitrags wurde mithilfe von Google Gemini erstellt.

Weiterführende Links:

Mittwoch, 13. Mai 2026

Ostrock goes International & der Sensenmann im Anflug: Meine zwei Buch-Highlights!

Hallo ihr Lieben! 🌹

Manchmal kommen Momente, in denen man merkt, dass Geschichte keine Grenzen kennt. Heute möchte ich euch zwei „Buchschätze“ vorstellen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mich aber beide auf ihre Weise völlig fasziniert haben. Einer davon ist eine echte Sensation für alle Silly-Fans!

1. Eine Legende auf Weltreise: Michael Rauhut über „Silly“

Ich freue mich riesig, euch ein ganz besonderes Werk von Michael Rauhut ans Herz zu legen: „Silly's Februar“.

Beschreibung:
"A portrait and analysis of East German band Silly's popular music masterpiece, Februar, that mirrors the collapse of socialism.

In early 1989, nine months before the fall of the Berlin Wall, the band Silly released Februar, one of the most important albums in the history of rock music in the GDR. The record was both-an artistic masterpiece, and an eloquent sign of the times, with lyrics that commented on the political erosion afoot in East Europe and anticipated the collapse of socialism. That the words were able to overcome the hurdles typically set by censorship in the GDR owed in part to the extraordinary origins of the album. Februar was the only large-scale popular music coproduction between East and West Germany, jointly realized by Amiga in socialist East Germany and Ariola in the capitalist West. Ariola assumed the costs for the album, assuring itself the final say. Recorded in West Berlin, the album was released in both Germanies. Yet just as the song sequence and narrative of the record varied considerably from East to West, so too did its presentation and reception. Februar illustrated the divergent meanings rock music held in the rival societies, confirming its special power in the GDR. Differently from what black-white interpretations suggest, rock in East Germany developed along lines marked by unexpected possibilities, productive contradictions, and constant negotiations between artists and the state. This is the subject of this book. It portrays Februar as the culmination of a long-process of self-empowerment, throughout which Silly gained increasing artistic and political leeway."

Das Besondere daran? Dieses Buch ist bei Bloomsbury Academic erschienen und komplett auf Englisch verfasst! Es ist faszinierend zu sehen, wie die Geschichte von Tamara Danz und ihrer Band nun auch international die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Michael analysiert darin nicht nur die Musik, sondern das gesamte kulturelle Gefüge, dass das Album Februar von Silly zu dem gemacht hat, was es bis heute bedeutet.

Gerade für mich als Geschichtsstudentin ist dieser akademische Blickwinkel extrem spannend, weil er zeigt, dass unsere ostdeutsche Musikgeschichte weltweit Relevanz hat.


2. Der Tod meldet sich zurück: „Gevatter“ kommt im September!

Als krasser Kontrast dazu gibt es Neuigkeiten von einer meiner liebsten Bühnenfiguren. Der Tod hat für 14. September 2026 ein neues Buch angekündigt!

Beschreibung:
"Muss das Jenseits modernisiert werden? Wie steht es um die Zukunft des Todes? Hilft ein kleiner Tod, der überraschend als potenzieller Nachfolger auftaucht? Oder übernimmt auch das Sterben bald eine KI? – Eine schwarzhumorige Fantasysatire über den großen Traum der Menschheit: Unsterblichkeit. Der ewige Traum der Menschheit: die Abschaffung des Todes. Die bisherigen Versuche haben dem Sensenmann nur ein müdes Lächeln abgerungen. Doch nun entwickelt ein größenwahnsinniger Tech-Milliardär eine KI, die ewiges Leben verspricht. Was folgt, ist ein irrwitziger Kampf zwischen Sense und Server, zwischen Algorithmus und Apokalypse, zwischen Speicherplatz und Sanduhr. Als die KI beginnt, nicht nur den Tod, sondern die ganze Welt zu optimieren, formiert sich ein skurriles Widerstandsbündnis aus Apokalyptischen Reitern, Friedhofsgärtnern, Gruftis und Aktivisten, die spüren, dass eine Welt ganz ohne Ende auch nicht funktionieren kann. Der Erfinder der Death Comedy schreibt mit viel schwarzem Humor über Unsterblichkeit, künstliche Intelligenz und die beruhigende Tatsache, dass selbst für den Tod irgendwann mal Feierabend ist. »Das Buch ist phänomenal. Und das sage ich nicht, weil grad dieser Typ mit Sense hinter mir steht.« – Olaf Schubert"

Wer mich kennt, weiß: Ich bin ein Fan der ersten Stunde. Ich habe bereits mehrere seiner Bücher verschlungen und ihn auch schon mehrfach live auf der Bühne erlebt. Wer glaubt, das Thema sei zu düster, der irrt sich gewaltig. Der Tod hat einen ganz eigenen, staubtrockenen Humor, der einen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt.

Gerade weil ich mich oft mit ernsten historischen Themen beschäftige, ist dieser humorvolle, fast schon liebevolle Blick auf das Jenseits der perfekte Ausgleich. Ein bisschen Grusel, viel True Crime Spirit und eine ordentliche Portion Ironie – genau mein Ding für die gemütlichen Abende im Herbst. 💀✨


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Fazit: Zwischen Hörsaal und Humor

Es ist genau dieser Kontrast, den ich so liebe. Auf der einen Seite die tiefgründige, englischsprachige Analyse unserer Musikgeschichte und auf der anderen Seite das Augenzwinkern des Sensenmanns. Beides zeigt: Ob Geschichte oder das Ende – es kommt immer auf die Perspektive an.

Welches der beiden Bücher macht euch neugieriger? Die internationale Sicht auf Silly oder die neuesten Pointen vom Tod? Schreibt es mir in die Kommentare! 👇


Bildnachweise:

  • Header-Bild: Erstellt von mir via Ideogram.

  • Buchcover & Produktbeschreibungen: Alle Bild- und Textrechte liegen beim jeweiligen Verlag (Bloomsbury Academic / Satyr Verlag).

Sonntag, 19. April 2026

Ein Nachmittag, der nach Sommer roch: Michael Rauhut im Zeitgeschichtlichen Forum

 Wir schreiben den 15. April in Leipzig. Die Innenstadt unweit des Hauptbahnhofs, ein Nachmittag, der so schön war, dass es schon ein wenig nach Sommer roch. Einlass war 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr – und ich muss mich vorab schon mal für den langen Text entschuldigen, der zu dieser Lesung folgen wird. Aber wer meinen Beitrag zu Silly gelesen hat (Vom Sprung ins Unbekannte zur digitalen Chronistin: Meine Reise mit Silly 🎸✨), der weiß: Diese Band begleitet mich mein halbes Leben.

Durch die Arbeit von Michael Rauhut sehe ich nun die Möglichkeit, die Musik, die ich liebe, auch in einem wissenschaftlichen Kontext zu erforschen. Das ist für mich schon etwas ganz Besonderes.

Was soll man nun zu der Lesung von Michael sagen? (Bitte nicht wundern, ich habe das Du angeboten bekommen, wofür ich sehr dankbar bin.) Er ist eben auch ein echter Fan. In dem Talk vorab erzählte er, wie er Silly 1979 in der Aula der Ingenieurschule in Senftenberg das erste Mal gesehen hat – dazu gibt es sogar ein Foto! Also: Wenn ihr das sehen wollt, ab zu der Lesung mit euch.

Seine Herangehensweise an das Buch "Raus aus der Spur. Silly und die DDR" war geprägt von dem Forscherinteresse, die Grautöne innerhalb des Systems der DDR zu ergründen. Das kann ich extrem gut nachvollziehen, zudem sieht er Silly – genau wie ich – als Teil seiner eigenen Biografie. Es ist für mich als Spätgeborene (Jahrgang 1989) natürlich schwieriger, die komplette Weite dieses Feldes zu erfassen, weil ich die Zeit nicht aktiv miterlebt habe und nur aus Erzähltem oder Erlesenem kenne. Aber gerade solche Bücher wie die von Michael (ich verlinke euch unten noch ein paar weitere seiner Werke) geben mir einen sehr guten Eindruck, welche „Tonart“ man gegenüber Menschen, die eben außerhalb des Systems stehen wollten oder ausreisen wollten, angeschlagen hat.

Ich möchte gar nicht so viel aus der Lesung selbst erzählen, denn das Buch steht für sich und ist absolut lesenswert. Die passende Rezension lest ihr hier auf dem Blog auch in ein paar Tagen, aber es lohnt sich einfach, diese Lesung zu besuchen. Michael zeigt nicht nur sehr spannende Filmausschnitte, sondern hat auch Musik dabei, die echte „Hidden Gems“ sind. Danach hört ihr diese Songs anders, mir geht es jedenfalls so.

Der internationale Paukenschlag: Silly goes Global!

Und dann habe ich noch einen Leckerbissen für euch, den ich hier einfach mal raushaue (und ich hoffe, Michael freut sich darüber!). Eigentlich ist die Grundintention zu dem Buch nämlich noch ein bisschen größer: Im Mai wird es ein Buch in der Reihe 33 1/3 aus dem Verlagshaus Bloomsbury geben. Der Verlag ist eigentlich ein belletristischer Verlag, hat aber eben auch eine Fachabteilung für wissenschaftliche Arbeiten. Dort erscheint die Reihe 33 1/3 in verschiedenen Ecken der Welt – und für die europäische Reihe wird es ein Buch in Englisch über das Album „Februar“ von Silly geben.

Also eine internationale Veröffentlichung, die einfach nur der Knaller ist! Ich verlinke euch das Buch natürlich direkt, denn es erscheint am 14. Mai 2026 und ist schon vorbestellbar.

👉 *Übersicht beim Bloomsbury*

Mehr von Michael Rauhut & Mitstöbern 🏛️✨

Wie versprochen, findet ihr hier noch weitere Werke von Michael, die mir persönlich sehr geholfen haben, die „Tonart“ und die Grautöne der Zeit besser zu verstehen:

📖 Michael Rauhut - "Ein Klang - zwei Welten: Blues im geteilten Deutschland, 1945 bis 1990 (Studien zur Popularmusik)": Amazon* 

📖 Michael Rauhut - "Rock in der DDR": Medimops* / Rebuy*

📖 Michael Rauhut / Thomas Kochan - "Bye bye, Lübben City: Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR": Amazon* / Medimops* / Thalia* 

🌍 Michael Rauhut - Silly's Februar (33 1/3 Europe): Link zur Vorbestellung (Englisch) auf Amazon* / Thalia* / buecher.de* / Osiander*

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Samstag, 18. April 2026

Bücher-Haul: Zwischen Medienwirkungsforschung und Ostrock-Legenden

Der Fokus – Fachliteratur & Uni-Erfolg:

Die erste Woche hat Spuren hinterlassen – vor allem in meinem Warenkorb! 📚 Nachdem ich im letzten Semester so richtig im Thema war (und die 1,3 in der Tasche habe), geht es jetzt direkt weiter. Ganz oben auf der Liste steht die Fokus-Literatur meines Dozenten Hannes Ziegler:

  • 'Historische Streifzüge' (Hannes Ziegler): Ein Werk, auf das ich mich besonders freue, um die historischen Zusammenhänge in der Pfalz noch tiefer zu durchdringen. 

  • 'Wenn Texte töten' (Martin Andree): Harte Kost über Mediengewalt, die perfekt zu meinen aktuellen Vorlesungen passt. 

  • 'Das Kunden-Buch' (Michael Rauhut): Nach unserem persönlichen Austausch diese Woche ein absolutes Muss für mich. 

  • 'Digitale Demenz' (Manfred Spitzer): Ein Klassiker, den ich jetzt endlich mal im Kontext der Medienforschung durchleuchten will. 

Es ist dieses Gefühl von 'frischem Wissen', das mich am Semesteranfang immer so packt.





Die Herzensangelegenheit – Community-Tipp:

Ein ganz besonderer Fund stammt aus einem aktiven Austausch in einer meiner Ostrock-Gruppen. Dort wurde mir die Biografie von Klaus Renft: 'Zwischen Liebe und Zorn' empfohlen. Ich liebe es, solche Tipps direkt aus der Community zu bekommen! Es schließt den Kreis zwischen meiner Liebe zur Musikgeschichte und dem wissenschaftlichen Blick darauf. 

Das Vergnügen – Krimi-Zeit:

Und weil man den Kopf auch mal ausschalten muss, durfte das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Mit 'Lost Places', 'Crime im Heim' und 'Die Herde' ist mein Krimi-Nachschub für die Pausen gesichert. Wenn die Pakete ankommen, wird der Stapel ungelesener Bücher (Tsundoku!) zwar wieder wachsen, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

„Wie sieht eure Mischung aus? Erst die Pflicht, dann das Vergnügen, oder lest ihr alles querbeet? Schreibt es mir in die Kommentare!

 

Mehr erfahren & Mitstöbern 🏛️✨

🌐 Hier habe ich meine Schätze gefunden: Link zu Rebuy* 

📖 Norbert Horst - "Lost Places": Direktlink zum Krimi-Nachschub* 

📖 Manfred Spitzer - "Digitale Demenz": Direktlink zum Buch* 

📖 Thilo Winter - "Die Herde": Direktlink zum Buch * 

📖 Ida Tannert - "Crime im Heim": Direktlink zum Senioren-Krimi*

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📚 Quellen: Link zum Quellenverzeichnis-Post im Archiv

Sonntag, 20. März 2016

[Lesung] Toni Krahl im Thalia Dresden

Hallöchen ihr Lieben, 

heute möchte ich euch etwas über eine tolle Lesung erzählen, die ich am Mittwoch, den 16. März 2016 im Thalia Dresden erleben durfte - Toni Krahl, der Frontmann von City, hat da sein neues Buch "Rocklegenden" vorgestellt und eigentlich war es mehr eine musikalische Lesung, weil Toni hat auch gesungen und viel erzählt, dafür weniger gelesen, aber das war gar nicht so schlimm. ;) 
Durch den Abend führte Kai Suttner, der der ehemalige Tourmananger der Puhdys ist und nun eben neue Projekte sucht und braucht.

Hier erstmal etwas in Ton und Bild für euch: 

Impressionen des Abends:



Toni Krahl signierte nach dem "offiziellen Teil" noch alle Bücher und Eintrittskarten (LP´s und andere Sachen hatten einige Fans auch noch dabei) und hatte auch für jeden Zeit, wenn er etwas loswerden wollte, trotzdem kam man schnell zu seiner Signatur. ;)

Über Toni Krahl: 
Toni Krahl, 1949 in Berlin geboren, mit seinen Eltern lebte er zeitweise in Moskau, besuchte dann in Berlin die Schule, die er verlassen musste, als er 1968 gegen den Einmarsch in Prag protestierte. Nach seiner Haftentlassung »Bewährung in der Produktion« und als Musiker unterwegs, ab 1975 Sänger bei CITY, einer der erfolgreichsten Rockbands, die mit »Am Fenster« den größten Hit des DDR-Rocks lieferten. Goldene Schallplatten in Griechenland und der Bundesrepublik. 1989 Mitinitiator der Resolution der Rockmusiker. 1990 Gründung der ersten unabhängigen DDR-Schallplattenfirma »K&P Musik«. Bis heute als charismatischer Frontmann von CITY auf großen Musikevents und Bandtourneen der Publikumsmagnet. 2007 wurde die Band mit der Goldenen Henne ausgezeichnet.

Das Buch:

Klappentext:
Mit einer Beatles-Platte fängt alles an. Als Dreizehnjähriger hört Toni Krahl sie. Die Musik packt ihn und lässt ihn nicht mehr los. Auch in der DDR ist der Siegeszug des »Yeah, yeah, yeah« nicht aufzuhalten, entstehen Gruppen, die nicht nur Hits covern, sondern mit eigenen Titeln ihre Fans begeistern. Als Frontmann von CITY spielt Toni bald in der ersten Riege - und kann Geschichten von unerhörten Freiheiten und absurden Grenzen erzählen, von unvergessenen Songs und Auftritten, von legendären Musikerkollegen und auch solchen, die im Westen »abhanden« kamen. Mit Schwung präsentiert Toni Krahl in seiner Autobiografie Rockgeschichten aus dem Osten und wie sie sich seit nunmehr 25 Jahren fortschreiben.

Meine Signatur:

 Alles Liebe,
Katja