Mittwoch, 18. März 2026

[Kolumne] Nachdenken über Christa W. – Das Gedächtnis der ungesagten Worte

Es gibt Momente, in denen sich die Zeit nicht linear anfühlt, sondern wie eine Spirale. Heute, an ihrem 97. Geburtstag, stehe ich wieder an einem dieser Punkte. Für viele ist Christa Wolf ein Name in Literaturlexika, eine Ikone der DDR-Literatur, oft umstritten, immer gewichtig. Für mich begann die Begegnung viel persönlicher: in einem Hörsaal meines ersten Studienversuchs. Pflichtlektüre: „Der geteilte Himmel“.

Damals war Rita Seidel für mich nur eine Figur. Heute verstehe ich, dass Rita – und mit ihr Christa Wolf – eine Frage stellte, die mich bis heute begleitet: „Wie haben wir uns eigentlich gefühlt, damals?“

Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, verbrachte ihr Leben damit, die „Auskunft“ zu verweigern, die der Staat verlangte, und stattdessen eine viel schwierigere zu geben: die über sich selbst. Sie war die Stimme einer Generation, die aus den Trümmern von 1945 kam und an die Utopie eines besseren Staates glauben wollte – nur um schmerzhaft zu erfahren, wie eng die Grenzen des Sagbaren waren.

Ein Wendepunkt, der ihre Biografie für immer prägte, war das Jahr 1976. Als Wolf Biermann ausgebürgert wurde, gehörte sie zu den Ersten, die den mutigen Protestbrief unterzeichneten. Es war ein Bruch mit der Macht, der sie fortan zur Zielscheibe der Beobachtung machte, sie aber gleichzeitig als moralische Instanz festigte. 13 Jahre später, im geschichtsträchtigen Herbst 1989, stand sie auf dem Alexanderplatz. Ihre Rede am 4. November vor Hunderttausenden – die Forderung nach einer „Sprache, die nicht mehr vorgestanzt ist“ – hallt bis heute nach. Sie wollte die Erneuerung, nicht den bloßen Anschluss, und musste miterleben, wie ihre Visionen in den Wirren der Wendezeit zerrieben wurden.

Ich bin ihr nie persönlich begegnet. Dennoch gibt es in meinem Bücherregal diesen einen Moment der physischen Verbindung: Ein signiertes Exemplar, das ich durch einen dieser unwahrscheinlichen Zufälle online gebraucht entdeckte. Wenn ich über den Schwung ihres Namens auf dem vergilbten Vorsatzblatt fahre, ist das kein bloßer Besitz. Es ist die Rettung eines Stücks Zeitgeschichte. Es ist, als hätte das Buch mich gesucht, um in meinem Regal – zwischen all den anderen Stimmen – einen Platz zu finden.

Besonders in ihrem Spätwerk „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“ zeigt sich für mich ihre wahre Meisterschaft. Weit weg von der Berliner Luft, während eines Stipendiums in Los Angeles, setzt sie sich mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Es geht um die Beobachtung durch den Staat, ja, aber viel schmerzhafter noch um das eigene Vergessen und Verdrängen. Es ist ein Buch über die nackte Verletzlichkeit des Menschen, wenn die schützende Hülle der Ideologie wegbricht.

In einer Welt, die heute oft nur noch in 280 Zeichen schreit, lehrt uns Christa W. das Innehalten. Ihr Werk ist eine Einladung zum „subjektiven Authentizismus“. Es geht darum, die eigene Wahrheit zu finden, auch wenn sie unbequem ist.

Morgen fahre ich zur Leipziger Buchmesse. Ich nehme ihre Fragen mit im Gepäck. In meinen Gedanken wird sie heute gefeiert – nicht als Denkmal, sondern als lebendiges Gespräch.

Wann, wenn nicht jetzt?


Quellenverzeichnis:

  • Bildnachweis: Foto von Christa Wolf via Kino im Osten (Facebook).

  • Biografische Referenzen: Landsberg an der Warthe (Geburtsort), Biermann-Protest (1976), Rede auf dem Alexanderplatz (1989), Getty-Stipendium (Los Angeles).

  • Literatur: Der geteilte Himmel (1963), Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud (2010).

  • Zitate: „Wann, wenn nicht jetzt?“ (Christa Wolf).


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Dienstag, 17. März 2026

Wenn das Schicksal zuschlägt: Mein Dark Romance Gewinn!

Manchmal meint es das Schicksal – oder in diesem Fall die liebe Maja's Bücherliebe – besonders gut mit einem. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich eine Schwäche für Geschichten habe, die an die Grenzen gehen und die dunkleren Seiten der Romantik beleuchten.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als mein Name im Lostopf für zwei absolute Genre-Highlights fiel. Ein riesiges Dankeschön geht an Maja! In unserer Community ist es nicht selbstverständlich, so viel Herzblut in Gewinnspiele zu stecken. Danke, dass diese Schätze nun mein Regal bereichern!


Die Neuzugänge & Trigger-Warnungen


Die Post hat mir zwei Bücher gebracht, auf die ich schon lange ein Auge geworfen habe:

  • "My Filthy Valentine" von Isabella Russo: Isabellas Schreibstil ist bekannt für seine Intensität. Ich bin extrem gespannt, wie düster und sinnlich dieser "Valentine" wirklich ist.

  • "Observed: Jedes Stück ist unser" von Kristin Glimmer: Stalker-Tropes und die verschwimmenden Grenzen zwischen Besessenheit und Verlangen – genau das Richtige für nervenaufreibende Lesestunden.

⚠️ Wichtiger Hinweis (Trigger-Warnung): Beide Titel gehören zum Genre Dark Romance. Bitte beachtet, dass diese Geschichten explizite Szenen, moralisch graue Charaktere sowie Themen wie Besessenheit und Machtverhältnisse behandeln. Lest bitte verantwortungsbewusst und prüft vorab die detaillierten Warnungen der Autorinnen in den Büchern.


Ausblick & Eure Meinung

Beide Bücher wandern direkt auf meinen aktuellen Lesestapel (SuB, wer kennt ihn nicht?). In den nächsten Wochen werde ich euch hier meine detaillierten Rezensionen präsentieren. Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig auf beide Bücher. 

Schaut bitte auch bei der lieben Maja vorbei. 


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Montag, 16. März 2026

[Rezension] Leanne Hall - Die Nacht von Shyness

Beschreibung:
Am Stadtrand von Shyness, wo ewige Dunkelheit herrscht und die Grenzen vor merkwürdiger Energie knistern, trifft Wolfboy im Diabetic Hotel ein seltsames Mädchen. Sein Name ist Wildgirl und es erklärt Wolfboy zum Fremdenführer für eine Nacht. Auf ihrer Tour durch Shyness kommen sie den Gangs der zuckerabhängigen Kids in die Quere. Ein waghalsiges Abenteuer beginnt, in dem Wolfboy und Wildgirl nicht nur verrückten Affen, ewigen Träumern, Döner verkaufenden Wahrsagerinnen und teuflischen Psychiatern begegnen, sondern auch der ganz, ganz großen Liebe – denn eine Nacht ist lang genug, um zwei Leben für immer zu verändern.

Details:
Herausgeber: ‎Aufbau Verlag
Erscheinungstermin: ‎12. März 2012
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Übersetzerin: Anna-Christin Kramer
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎289 Seiten
ISBN-10: ‎3351041543
ISBN-13: ‎978-3351041540
Lesealter: ‎12–15 Jahre
Originaltitel: ‎This is Shyness
Kaufen? 

Eigene Meinung:

Ein besonderes Cover und eine ungewöhnliche Welt: Warum mich dieses Abenteuer trotzdem ratlos und mit vielen Fragen zurücklässt.

Manchmal ist es ein einziges Bild, das unsere Neugier weckt. Bei „Die Nacht von Shyness“ von Leanne Hall war es das Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Es ist außergewöhnlich, ästhetisch und verspricht eine Geschichte, die „anders“ ist. Da ich Bücher liebe, die aus der Reihe tanzen, war meine Vorfreude groß – doch leider folgte auf den optischen Hochgenuss eine literarische Ernüchterung.

Worum geht es?

Das Buch ist für Jugendliche ab etwa 11 Jahren geschrieben und dementsprechend ist der Schreibstil recht einfach und zugänglich gehalten. Die Geschichte lebt von der abwechselnden Erzählweise der beiden Protagonisten: der 17-jährigen Wildgirl und dem 19-jährigen Wolfboy.

Die beiden treffen unter höchst ungewöhnlichen Umständen aufeinander und gemeinsam begeben wir uns mit ihnen auf ein nächtliches Abenteuer in einer Welt, die mit einem feinen Hauch von Fantasy überzogen ist. Auch eine zarte Liebesgeschichte bahnt sich zwischen den beiden an, doch diese kommt nur sehr schwer in Gang und kann das Ruder leider nicht herumreißen.

Ein Abenteuer ohne Kompass und Spannungsbogen

Doch hier liegt das Problem: Während wir mit den beiden durch die Nacht streifen, stellte sich bei mir immer mehr ein Gefühl der Orientierungslosigkeit ein. Die Handlung wirkt leider sehr zusammenhanglos und zusammengewürfelt. Anstatt einer fließenden Geschichte glich das Lesen eher dem Versuch, wahllos hingeworfene Fragmente zu einem Bild zusammenzufügen.

Besonders kritisch empfand ich den Spannungsbogen, der sich leider nicht über das komplette Buch ziehen kann. Zur Mitte hin flacht die Geschichte merklich ab, und auch der Stil wirkt zum Ende hin immer dünner. Was mich jedoch am meisten enttäuscht hat, ist das Finale: Ich blieb mit so vielen offenen Fragen im Kopf zurück, dass das gesamte Leseerlebnis im Nachhinein noch schlechter wegkommt. Ich hatte mich für dieses Buch entschieden, weil es so anders wirkte – am Ende fühlte es sich leider weniger nach Magie und mehr nach einem anstrengenden „Wortwirrwarr“ an.

Mein Fazit

Ein optisches Schmuckstück mit einem spannenden Erzählansatz, dem es aber massiv an Struktur, einem roten Faden und vor allem an Antworten fehlt. Wer eine durchdachte Fantasy-Welt sucht, wird hier leider mit zu vielen Fragezeichen allein gelassen.

Meine Bewertung: 

Schöne Hülle, verwirrender Kern und ein Ende, das zu viele Fragen offen lässt. 

2 von 5 Rosen 🌹🌹


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Samstag, 14. März 2026

LBM-Survival: Wie du die Buchmesse überlebst (ohne danach einen Termin beim Physiotherapeuten zu brauchen) 📖✨

 Die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür und ich freue mich wie ein kleines Kind! Aber seien wir mal ehrlich: So schön das Stöbern in der Glashalle auch ist, die Messe kann ein echtes Biest sein, wenn man falsch vorbereitet ist. Damit ihr den Tag genießen könnt, hier meine ganz persönlichen Tipps aus der „Rosen“-Trickkiste:

Meine Tüten aus 2019 - wir reden mal nicht darüber, wie ich das schleppen konnte. ^^

Das muss unbedingt in euren Rucksack (Ja, Rucksack!) ✅

  • Rucksack statt Jutebeutel: Ich weiß, wir lieben unsere literarischen Stoffbeutel. Aber nach zwei Stunden schneiden die Henkel so tief ein, dass ihr eure Neuentdeckungen verflucht. Nehmt einen Rucksack – eure Schultern werden es euch danken!

  • Die eigene Verpflegung: Packt euch genug Wasser und Snacks ein. Erfahrungsgemäß sind die Preise auf der Messe nämlich echt gesalzen, und für ein trockenes Brötchen ein halbes Vermögen auszugeben, macht keinen Spaß. Zudem ist eine Wasserflasche, die wieder befüllt werden kann, ein echter Game-Chancer.

  • Bequeme Treter: Vergesst die schicken Absätze. In Leipzig lauft ihr Marathons. Sneaker sind eure besten Freunde!

  • Bargeld & Powerbank: Wenn das Messe-WLAN streikt, geht bei der Kartenzahlung oft nichts mehr, sonst wird aber Kartenzahlung in grossen Teilen akzeptiert. Und ohne Saft im Handy gibt’s keine schönen Buch-Fotos für die Community und eure Erinnerungen! Meine Powerbank, die ich nutze, ist gerade ausverkauft, aber ich verlinke euch einen anderen Hersteller: Powerbank* (Nicht wundern, ich nehme sie auch für alle Festivals, die ich besuche, daher überlebt sie problemlos einen Messetag und man kann mehrere Geräte mit verschiedenen Anschlüssen gleichzeitig laden.) 

Was ihr lieber zu Hause (oder im Regal) lasst ❌

  • Der „Ich-kauf-alles“-Rausch: Ich kenne das Gefühl, man will jedes Buch sofort besitzen. Aber: Kauft bitte nicht zu viele Bücher auf einmal! Man schleppt sich nach einer Weile einfach total lahm und der restliche Messetag wird zur Qual. Sucht euch eure absoluten Highlights aus.

  • Die dicke Winterjacke: Nutzt lieber das Zwiebelprinzip. In den Hallen wird es durch die vielen Menschen super warm – und wenn in der Glashalle die Sonne richtig draufknallt, fühlt man sich schnell wie im Gewächshaus.

  • Ein zu starrer Zeitplan: Lasst euch treiben! Die schönsten Gespräche entstehen oft spontan zwischen zwei Ständen. Aber ein kleiner Profi-Tipp: Checkt vorher unbedingt, ob ihr für bestimmte Veranstaltungen oder Lesungen ein extra Ticket oder eine Reservierung braucht. Das ist manchmal nervig, aber leider Realität – und nichts ist trauriger, als vor verschlossenen Türen zu stehen.

Mein Fazit: Bereitet euch gut vor, damit der Fokus auf dem liegt, was wir lieben: Den Büchern und dem Austausch!

Vorab: Plant eine gute Anreise mit Puffer ein. In den letzten Jahren war der Einlass ziemlich katastrophal, daher sollte das dann dafür auch genug Zeit eingeplant werden. 

Was landet in eurer Tasche? Habt ihr auch schon mal den „Fehler“ gemacht und zu viel geschleppt? Schreibt’s mir in die Kommentare! 🌹


Journalistischer Nachweis:

Dieses Verzeichnis dokumentiert die journalistische Sorgfalt von Miss Roses Media. Die Empfehlungen basieren auf persönlicher Erfahrung als Fachbesucherin der LBM sowie einem Abgleich mit den aktuellen Besucher-Richtlinien der Leipziger Messe.

Donnerstag, 12. März 2026

[Rezension] Tasha Coryell - Love Letters to a Serial Killer

Beschreibung:
Verliebt in einen Serienkiller

Genervt davon, ihre Freundinnen mit deren Ehemännern und Kindern in die Vororte verschwinden zu sehen, findet Hannah in einem Internet-Forum für True-Crime eine aufregende neue Beschäftigung. Die Community hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Morde an vier Frauen aufzuklären, die in einer Schlucht außerhalb von Atlanta abgelegt wurden. Als ein gutaussehender Anwalt namens William wegen der Morde verhaftet wird und sich die Beweise für seine Schuld ebenso schnell häufen wie die Leichen, beginnt Hannah, ihm Briefe zu schreiben: Vor Wut, aber auch, weil eine seltsame Faszination von ihm ausgeht. Und plötzlich schreibt William zurück …

Details:
Herausgeber: ‎dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Erscheinungstermin: ‎12. September 2024
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Übersetzer: Susanne Goga-Klinkenberg
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎352 Seiten
ISBN-10: ‎3423263962
ISBN-13: ‎978-3423263962
Abmessungen: ‎13.6 x 2.9 x 21 cm
Kaufen?

Eigene Meinung:

Ein Thriller über die dunkle Seite der Fan-Kultur: Tolle Optik, aber eine Protagonistin, die auf Distanz bleibt.

Als großer True Crime Fan war für mich sofort klar: Dieses Buch muss ich lesen! Das Cover der deutschen Ausgabe von Tasha Coryell ist ein absoluter Hingucker. Das Messer und das Blut wirken extrem vielversprechend und haben mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Doch leider hat sich hier wieder einmal bewahrheitet: Ein spannendes Äußeres garantiert noch keinen packenden Inhalt.

Worum geht es?

Hannah ist eine Frau, die man wohl als „gegen den Strom schwimmend“ bezeichnen würde. Sie lebt in einem kleinen Appartement, ist weder verheiratet noch verlobt und datet bevorzugt Männer, die man eher als seltsam beschreiben könnte. Als eine Reihe von Morden die Schlagzeilen beherrscht, findet sie Gleichgesinnte in einem Online-Forum. Wie eine kleine Clique von Hobbydetektiven tauschen sich die Frauen dort über die Fälle aus.

Doch während die anderen Frauen im Forum die Distanz wahren, geht Hannah einen gefährlichen Schritt weiter und bricht die goldene Regel der Community: Sie nimmt direkt Kontakt zu William auf – einem Anwalt, dem mehrere grausame Frauenmorde zur Last gelegt werden. An dieser Stelle wird deutlich, dass Hannah mehr als nur Neugier antreibt; sie leidet an „Hybristophilie“. Bekannt als das Bonnie-und-Clyde-Syndrom, beschreibt Wikipedia diese Paraphilie als eine Form der sexuellen Anziehung zu Kriminellen und Gewalttätern. Für Hannah wird die Jagd auf den Täter damit zur ganz persönlichen Obsession.

Warum der Sog fehlte

Obwohl die Grundidee und das Forum-Setting wirklich gut durchdacht sind, hatte die Geschichte für mich eindeutig Potenzial nach oben. Das größte Problem war für mich die Protagonistin Hannah. Sie blieb als Charakter für mich absolut nicht greifbar. Es ist schwer, an einer Story dranzubleiben, wenn man mit den Figuren einfach nicht warm wird.

Während der Schreibstil insgesamt okay ist – wenn auch manchmal etwas sehr unter der Gürtellinie –, fehlte mir die emotionale Bindung. Normalerweise liebe ich es, wenn mich ein Thriller in seinen Bann zieht, aber hier passierte das Gegenteil: Je weiter ich las, desto mehr nahm der Sog ab. Das passiert mir wirklich selten, aber am Ende war es leider eher das, was man als „nett“ bezeichnen würde, aber mehr auch nicht.

Mein Fazit

„Love Letters to a Serial Killer“ ist ein Thriller, der mit einer packenden Grundidee und einem wirklich fantastischen Cover punktet, mich in der Umsetzung aber leider verloren hat. Obwohl die Dynamik der Hobbydetektiv-Clique unglaublich vielversprechend war, konnte sie die Distanz zur Protagonistin nicht überbrücken. Für mich lebt ein Thriller von der Verbindung zu seinen Charakteren – doch hier blieb Hannah bis zum Schluss so schemenhaft und unnahbar, dass der anfängliche Sog leider verflogen ist. Eine interessante Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche, die für mich aber eher an der Oberfläche blieb.

Meine Bewertung: 

Starkes Konzept, schwache Bindung – ein Buch mit Potenzial, das mich emotional nicht ganz erreichen konnte. 

3 von 5 Rosen 🌹🌹🌹


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Dienstag, 10. März 2026

[Rezension] Tatjana Kruse - Wenn schon tot, dann unter Palmen

Beschreibung:
Kidnapping auf dem Golfplatz! Für eine halbe Million Euro soll der Göttergatte seine entführte Frau wieder in den Armen halten dürfen. Aber will er das überhaupt? Und was sagt eigentlich das Opfer dazu?
Gar nicht so einfach, erfolgreich kriminell zu sein. Tatjana Kruses Ganoven lassen nichts unversucht – bis das Blatt sich ganz plötzlich wendet ...

Die Viertelstundenbibliothek
Für Nicht-Leser. / Für Kaum-Leser. / Für Gern-Leser.

Details:
Herausgeber: ‎Edition Wannenbuch
Erscheinungstermin: ‎15. März 2023
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎48 Seiten
ISBN-10: ‎3947409567
ISBN-13: ‎978-3947409563
Abmessungen: ‎17 x 0.4 x 17 cm
Kaufen?

Eigene Meinung:

Tatjana Kruse zeigt in der Viertelstunden-Bibliothek, dass Verbrechen selten so viel Spaß gemacht haben.

Hach, Entführungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Besonders dann nicht, wenn man es mit den Figuren von Tatjana Kruse zu tun hat. In ihrem Kurzroman „Wenn schon tot, dann unter Palmen“ beweist die Autorin einmal mehr, warum sie die unangefochtene Queen des skurrilen Krimis ist. Ich sage es direkt vorab: Dieses Buch war für mich ein absolutes Highlight!

Worum geht es?

Kidnapping auf dem Golfplatz! Der Plan der Ganoven klingt eigentlich solide: Eine Ehefrau entführen und vom Göttergatten eine halbe Million Euro Lösegeld kassieren. Doch die Kriminellen haben die Rechnung ohne den Ehemann gemacht. Der denkt nämlich gar nicht daran, seine Frau so schnell wieder in die Arme zu schließen. Warum auch? Er hat nämlich schon längst eine passende Nachfolgerin in petto und genießt die neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen.

Mein Eindruck: Skurril, glaubwürdig und einfach brillant

Was Tatjana Kruse hier abliefert, ist schwarzer Humor in Perfektion. Was ich an ihren Geschichten so liebe: Sie schafft es immer wieder, herrlich skurrile Protagonisten zu entwerfen, die trotz ihrer schrägen Art absolut glaubwürdig bleiben. Man kauft ihnen jede noch so absurde Handlung ab, weil sie so konsequent und lebendig gezeichnet sind.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen schönen Illustrationen, die das Buch begleiten. Sie machen das Lesen zu einem wahren Kinderspiel und lockern die Handlung so charmant auf, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Es ist die perfekte Mischung aus bissigem Text und visueller Unterstützung – ein echtes Gesamtkunstwerk für zwischendurch.

Mein Fazit

Ein typischer „Kruse“ in Bestform: böse, rasant und mit Charakteren, die man einfach gern haben muss (auch wenn sie kriminell oder treulos sind). Für mich das bisherige Highlight der Reihe!

Meine Bewertung: 

Ein Volltreffer auf dem Golfplatz – volle Punktzahl für dieses Lesevergnügen! 

5 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹🌹


Transparenz-Hinweis: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Edition Wannenbuch / Paperento Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst – ich schreibe hier immer ehrlich und direkt für euch! 🌹

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Montag, 9. März 2026

[Rezension] Isabella Archan - Gipfelkreuz und Brezeltod

Beschreibung: 
Endlich Ferien – ab in die Berge! Doch bald schon entspannt sich zwischen Sonnenliegen und Pool ein teuflischer Kleinkrieg. Manchmal helfen eben nur rabiate Mittel ...
Wer hat am Ende den längeren Atem? Ein Frühstücksbuffet à la Mord serviert augenzwinkernd Isabella Archan. So viel ist gewiss: Diese Reise wird unvergesslich.

Die Viertelstundenbibliothek
Für Nicht-Leser. / Für Kaum-Leser. / Für Gern-Leser.

Details:
Herausgeber: ‎Edition Wannenbuch
Erscheinungstermin: ‎15. März 2023
Auflage: ‎1.
Sprache: Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎48 Seiten
ISBN-10: ‎3947409532
ISBN-13: ‎978-3947409532
Abmessungen: ‎17.5 x 0.7 x 17.6 cm
Kaufen? 

Eigene Meinung:

Isabella Archan serviert in der Viertelstunden-Bibliothek ein mörderisches Frühstücksbuffet der Extraklasse.

Wer Lust auf eine Geschichte hat, die so spritzig ist wie ein Glas Sekt am Pool, der sollte sich „Gipfelkreuz und Brezeltod“ nicht entgehen lassen. Dass die Autorin Isabella Archan nicht nur mit dem Stift, sondern auch auf der Bühne zu Hause ist, merkt man jeder Zeile an. Die gebürtige Österreicherin und heutige Wahlkölnerin ist nämlich auch leidenschaftliche Schauspielerin – und genau dieses Gespür für Timing und Dramatik bringt sie in diesen Kurzroman ein.

Worum geht es?

Ferienzeit ist Wanderzeit? Von wegen! In diesem Kurztrip entspannt sich zwischen Sonnenliegen und Hotelpool ein teuflischer Kleinkrieg. Wenn die Ellenbogenmentalität am Frühstücksbuffet auf rabiate Mittel trifft, bleibt kein Auge trocken. Isabella Archan stellt mit viel Humor die Frage: Wer hat am Ende den längeren Atem, wenn der Urlaub zum Survival-Trip der Eitelkeiten wird? Ein „Frühstücksbuffet à la Mord“, das man so schnell nicht vergisst.

Mein Eindruck: Mit leichter Feder und charmanten Details

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die leichte Feder, mit der Isabella Archan durch die Handlung führt. Es wirkt nie schwerfällig, sondern sprüht vor Energie und Witz.

Ein echtes Highlight sind die kleinen Illustrationen, die den Text begleiten. Sie lockern das Ganze wunderbar auf und machen das Buch auch für Menschen attraktiv, die vielleicht seltener zum Buch greifen oder einfach eine visuelle Unterstützung lieben. Das macht die Geschichte herrlich „lesbar“ und kurzweilig. Man spürt den österreichischen Charme der Autorin in jeder brenzligen Situation am Buffet – es ist skurril, ein bisschen böse und dabei absolut liebenswert.

Mein Fazit

Ein Alpen-Häppchen mit Biss! Dank der Illustrationen und des schauspielerischen Talents der Autorin, das durch die Seiten schimmert, ist es die perfekte Lektüre für zwischendurch.

Meine Bewertung: 

Bissiger Humor trifft auf charmante Optik – eine klare Empfehlung!

4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹


Transparenz-Hinweis: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Edition Wannenbuch / Paperento Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst – ich schreibe hier immer ehrlich und direkt für euch! 🌹

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Samstag, 7. März 2026

[Rezension] Vitus Marx - Yachttrip ins Glück

Beschreibung:
Reisejournalistin Bettina, Anfang 40 und Single, trifft auf Sardinien den Mann ihrer Träume. Doch Tommaso hat Frau und zwei Kinder. Warum nur flirtet er so ungeniert mit ihr?
Mit Augenzwinkern erzählt Autor Vitus Marx vom Zufall der Liebe unter der Sonne Italiens.

Die Viertelstundenbibliothek
Für Nicht-Leser. / Für Kaum-Leser. / Für Gern-Leser.

Details:
Herausgeber: ‎Edition Wannenbuch
Erscheinungstermin: ‎1. Dezember 2022
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎48 Seiten
ISBN-10: ‎3947409478
ISBN-13: ‎978-3947409471
Abmessungen: ‎17.5 x 0.7 x 17.6 cm
Kaufen? 

Eigene Meinung:

Vitus Marx lädt in der Viertelstunden-Bibliothek zu einem exklusiven Flirt im High-Society-Gewand ein.

Kennt ihr das? Manchmal braucht man keine 500 Seiten, um das Herz ein bisschen schneller schlagen zu lassen. Manchmal reicht eine Viertelstunde, eine luxuriöse Yacht und ein Mann, der eigentlich absolut verboten sein sollte. In der Viertelstunden-Bibliothek des Paperento Verlages habe ich mit "Yachttrip ins Glück" von Vitus Marx genau dieses prickelnde Lesevergnügen gefunden.

Worum geht es?

Wir begleiten die Reisejournalistin Bettina auf die Sonneninsel Sardinien. Zwischen Champagnergläsern und dem strahlenden Blau des Mittelmeers trifft sie auf Tommaso – attraktiv, charmant und der Inbegriff eines Mannes, bei dem man sofort schwach werden möchte. Er passt perfekt in die glitzernde Welt der High Society.

Doch dann der Dämpfer: Tommaso ist kein Single. Er hat Frau und zwei Kinder. Und trotzdem... warum lässt er seinen Blick so intensiv auf Bettina ruhen? Warum flirtet er so ungeniert und lässt die Luft zwischen ihnen förmlich vibrieren?

Mein Eindruck: Flirty Alltagsflucht mit Stil

Dieser Kurzroman ist die perfekte Alltagsflucht. Vitus Marx schreibt mit so viel Augenzwinkern und Charme, dass man die moralischen Bedenken fast für einen Moment vergisst, nur um sich ganz dem italienischen Flair hinzugeben. Es ist eine Geschichte über den Zufall der Liebe, die mit der Frage spielt: Darf man das?

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Story trotz ihrer Kürze eine richtige Dynamik entwickelt. Man spürt das Prickeln auf der Haut – und das liegt nicht nur an der heißen Sonne Sardiniens. Es ist ein moderner, flirty Text, der zeigt, dass Romantik und ein Hauch von Luxus auch auf wenigen Seiten wunderbar funktionieren können.

Mein Fazit

Ein spritziger Kurzroman für alle, die Lust auf ein bisschen Herzklopfen und italienisches Lebensgefühl haben. Wer kurz in die Welt des Glamours abtauchen möchte, wird hier bestens unterhalten.

Meine Bewertung: 

Ein stilvoller, flirty Kurztrip, der Lust auf Meer (und mehr) macht. 

4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹


Transparenz-Hinweis: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Edition Wannenbuch / Paperento Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst – ich schreibe hier immer ehrlich und direkt für euch! 🌹

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Donnerstag, 26. Februar 2026

[Rezension] Jone Heer (Herausgeber) - Krimikätzchen: Spannende Katzengeschichten

Beschreibung:
Katzen – die geheimnisvollsten und unergründlichsten aller Tiere. Sie kommen auf leisen Samtpfoten angeschlichen, und das Jagen liegt ihnen im Blut. Wenn Sie sich zusammen mit ihren zweibeinigen Gefährten auf Mörderjagd begeben, siegt Eleganz über Grobheit und Raffinesse über rohe Gewalt. Doch der größte Vorteil der pelzigen Detektive: Sie haben neun Leben. „Krimikätzchen“ vereinigt mörderisch gute Geschichten mit Charme und Stil für alle Katzenliebhaber und Krimibegeisterte.

Details:
Herausgeber: ‎Piper Taschenbuch; 2. Edition (6. Juli 2020)
Sprache: ‎Deutsch
Taschenbuch: ‎256 Seiten
ISBN-10: ‎3492316077
ISBN-13: ‎978-3492316071
Abmessungen: ‎12 x 2.1 x 18.7 cm
Kaufen?
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Eigene Meinung:

Spannung auf leisen Pfoten: Wenn Katzen das Zepter (und die Ermittlungen) übernehmen.

Manchmal muss es nicht der hochmoderne Thriller sein – manchmal sind es die älteren Schätzchen im Regal, die einen so richtig verzaubern. „Krimikätzchen“, herausgegeben von Jone Heer, ist genau so ein Fundstück. Schon das Cover ist ein absoluter Herzöffner: Drei kleine Kätzchen blicken uns entgegen und versprechen genau das, was das Buch hält – jede Menge tierischen Charme.

Ein Blick hinter die Kulissen: Was ist eine Anthologie?

Da dieses Buch von Jone Heer herausgegeben wurde, handelt es sich um eine klassische Anthologie. Das bedeutet, wir haben hier nicht eine lange Geschichte, sondern eine Sammlung von verschiedenen Kurzgeschichten unterschiedlicher Autoren. Der große Vorteil: Wenn man mal wenig Zeit hat, kann man wunderbar zwischendurch eine einzelne, abgeschlossene Geschichte lesen.

Die Welt aus der Sicht der Tiere

Das Besondere an diesem Buch ist die Perspektive: Alle Geschichten sind konsequent aus der Sicht der Tiere geschrieben. Wir erfahren hautnah, wie die Samtpfoten die Welt der Menschen wahrnehmen und wie sie – oft unbemerkt von ihren „Dosenöffnern“ – knifflige Fälle lösen.

Die Kriminalfälle sind dabei weniger blutig oder düster, sondern vielmehr süß und drollig gestaltet. Es ist echtes „Wohlfühl-Krimi-Futter“. Die Katzen agieren schlau, eigenwillig und mit einer ordentlichen Portion Katzen-Logik, was mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.

Mein Leseerlebnis

Obwohl das Buch schon etwas älter ist, haben sich alle Geschichten flüssig und sehr gut lesen lassen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und passt perfekt zur kurzweiligen Natur der Erzählungen. Es ist die ideale Lektüre, um den Alltag für einen Moment zu vergessen und in die geheimnisvolle Welt der Krimikätzchen abzutauchen.

Mein Fazit

„Krimikätzchen“ ist ein Muss für alle Katzenfans, die es gerne gemütlich und spannend zugleich mögen. Die drolligen Fälle und die tierische Perspektive machen das Buch zu einem zeitlosen Vergnügen für zwischendurch.

Meine Bewertung: 

Ein flauschiges Lesevergnügen mit hohem Niedlichkeitsfaktor! 

4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹

Sonntag, 22. Februar 2026

[Rezension] »Mir fällt gerade ein...« – Ein Blick durch das Schlüsselloch zu Manfred Krug

Beschreibung: 
»Bei strahlender Sonne und klirrendem Frost auf den Flohmarkt gegangen.«Manfred Krug war ein unermüdlicher Sammler. Stets auf der Jagd nach Kleinodien, Erkenntnissen und Anekdoten. Dieser Band enthält die schönsten Fundstücke und Geistesblitze aus seinem Nachlass, illustriert mit den Radierungen von Moritz Götze.Als leidenschaftlicher Flohmarktgänger trug Manfred Krug ganz besondere Artefakte und Kuriositäten zusammen. Mit großer Anteilnahme las er Zeitung, sah fern oder den Menschen aufs Maul. Tollkühne Tiere, zünftiges Essen und kleine Kinder liebte er besonders, Handwerker nicht immer. Besonders interessierte ihn der Gang der Zeit, in den Uhren wie im Universum.Das vorliegende Sammelsurium ist ein überaus amüsantes Zeugnis seines Stöberns, seiner Neugier, seiner Leidenschaft für alles Geschmackvolle. Der gefeierte Maler und Grafiker Moritz Götze, der schon die Krugschen Gedichte illustrierte, bebildert dieses Geschenkbuch mit seinen Radierungen.

Details:
Herausgeber: ‎Kanon Verlag Berlin
Erscheinungstermin: ‎7. Februar 2024
Auflage: ‎1.
Sprache: ‎Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎108 Seiten
ISBN-10: ‎3985681155
ISBN-13: ‎978-3985681150
Abmessungen: ‎10.8 x 1.2 x 16.2 cm

Eigene Meinung: 

Ein Sammelsurium voller Geistesblitze, Notizen und der Kunst von Moritz Götze.

Manchmal findet ein Buch auf ganz besonderem Weg zu einem. Dieses Exemplar von »Mir fällt gerade ein...« habe ich von einer beeindruckenden Lesung mitgebracht, die Manfred Krugs Sohn gestaltet hat. Falls ihr meinen Bericht dazu verpasst habt, könnt ihr hier nachlesen – es war ein Abend, der den Künstler Krug noch einmal sehr lebendig werden ließ.

Was ist eigentlich ein „Sammelsurium“?

Passend zum Titel ist dieses Buch ein echtes Sammelsurium. Aber was bedeutet das eigentlich? Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine bunte Mischung aus Resten. Heute nutzen wir ihn für eine Sammlung von Notizen, Fundstücken oder Gedanken, die vielleicht keine klassische Ordnung haben, aber gerade deshalb so faszinierend sind.

Genau das erwartet euch hier: Es ist kein „vollständiges“ Werk, sondern eine Schatzkiste aus Tagebucheinträgen, spontanen Einfällen und Notizen, die Manfred Krug uns hinterlassen hat.

Kurzweilig, ehrlich und künstlerisch brillant

Das Lesen ist herrlich kurzweilig. Es fühlt sich an, als würde man Krug über die Schulter schauen – humorvoll, direkt und ungeschönt. Man hört seine markante Stimme förmlich aus den Zeilen heraus.

Ein absolutes Highlight sind die Illustrationen von Moritz Götze. Seine Radierungen sind weit mehr als nur schmückendes Beiwerk; sie fangen den Geist der Texte perfekt ein und machen das Buch zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Die Symbiose aus Krugs Wortwitz und Götzes markantem künstlerischen Stil ist einfach meisterhaft umgesetzt.

Mein Fazit

Wer Manfred Krug mag, wird dieses Buch lieben. Es ist kein klassischer Roman, sondern ein intimes Dokument eines großen Künstlers, das durch die Verbindung von Text und Kunst besticht. Dass ich es mit der Erinnerung an die Lesung seines Sohnes verbinde, macht es für mich persönlich noch wertvoller.

Meine Bewertung: 

Ein charmantes und optisch wunderschönes Werk, das in keinem Fan-Regal fehlen sollte. 

4 von 5 Rosen 🌹🌹🌹🌹

Mittwoch, 18. Februar 2026

[Rezension] Jane Austen / Claudia Kühn: Stolz und Vorurteil: Jane Austens Klassiker erstmals als liebevoll umgesetzte Graphic Novel

Beschreibung:
Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Mädchen ab und zu von der Liebe träumt
Elizabeth Bennet hat vier Schwestern und eine Mutter, deren größte Sorge ist, alle Töchter unter die Haube zu bringen. Als der vermögende Mr Bingley und sein attraktiver Freund Darcy das benachbarte Anwesen Netherfield beziehen, ist Mrs Bennet ganz aus dem Häuschen. Aber schon beim ersten Tanz wird Elizabeth klar, dass sie nie, niemals einem so stolzen und arroganten Mann wie Mr Darcy ihr Herz schenken könnte.
Niemals?
Wirklich, Lizzy???

Erlebe den Klassiker neu als hinreißende Graphic Novel
Seit über zweihundert Jahren begeistert Jane Austens Stolz und Vorurteil Leserinnen weltweit immer wieder neu. Diese wunderschöne Graphic Novel sollte in keiner Austen-Sammlung fehlen. Mit ihren bezaubernden Illustrationen verwandelt Tara Spruit den zeitlosen Klassiker Stolz und Vorurteil in eine hochwertige Graphic Novel, die sich nicht nur als Geschenkausgabe für Jane Austen-Begeisterte eignet, sondern alle Regency-Fans zum Träumen einlädt. Verliebe auch du dich unwiederbringlich in den ultimativen Book Boyfriend Darcy!

Details:
Herausgeber: ‎Loewe; 2. Edition (12. Juni 2024)
Sprache: ‎Deutsch
Gebundene Ausgabe: ‎256 Seiten
ISBN-10: ‎3743216132
ISBN-13: ‎978-3743216136
Lesealter: ‎Kundenempfehlung: ab 14 Jahr(en)
Abmessungen: ‎17.5 x 2.4 x 24.5 cm
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Eigene Meinung:

Ein Cover zum Verlieben, aber hält der Inhalt, was die Optik verspricht?

Manchmal ist es Liebe auf den ersten Blick – oder zumindest „Liebe auf den ersten Klick“. Als ich das Cover dieser Graphic Novel zu Jane Austens Stolz und Vorurteil sah, war ich sofort hin und weg. Es ist wunderschön gestaltet und fängt genau diese Mischung aus Eleganz und Romantik ein, die man mit dem Klassiker verbindet. Es hat mich direkt neugierig gemacht, wie die Geschichte visuell weitererzählt wird.

Die digitale Reise nach Longbourn

Ich habe mich dazu entschieden, diese Adaption als E-Book zu lesen. Auch auf dem Display kommen die liebevoll umgesetzten Zeichnungen wunderbar zur Geltung. Die Detailverliebtheit der Illustrationen ist wirklich beeindruckend; man merkt in jedem Panel, wie viel Herzblut in die Gestaltung der Charaktere und der Kulissen geflossen ist. Die visuelle Umsetzung ist handwerklich ohne Frage ein Genuss und hat mir Spaß gemacht, sie zu entdecken.

Wo die Bilder die Worte überholen

Doch trotz der optischen Brillanz muss ich auch kritisch werden. Ein Klassiker wie Stolz und Vorurteil lebt von Jane Austens messerscharfem Verstand, ihrem feinen Sarkasmus und der unglaublichen Tiefe ihrer Dialoge.

Genau hier liegt für mich das Problem: Die Graphic Novel muss sich naturgemäß auf wenige Textstellen beschränken. Dadurch geht leider ein großes Stück der Seele verloren, die das Original so einzigartig macht. Während die Bilder zwar die Atmosphäre einfangen, wirkt die Handlung durch die Textkürzungen fast ein wenig „gehetzt“. Die emotionalen Nuancen und der berühmte Wortwitz fühlen sich im Vergleich zum Klassiker etwas verloren an. Es ist ein bisschen so, als würde man eine wunderschöne Postkarte einer großartigen Landschaft betrachten – man sieht die Schönheit, aber man spürt den Wind nicht im Gesicht.


Fazit:
Diese Adaption ist ein absoluter Augenschmaus und das Cover allein ist schon ein Highlight für jeden Buchblog. Wer die Geschichte liebt und sie einfach einmal in einer ästhetisch hochwertigen Form „durchblättern“ möchte, wird seine Freude haben. Wer jedoch die tiefgründige Charakterentwicklung und Austens Sprachkunst sucht, wird hier etwas enttäuscht sein.

Dafür gibt es 3 Rosen:
Eine visuell beeindruckende Hommage, die mich textlich aber nicht ganz abholen konnte. 
3 von 5 Rosen 🌹🌹🌹

Danke an Netgallery für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares. 
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Dienstag, 10. Februar 2026

Post aus Norwegen: Exklusive Lesungstermine zur „Raus aus der Spur. Silly und die DDR“

Manchmal zahlt sich Hartnäckigkeit aus – oder in diesem Fall: einfach mal nachzufragen.

Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass mich das Thema Ostrock nicht nur privat begleitet, sondern auch immer wieder in mein Geschichtsstudium hineinspielt. Besonders die Band Silly hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Als im letzten Jahr das Buch von Professor Michael Rauhut erschien, war für mich klar: Das muss ich nicht nur lesen, ich möchte den Autor auch live erleben.

Das Problem? Die Termine für seine Lesungen im Frühjahr waren online unauffindbar.

Der direkte Draht nach Norwegen 

Kurzerhand habe ich Michael Rauhut direkt an seiner Universität in Agder (Norwegen) angeschrieben. Umso schöner war die Überraschung: Er hat mir nicht nur geantwortet, sondern mich auch gebeten, seine kommenden Termine für Februar und April hier auf dem Blog zu teilen.

Es ist mir eine große Freude, diesem Wunsch nachzukommen. Für alle Fans von Silly, für Geschichtsinteressierte und Musikliebhaber sind diese Abende ein absolutes Muss. Michael Rauhut ist bekannt für seine fundierte und gleichzeitig packende Aufarbeitung der DDR-Musikgeschichte.

Die Lesungstermine im Überblick:

Februar 2026

  • 19.02. | 19:00 Uhr | Eisenberg, Stadtbibliothek

  • 20.02. | 20:00 Uhr | Altenburg, Paul-Gustavus-Haus

  • 23.02. | 20:00 Uhr | Eisenach, Jazzkeller Alte Mälzerei

  • 24.02. | 18:00 Uhr | Erfurt, Gedenkstätte Andreasstraße

  • 25.02. | 19:00 Uhr | Suhl, Kulturbaustelle

  • 26.02. | 20:00 Uhr | Rudolstadt, Saalgärten

  • 27.02. | 19:30 Uhr | Ilmenau, Kleinod

April 2026

  • 15.04. | 19:00 Uhr | Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

Ich werde versuchen, selbst bei einem der Termine dabei zu sein – vielleicht sieht man sich ja vor Ort? Ich denke, dass es den Termin in Leipzig sehr wahrscheinlich macht.  

Ein großes Dankeschön noch einmal an Michael Rauhut für das Vertrauen und den netten Austausch!

Alles Liebe,

Katja 

Samstag, 7. Februar 2026

Zwischen Quellenlektüre und Leselust: Diese zwei Bücher ziehen neu ein!

Hallo ihr Lieben,

heute habe mal die ersten Neuzugänge für euch, ich habe die beiden im Thalia bei uns gesehen und da konnte ich echt nicht widerstehen. Ich bin aber ehrlich, ich habe erst darüber geschlafen, ob ich sie kaufe, weil der SUB - wir kennen es. 
Im Übrigen habe ich dafür PayPack Punkte genutzt. 
Alle Updates zum Studium bekommt ihr im Alltagsblog, wenn euch das interessiert. 


Buch Nummer eins: 

Darum geht es: 


Und dann musste das noch mit: 
        

Darum geht es: 

Ich bin sehr gespannt, vor allem auf "Tage voller Zorn", weil das Buch schon länger auf meiner Liste stand. 

Kennt ihr die Bücher? Habt ihr eins davon gelesen? 

Alles Liebe,
Katja 

Donnerstag, 5. Februar 2026

Staub abwischen, Bücher aufschlagen: Ich bin wieder da! 📚✨

Hallo ihr Lieben,

es war eine ganze Weile still hier auf dem Blog – vielleicht hat sich sogar schon die eine oder andere Staubschicht auf meinen digitalen Bücherregalen angesammelt. Das Leben kam dazwischen, die Leselust brauchte eine Pause, und ehrlich gesagt: Manchmal muss man das Buch einfach zuschlagen, um an anderer Stelle ein neues Kapitel zu beginnen.

Aber heute ist der Tag, an dem ich den „Reset“-Knopf drücke!

Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Der Hauptgrund für meine Abwesenheit war ein ziemlich großer Meilenstein: Ich studiere seit Oktober! Die Uni hat in den letzten Monaten viel Zeit und Energie gefordert, aber mittlerweile habe ich meinen Rhythmus gefunden und die Lust am Schreiben ist zurückgekehrt.

Ich studiere jetzt nochmal Geschichte und Medienforschung als Hauptfächer im Überbau des Studienganges Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften auf Bachelor.

Was ändert sich auf dem Blog?

Ich möchte wieder regelmäßig rezensieren. Mein Herz schlägt natürlich weiterhin für True Crime, Thriller, Krimis, aber auch alle andere Genre nach Lust und Laune, aber durch mein Studium hat sich mein Lesehorizont erweitert.

Das bedeutet für euch:

  • Mehr Rezensionen: Ich habe einen Stapel ungelesener Bücher (SuB), der nur darauf wartet, endlich besprochen zu werden.

  • Einzug der Fachliteratur: Ab und zu werdet ihr hier nun auch Beiträge zu wissenschaftlicher Literatur oder Fachbüchern finden.

  • Klare Kennzeichnung: Keine Sorge, wer nur zur Entspannung liest, wird nicht verwirrt! Ich werde Fachliteratur-Beiträge gesondert kennzeichnen, damit ihr auf den ersten Blick seht, ob es um Freizeit-Lektüre oder Uni-Stoff geht.

„Ein Studium ist wie ein dickes Buch: Manchmal zieht sich das Kapitel, aber am Ende ist man froh, es gelesen zu haben.“

Vielen Dank an alle, die trotz der Funkstille geblieben sind. Ich freue mich riesig auf den Austausch mit euch!

Alles Liebe,

Katja