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Montag, 20. April 2026

Gedanken beim Lesen: Ein Fundstück mit Ecken und Kanten

 

Manchmal finden Bücher uns, nicht umgekehrt. Mein aktueller Begleiter für die Mittagspausen an der Uni ist genau so ein Fall: „Lust am Denken“, eine Anthologie aus dem Piper Verlag* (Ausgabe 2011). Gefunden habe ich es ganz unspektakulär auf einem Briefkasten im Nachbarhaus – einer dieser Orte, an denen ausrangierte Schätze auf ein zweites Leben warten.

Was ist eigentlich eine Anthologie?

Für alle, die mit dem Begriff nicht täglich jonglieren: Eine Anthologie ist im Grunde ein literarisches Buffet. Es ist eine Sammlung ausgewählter Texte oder Auszüge verschiedener Autoren zu einem bestimmten Thema oder einer Epoche. Man liest sich nicht chronologisch durch eine Handlung, sondern springt von Gedanke zu Gedanke.

Die Mittagspause als Denk-Raum

Dieses Format passt perfekt zu meinem Uni-Alltag. In der Hektik zwischen Vorlesungen und Mensa gönne ich mir mit diesem Buch kleine Inseln der Reflexion. Doch ich muss gestehen: Der Anfang war holprig. Als ich beim Durchblättern auf einen Beitrag von Friedrich Merz (aus dem Jahr 2008) stieß, war mein erster Impuls, das Buch direkt wieder zurück auf den Briefkasten zu legen. Im Vergleich zu den anderen intellektuellen Schwergewichten im Buch wirkt sein Text für mich fast schon blass und fachlich fragwürdig.

Doch das ist wohl das Wesen einer solchen Sammlung: Man muss sich an manchen Texten reiben, um den Glanz anderer erst richtig schätzen zu können.

Zeitlose Wucht und bittere Realität

Und dieser Glanz kam prompt. Besonders zwei Beiträge haben mich in dieser Woche völlig in ihren Bann gezogen:

  • Rolf Dahrendorf (1965): Sein Text über die Rolle des „Fremden“ in der Gesellschaft ist ein absolutes Glanzstück. Er wirft einen so ungeschönten, ehrlichen Blick auf die Realität, dass es fast wehtut.

  • Historische Tiefe: Die Analyse von Primor und von Korff zur Dekonstruktion des „Rothschild-Mythos“ und der Figur des „geldgierigen Juden“ ist erschreckend aktuell.

Was mich am meisten bewegt hat, ist die thematische Wucht, mit der hier Brücken geschlagen werden – von der Entmenschlichung in Auschwitz bis hin zur sozialen Ausgrenzung in der frühen Bundesrepublik. Es sind Texte, die man nicht einfach „wegliest“. Sie bleiben im Hals stecken, sie fordern heraus.

Der Wegesrand: Vom Briefkasten in den Kopf

Es hat etwas fast schon Rebellisches, in der Mittagspause, während um einen herum über Klausuren oder das Wetter geplaudert wird, über die soziologischen Abgründe unserer Geschichte zu lesen. Dass dieses Buch durch einen puren Zufall auf einem Briefkasten bei mir landete, zeigt mir mal wieder: Wissen und Denkanstöße sind überall – man muss sie nur aufheben.

Auch wenn nicht jeder Beitrag in dieser Anthologie meinen Beifall findet, so hat das Buch doch genau das geschafft, was der Titel verspricht: Die Lust am Denken zu wecken, auch wenn das Denken manchmal wehtut.


Quellen & Support:

  • Herausgeber/Verlag: Piper Verlag* (Ausgabe 2011)

  • Nachhaltig lesen: Solche Anthologien sind Klassiker auf dem Gebrauchtmarkt. Schaut doch mal bei Medimops* oder Rebuy* vorbei – oder haltet die Augen offen, was bei euch in der Nachbarschaft auf den Briefkästen liegt! ♻️

  • Support: Wenn euch dieser Ausflug in meine Uni-Mittagspause gefallen hat, spendiert mir gerne eine virtuelle Rose bei Ko-fi Page 🌹

Fotonachweis:

  • Header-Bild: Erstellt mit Ideogram AI nach meinen Prompts. © Katja Ertelt

  • Foto „Lust am Denken“: Privataufnahme aus meiner Mittagspause. © Katja Ertelt

Donnerstag, 17. Juni 2021

[Picknickkonzert 2021] Campino präsentiert "Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde" ~ Gespräch - Lesung - Musik

Hallo ihr Liebe und herzlich willkommen zu meiner Review zu 
Campino präsentiert "Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde" ~ Gespräch - Lesung - Musik im Rahmen der Picknickkonzerte 2021 in der Rinne Dresden. 

Hier erstmal die Eintrittskarte plus natürlich der negative Schnelltest, den wir für den Einlass brauchten: 


Einlass war um 18 Uhr und wir waren gegen 17.30 Uhr in der Rinne, da stand schon einiges an Fans an und man konnte aus allen Ecken Musik von den Toten Hosen hören, das war schon mal was. Mal wieder Menschen sehen, anstellen in einer Reihe voller Vorfreude, Musik hören, das war der Hammer. :) 


Hier noch ein Bild der Decken, es war ein Picknick-Konzert und das war so schön. :) 

Campino hat den Abend sehr gut gestaltet, viel erzählt, einiges gelesen, einige Lieder gesunden, natürlich auch welche von den Hosen, aber auch einige persönliche Lieblingssongs, die er immer mal singen wollte. Eine sehr besondere Lesung, einfach etwas anders als sonstige Lesungen. 

Hier noch ein paar Bilder für euch: 



Und natürlich konnte ich nicht widerstehe, es gab signierte Buchexemplar und ja, ich musste eins mitnehmen. Für euch noch die Karte mit Buch und die Signatur von Campino. 


Alles Liebe, 
Katja

Wichtiger Hinweis: 
Der Beitrag erschien wortgleich auf dem Blog Zwischen Noten und Konzerten. Da es in beide Blogs passt, ist das so gewollt.