
Wir schreiben den 15. April in Leipzig. Die Innenstadt unweit des Hauptbahnhofs, ein Nachmittag, der so schön war, dass es schon ein wenig nach Sommer roch. Einlass war 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr – und ich muss mich vorab schon mal für den langen Text entschuldigen, der zu dieser Lesung folgen wird. Aber wer meinen Beitrag zu Silly gelesen hat (Vom Sprung ins Unbekannte zur digitalen Chronistin: Meine Reise mit Silly 🎸✨), der weiß: Diese Band begleitet mich mein halbes Leben.
Durch die Arbeit von Michael Rauhut sehe ich nun die Möglichkeit, die Musik, die ich liebe, auch in einem wissenschaftlichen Kontext zu erforschen. Das ist für mich schon etwas ganz Besonderes.

Was soll man nun zu der Lesung von Michael sagen? (Bitte nicht wundern, ich habe das Du angeboten bekommen, wofür ich sehr dankbar bin.) Er ist eben auch ein echter Fan. In dem Talk vorab erzählte er, wie er Silly 1979 in der Aula der Ingenieurschule in Senftenberg das erste Mal gesehen hat – dazu gibt es sogar ein Foto! Also: Wenn ihr das sehen wollt, ab zu der Lesung mit euch.
Seine Herangehensweise an das Buch "Raus aus der Spur. Silly und die DDR" war geprägt von dem Forscherinteresse, die Grautöne innerhalb des Systems der DDR zu ergründen. Das kann ich extrem gut nachvollziehen, zudem sieht er Silly – genau wie ich – als Teil seiner eigenen Biografie. Es ist für mich als Spätgeborene (Jahrgang 1989) natürlich schwieriger, die komplette Weite dieses Feldes zu erfassen, weil ich die Zeit nicht aktiv miterlebt habe und nur aus Erzähltem oder Erlesenem kenne. Aber gerade solche Bücher wie die von Michael (ich verlinke euch unten noch ein paar weitere seiner Werke) geben mir einen sehr guten Eindruck, welche „Tonart“ man gegenüber Menschen, die eben außerhalb des Systems stehen wollten oder ausreisen wollten, angeschlagen hat.

Ich möchte gar nicht so viel aus der Lesung selbst erzählen, denn das Buch steht für sich und ist absolut lesenswert. Die passende Rezension lest ihr hier auf dem Blog auch in ein paar Tagen, aber es lohnt sich einfach, diese Lesung zu besuchen. Michael zeigt nicht nur sehr spannende Filmausschnitte, sondern hat auch Musik dabei, die echte „Hidden Gems“ sind. Danach hört ihr diese Songs anders, mir geht es jedenfalls so.
Der internationale Paukenschlag: Silly goes Global!
Und dann habe ich noch einen Leckerbissen für euch, den ich hier einfach mal raushaue (und ich hoffe, Michael freut sich darüber!). Eigentlich ist die Grundintention zu dem Buch nämlich noch ein bisschen größer: Im Mai wird es ein Buch in der Reihe 33 1/3 aus dem Verlagshaus Bloomsbury geben. Der Verlag ist eigentlich ein belletristischer Verlag, hat aber eben auch eine Fachabteilung für wissenschaftliche Arbeiten. Dort erscheint die Reihe 33 1/3 in verschiedenen Ecken der Welt – und für die europäische Reihe wird es ein Buch in Englisch über das Album „Februar“ von Silly geben.
Also eine internationale Veröffentlichung, die einfach nur der Knaller ist! Ich verlinke euch das Buch natürlich direkt, denn es erscheint am 14. Mai 2026 und ist schon vorbestellbar.

Mehr von Michael Rauhut & Mitstöbern 🏛️✨
Wie versprochen, findet ihr hier noch weitere Werke von Michael, die mir persönlich sehr geholfen haben, die „Tonart“ und die Grautöne der Zeit besser zu verstehen:
📖 Michael Rauhut - "Ein Klang - zwei Welten: Blues im geteilten Deutschland, 1945 bis 1990 (Studien zur Popularmusik)": Amazon*
📖 Michael Rauhut - "Rock in der DDR": Medimops* / Rebuy*
📖 Michael Rauhut / Thomas Kochan - "Bye bye, Lübben City: Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR": Amazon* / Medimops* / Thalia*
🌍 Michael Rauhut - Silly's Februar (33 1/3 Europe): Link zur Vorbestellung (Englisch) auf Amazon* / Thalia* / buecher.de* / Osiander*
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Schön, das Du hier bist!
Über Deine Kommis freue ich mich natürlich sehr. Schreib doch einfach was Dir auf der Seele brennt.
Alles Liebe,
Katja
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