Freitag, 4. April 2014

Grégoire Delacourt - Alle meine Wünsche

 
Beschreibung auf den Buchrücken: 
  Jocelyne, 47, führt einen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Arras. Die Kinder sind aus dem Haus und Jocelynes ganze Leidenschaft gilt ihrem Internet-Blog übers Sticken, Nähen und Stricken. Sie liebt ihr kleines Leben, liebt sogar ihren ungehobelten Mann - bis durch einen riesigen Lottogewinn alles aus den Fugen gerät.

Details:
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (7. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455403840
ISBN-13: 978-3455403848
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13 x 1,6 cm
Teil einer Reihe? - Nein.

Eigene Meinung: 
Jocelyne ist 47 Jahre alt, lebt in einer französischen Kleinstadt mit dem Namen Arras, ist Mutter zweier erwachsener Kinder, die sehr unterschiedlich sind und Ehefrau von Jocelyn, der in der Eisfabrik der Stadt arbeitet und dort sein Geld verdient.
Sie hat einen kleinen Kurzwarenladen, der sie von ihrere früheren Chefin übernommen hat, und führt einen Internetblog, der andere Frauen wieder zum Stricken animiert.
Nach schwierigen Zeiten, in denen sie ihre Tochter verloren hat und eine Depression bekommt, ausgelöst durch den Verlust des 3. Kindes und der darauf folgenden Alkoholsucht ihres Mannes, die sie durchstehen musste, ist sie nun mit ihrem Leben zufrieden. 
Sie liebt ihren Mann, ist stolz auf ihre Tochter, die Filme mache, sorgt sich aber um den Sohn, der etwas auf die schiefe Bahn kommt, ihr Laden läuft eher mäßig, aber ihr Internetblog ist erfolgreich.
Als Jo im Lotto gewinnt, fürchtet sie, ihr gewohntes Leben könnte sich ändern, ihr Glück verloren gehen. Den Scheck versteckt sie im Kleiderschrank und erählt vorerst niemandem vom Gewinn. Eigentlich könnte alles perfekt sein und so weitergehen, aber leider tut es das nicht.
Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte, auch wenn man als Leser eine Ahnung hat, wie es vielleicht weitergehen könnte, möchte ich nicht zu viel verraten und euch das Buch selber entdecken lassen. 

So kurz die Geschichte auch zu seinen scheint, so dünn das Buch aus ist, so gewaltig ist die Sprache des Autors und das sich zuspitzende Ende. Grégoire Delacourt kann wunderbar mit der Sprache umgehen und zeichnet Bilder, die einen Leser träumen lassen. Gleichzeitig kommt er aber ohne Kitsch oder große Verschnörkelungen aus, die zwar passen würden, aber die er bewusst weglässt. Man leidet mit Jocelyne, die zwar zufrieden ist, aber erst ihr persönliches Glück findet, als sich ihr komplettes Leben verändert.

Das Buch zeigt man wieder, dass sich erst alles ändern muss, bevor man begreifen kann, was im Leben wichtig ist und das es manchmal die kleinen Sachen sind, die das ganz große Glück bedeuten können und das Geld alleine nicht glücklich macht. 

Nachdem ich das Buch beendet hatte, brauchte ich erstmal ein paar Minuten, weil es doch den Gedanken an das eigenen Leben zulässig und man beginnt, manche Dinge einfach anders zu sehen und ihnen eine größere Bedeutung beizumessen. 
 
Das Buch ist also für jeden etwas, der denkt, dass Geld nicht alles im Leben ist. ;-)

 Fazit:
Man erwartet eigentlich keine große Geschichte in so einem dünnen Buch, aber es ist mehr als ein Buch, es ist eine Buch, dass zum Nachdenken über das eigene Leben anregt und das zeigt, dass Geld eben nicht glücklich macht. 
Es ist ein kleine großes Buch über das Leben und die Liebe, das zeigt, dass einen nicht immer die Umstände ändern, sondern das man sich auch selber ändern muss um das Glück zu finden. 

Dafür gibt es 5 Rosen:

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